Autounfall im Urlaub!

GAU!

Wir haben einen UNFALL gebaut! Kurz vorm Ziel! Ich kann (und will) eigentlich immer noch nicht glauben, dass UNS das tatsächlich passiert ist! IM URLAUB!!! So ein verdammter Mist!

Wir hatten uns so sehr auf die Auszeit in Italien gefreut… Und hätten Entspannung und Erholung wirklich nötig gehabt, nach dem ersten Babyjahr mit viel Eingewöhnen, Geschrei, Arbeiten und Sorgen. Aber (offensichtlich) nix da.

Wir sind am 02. September nach K.’s Spätschicht losgedonnert: 1200 km Richtung Süden – über München, Innsbruck, Südtirol, Verona, Bologna bis zu unserem Ziel: Tortoreto (Abruzzen, Adria). Ich hatte schon kurz Bedenken, ob es wirklich eine gute Idee ist: 1200 km quasi am Stück fahren, über 12 Stunden mit Baby im Gepäck, bei hochsommerlichen Temperaturen. Andererseits: Den ersten Teil nachts fahren ist auf jeden Fall empfehlenswert (P. hat tatsächlich im Auto durchgeschlafen bis morgens um 7) und K. hat 20 Jahre lang Autofahr-Erfahrung, auch Langstrecken und als LKW-Fahrer. Also: Machen.

Zunächst sind wir auch sehr gut durchgekommen. In Südtirol fing morgens um 8 dann langsam der Ferien- / Wochenendverkehr an. 1. Mist! Ich dachte, wir sind Nebensaison… Aber der Italiener scheint bei 32 Grad verständlicherweise auch an Septemberwochenenden mal selbst ans Meer zu wollen. Also: Diverse „Coda“s (= Stau) später, nach 15 Stunden: Unsere Ausfahrt. „Val Vibrata“ rechts runter, dann Kreisverkehr, einmal rechts, einmal links, fertig. Laut Beschreibung jedenfalls. War so einfach aber nicht. Irgendwo in Alba Adriatica sind wir dann hektisch geworden. P. hat genörgelt, K. war hundemüde (wollte mich aber partout nicht fahren lassen), aber das Ziel war auch in greifbarer Nähe.

Kreuzung. Stoppschild. K. will rechts, ich rufe noch „Nein! Links! Aber pass auf, da…“ – KNALL!!! – hellblauer Fiat knallt ins uns rein…

Ich habe geschrien, denke ich. P. hat auch kurz nach dem Knall angefangen zu brüllen. K. hat sofort panisch versucht einen Blick in die Babyschale zu werfen, konnte aber nichts sehen. „P!“ War auch mein allererster Gedanke, bevor ich irgendetwas anderes denken konnte. K. nur „Nein! Scheißeeeeee!“ Ich bin sofort raus aus dem Auto und habe P. aus der Schale geholt, von oben bis unten angeschaut und sie beruhigt, gesungen, gelacht, was weiß ich. Als ich ein Stück mit ihr von Unfall und Straße weggegangen bin, hat P. schon wieder gelacht…

Ich hatte so eine Angst, um sie! Später habe ich mich noch mal auf den Beifahrersitz gesetzt und nur noch geheult… Der (sinnlose) Gedanke daran, was hätte passieren können… Und was passiert wäre, wenn das Auto in ihre Seite geknallt wäre… Furchtbar.

K. war völlig am Ende… Er konnte das auch nicht glauben. Sein erster Unfall in 20 Jahren Autofahr-Karriere. Und dann auch noch selbst verschuldet… Mit dem Auto meiner Mutter. Ich dachte die ganze Zeit nur: „Nein, nein, nein, nein, nein! Das kann einfach nicht wahr sein! Das ist jetzt nicht passiert… Ich will, dass das n-i-c-h-t passiert ist. Mach, dass das NICHT PASSIERT IST!“ Ich wusste gar nicht, wie ich, in meinem übermüdeten Zustand damit umgehen sollte. Ich wollte K. keine Vorwürfe machen… Aber mein Kopf hat immer wieder gedacht: „Ich habe so oft gefragt, ob ich fahren soll… Er war einfach zu müde…“. Auch diese nervigen „hättehättehätte“-Gedanken wollten nicht weggehen… Wären wir nur nicht hier abgebogen, wären wir am Kreisverkehr richtig rausgefahren…

Um uns herum standen sofort haufenweise, wild gestikulierende Italiener. Hinter unserem Wagen lag ein Reifen – „nur“ unser Ersatzreifen, der sich aus der Halterung unterm Auto gelöst hat. Aus dem Rahmen, auf der Fahrerseite hingen die Airbags raus, der Himmel war komplett eingedrückt und die Stoßstange hing hinten runter. Der Fiat war vor allem vorne links demoliert. Weiter ist aber niemand zu Schaden gekommen, vom Schrecken mal abgesehen.

Eine echte italienische Bertolli-Mamma hat die ganze Zeit auf mich eingeredet „A la Cassa! A la Casa, segnorina! La bambina!“ Ich bin dann nach einer Weile mit in ihre Villa gegangen. Sie hat unser Wasser gebracht (eiskaltes für mich, nicht gekühltes für’s Kind! Wie aufmerksam!), Waffeln und mindestens 300 Mal „Un Café piccolo?“ angeboten, den ich 350 Mal abgelehnt hab, da ich Kaffee nicht vertrage. Am Ende hab ich natürlich trotzdem einen hingestellt bekommen.

Kurze Zeit später hat ein Shuttle-Bus P. und mich dann abgeholt und zur Unterkunft gebracht. K. musste bleiben und versuchen zu klären… Die Unterkunft ist tatsächlich nicht mal 2 Minuten von der Unfallstelle entfernt. Ich hab mich wahnsinnig geärgert (und tue es auch immer noch).

Gestern war dann aber auch wirklich alles wahnsinnig durcheinander: Ich habe uns aus Verwirrtheit noch einmal aus der Wohnung ausgeschlossen, das Reisebett war über 1,5 Stunden nicht aufbaubar und das P. nur noch am heulen, weil schon lange, lange Schlafenszeit. K. und ich waren abends richtig fertig und von Erholung, geschweige denn Urlaub war nichts zu spüren… Und das bei der Aussicht:

Und nun? Heute sieht die Welt schon wieder etwas besser aus. Ärgern tun wir uns immer noch wahnsinnig doll. Das Auto ist so zwar nicht mehr fahrbar und steht jetzt auf dem Parkplatz einer Tankstelle, aber meine Mutter scheint zum Glück gut versichert zu sein. Wenn es gut läuft, können wir die Karre morgen zu einer Vertragswerkstatt schleppen lassen und alle Kosten und alles weitere über die Versicherungen klären. Wenn es schlecht läuft, sind wir nach diesem Urlaub endgültig pleite. Das wollen wir jetzt aber nicht hoffen. Heute ist Sonntag, da können wir gar nichts klären. Das P. ist auch spürbar durch den Wind, schläft schlecht und weint viel. Wir versuchen jetzt trotz allem irgendwie Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen und alles nicht so schlimm zu finden… Was für beschissener ein Start.

3 Kommentare zu “Autounfall im Urlaub!

  1. Oh man, das hört sich echt alles super mies an…. Ichdrück die Daumen das ihr euch trotzdem etwas erholen könnt…. Ich möcht da echt nicht tauschen….
    Ich „abonnier“ dich mal und freue mich auf weitere Einträge von dir!!

  2. Pingback: Eins am Tag 17: Wasser. | BABYKRAM & KINDERKACKE

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