Eins am Tag 15: Glück.

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Glück

Ich kann unter diesen Punkten einfach nichts anderes posten. Zugegeben: Ich hatte kurz mit dem Gedanken gespielt einen Haufen (Fair Trade-)Schokolade zu knippsen, aber *räusper* wir haben aus unerfindlichen Gründen keine mehr da *hust*

Glück ist:

Dass man das erste ist, was P. nach dem Aufwachen anstrahlt und das Letzte, was sie sieht und zu brauchen scheint, bevor sie ins Bett geht. Diese endlose und unverdorbene Liebe vom Kind zu den Eltern. Fantastisch. Unvergleichlich. Einzigartig.

(one photo a day challenge – january 15: happiness)

Ergänzung zu Fragen und Widersprüche

Mal ein Gedankenexperiment:

Wenn die Weltgemeinschaft sagen würde: Wir nehmen allen alles und teilen neu auf, sodass die, die jetzt nichts oder wenig haben  mehr haben und die, die jetzt im Überfluss haben dementsprechend weniger. Eine Umverteilung also. Seid ihr bereit oder nicht?

(Mal abgesehen davon wie das genau funktionieren soll und dass es natürlich so nicht funktionieren würde)

Würdet ihr auf gewisse Dinge verzichten, um die Welt ein bisschen ins Gleichgewicht zu bringen?

Wie würdet ihr entscheiden?

Eins am Tag 14: Lesen.

ein foto am tag 14

Lesen

Neben Tom Hodgkinson, „Die Psychologie sexueller Leidenschaft“ (David Schnarch), „Hardcore Zen“ (Brad Warner) und „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ (Peter Høeg) lese ich: Blogs. Ich habe zu viele in meinem Blog-Reader (Vienna for Mac) – Lesen würde ich gerne alle, komme aber viel zu selten dazu.

(one photo a day challenge – januar 14: something you read)

Welt-Gedanken: Fragen und Widersprüche

Es läuft vieles schief auf diesem Planeten. Ich hadere immer und immer wieder mit widersprüchlichen Grundsatzfragen, auf die ich keine Antwort weiß. Vielleicht kennt ihr ja welche…

Thema: Konsum, Globalisierung, Fairtrade. Aufhänger für mich – davon abgesehen, dass ich mir über diese Themen ständig wieder das Hirn zermartere  – ist eine Reihe, die aktuell montags im Ersten läuft: Markencheck. Der letzte drehte sich um Lidl, morgen geht es um McDonalds (sick!) und am 23.01. wird H&M unter die Lupe genommen – das interessiert mich persönlich am meisten. Im Netz habe ich außerdem noch ältere Markenchecks zu Ikea, Ferrero, Aral und Aldi gefunden – die liefen im Herbt 2011 im WDR (aktuell sind die auch noch in der WDR Mediathek zu finden).

So.

Ich persönlich bin in meiner Altersgruppe vermutlich ein ziemlich durchschnittlicher Verbraucher, würde ich sagen. Essen kaufe ich zum Beispiel hauptsächlich bei Rewe oder im Bioladen, wenn ich es mir leisten kann. Auch mal bei Netto. Und selten bei Aldi. So gut wie nie auf dem Markt. Meine Klamotten sind fast ausschließlich von H&M. Die Einrichtung meiner Wohnung besteht zu 89% (wenn nicht sogar mehr) aus Ikea-Möbeln. Drogeriebedarf  bei dm. Oder Rossmann. Oder Schlecker. Alles hier in der Nähe. Ich arbeite gerne mit den Rechnern von Apple.

Und: Ich fühle mich nicht unbedingt gut dabei.

Da tun sich Abgründe auf:

Wie soll man sich in der westlichen* Welt (als „Normalverbraucher“) verhalten?

Was ist richtig?

Es ist ziemlich klar, dass ein Shirt für 4,95 Euro nicht oder nur schwer fair sein kann. Das wird noch deutlicher, wenn man die Etiketten studiert: Made in China, Indonesia, India, Bangladesh.

Es ist ziemlich klar, dass irgendwas komisch ist, wenn man im Supermarkt (und auch in den meisten Obst- und Gemüseläden)  nur sehr schwer oder gar nicht Obst und Gemüse aus der Region oder wenigstens aus Deutschland bekommt. Frischware also, die nicht in Israel oder Südafrika geerntet, in Polen gewaschen und in Südspanien verpackt wird.

Es ist aber auch ziemlich schwierig die ganze Zeit „ökologisch, fair und ökonomisch“ zu leben. Bio aus dem Bioladen oder Reformhaus – bei uns gibt es sogar einen großen Biomarkt inklusive Drogerieartikel und Klamotten – ist einfach teuer. Ich kann mir das nicht immer leisten.

Also mehr schuften, damit man fair leben kann und die eigenen Ansprüche runterschrauben. Aber ist die Antwort wirklich:

Mehr Arbeiten um „korrekt“ leben zu können?

Ich weiß nicht, ob das die Antwort ist. Oft  begibt man sich in ein weiteres Karussell aus Fragen und Widersprüchen. Wenn man selbstständig arbeitet und etwas macht, was man selbst gut vertreten kann, dann ist die finanzielle „Ausbeute“ meist nicht die beste. Jedenfalls keine, die regelmäßig einen Wocheneinkauf für die Familie im Biomarkt für etwa 100 Euro, statt 40 bis 60 zulässt. Wer dick „Kohle machen“ will und kann, dem ist es vielleicht auch egal. Es stellt sich oft der nächste Fragenkatalog: Für wen soll und kann ich arbeiten? Wer ist heutzutage nicht in irgendetwas krummes verstrickt? Widerspricht viel Gewinn nicht irgendwie prinzipiell meinen eigenen Grundsätzen??

Was ist fair?

Es ist natürlich zum Kotzen, dass die Näherin, die mein Shirt genäht hat, unter beschissensten Bedingungen ihren Hungerlohn „verdient“. Bis zu 16 Stunden Arbeit in Fabriken, die in Sachen Arbeitsschutz und Arbeiterrechte unter aller Sau sind. Widrigste Bedingungen. Ein „Lohn“, der diesen Namen nicht mal verdient hat. Trotz der Plackerei Hunger, Armut, keine Bildung für die Kinder. Kinderarbeit. Das ist schlimm. Sehr schlimm. Was kann ICH in meinem Alltag tun?

Wo kann man denn überhaupt einkaufen?

Und dann ist da auch noch die Frage: Ist das überhaupt die richtige Herangehensweise? Wenn ich (und sehr viele mehr) zum Beispiel H&M boykottieren würden. Würde dann nicht die Näherin aus Bangladesch ihren Job verlieren? Ein aussichtsloser Teufelskreis und Abwägungen, die kaum zu ertragen sind… Ist es „besser“, dass diese Leute einen beschissenen Job haben oder ist es nicht noch schlimmer, wenn sie gar keinen haben?? Wie kann man solche Ketten dazu bewegen, mehr für ihre Klamotten zu verlangen, sodass die Leute ordentlich entlohnt werden und wenigstens unter normalen Bedingungen arbeiten können.

Und ist es jetzt „gut“ zu versuchen nur noch regionale Produkte zu kaufen? Zum Beispiel über Ökokisten oder ähnliches. Milch und Eier beim Bauernhof um die Ecke, wenn denn da einer sein sollte. Was wäre das Resultat, wenn das alle machen würden? Wäre das wirklich „richtig“?

Oder alles selfmade?

Selbst wenn man sich entscheidet zum Beispiel Klamotten nicht mehr zu kaufen, sondern zu nähen: Ist der Stoff denn „fair“? Wo kommt die Baumwolle her? Auch die Bauern, die diese in irgendwelchen Schwellen- oder Dritte Welt-Ländern anbauen werden meistens viel zu schlecht bezahlt.

Und wenn ich selbst nähe und selbst anbaue und mich nur noch von „Eigenproduktion“ ernähre – Stichwort Selbstversorgerzelle. Nieder mit dem Handel! Nieder mit der Wirtschaft! Ich bin raus! Ist das der Weg??? Sind wir dann nicht irgendwann wieder im Mittelalter??? Wäre das „gut“, „richtig“ und „fair“?

Höhere Ebenen!

Eins dürfte wohl relativ klar sein: Der einzelne scheint an den aktuellen globalen Umständen wenig bis nichts ändern zu können. Die wohl sinnvollste Reaktion und Aktion dürfte wohl sein: Versuchen die Sache politisch anzugehen. Bestrebt sein, die Politik zum Handeln und Ändern zu bewegen. Wie realistisch ist es, dass etwas passiert? Und vor allem: WAS soll und muss eigentlich passieren, damit es „besser“ wird? Wie geht das, dass alle die gleichen Voraussetzungen und Bedingungen haben?

Ich bin verwirrt und überfordert. Und nicht nur ich, oder?

Wer sieht denn noch durch? Das ist alles viel zu verworren. Begreift noch irgendjemand diese vielschichtigen Strukturen, diese tonnenschwere Probleme? Diesen Sumpf aus Korruption, Geld, Macht und Sklaverei. Es gibt viel zu viele unterschiedliche Interessen und Ausgangssituationen weltweit. Zu viel Geschichte. Und zu viele Arschlöcher.

Ich will das nicht!

Ich will nicht, dass sich Menschen unter abartigen Bedingungen „für uns“ versklaven, damit wir unseren Lebensstandard halten können! Was können wir tun?? Was ist der richtige Weg???

Was meint ihr?

*Edit: Vormals stand hier „westlich zivilisierte Welt“. Allerdings hat Luc mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Begriff bescheuert ist und in die absolut falsche Richtung geht. Deshalb hab ich ihn nachträglich entfernt.