Zuhause.

Einer der schönsten Momente am Kinderhaben ist, wenn das Kind nach dem Auswärtsschlafen wieder nach Hause kommt!

Ich denke keinen Moment an nicht vorhandene Zeit für mich, die stressigen Mama-Momente oder meine mittlerweile vermutlich glatt gepressten Backenzahn-Oberflächen. (Ich habe mir scheinbar anscheinend angewöhnt meine Zähne zusammenzubeißen, wenn ich merke, dass P.s Schreien, Rumhampeln beim Wickeln, 1000. Versuch die Schuhe anzuziehen, Essen durch die Küche schmeißen uuuund so weiter mich latent aggressiv machen. Aggressionen, die natürlich nicht ans Kind gehören, die aber nun mal leider da sind. Ich bin sehr gespannt, was mein Zahnarzt dazu sagt. Jedenfalls sind dadurch endlich meine – seit mittlerweile 6 Jahren angekündigten -Weisheitszähne am Herauswachsen.)

Ich freue mich einfach, dass mein Kind da ist. Dass mein Kind sich freut, wenn es mich sieht. Dass es mich mit „Mama“ begrüßt und sich mir in die Arme wirft. Dass wir so ein kleines bezauberndes Etwas in unserem Leben haben. Dass dieser kleine Murkel so unschuldig ist und die ganze Scheiße da draußen Welt noch vor sich hat. Dass mich das kleine Etwas lehrt, den Moment (und nur den) zu schätzen und zu genießen. Dass ich durch sie gelernt habe, dass jeder Tag einzigartig ist.

Ich denke daran, dass sie mich davor bewahrt hat noch jahrelang besinnungslos durch die Welt zu slaufen, mit einem Knick im Kopf und der sinnlosen Suche nach dem großen Ganzen und vor allem dem Sinn dahinter. Dafür bleibt (zum Glück) nicht mehr viel Zeit. Sie ist mein Sinn und bringt mir bei, worum es eigentlich und letztendlich hier in meinem Leben geht. (Siehe dazu auch mein Artikel: „Fressen, Scheißen und Liebe“ bei Urlaub unter Wölfen)

K. denkt nicht mehr daran, dass ihm sein Junggesellendasein vielleicht fehlt. Daran, dass er irgendwie mal anders war. Es ist ihm nicht wichtig, dass er noch dies und jenes tun müsste und ab morgen wieder die ganze Woche schuften gehen muss, um das kleine Etwas und mich zu ernähren. Dass er vielleicht überfordert ist mit seiner Versorgerrolle. Dass er das Verlangen hat noch irgendwas „zu reißen“ in seinem Leben und er nicht weiß, wie er das realisieren soll. Dass auch ihm die Zeit für sich und außerfamiliäre Aktivitäten fehlt.

Er freut sich einfach, dass sein Kind da ist. Er freut sich, dass sein Kind sich freut, wenn es ihn sieht. Dass es ihn mit „Papa“ begrüßt und sich ihm in die Arme wirft. Über ihre kleinen Hände um seinen Hals, ihren kleinen P.o., der gerade noch so in eine seiner Hände passt, über ihre sprießenden Haare und darüber, dass sie für uns so vollkommen ist.

Er denkt daran, dass er die Hoffnung schon aufgegeben hatte. Dass er sich innerlich schon mit dem Gedanken angefreundet hat kinderlos älter zu werden. Dass er vor 2 Jahren nicht damit gerechnet hat, kaum anderthalb Jahre nach dem Kennenlernen seiner viel zu jungen Freundin doch noch Vater zu werden und tatsächlich eine Tochter zu bekommen, die er sich schon lange gewünscht hat. Er stellt sich vor, wie sie sein wird, wenn sie älter wird. Wenn sie beginnt zu laufen, zu sprechen und zu verstehen. Wenn er ihr Gute-Nacht-Geschichten vorliest und sie von ihrem Tag im Kindergarten erzählt.

Wir sind nicht gestresst. Wir fühlen uns wohl, verkatert wie wir sind. Wir hängen zusammen in P.s Zimmer ab und sind genau da, wo wir sein wollen. Zuhause.

SMS-Verkehr

K. fragt mich, nach einem eher unschönen Abend gestern, gerade per SMS: „Alles okay bei euch?“

Meine Antwort würde so aussehen:

„P. hat gerade ein großes GLAS Ananassaft in der Küche verteilt, das Glas ist kaputt und der Ananassaft so ziemlich überall. Während sie einen Tobsuchtsanfall bekommen hat, weil plötzlicher Anfall von „Ich bin völlig übermüdet und will JETZT meine Flasche, Mutter! SO-FORT!!!“, habe ich mir den Kopf an den verdammt niedrigen Dachschrägen, die dir an unserer Wohnung so gut gefallen haben, aufgehauen. Als ich P. die Flasche machen wollte, ist mir das Pulver umgekippt und hat sich mit dem Ananassaft vermengt. Ich habe es dann geschafft sie mit Flasche ins Bett zu legen und wollte noch schnell bevor ich das Chaos in der Küche beseitige, den Luftbefeuchter in meinem Zimmer aufstellen, was deiner Meinung nach gut für die Atemwege sein soll. Das mindestens 3 Kilo schwere Ding ist mir dann (vollständig gefüllt) vom Schrank auf den Kopf geknallt. Davon mal abgesehen, dass P. ihre Flasche zwar gemütlich geleert hat, ihr diese Verschnaufpause aber gereicht zu haben scheint und sie jetzt wieder am Brüllen ist, ist wirklich ALLES bestens.“

(-_-) Noch Fragen?

Zeigt her eure Kindheit!

Ich starte jetzt mal meine erste Mitmach-wie auch immer die verrückten Blogger sowas offiziell nennen-Staffelstab-Aktion:

Zeigt der Welt doch mal eine Seite (oder auch mehrere) aus eurem Kinder-Tagebuch oder Poesiealbum! Falls sowas nicht vorhanden ist, darf es auch gerne eine andere Erinnerung sein!

Warum? Weil ich das schön, nostalgisch, interessant und zum Herbst passend finde.

(Und jaaaa, ihr habt Recht, weil ich noch neu im Bloggerland bin und euch alle kennenlernen will, wozu mich alle anderen erstmal kennen lernen müssen ;) Also immer schön zum Initiator (nämlich mir ;-p) dieser Aktion verlinken!)

Ich geb direkt weiter an FRAU AGI von OUR LITTLE VIB und bedanke mich damit nochmal für den Super-Kommentar gestern :-* Würde mich freuen, wenn du mitmachst!

Ähm, ja. Willkommen in meinem 10-jährigen Hirn.Ich hab so ziemlich jede Woche einen anderen „Boy“ toll gefunden.

Es gibt aber auch jede Menge „Ich bin jetzt mal ne Weile SingEL“-Seiten in diesem Tagebuch… Erwähnte ich, dass ich 10 war?! Nun ja. Da muss man sich schon ab und zu mal von dem harten Beziehungsalltag erholen…

Sehr beachtlich finde ich den letzten Satz auf der linken Seite: „Was ich komisch finde: Geri war die Anführerin der Spice Girls, und ausgerechnet sie geht.“

Das erklärt dann auch einiges. Endlich mal die Gefühle sortiert und übersichtliche Tortendiagramme für alle Kerle gemacht. Hätte man eigentlich später beibehalten sollen.

Freue mich schon auf eure Einträge :)

Streit. Es wird lauter.

Wir sind cholerisch. Wenn wir uns streiten brüllen wir uns nach wenigen Minuten an. Ich weiß das eigentlich vorher. Ich weiß, dass ich das eigentlich nicht will. Wenn es losgeht, versuche ich am Anfang noch halbwegs sachlich zu bleiben.

Er provoziert mich. Ich merke, wie ich wütender werde. Jedes Mal merke ich, wie mir in diesen Momenten seine Art auf den Sack geht. Wir können nicht streiten. Er will Recht haben. Ich will, dass er mal nachgibt. Er diskutiert bis aufs Messer, egal worum es geht und ob er oder ich das Ausgangsproblem haben. Er geht sofort in die Verteidigung. Es ist nicht wichtig, WAS ich anspreche. Sobald es ihn nur minimal kritisiert, ist alles verloren. Er geht sofort in eine Notwehr-Haltung. „Aber ich, aber ich, aber ich“.

Ich dreh noch durch! Mittlerweile passiert das fast täglich. Im Normalfall halten Streitthemen nie lange, es knallt kurz aber heftig. Aber selbst das ändert sich langsam bei mir. Ich merke, wie es mich jedes Mal tiefer trifft. Ich kann damit nicht umgehen. Streits können mal explosiv sein, aber ich ertrage nicht mehr, das jeder Kleinst-Konflikt eskaliert. Mein Kopf denkt mich kaputt. Ich will weg. Will mir das nicht mehr antun. Will nicht immer das Arschloch sein und danach die Wut in mich rein fressen.

Zum Teil sind die Kommunikationsprobleme wohl klischeehaft männlich-weiblicher Art. Ich will reden und klären. Er will… Ja. WAS will er eigentlich? Er will, dass ich aufhöre. Oder besser: Gar nicht erst mit irgendwas anfange. Problem. Es gibt nun mal Auseinandersetzungen. Es funktioniert nicht, dass er immer ablockt.

Es funktioniert auch nicht, dass ich immer weiter bohre, auch wenn ich will, dass er endlich einmal etwas einsieht oder zugibt. Was niemals passiert. Wir sind beide stur, wollen im Recht sein, das letzte Wort haben. Ich kann zumindest DAS so sehen. Wir BEIDE tun das so. Würde ich IHM das sagen, würde er mich auslachen. Er ist in seinen Augen völlig unschuldig. Ich provoziere, ich diskutiere, ich lasse nicht locker, ich fange an zu streiten.

Beispiel: Er sagt er steht am nächsten Morgen auf. Das Kind steht um acht an meinem Bett. Ich habe erst um vier schlafen können. Er beschwert sich, dass er müde sei. Ich will das nicht einsehen. Ich bin auch müde. Ich will auch mal schlafen. ich stehe ständig morgens auf und lasse ihn aus-schla-fen. Und viel wichtiger: ER hat gestern Abend zugestimmt, als ich fragte, ob er den Frühdienst mit P. übernehmen kann. Ich stecke das sehr, sehr, SEHR oft weg, wenn ich (trotz Abmachung) dann doch nicht ausschlafen kann. Das Thema hat letztens bereits einen Knacks bekommen, als er laut behauptete, dass er das Gefühl habe nie wieder ausschlafen zu können. Woraufhin ich anmerkte, dass ich ihn schon recht häufig ausschlafen lasse. Wie auch immer. Auch dieses Thema ist ausgeartet. Kann man nicht verstehen, dass ich mich angegriffen fühle, wenn er meine „Opfer“ („Gut, dann lass ich ihn mal schlafen, obwohl ich selbst…“) überhaupt nicht zur Kenntnis nimmt und viel besser noch: Leugnet? („Wann konnte ICH denn bitte das letzte Mal ausschlafen“ – „LECK MICH!“). Der Morgen endet so, dass er in P.s Zimmer pennt und sie um acht an meinem Bett steht. Ich bin noch nicht mal sauer, werde aber langsam pissig, weil ich dann (selbstverständlich) aufstehe, während er friedlich in P.s Zimmer ratzt. Einige Minuten später sage ich zu ihm, dass es doch nett wäre, wenn er wenigstens mit aufstehen könnte. Die nachfolgende Diskussion endet mit schreienden Eltern, weinendem Kind und Kaffeesatz an der Küchenwand. Ich hänge hier und habe Wut im Bauch. Ich möchte ihn anbrüllen und sagen, dass ER mit der Scheiße angefangen hat. ER hätte aufstehen müssen, weil ER es gestern Abend zugesagt hat. Und ICH hätte schlafen müssen dürfen. Und zwar BIS ich wach werde. VON ALLEINE. Geben und nehmen. So läuft das. In meiner Welt.

Anstattdessen darf ich mir anhören, dass er keine Wahl gehabt hätte, „Nein“ zu sagen und vieles in der Art. Großartig. Meine Lieblings-Nummer. Er antizipiert. Er verwendet immer und immer und immer wieder in Streitsituationen dieses Argument: „Ich hatte ja keine Wahl, denn du hättest etwas dagegen gehabt“. Das kommt, wenn es um Freizeitgestaltung geht, um abends weggehen, seine Meinung sagen oder halt früh aufstehen. Und ES KOTZT MICH AN. Ich werde das Thema an dieser Stelle nicht weiter ausführen, weil es vermutlich dazu führt, dass eine Menge Schimpfwörter in diesem Text auftauchen werden. Ich hasse es.

Es macht mich ohnmächtig. Ich fühle mich ungerecht behandelt, angegriffen, in meiner grundlegenden Persönlichkeit kritisiert. Ich kann das genauso wenig ab, wie er. Wer bin ich denn? Warum macht sein Kopf diese vertrocknete Alte aus mir? Hallo??? Als hätte ICH, gerade I-C-H ein Problem damit, wenn er abends rausgeht. Ich tue das viel häufiger als er. Als hätte ich irgendein Problem damit, wenn er sich abends ein verdammtes Bier vom Späti holt (hat er doch vor einigen Tagen tatsächlich behauptet). Ist das Ding mit der vollkommen überzogenen Rücksichtnahme nicht eigentlich ein Frauen-Ding? Dann brauch ich mich auch nicht über fehlende Leidenschaft wundern. Hätte ich so ein ätzend beschneidendes Bild von ihm in MEINEM Kopf, dann wäre ich auch grundlegend angepisst.

Und dann schreit man. Einer lauter als der andere. Und einer hat das Kind auf dem Arm. Ich find’s zum kotzen, dass wir uns nicht mal dann soweit unter Kontrolle haben. Man sieht es ihr richtig an: Sie weiß überhaupt nicht, was eigentlich los ist. Wenn nur einer schreit, weint sie recht schnell, weil sie vermutlich denkt, dass sie angeschrien wird. Schreien beide, ist sie einfach nur … verstört. Mann! ich will das nicht. Ich will kein Elternpaar sein, dass das Kind traumatisiert, weil man sich ständig anbrüllt wie zwei Bekloppte. Was soll man tun? Keiner von uns hat das scheinbar unter Kontrolle. Oder nur einer im entsprechenden Moment, wodurch der andere wieder so wütend wird, dass er am Ende doch auch ausrastet. „Warum bleibt der jetzt so scheiße ruhig?“

Ja. Man wird Eltern. Aber man bleibt auch Mensch. Was tun mit den eigenen unmöglichen Seiten, wenn sie sich nicht so ohne weiteres verbannen lassen? Aufgeben?

Äs is ä Kreuz.

Hmmm.

Kennt ihr das? Wenn der Kopf so vollgeknallt ist mit Schmonz, dass nur ein „Hmmm“ rauskommt, wenn einer was konkretes wissen will?

Irgendwie bin ich ein bisschen überfordert. Weil wieder am Arbeiten, ein bisschen nur, aber doch zu viel, so zwischen Tür und Angel. Ohne KiTa. Immer nur in den Schlafpausen von P.. Und dann noch beschissen werden von unseriösen Auftraggebern. Versuchen sich nicht zu ärgern. Und man tut es ja trotzdem. Vertane Zeit. Verschwundenes Geld. Und wieder: Ärger.

Irgendwie bin ich ein bisschen sentimental. Das P. ist 1. Sie ist E-I-N-S. Um ihren Geburtstag herum haben wir alle paar Stunden auf die Uhr geschaut und überlegt, was wir ein Jahr zuvor gerade gemacht haben. Wie oft ich schon gestorben bin. Ob das P. schon da war. Was wir gedacht, gefühlt, erwartet haben. Wir haben abends meine Tagebücher rausgekramt und ich habe mich gewundert, dass ich tatsächlich ganz genau den Kreißsaal beschrieben habe. Ich weiß nicht wohin mit dieser Sentimentalität. K. meint, ich soll sie aushalten und genießen. Ich kann das nicht. Ich fühle mich immer wie ein Stein. Wo ist die Zeit hin, frage ich mich und weiß, dass diese Gedanken so mamamäßig klischeehaft sind. Ich weiß noch, wie ich schon am 2. Lebenstag von P. dachte: Ich begreife erst jetzt, was es heißt, dass jeder Tag einzigartig ist und genossen werden will. Manchmal schaffe ich es und manchmal nicht. Und manchmal ärgere ich mich am Ende des Tages, dass ich wieder den halben Tag nur damit beschäftigt war, darauf zu warten, dass P. schläft. Nur um irgendwas sinnloses zu machen. Dabei ist doch irgendwie jeder Moment ein bisschen kostbar.

Irgendwie bin ich ein bisschen herbstig. Der Sommer überfordert mich oft, weil er von mir verlangt ständig rauszugehen. Ja! Luxus-Probleme. Ich habe oft Couch-Potato-Phasen, in denen ich am liebsten den ganzen Tag in der Bude hängen will. Manchmal fühle ich mich draußen nicht wohl, das hat was mit meiner Gesundheit zu tun. Macht mein Kopf nicht mit, mit Kind. Man muss doch raus. Muss doch was sehen, von der Natur. Und überhaupt und sowieso. Abends habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht draußen war. Im Sommer kommt mir der nahende Herbst immer gelegen, weil ich mir einbilde, dass er mich weniger unter Druck setzen wird. Wenn er dann da ist, kotzt er mich an. Er ist grau und maximal fünf Tage bunt. Er macht mir bewusst, dass wieder fast ein Jahr durch ist. Er kündigt den Winter an. Er ist stürmisch und kalt und nass und bäh. Ich gebe zu viel Geld, was ich nicht habe, für „Funktions-Klamotten“ aus, die ich meine zu brauchen.

Irgendwie bin ich ein bisschen frustriert. Die Uni hat wieder angefangen, aber nicht für mich. Ich habe keinen Platz für mein Wunsch-Studium (Soziale Arbeit) bekommen, obwohl die Hochschule bei mir um die Ecke ist und wir einen Platz in der Campus-KiTa sicher gehabt hätten. 3000 Bewerber. 70 Plätze. NC bei 1,4. Und nicht mal mit dem Durchschnitt sind alle Bewerber ins Studium bekommen. Ich kann das Wort „Zufallsgenerator“ nicht mehr hören. Ich habe nur Chancen über den Härtefall-Antrag reinzukommen, aber (Zitat Studienberatung): „Das müssen Sie verstehen, Frau J., wir haben Ihren Antrag anerkannt und sie sind auch auf Platz 7 der Härtefälle. Aber dieses Jahr haben sich eine Blinde und ein Rollstuhlfahrer beworben, die haben natürlich Vorrang. Und das Kind können wir nicht berücksichtigen. Das haben Sie sich ja selbst ausgesucht.“ Ähm. Ja. Ist klar. Muss ich ir-gend-was dazu sagen??? Die Paralympics der Studienbewerber. Mann ey. In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Irgendwie bin ich ein bisschen gekränkt. Die Gründe hier breitzulatschen (breit zu latschen?) ginge mir zu weit, deshalb verweise ich dezent auf folgenden Artikel von Svenja und füge hinzu, dass es bei uns umgekehrt ist.

Irgendwie bin ich ein bisschen dddoingggg. Weil ich eigentlich finde, dass man sich nicht ständig beschweren sollte(, was mich nicht daran hindert es trotzdem ständig zu tun). Weil ich eigentlich weiß, dass man sich prinzipiell glücklich schätzen sollte, hier leben, sich ein Lebensmodell aussuchen und halbwegs frei entscheiden zu können, wer, wie und was mein sein und leben möchte. Weil ich eigentlich denke, dass diese nervtötende prä-post-pubertäre-watweeßickwasfüreine-Phase auch irgendwann mal durch ist und man sich (so etwas ähnliches wie) arrangiert mit sich und der Welt. Weil ich eigentlich so glücklich über mein P. bin, die jeden Tag unglaubliche Fortschritte macht und anfängt mich zu verstehen.

Aber nun ja… Wie sagt man so schön? Irgendwas ist halt immer. Man möge mir den Schmonz aus dem Hirn schmeißen. BITTE!

GEBURTSBERICHT (2)

10:00 kommen die Wehen langsam stärker, sie sind jetzt sehr viel schmerzhafter als Regelschmerzen.

10:30 – Ich habe hunger, kann aber so gar nichts essen.

11:00 sagt uns eine Hebamme, dass wir spazieren gehen sollen. Die wirken so genervt irgendwie. Ich bin ungeduldig.

11:30 kommen die Wehen in 5 Minuten-Abständen. Ich muss anfangen, zu veratmen.

12:30 kommen meine Eltern, um mir beizustehen. (Sie haben übrigens dann die ganze Zeit gewartet. 12 Stunden lang! Danke dafür :-*)

13:00 bin ich mir sehr sicher, dass es jetzt nicht mehr lange dauern kann. Die Wehen werden stark und anstrengend.

14:00 werde ich wieder ans CTG angeschlossen und bekomme wehenfördernde Mittel.

15:00 gehen wir in die Wanne. Die Wehen werden stärker. Aber es ist angenehm. K. ist bei mir, die ganze Zeit.

16:00 fange ich an, laut zu stöhnen-atmen-schreien. Wir sind nach wie vor in der Wanne.

17:00 muss K. mir aller 3 Minuten einen kalten Waschlappen aufs Gesicht legen.

17:30 Höllenqualen! Aber absolute Gewissheit meinerseits, dass es nach der Wanne dann losgehen muss. Mehr Schmerzen gehen nicht, denke ich.

18:00 untersucht mich die Hebamme und sagt: „Ja Frau J., ihr Muttermund ist jetzt 3 cm geöffnet.“

18:03 sterbe ich. Noch 7 cm. Wie soll das gehen?

18:10 noch mehr wehenfördernde Mittel, Muttermundweichmacher und Schmerzmittel.

18:30 Hölle auf dem Krankenhausbett. Ich denke, dass sich so in etwa ein Heroin-Entzug anfühlen muss.

18:40 Kotzen vor Schmerz.

19:00 bin ich nicht mehr aufnahmefähig.

19:05 schwarz vor Augen. Ich will, dass es aufhört. Ich kann nicht mehr.

19:10 untersucht mich die Hebamme  „Gut, der Muttermund ist jetzt 8 cm offen“.

19:20 „Frau J., Wir gehen jetzt in den Kreißsaal!“

19:30 schaffe ich es nicht vom Bett in den Kreißsaal.

19:45 Kreißsaal. Ich zittere.

19:50 verlange ich eine PDA, weil ich sonst ohnmächtig werden würde.

20:00 kommt der Anästhesist und labert mich voll.

20:05 soll ich irgendwas unterschreiben.

20:08 wird an mir rumgefummelt und Zeug auf meinen Rücken geklebt.

20:10 sterbe ich zum 5. Mal. Ich will nicht mehr!!!

20:12 beschwöre ich mein Kind, damit aufzuhören.

20:13 nehme ich das zurück und sage ihr, dass sie weitermachen soll.

20:15 sagt der Anästhesist vergnügt: „Die Betäubung wirkt dann in etwa 20 Minuten“.

20:16 bringe ich den Anästhesisten gedanklich auf sehr qualvolle Weise um.

20:30 wirkt die PDA. Erlösung.

20:40 habe ich endlich eine Pause und kann wieder atmen und sogar ein bisschen reden.

20:50 verspüre ich regelmäßig einen kleinen Druck.

21:30 lässt die Wirkung der PDA wieder nach.

21:40 riecht es noch immer überall nach Curry…

21:50 hört die PDA hört auf zu Wirken und die Wehen werden wieder stärker.

22:00 setzen die PRESSWEHEN ein.

22:10 bitte ich die Hebamme, nicht immer wegzugehen, weil ich dann weiß, dass es noch lange dauern muss.

22:30 soll ich mehrfach die Position ändern.

22:35 – „Frau J., Da muss was ganz großes durch was ganz kleines durch, das dauert nun einmal…“

22:45 kann ich meinen Nachnamen nicht mehr hören „Frau J., Frau J., Frau J.“

22:50 STURMWEHEN

wehen

23:00 sollte ich pinkeln gehen – Trick von der Hebamme, weil ich immer zu sehr auf den Kopf – also auf meinen – gepresst habe und nicht nach unten.

23:05 soll K. mir den kleinen Zeh massieren – das soll irgendwie anregend wirken.

23:06 – „Frau J., ich sehe bereits die Haare ihres Kindes. Sie hat eine Beule auf dem Kopf, das ist aber nichts schlimmes und geht wieder weg“

23:07 – „Frau J., ihr Kind liegt bereits sehr lange im Becken… Sie liegt quer, deshalb dauert das so lange….“

23:08 – „Sie veratmen jetzt noch 3 Wehen und dann holen wir ihr Kind!“

23:10 guckt die Hebamme plötzlich sehr ernst.

23:12 werde ich schnell auf die Kreißsaal-Liege befördert und mir wird erklärt, dass jetzt alles sehr schnell gehen muss, weil P. keine Luft mehr bekommt und die Herztöne gerade schlechter werden.

23:13 kommen eilig zwei weitere Hebammen rein, eine von ihnen stellt sich neben mich, begrüßt mich und wartet kurz…

… auf die nächste Wehe (23:14) und wirft sich dann mit voller Wucht auf meinen Oberkörper, kurz unter meine Rippen und schiebt P. mit der Wehe mit heraus. Es fühlt sich irre an, dieser letzte Moment, indem dein Baby deinen Körper verlässt. So ein „Schwwwuuupp…“ – man merkt das richtig…

23:15 sitzt P. ganz klein und zusammengesunken und grau-lila und verquollen mit einer großen Beule auf dem Kopf bei der Hebamme auf der Hand…

… und gibt kaum einen Laut von sich (23:16)

23:17 sterbe ich ein letztes Mal an diesem Tag, weil ich denke, dass sie es eventuell nicht schafft… Niemand spricht mit mir, die Hebamme starrt mein Baby an. Sie macht natürlich den Apgar-Test, woran ich in dem Moment nicht denke.

23:20 schreit P.! Endlich! „Höö.. Höö… Uäääääh!!!!“

23:21 denke ich: „Es ist vorbei. Ich muss nicht mehr gebären. Keine Wehen mehr. Ich bin nicht mehr schwanger. Es ist vorbei.“

23:22 – „Sie hat keine Augenbrauen. Warum hat sie keine Augenbrauen?“

23:23 – „Ich bin schon überwältigt. Müsste ich jetzt nicht eigentlich heulen?“ – K. schneidet die Nabelschnur durch. Zum ersten Mal bekomme ich P. zu mir. Wow, wie schwer sie sich anfühlt. Etwas so kleines Lebendiges… Ich kann nicht beschreiben, wie sich das anfühlt… Wahnsinn, irre, neu, schön, …

djaljdl

23:25 wiegt und vermisst die Hebamme P., macht ein Foto, Fußabdrücke auf die Karte und säubert sie ein wenig. Dann muss die Nachgeburt noch raus und mein kleiner Scheidenriss wird verarztet.

23:30 bekomme ich mein Baby, in ein gelbes Handtuch gewickelt, auf die Brust gelegt.

Die Hebammen verlassen den Raum. K. sagt: „Ich… muss jetzt mal kurz… raus.“ und meine Eltern kommen in den Kreißsaal. Meine Mama sieht das Bündel in meinem Arm… „Och Gott…“ Kurze Zeit später lege ich P. zum ersten Mal an und wundere mich, wie sehr das ziept. Wir verbringen etwa eine 3/4 Stunde im Kreißsaal, K. kommt nach 15 Minuten zurück. Ich frage ihn, ob er seine Tochter denn nun auch mal auf den Arm nehmen möchte… „Ach… Du machst das doch gerade ganz gut…“ Und dann nimmt er sie doch, sichtlich überwältigt.

Wir fragen nach einem Familienzimmer. Die Hebamme meint, dass leider keins frei ist. Darüber bin ich echt sehr, sehr traurig. Ich will nicht, dass K. geht. Ich bin so stolz auf ihn und so glücklich, dass ich ihn habe. Das hier, das hat uns zusammengeschweißt. Das merke ich schon in diesem Moment. Es gibt niemanden, der mir in diesem Moment mehr bedeutet. Er, ich, wir.

Ich stehe vom Kreißsaalbett auf, sehe mich im Spiegel des Badezimmers an. Meine Güte, sehe ich fertig aus! Ganz rote Augen, weil tausend kleine Adern darin aufgeplatzt sind. Aufgeplatzte Adern auch überall im Gesicht. Der Mund eingerissen und trocken, die Haare strähnig-nass. Ich wasche mir das Gesicht, ziehe mir ein frisches Shirt an, gewinne langsam wieder an Fassung, orientiere mich. Wo ist meine Tasche? K. hat schon alles organisiert. Ich merke, wie fertig ich bin. Ich war noch nie so erschöpft! Aber ich bin ganz ruhig. Und selbstsicher. Zum ersten Mal seit langem habe ich Vertrauen, Vertrauen in mich selbst. Weil ich gerade etwas geschafft habe, was ich nie zu schaffen geglaubt hätte. Ich – mein Körper – kann viel, viel mehr aushalten als ich jemals angenommen hatte. Das macht stark.

Uns wird etwa später gesagt, dass das Familienzimmer doch frei ist und für uns vorbereitet wird. Ich bin so glücklich darüber! K. fährt mich in einem Rollstuhl (und P. im Arm) in unser gemeinsames Zimmer. Ein Doppelbett, eigenes Bad. Mehr Hotel als Krankenhaus. Ich bin glücklich. Eine sehr liebe Hebamme kommt zu uns, zeigt uns, wie wir P. wickeln und anziehen, worauf wir achten sollen, wo Windeln und Sachen sind. Sie bekommt eine weiß-grüne Wickeljacke an und einen gepunkteten Strampler. Wir wickeln sie und legen sie in die Mitte unseres Bettes – sie sieht so winzig darin aus. P. und ich schlafen sofort ein. Wir werden bis morgens um 10 schlafen. Und man lässt uns.

Nachts gegen 05:00 wache ich auf, um aufs Klo zu gehen. Als ich zurückkomme, sehe ich K. und unser Baby dort im Bett liegen. Ich bin überwältigt, bekomme Gänsehaut überall. Draußen wieder Dämmerung. Wow. Wir sind jetzt Eltern…

GEBURTSBERICHT (1)

(Heute vor einem Jahr:)

K. und ich waren nachmittags im Supermarkt einkaufen. Mittwoch, der 06. Oktober 2010, SSW 37+6 etwa 16:00. Gestern Abend ging der Geburtsvorbereitungskurs zu Ende. Heute morgen bekam ich geburtsvorbereitende Akupunktur von meiner Hebamme. Ich warte nur noch. Mein Bauch ist dick, ich watschle rum, bin ziemlich genervt und ich mag eigentlich nicht mehr. Wir haben uns etwas schönes zu Essen gekauft, K. will abends kochen. Auf der Supermarkt-Toilette hatte ich ziemlich starken Ausfluss… Ich wunderte mich, was bis zur Geburt nun noch alles kommen soll. Mein Körper und seine Ausscheidungen nerven mich.

K. hat gekocht. Fisch und Curry. Wir sind gerade mit Essen fertig. Morgen will ich anfangen, Himbeerblättertee zu trinken. Damit der Mumu weich wird oder so… K. geht in sein Zimmer, er muss noch etwas arbeiten. Ich lege mich in meiner Schlafanzughose in mein Zimmer auf unseren „Diwan“ und lese in einer Zeitung. Es ist etwa 23:20. Ich bin ziemlich müde, habe die letzten Tage sehr schlecht bzw. kaum geschlafen und wirr geträumt.

Plötzlich merke ich, dass meine Hose zwischen den Beinen feucht wird. „Maaaaaann ey, werde ich auf die letzten Meter auch noch inkontinent oder was?? Es reicht langsam aber echt…“ Ich humple schnell auf’s Klo. Dasselbe Klo, auf dem ich etwa 30 Wochen zuvor zitternd einen Schwangerschaftstest mit 2 Strichen in der Hand hielt. Nach einigen Minuten fällt mir auf, dass das Tröpfeln irgendwie nicht mehr aufhört und dass es irgendwie auch anders roch. Süßlich nämlich. Ich rufe K., der kurze Zeit später angeschlurft kommt… „Was ist denn? Was machst du?“ Er steht eine Weile so rum… „Pullerst du?“ Ich starre ihn an: „Äh, ich glaube nicht. Ehrlich gesagt… Es läuft einfach. Es hört nicht auf.“ Er wird ziemlich bleich. Ich sage ihm, dass er mir mein Telefon bringen soll und rufe meine Mutter an. Ich schildere ihr die Situation. Sie sagt: „Tja, ich würde dann jetzt schon ins Krankenhaus fahren.“ – Oh Mann!

So gegen 23:30 ist am 06.10.2010 also offensichtlich meine Fruchtblase gerissen.

23:45 machen wir uns auf den Weg ins Krankenhaus. Ich zittere, muss tief ein und aus atmen, bin sehr aufgeregt.

00:00 kommen wir im Krankenhaus an. Wir müssen am Not- bzw. Nachteingang klingeln, ziemlich lange warten und werden dann hereingelassen.

00:15 werden meine Daten aufgenommen. Ich soll mich auf eine Liege legen.

00:30 wird uns mitgeteilt, dass die Fruchtblase tatsächlich gerissen ist und unser Kind in allerspätestens 48 Stunden da sein wird.

01:00 zeigt das CTG offensichtlich leichte Wehen an, von denen ich aber noch nichts gespürt habe („Und sie spüren wirklich nichts, Frau J.?“)

01:02 platzt meine Fruchtblase beim Aufstehen von der Liege dann richtig –> Überschwemmung unter mir.

01:30 wird K. nach Hause geschickt und ich in Zimmer 5. Ich bin traurig. Er soll bei mir bleiben.

01:45 sagt die Hebamme, ich soll jetzt „noch ein bisschen schlafen“ (HAHA!!)

02:30 denke, denke, denke ich… an so ziemlich alles (dramatisch gesagt: Mein ganzes LEBEN zog an mir vorbei)… außer an die Geburt.

03:00 telefoniere ich mit meiner besten Freundin telefoniert, die in einer Bar hängt und einen Schnaps auf mich trinkt.

03:30 stelle ich fest, dass sich Wehen offensichtlich so anfühlen wie sehr starke Regelschmerzen.

03:45 simse ich mit K., der auch nicht schlafen kann…

04:00 kann nicht schlafen   – genau wie die 3 Tage vorher -, will nicht warten, die Wehen werden stärker.

05:00 bekomme ich ein ziemlich gutes Schlafmittel und bin high („Ich werde ALLES schaffen, ich bin Suuuupermaaaann! Yeeeah-Wuhuuu!!!)

06:00 kann ich trotzdem nicht schlafen. Fühle mich verkatert.

06:15 hätte ich sehr gerne eine Zigarette geraucht. Ich stehe auf dem Balkon meines Zimmers.

06:30 Es dämmert. Fühle mich immernoch wie nach einer durchzechten Nacht. Das Krankenhaus erwacht.

06:45 rufe ich K. an. Er soll bei mir sein. Antwort: „Ich komme gleich!“

07:00 Untersuchung – Muttermund noch nicht geöffnet, CTG normal.

08:00 K. ist noch immer nicht da.

08:30 immernoch nicht.

08:50 ziehen sich die Minuten wie Kaugummi. Wo ist K.???

09:00 bin ich so langsam echt ziemlich sauer. Schreibe wütende Nachrichten.

09:30 kommt er. ENDLICH („Sorry, ich bin doch noch mal eingeschlafen“)

—- Fortsetzung hier

Edit
Übrigens: Alle die via Google wegen dem „Geburtsticker“ bzw. „Schwangerschaftsticker“ kommen… Die gibt es zum Beispiel hier und hier ;)

Im Zweifel für den Zweifel…

Die Tage sind zu kurz und die Gedanken irgendwie zu schwergängig, deshalb ist es hier relativ still geworden, obwohl ich gerade erst angefangen habe. Ich habe zur Zeit wieder den ein oder anderen Texterjob angenommen zur Aufbesserung der verdammt beschissenen (drei Ausrufezeichen ! ! !) finanziellen Situation in der wir gerade stecken. Ich hoffe nach wie vor, dass wir nur darin STECKEN und nicht darin versinken werden. Bin aber irgendwie zwischendrin auch guter Dinge und versuche das alte Punkrock-Herz rauszuschälen und „it’s just material, baby!“ wirklich zu denken. Tu ich aber nicht. Es ist scheiße, wenn das Geld knapp ist. Es ist scheiße, scheiße, scheiße. Und es führt zu Problemen zwischen K. und mir. Und eigentlich gibt es darüber nicht viele Worte zu verlieren, aber im Kopf ist es trotzdem.

Wir haben es irgendwie nicht geschafft den Urlaub mit in den Alltag zu nehmen. Und das nervt mich. In Italien hat’s wieder gekribbelt zusammenzusein und es hat gefetzt, dass genau wir genau da waren. Das war verliebt. Vorher war die Grundstimmung bei uns schon eher mies und sobald das Kind im Bett lag, wollte jeder seinen kram erledigen, der andere war irgendwie sowas wie störend und die eigenen Gedanken immer latent in Richtung „Lass mich, nerv nicht, frag nicht.“. Und auch nichts los im Bett, was die Gesamtsituation nicht unbedingt verbessert hat.

Urlaub dann. Trotz Stress und einem Rieskrach war alles schönstens. Und die Entscheidung für ein zweites Kind ist gefallen. Mich hat das glücklich gemacht. Wahrscheinlich, weil ich mir dachte, dass da viel zwischen uns ist und viel davon groß, wenn er sich für eine Nummer 2 entscheidet. Ich war so voller Vorfreude und wollte das der ganzen Welt mitteilen. Das hab ich ärgerlicherweise auch getan. Hier im Leben, im Netz, im Herz. Alles war auf „Wir machen noch ein Baby“ gepeilt.

Tja. Ja. Nein. Vielleicht.

Das Gefühl ist relativ schnell verschwunden. Direkt an den Urlaub folgte eine K.-MegahypersupervielArbeit-Woche. Und der Trott kam zurück. Ich hatte zum Glück im Urlaub recht viel verstanden, was mein unser Kind angeht. Dass SIE das ist, was ich gerade tue. Dass das eine ehrenvolle  und gute Beschäftigung ist und dass ich wahrscheinlich nie wieder in meinem Leben in eine Situation kommen werde, in der ich mich ohne weitere Nebenverpflichtungen (m)einem Kind widmen kann. Seitdem geht es mir besser und ich spüre nicht mehr solche Zwänge, den Kopf zu füttern und die Tage vollzuknallen. Ich versuche unsere gemeinsame Zeit zu genießen und das klappt auch ganz gut. Obwohl K. in der Woche nach dem Urlaub de facto nicht Zuhause war, fühlte ich mich nicht überfordert mit P. und ich habe K. auch nicht verdammt, weil er mich mit dem Kind alleine lässt, (ich kann nicht bestreiten, dass ich vorher mal ab und zu Gedanken der Art hatte, wenn ich einfach ein liebes, im Idealfall schlafendes Kind wollte, um meinen Kram machen zu können. Und sei es nur mal in Ruhe zu denken und zu sich zu kommen).

(Okay, ich verstricke mich gerade)

Worauf ich hinaus will: Wir haben uns letzte Nacht richtig, richtig, RICHTIG gestritten. Wegen einer bescheuerten Aussage von K., die er seiner Meinung nach aber im Halb-Glimmer von sich gegeben hat. Es ging um unsere Nr. 2. Der Tag gestern war sehr, sehr schön, das kleine P. war Zucker, wir sentimental, weil der 1. Geburtstag ansteht. Wir haben einfach Zuhause rumgegammelt, wir drei. Und wir waren wirklich so sehr wir drei. Das hat mich dazu veranlasst „nachts“ (gegen 22 Uhr) zu bemerken, wie schwer es mir fällt, mir an solchen Tagen vorzustellen, dass da noch mal so viel Gefühl für ein 2. Kind sein kann und (davon abgesehen) dass ich mich frage, ob wir das wirklich schaffen werden mit einer kleinen P., die kaum 2 Jahre alt ist und einem Neugeborenen. Er war wohl schläfrig und antwortete für mich nicht nachvollziehbares auf die Frage, ob er die Nummer 2 auch wirklich will… Wie auch immer, alles ist ausgeartet und am Ende habe ich geheult und er gebrüllt und alles war kacke.

Und heute? Heute zweifle ich. Und ich weiß nicht, wie viel das mit den blöden Antworten seinerseits zu tun hat, die er ja nicht so gemeint haben will. In seinen Antworten war kein „wir“ und das hat mich verletzt. Es klang, als hätte er damit nichts zu tun. Vermutlich war ich auch mal wieder in meiner Kitsch-Stimmung und wollte ein bisschen romantisch rumsülzen, möglichst inhaltsfrei („Ja Schatz, natürlich will ich ein 2. Kind mit der tollsten Frau der Welt“ zum Beispiel) und kein „Musst du ja wissen und jetzt lass mich schlafen“ (Ja! Ich übertreibe!).

Ich hab mir heute versucht uns vorzustellen, uns 4. Und ich habe uns überfordert gesehen. Ich bilde mir ein, mich ertappt zu haben. Ich möchte auf jeden Fall ein 2. Kind. Aber vielleicht möchte ich es nicht jetzt. Ich glaube, der Gedanke das mehr oder weniger unfreiwillige zweite Jahr Elternzeit mit einer Schwangerschaft und einem weiteren persönlichen „Großereignis“ am Ende (klingt das jetzt sehr furchtbar?) wortwörtlich zu „füllen“, hat mir gefallen und den Wunsch verstärkt… Andererseits denke ich immer noch, dass es auf lange Sicht gesehen eine gute Entscheidung wäre. Die positiven Dinge daran, dass ich schon früh meine beiden Kinder bekommen habe und diese einen kurzen Abstand zueinander haben, würden wir aber erst nach vermutlich recht anstrengenden Anfangsjahren (mit zwei sehr kleinen Kindern) haben… Ich weiß es nicht. Ich will einerseits und finde unsere Gedanken und Argumente überzeugend, andererseits habe ich Angst und bin mir nicht sicher, ob es nicht „zu viel des Guten“ wäre. Wir würden es schaffen, wenn es passieren würde. Aber sollten wir es wirklich darauf anlegen?

Ich bin verwirrt.