Husten beim Kind – Was tun?

Kinder sind ja prinzipiell permanent krank. Mein Kind geht in etwa zwei Wochen in die Kinderkrippe und alle Welt warnt: Mach dich auf etwas gefasst, es kann nur schlimmer werden! Mindestens das erste halbe Jahr in der KiTa sollen Kleinkinder quasi dauerkrank sein. Da kommt Freude auf! Passend dazu und weil mein P. gerade im Hotelschlafzimmer neben mir in seinen Mittagsschlaf verhustet, gibt es eine neue Blogkategorie: Kinderkrankheiten. So wie es aussieht, werde ich in nächster Zeit ja eine Menge darüber berichten (müssen). Heute also: Was tun gegen Husten bei Kindern. 

Woher kommt der ständige Husten beim Kind?

Husten beim Kind

Husten ist eigentlich eine sinnvolle Reaktion des Körpers, um die Atemwege von störenden Partikel und/oder Substanzen wie Schleim zu befreien. Meistens tritt der Husten als Symptom einer Erkrankung auf, wobei die Erkältung der häufigste Grund für Husten ist, bei Erwachsenen und Kindern gleichermaßen. Interessante Nebeninformation: Der Begriff „Erkältung“ ist so eigentlich gar nicht korrekt bzw. in die Irre führend. Erkältungen sind tatsächlich fast immer Infektionen durch Bakterien oder Viren (häufigste Auslöser: Rhinoviren) mit den Symptomen Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen. Trotz jahrelanger Forschung auf dem Gebiet konnte ein Zusammenhang zwischen Verkühlung und Erkältung noch nicht eindeutig bewiesen werden (Stand 12/2011). Der Grund für die Dauerkrankheit: Das Immunsystem des Kindes kennt die meisten der Erreger noch nicht. Kinder verteilen Speichel und Rotz überall, tauschen ihr Spielzeug untereinander und sammeln so jede Menge unterschiedlicher Viren ein. Erkältungsviren schleppen Kinder oft bis zu drei Wochen mit sich herum. Kaum ist eine Infektion fast überstanden, bahnt sich schon die nächste an. Kleiner Trost: Die „Volksweisheit“, dass jede Krankheit das Immunsystem „schult“ und das Kind ein wenig abhärtet, ist wahr.

Husten bei Kleinkindern: Was tun?

Bei Husten mit dem Kind an die frische LuftBei Husten sollten Kinder zunächst viel trinken, um die Atemwege feucht zu halten. Außerdem: Für feuchte Luft im Zimmer sorgen. Mann kann die Luftfeuchtigkeit mit ganz einfach kleinen Messgeräten („Hygrometer“) messen, wir haben so eins mit Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsanzeige in Ps Zimmer seit der Geburt stehen. Mit Hilfe eines Ultraschall-Luftbefeuchters (die müssen gar nicht teuer sein), kann man die Luftfeuchtigkeit im Zimmer deutlich erhöhen. Oder klassisch: Feuchte Tücher im Kinderzimmer aufhängen und Wasserschüsseln auf die Heizung stellen. Auch gut: Das Kind warm einpacken und nach draußen an die frische Luft gehen, auch wenn es kalt ist. Das fällt mir selbst auch immer schwer, aber ich stelle jedes Mal fest, dass es P. danach deutlich besser geht und sie nicht mehr ganz so viel hustet. Zwiebelsaft habe ich schon mehrfach probiert, ich persönlich war davon wenig begeistert. Hier gilt aber: Versuch macht klug, insofern: Ruhig ausprobieren (Schnelles Rezept für Zwiebelsaft: Zwiebel schneiden, in ein Glas geben, mit Zucker bestreuen, über Nacht (oder wenigstens mehrere Stunden) ziehen lassen, abgießen. Eventuell noch Honig dazu und verabreichen. Erst für Kinder ab 1 Jahr geeignet). Ich schwöre noch auf den Thymian Myrte Balsam für Kinder und Säuglinge von der Bahnhof-Apotheke. Den kann man einfach abends nach dem Baden (ich rate übrigens von irgendwelchem Kräuter-Balsam-Badezeugs ab. Vor allem, weil P.s Haut ziemlich empfindlich ist und ich mal irgendwo gelesen habe, dass da für Kinder ungute Sachen drin sein sollen) auf Brust und Rücken des Kindes einreiben. Ich bilde mir ein, dass P. dadurch tatsächlich etwas ruhiger schläft und besser atmen kann. (Bei Schnupfen kann ich übrigens den Engelwurzbalsam von der Banhof-Apotheke nur wärmstens empfehlen! Hilft besser als Nasenspray oder -tropfen!). Hustentees wie Thymiantee sind wahrscheinlich eine tolle Sache, allerdings finde ich das bei Kleinkindern eher schwer umzusetzen – P. verweigert jedenfalls bisher sämtliche warme Teegetränke.

Was kann ich meinem Kind bei Husten für Medizin geben?

Husten beim Kind

Wenn’s nicht besser wird, kann (und sollte) man vielleicht einen Schritt weiter oder zum Arzt gehen. Ich persönlich möchte es immer erstmal mit sanften Methoden probieren und steigere dann Schritt für Schritt, wenn keine Besserung eintritt. Meine „Lieblingsmedizin“ gegen Husten beim Kleinkind ist Hustensaft, der für Kinder geeignet ist. Wir haben recht gute Erfahrungen mit dem Hedelix Hustensaft (Krewel Meuselbach GmbH) gemacht. Der Wirkstoff sind Efeublätter, man bekommt eine Pipette dazu, an der P. gerne rumschlabbert – tatsächlich auch ein wichtiges Kriterium bei Medizin: Man muss die ja auch irgendwie ins Kind bekommen. Es gibt da natürlich auch noch andere Hustensäfte für Kinder (z.B.: Mucosolvan). Die sollte man aber erst nach Absprache mit dem Arzt geben, weil es erhebliche Unterschiede zwischen Hustenstiller und Hustenlöser gibt und der Husten ja eigentlich einen Sinn hat, wie wir jetzt wissen.

Gibt es gegen Husten nicht auch etwas homöopathisches?

Homöopathische Mittel gegen Husten sind beliebtNatürlich gibt es das. Bei Homöopathie bin ich mir zwar selbst nach wie vor mehr als unsicher, wie und ob das wirklich wirkt (interessanter Beitrag dazu hier). Aber wenn die Symptome nur leicht sind, dann versuche ich es schon oft zuerst mit homöopatischen Mitteln. Erst gestern haben wir in der Apotheke das Weleda Hustenelixier gegen Ps Husten bekommen. Zur Wirkung kann ich kaum 12 Stunden später nicht allzu viel sagen, aber es schmeckt okay und P. lässt es sich auch problemlos verabreichen. Welche Globuli passen hängt (wie immer bei Homöopathie) sehr von den spezifischen Symptomen ab, also ob der Husten eher trocken oder schleimig ist, welche Konsistenz der Schleim hat usw. Da am besten in einer Fachapotheke beraten lassen (zum Beispiel in der Central-Apotheke Leipzig).

Ab wann muss ich bei Husten mit meinem Kind zum Arzt?

Wenn der Husten mehrere Tage anhält oder gar mit blutigem Auswurf oder Atemnot einher geht, dann sollte man mit dem Kind zum Arzt gehen. Es muss dann dringend abgeklärt werden, ob es sich um ernsthafte Erkrankungen wie Pseudo-Krupp (siehe unten), Bronchitis oder eine Lungenentzündung handelt. Ich verlasse mich diesbezüglich oft auch auf mein Gefühl. Wenn ich mir selbst nicht mehr sicher bin, lasse ich P. lieber einmal mehr beim Kinderarzt durchchecken, als dann (mal wieder) mit ihr im Krankenhaus zu landen.

Angst vor Pseudo-Krupp 

Kinderarzt Husten Kleinkind

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich neige ja durchaus zur leichten Panik, wenn es um mein krankes Kind geht. Weil: Man weiiiiiß es ja nicht genau. Hat mein P. also ein Zipperlein, wird natürlich zeitweilen das schlimmste vermutet oder wenigstens damit gerechnet. Momentan frage ich mich zum Beispiel ob des Hustens meiner Tochter, bis zu welchem Grad die Hustenfälle noch „normal“ sind und woran ich im Falle des Falles einen Pseudo-Krupp-Anfall erkennen soll. Gefunden habe ich folgendes: Pseudo-Kruppo ist quasi eine Kehlkopfentzündung. Durch die Entzündung können die Atemwege so weit verengt werden, dass es (oftmals nachts) zu Atemnot kommen kann. Das Kind hustet trocken und bellend, ist heiser und man hört beim Atmen ein pfeifend-rasselndes Geräusch. Was tun bei einem Pseudo-Krupp-Anfall? Selbst Ruhe bewahren, das Kind beruhigen und (wenn möglich) ablenken, an die kühle und feuchte Luft gehen, Wasser zu trinken geben (in kleinen Schlucken), NICHT RAUCHEN und einen Arzt rufen – spätestens dann, wenn sie die Finger des Kindes bläulich verfärben (Erstickungsgefahr ist das eigentliche Risiko bei einem Pseudo-Krupp-Anfall). Das wichtigste ist tatsächlich: Ruhig bleiben, um das Kind keinem zusätzlichen Stress auszusetzen. So stehen die Chancen gut, dass das Kind sich mit beruhigt und der Anfall ohne weitere Folgen vorübergeht. Auch wenn weiter nichts Schlimmes passiert ist, sollte man das Kind am nächsten Tag auf jeden Fall beim Kinderarzt vorstellen.

Oft klingt Husten schnell wieder ab

Die gute Nachricht ist: Oft klingt der Husten nach wenigen Tagen von selbst wieder ab, im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung wie Grippe nach etwa einer Woche. Wenn eure größeren Kinder euch übrigens mal die typische „Warum ist das so?“-Frage im Bezug auf den Husten stellen sollten, dann kann ich diesen Link der Kinder-Uni wärmstens empfehlen: Wenn der Legostein der Luft im Wege ist.

Wenn ihr etwas über eine bestimmte (Kinder)Krankheit wissen möchtet, schreibt das gerne in die Kommentar oder per E-Mail, dann gehe ich gerne bei meiner nächsten Auswahl auf eure Wünsche ein ;) Eure Tipps gegen Husten lese ich natürlich auch gerne in den Kommentaren.

Quellen:
http://www.netdoktor.de/Gesund-Leben/Baby+Kind/Ratgeber/Husten-bei-Kindern-1135.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Husten

Nido 12/2011
http://www.pseudo-krupp-und-asthma.de/Pseudo-Krupp_erkennen_64.html 

8 Kommentare zu “Husten beim Kind – Was tun?

  1. Die neue Rubrik find ich ja gut, bei solchen Themen kann man ja nicht genug wissen, zumal ich mich auf ärztliche Urteile nicht gern verlasse.
    Wobei wir da zum Glück noch nicht viel Erfahrung haben, mein Sohn ist immer der Einzige der die Stellung hält, während alle Tageskinder krank zu Hause sind. Aber etwas Husten hatte er schon ab und an mal. Ich nehm da gern den homöopathischen Hustensaft Monopax. Er findet den lecker und ich finde er hilft, nehm den selber auch. Den gibts auf alle Fälle in der Rosenapotheke auf der Kö in Leipzig-Schleußig, ist aber sicher überall bestellbar.

    LG Shiva

    • Hey Shiva :) Schön dich (mal wieder?) bei mir zu lesen :) Ja, ich dachte mir das auch (nie genug wissen). Vor allem aber fand und finde ich diese ganzen Info-Seiten, die man im Netz findet unübersichtlich und unkonkret. Ich dachte, dass es mir was bringen würde sowas eher als „Erfahrungsbericht“ zu lesen – dem würde ich irgendwie mehr Vetrauen schenken.

  2. Sehr schön zusammengefasst, Danke! Ich kann ergänzen aus persönlicher Erfahrung: eine aufgeschnittene Zwiebel am Bettrand stinkt, aber hilft bei hartnäckigem Reizhusten super. Kopfteil des Bettes erhöhen (Bücher unter die Bettbeine oder so), dann ist der Husten auch nicht so schlimm. Und statt Zwiebelsaft hilft bei uns prima schwarzer Rettich-Saft (einen Deckel abschneiden, aushöhlen und mit braunem Kandis füllen, unten ein Loch zum Abfließen reinpieken und über ein Glas stellen, dann läuft der Saft unten raus), stinkt auch, aber die Kinder lieben es. Der Kinderdoc.wordpress.com sagt übrigens, pflanzliche Hustensäfte aus der Apotheke helfen null…

  3. Wirklich sehr gute Zusammenfassung von allen Tipps, die man schon einmal gewusst hat, aber dann wieder vergisst..

    Bienenwachswickel darf nachtürlich auch nicht fehlen, oder sogar die Zwiebel auf die Brust reiben oder klein gehackt als Wickel drauf mit etwas Lavendelöl (1 Tropfen).

    Mögen alle Husten gut und rasch heilen! :-)

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