Italienische Herzenswärme

Wir sind zurück aus Italien – haben die Rückreise tatsächlich (fast in bisschen wider Erwarten) unbeschadet überstanden. Was für ein CHAOS-Urlaub!!! Unfall, krankes Kind, kaputtes Bett… Aber: Mitnehmen können wir am Ende doch einiges, was schön war. Und/oder wenigstens Eindrücke, die es wert sind gesammelt worden zu sein…

Nach dem Unfallchaos haben K. und ich erstaunlich gut zusammengehalten. Wir haben uns keine Vorwürfe gemacht oder dergleichen, was uns manchmal ätzenderweise durchaus liegt. Ich will fast sagen, wir sind dadurch wieder ein Stück zusammen gerückt. Auch durch lange zweisame Nächte (endlich mal wieder) auf dem Balkon mit dem Meer vor der Nase (und der Autobahn hinter uns, aber das geht auch fast als Meeresrauschen durch…) Ergebnis ist auch eine eventuelle eine Überraschung, die sich zunächst eher nach potenzieller Hiobsbotschaft angefühlt hat und nun doch mehr als Willkommen wäre. Dazu wird an dieser Stelle aber nichts weiter verraten :-X

Ich war ENDLICH mal wieder in Italien (zum letzten Mal tatsächlich mit meinen Eltern vor langer Zeit… Okay, wahrscheinlich nicht so lange, wie einige jetzt denken). Und wir haben unsere Liebe zu dem Land entdeckt und allerlei schöne Auswanderungsfantasien gesponnen. Eine deutsch-italienische Kinderkrippe an der italienischen Küste… Ein kleines Ladengeschäft… Italien liegt uns. Die Menschen wirken so viel warmherziger als hier im kalten Deutschland . Ich habe festgestellt, dass mir selber die Griesgrämigkeit und der Missmut gar nicht so sehr inne wohnen, wie ich es mir oft vorkommt. Ich gehöre auch zu den Menschen, die gerne mal an bekannten Gesichtern absichtlich vorbeigehen, weil ich in dem Moment keine Lust habe… Keine Lust auf blöde Fragen und Rechtfertigungen und blöde Themen, die wieder tagelange Grübelattacken mit sich bringen. In Italien hatte ich nichts dergleichen. Die Menschen begegnen einem so offen und freundlich, dass man weder Wahl noch Gründe hat böswillig zu sein. Mir ging es gut da. Und ich hatte keine Lust auf’s Zurückkommen. Jetzt bin ich hier und es ist immerhin weniger schlimm, als ich befürchtet habe. Bisher. Ich freue mich auch Freunde wieder zu treffen und bin gespannt, ob ich ein Stück Herzenswärme mitnehmen und mir behalten kann, sodass ich mich in Zukunft auch freuen kann zufällig Bekannte zu treffen.

Ps Krankheit war anstrengend. Nicht nur, weil ein krankes Kind einfach anstrengend ist (Kümmern + Mitleiden = schwache Nerven), sondern auch, weil P. das erste Mal überhaupt richtig krank war. 40 Grad Fieber. Da springt einem gleich wieder die mütterliche Panik in den Schoß: „OhmeinGottAchduScheißeHimmelherrje, jetzt wollte ich letztens erst diesen 1.-Hilfe-Kurs machen und musste den absagen und jetzt bekommt sie womöglich gleiche einen Fieberkrampf / epileptischen Anfall / Herzstillstand und ich HABE KEINE AHNUNG, WAS ICH MACHEN SOLL!“ In solchen Momenten fühle ich mich wieder so furchtbar provisorisch, (was man sich natürlich versucht nicht anmerken zu lassen). Kennt ihr das?

Dieser Eindruck, dass alle um einen herum ein geheimes Handbuch (des Lebens, der Kindererziehung, der Notsituation, younameit) bei sich im Kopf haben, was dazu führt, dass sie jederzeit wirken, als wäre das eben in der jeweiligen Situation absolut passende und angebrachte Verhalten ihnen angeboren und vollkommen selbstverständlich? Und ergo DU dich (im Vergleich) fühlst, als hättest du ein nicht zu übersehendes „A“ im Nacken tätowiert? Alles schreit: AH! ICH BIN ANFÄNGER (des Lebens, der Kindererziehung, younameit)! Ich habe absolut keinen Plan, was ich hier tue. Aber ich gebe mein bestes.

Scheint in diesen Fällen jedenfalls mehrfach funktioniert zu haben, denn: Kind ist gesund, Auto auch und wir sind zurück und werden diesen unseren ersten Familienurlaub so schnell wohl nicht mehr vergessen. K. meint immer: „Da haben wir wenigstens was zu erzählen.“ ;)

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