KiTa-Eingewöhnung: Tag 2 + 3

Es läuft gut :)

Kita Eingewöhnung Berliner ModellTag 2:

Das P. war schon sehr viel interessierter als beim ersten kurzen Besuch. Die Erzieherinnen waren jetzt auch „richtig“ für uns da. Gut: Die beiden Krippentanten sind sehr lieb, nehmen die Kinder hoch, wenn sie weinen und sprechen viel mit ihnen. Ich hätte mir gewünscht, dass vielleicht eine etwas quirligere junge Erzieherin dabei ist (die FSJlerin ist leider etwas anstrengend – Sie hat so dieses „rund um die Uhr-Ermahnen“ drauf: „Niklas, nicht da runter springen, Lukas zieh die Schuhe an, Laura iss den Apfel auf…“ und dazu noch eine recht anstrengende Stimme… Hm, nun ja. Sie will ja Frühpädagogik studieren und wird da hoffentlich dazu lernen ;) ). In der Übergangsgruppe (2,5 bis 3 Jahre), die heute kurz im Krippenbereich zu Besuch war, arbeitet ein sehr junger Mann als Erzieher – der ist mir sehr sympathisch. By the way: Unglaublich, was 25 Kleinkinder auf einem Haufen für einen unfassbaren Lärm veranstalten können!!! Das P. hat verständlicherweise noch sehr an mir geklebt, sich aber alles ganz genau angeguckt und auch am „Obstfrühstück“ mehr oder weniger aktiv teilgenommen. Wir waren für eine Stunde da und am Ende hat P. den anderen Kindern energisch zugewunken.

eingewöhnung krippeTag 3:

Heute also noch einmal für eine Stunde gemeinsam gucken. P. schien zu wissen, wo wir sind (oder jedenfalls: Dass wir irgendwo sind, wo wir schon einmal waren). Geklammert hat sie schon deutlich weniger und auch kleine Streifzüge durch den Krippenraum gestartet. Dazwischen kam sie zwar regelmäßig zum „abklatschen“ bei mir vorbei, war aber schon weniger ängstlich. Die Erzieherinnen versuchen aktiv Kontakt aufzunehmen, testen immer mal kleine Berührungen usw. – finde ich gut, diese softe Methode der Eingewöhnung in die KiTa. Man merkt, dass alle sehr darauf bedacht sind, das Kind nicht zu überfordern. Am Ende hat sich das P. auch kurz hochnehmen lassen und wehrt sich auch nicht mehr, wenn eine der Erzieherinnen ihre Hand nimmt.

Es ist total interessant (und zuweilen auch schwierig) als „objektiver“ Beobachter in den Krippen-Alltag reinzuschnuppern. Manche Situationen sind natürlich auch „hart“ für’s Mutterherz: Das Kind steht zum Beispiel neben der Erzieherin und hält ihr freudestrahlend ein Gummipferdchen hin (ist ihr Lieblingsspiel: Bitte – Danke = Geben & Nehmen). Die Erzieherin ist aber gerade mit dem Rotz eines anderen Kindes beschäftigt. Da zuckt es tierisch in der eigenen Hand und man kommt kaum umhin zu denken: „HALLOHOOO?! MEIN KIND WILL KONTAKT ZU DIR AUFNEHMEN! KÖNNTEST DU SIE BITTE NICHT IGNORIEREN?!?!“, weil P. langweilig war fing sie dann an durch ein Regal zu klettern und… IST RUNTERGEFALLEN. Tjaja… Es ist nicht sooo leicht zu akzeptieren, dass das eigene Kind in einer Krippengruppe nur eins von einigen ist. Aber: Das ist ja auch das gute daran. Prinzessinentum gleich ausmerzen ;)

Bisher bin ich wirklich sehr glücklich mit diesem Berliner Eingewöhnungsmodell. Von Verwandten durfte ich mir seit der Bekanntgabe des KiTa-Starts ja schon zigfach die fiesen Ost-KiTa-Storys anhören: „Also uns wurden die Kinder damals gleich aus den Händen gerissen und die Eltern wurden gebeten, die Tür von außen zu schließen. Ist das heute etwa nicht mehr so?“ Mir bringt es auch persönlich in meinem Umgang mit P. einiges, was ich schlecht beschreiben kann. Sie zu sehen, in einem fremden Umfeld und wie selbstständig sie doch schon ist mittlerweile… Zu sehen, wie „Fachpersonal“ mit Kleinkindern umgeht (auch nicht so anders als ich) gibt mir Sicherheit und ein gutes Gefühl für Zuhause.

Auch gut: An der Tür zum Gruppenraum gibt es eine kleine Infotafel, auf der jeden Tag kurz erläutert wird, was tagsüber so gemacht wurde und was es so Neues gibt. Heute stand da: „Unser Eingewöhnungskind P. hat mit uns zusammen gespielt“ – da wurde es mir doch glatt etwas feucht in der Augengegend…

Ein Kommentar zu “KiTa-Eingewöhnung: Tag 2 + 3

  1. Wunderschöner Text, und ich bin froh, dass Ihr so eine Eingewöhnung genießen dürft. In der Tat war man da vor 31 Jahren nicht gerade zimperlich in der Heimat; meine Mutter hat mir da Geschichten erzählt, meine Güte.
    Lachen musste ich gerade über die Passage „Prinzessinnentum ausmerzen“ – schön beschrieben und sooo wahr! Kann dir das sowas von nachfühlen; unsere Kleine ist ja nun schon ne Weile in Betreuung und während der ersten Zeit, in der ich noch dabei war, blutete mir schon hier und da mal das Herz wenn Madame sich unterordnen mussten oder auch einfach nur „eine von vielen“ war.

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