Zuhause.

Einer der schönsten Momente am Kinderhaben ist, wenn das Kind nach dem Auswärtsschlafen wieder nach Hause kommt!

Ich denke keinen Moment an nicht vorhandene Zeit für mich, die stressigen Mama-Momente oder meine mittlerweile vermutlich glatt gepressten Backenzahn-Oberflächen. (Ich habe mir scheinbar anscheinend angewöhnt meine Zähne zusammenzubeißen, wenn ich merke, dass P.s Schreien, Rumhampeln beim Wickeln, 1000. Versuch die Schuhe anzuziehen, Essen durch die Küche schmeißen uuuund so weiter mich latent aggressiv machen. Aggressionen, die natürlich nicht ans Kind gehören, die aber nun mal leider da sind. Ich bin sehr gespannt, was mein Zahnarzt dazu sagt. Jedenfalls sind dadurch endlich meine – seit mittlerweile 6 Jahren angekündigten -Weisheitszähne am Herauswachsen.)

Ich freue mich einfach, dass mein Kind da ist. Dass mein Kind sich freut, wenn es mich sieht. Dass es mich mit „Mama“ begrüßt und sich mir in die Arme wirft. Dass wir so ein kleines bezauberndes Etwas in unserem Leben haben. Dass dieser kleine Murkel so unschuldig ist und die ganze Scheiße da draußen Welt noch vor sich hat. Dass mich das kleine Etwas lehrt, den Moment (und nur den) zu schätzen und zu genießen. Dass ich durch sie gelernt habe, dass jeder Tag einzigartig ist.

Ich denke daran, dass sie mich davor bewahrt hat noch jahrelang besinnungslos durch die Welt zu slaufen, mit einem Knick im Kopf und der sinnlosen Suche nach dem großen Ganzen und vor allem dem Sinn dahinter. Dafür bleibt (zum Glück) nicht mehr viel Zeit. Sie ist mein Sinn und bringt mir bei, worum es eigentlich und letztendlich hier in meinem Leben geht. (Siehe dazu auch mein Artikel: „Fressen, Scheißen und Liebe“ bei Urlaub unter Wölfen)

K. denkt nicht mehr daran, dass ihm sein Junggesellendasein vielleicht fehlt. Daran, dass er irgendwie mal anders war. Es ist ihm nicht wichtig, dass er noch dies und jenes tun müsste und ab morgen wieder die ganze Woche schuften gehen muss, um das kleine Etwas und mich zu ernähren. Dass er vielleicht überfordert ist mit seiner Versorgerrolle. Dass er das Verlangen hat noch irgendwas „zu reißen“ in seinem Leben und er nicht weiß, wie er das realisieren soll. Dass auch ihm die Zeit für sich und außerfamiliäre Aktivitäten fehlt.

Er freut sich einfach, dass sein Kind da ist. Er freut sich, dass sein Kind sich freut, wenn es ihn sieht. Dass es ihn mit „Papa“ begrüßt und sich ihm in die Arme wirft. Über ihre kleinen Hände um seinen Hals, ihren kleinen P.o., der gerade noch so in eine seiner Hände passt, über ihre sprießenden Haare und darüber, dass sie für uns so vollkommen ist.

Er denkt daran, dass er die Hoffnung schon aufgegeben hatte. Dass er sich innerlich schon mit dem Gedanken angefreundet hat kinderlos älter zu werden. Dass er vor 2 Jahren nicht damit gerechnet hat, kaum anderthalb Jahre nach dem Kennenlernen seiner viel zu jungen Freundin doch noch Vater zu werden und tatsächlich eine Tochter zu bekommen, die er sich schon lange gewünscht hat. Er stellt sich vor, wie sie sein wird, wenn sie älter wird. Wenn sie beginnt zu laufen, zu sprechen und zu verstehen. Wenn er ihr Gute-Nacht-Geschichten vorliest und sie von ihrem Tag im Kindergarten erzählt.

Wir sind nicht gestresst. Wir fühlen uns wohl, verkatert wie wir sind. Wir hängen zusammen in P.s Zimmer ab und sind genau da, wo wir sein wollen. Zuhause.

2 Kommentare zu “Zuhause.

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