GEBURTSBERICHT (1)

(Heute vor einem Jahr:)

K. und ich waren nachmittags im Supermarkt einkaufen. Mittwoch, der 06. Oktober 2010, SSW 37+6 etwa 16:00. Gestern Abend ging der Geburtsvorbereitungskurs zu Ende. Heute morgen bekam ich geburtsvorbereitende Akupunktur von meiner Hebamme. Ich warte nur noch. Mein Bauch ist dick, ich watschle rum, bin ziemlich genervt und ich mag eigentlich nicht mehr. Wir haben uns etwas schönes zu Essen gekauft, K. will abends kochen. Auf der Supermarkt-Toilette hatte ich ziemlich starken Ausfluss… Ich wunderte mich, was bis zur Geburt nun noch alles kommen soll. Mein Körper und seine Ausscheidungen nerven mich.

K. hat gekocht. Fisch und Curry. Wir sind gerade mit Essen fertig. Morgen will ich anfangen, Himbeerblättertee zu trinken. Damit der Mumu weich wird oder so… K. geht in sein Zimmer, er muss noch etwas arbeiten. Ich lege mich in meiner Schlafanzughose in mein Zimmer auf unseren „Diwan“ und lese in einer Zeitung. Es ist etwa 23:20. Ich bin ziemlich müde, habe die letzten Tage sehr schlecht bzw. kaum geschlafen und wirr geträumt.

Plötzlich merke ich, dass meine Hose zwischen den Beinen feucht wird. „Maaaaaann ey, werde ich auf die letzten Meter auch noch inkontinent oder was?? Es reicht langsam aber echt…“ Ich humple schnell auf’s Klo. Dasselbe Klo, auf dem ich etwa 30 Wochen zuvor zitternd einen Schwangerschaftstest mit 2 Strichen in der Hand hielt. Nach einigen Minuten fällt mir auf, dass das Tröpfeln irgendwie nicht mehr aufhört und dass es irgendwie auch anders roch. Süßlich nämlich. Ich rufe K., der kurze Zeit später angeschlurft kommt… „Was ist denn? Was machst du?“ Er steht eine Weile so rum… „Pullerst du?“ Ich starre ihn an: „Äh, ich glaube nicht. Ehrlich gesagt… Es läuft einfach. Es hört nicht auf.“ Er wird ziemlich bleich. Ich sage ihm, dass er mir mein Telefon bringen soll und rufe meine Mutter an. Ich schildere ihr die Situation. Sie sagt: „Tja, ich würde dann jetzt schon ins Krankenhaus fahren.“ – Oh Mann!

So gegen 23:30 ist am 06.10.2010 also offensichtlich meine Fruchtblase gerissen.

23:45 machen wir uns auf den Weg ins Krankenhaus. Ich zittere, muss tief ein und aus atmen, bin sehr aufgeregt.

00:00 kommen wir im Krankenhaus an. Wir müssen am Not- bzw. Nachteingang klingeln, ziemlich lange warten und werden dann hereingelassen.

00:15 werden meine Daten aufgenommen. Ich soll mich auf eine Liege legen.

00:30 wird uns mitgeteilt, dass die Fruchtblase tatsächlich gerissen ist und unser Kind in allerspätestens 48 Stunden da sein wird.

01:00 zeigt das CTG offensichtlich leichte Wehen an, von denen ich aber noch nichts gespürt habe („Und sie spüren wirklich nichts, Frau J.?“)

01:02 platzt meine Fruchtblase beim Aufstehen von der Liege dann richtig –> Überschwemmung unter mir.

01:30 wird K. nach Hause geschickt und ich in Zimmer 5. Ich bin traurig. Er soll bei mir bleiben.

01:45 sagt die Hebamme, ich soll jetzt „noch ein bisschen schlafen“ (HAHA!!)

02:30 denke, denke, denke ich… an so ziemlich alles (dramatisch gesagt: Mein ganzes LEBEN zog an mir vorbei)… außer an die Geburt.

03:00 telefoniere ich mit meiner besten Freundin telefoniert, die in einer Bar hängt und einen Schnaps auf mich trinkt.

03:30 stelle ich fest, dass sich Wehen offensichtlich so anfühlen wie sehr starke Regelschmerzen.

03:45 simse ich mit K., der auch nicht schlafen kann…

04:00 kann nicht schlafen   – genau wie die 3 Tage vorher -, will nicht warten, die Wehen werden stärker.

05:00 bekomme ich ein ziemlich gutes Schlafmittel und bin high („Ich werde ALLES schaffen, ich bin Suuuupermaaaann! Yeeeah-Wuhuuu!!!)

06:00 kann ich trotzdem nicht schlafen. Fühle mich verkatert.

06:15 hätte ich sehr gerne eine Zigarette geraucht. Ich stehe auf dem Balkon meines Zimmers.

06:30 Es dämmert. Fühle mich immernoch wie nach einer durchzechten Nacht. Das Krankenhaus erwacht.

06:45 rufe ich K. an. Er soll bei mir sein. Antwort: „Ich komme gleich!“

07:00 Untersuchung – Muttermund noch nicht geöffnet, CTG normal.

08:00 K. ist noch immer nicht da.

08:30 immernoch nicht.

08:50 ziehen sich die Minuten wie Kaugummi. Wo ist K.???

09:00 bin ich so langsam echt ziemlich sauer. Schreibe wütende Nachrichten.

09:30 kommt er. ENDLICH („Sorry, ich bin doch noch mal eingeschlafen“)

—- Fortsetzung hier

Edit
Übrigens: Alle die via Google wegen dem „Geburtsticker“ bzw. „Schwangerschaftsticker“ kommen… Die gibt es zum Beispiel hier und hier ;)

3 Kommentare zu “GEBURTSBERICHT (1)

  1. Pingback: Schwanger sein: So war die 29. Woche | BABYKRAM & KINDERKACKE

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