Hirnsuppe Deluxe: Me vs. Myself

So. Ich habe mich jetzt durchgerungen hier ein Stück Hirnsuppe und Selbstbreitlatschung par excellence zu veröffentlichen, die ich vielleicht noch bereuen werde… weil es wirklich sehr, sehr tief geht. Aber: Die Aussicht, dass es hier eventuell Leser/innen gibt, die auch so fühlen und denken und die vielleicht doch den ein oder anderen Tipp haben, wie man mit derlei KopfKack umgeht, ist es mir wert.

ACHTUNG! Das, was jetzt kommt ist s-e-h-r lang, sehr verkopft und es kommt sehr oft das Wort „ich“ drin vor… Aber es ist, wie es aussieht… In meinem Kopf und dient keinem „Guckt mal, wie toll ich bin“ oder „Seht alle her, was ich kann“, sondern eher einem: „Auf einer Skala von 1 bis 10: für wie bescheuert haltet ihr mich?“ oder am allerehesten: „KANN MIR BITTE IRGENDJEMAND HELFEN???“

(Um ehrlich zu sein, bin ich gespannt, ob sich tatsächlich überhaupt irgendwer durch diese quasi „Bleiwüste“ kämpft. Falls ja wäre ich dankbar für ein Zeichen…)

Also dann wollen wir mal:

Ich habe einen Optimierungszwang!

Ich setze mich selbst unter Druck. Ich versuche jede Situation, meine Lebensumstände, sogar meine Gedanken, meine Gefühle – mich selbst – permanent zu optimieren.

Ich reflektiere meine Gedanken, Empfindungen und Gefühle ständig und bekomme oft trotzdem nicht mit, dass ich mich wieder in meiner persönlichen Optimierungs“falle“ befinde. Ich reflektiere MICH und MEIN LEBEN viel viel viel zu viel. Es gibt Leute , die sagen (und die haben Recht), dass das auch und vor allem am fehlenden Hirnfutter liegt und ich meine intellektuellen Denkressourcen sinnloserweise gegen mich selbst aufwende.

((Ich denke wirklich, dass das besser werden könnte, wenn ich mich wieder mit wissenschaftlichen Studieninhalten beschäftigen kann. Da kann ich mich wunderbar reinsteigern und ausarbeiten und machen und tun und das sogar befriedigend finden. Bis dahin (im Herbst) habe ich diese Probleme also voraussichtlich weiterhin. Oder bin ich jetzt einfach so?? Für immer???? Dann muss ich demnächst irgendwo runterspringen. Glaub ich.))

In meinem Kopf befinden sich also ständig Sachen wie:

„Warum kann ich nicht ausdauernder mit meinem Kind spielen?“

„Warum schafft mich das „bisschen“ Arbeiten vormittags und die Bespaßung meines Kindes am Nachmittag so sehr? Warum bin ich nicht leistungsfähiger?!“

„Warum denke ich so viel über mich nach???“

„Warum bin ich ständig so angespannt??“

DAS MUSS ICH ALLES UNBEDINGT UND SCHNELL ÄNDERN!

Gedanklich versuche ich jede kleinste Situation – vom Lesen über’s Einkaufen bis zum Kochen und Arbeiten – zu optimieren und kann dabei nur verlieren. Ich scheitere immer und immer wieder an meinem eigenen Perfektionismus.

Ich gehe Situationen ständig im Kopf durch. Ich versuche den wirklich und definitiv optimalen Weg zu finden und spiele es immer wieder durch. Ich will (anscheinend) unbedingt die bestmögliche Ausnutzung meiner Zeit und Wege erreichen.

DABEI IST DAS OPTIMALE ABER ÜBERHAUPT NICHT DEFINIERT!

Insofern kann ich es auch nicht erreichen und habe auch nie Erfolgserlebnisse. Ich kann nur verlieren. Und dadurch fühle ich mich schlecht, unzureichend, ungenügend… scheiße.

Viele haben das Problem, dass sie das Gefühl haben „nur noch zu funktionieren“. Ich habe das Problem, dass ich das Gefühl habe, nicht zu funktionieren. . .

Denn: Immer wenn ich beispielsweise:

  • einem Auftraggeber erkläre, dass ich den Auftrag nicht in der abgemachten Frist abliefere
  • P. nicht total enthusiastisch bespaße
  • mich um 15 Uhr fühle als wäre ich bereits 3 Marathons gelaufen
  • einfach den Drang habe mich aufs Sofa zu legen und apathisch an die Wand zu starren
  • Den Tag in der Wohnung bleibe, anstatt rauszugehen
  • mal wieder nicht genug Wasser trinke
  • zu viele Süßigkeiten esse
  • mich nicht aufs Lesen konzentrieren kann
  • wieder keine Lösung für den Nahost-Konflikt, die Umweltverschmutzung und den Welthunger gefunden hab

widerspricht das meinem Perfektionismus.

Ich sage die Dinge dann vielleicht ab, wenn ich das Gefühl habe sie nicht schaffen. Es kommt auch immer öfter vor, dass ich gar nicht erst versuche Dinge fristgerecht oder „zufriedenstellend“ zu erledigen oder Verabredungen warzunehmen, weil ich mit einer negativen Erwartungshaltung rangehe: „Das schaffe ich doch eh nicht, ich bin halt ein Loser“. Dadurch bin ich demotiviert, sage ab und fühle mich schlecht. (In Wahrheit ist auch das schon wieder Quark: So oft sage ich keine Aufträge ab, meistens schaffe ich mein Pensum sehr wohl! Verabredungen hingegen sage ich schon oft ab…)

Ich sage mir das („Ich schaff’s eh nicht“) nicht bewusst und ich versuche auch irgendwie gedanklich dagegen zu steuern („Es ist okay, dass du jetzt fertig bist“ / „Es ist okay, dass du das abgesagt hast“ / „Es ist nicht schlimm, wenn man einen Tag lang nicht rausgeht“), aber ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen rsp. ein schlechtes Gefühl dabei. Ich komme mir mies vor. Ich habe das Gefühl, ich müsste mehr machen, meine Zeit besser nutzen. Ich denke, dass es kann nicht sein kann, dass ich schon „total kaputt“ von so „minimalen Standard-Sachen“ bin, wo es doch so viel mehr gäbe, was ich tun sollte / müsste / könnte… Ich könnte / müsste / sollte mehr wissen, mich mehr bilden, mich mit wichtigen Sachen beschäftigen, meine Ernährung unter Kontrolle haben, politisch korrekt konsumieren, mehr Sport machen, mehr rausgehen, mehr und besser auf P. eingehen, besser aussehen und alles das wäre sogar möglich, aber: ICH schaffe es nicht, weil ICH ein Loser bin! Und es gibt keine gültige Ausrede dafür. Punkt.

Wenn ich dann doch das Gefühl habe, dass ich halbwegs ausreichend „geschafft“ habe, dann fühle ich mich gut und ich bin auch für einen kurzen Moment lang sowas wie „stolz“ auf mich. (Zum Beispiel wenn ich viele Punkte einer ToDo-Liste in wenigen Stunden abarbeite oder eine gute Note bekomme.)

Allerdings bekomme ich als Alleinarbeitende oft wenig Feedback, was ich (ganz offensichtlich und ätzenderweise) dringend brauche.

Das Problem ist, dass ich nie das Gefühl habe, dass jemand mal endgültig zufrieden mit mir ist.

Weder ich selbst bin es, noch habe ich das Gefühl, dass es jemand anderes ist. Wenn ich einen Auftrag / eine Sache / eine Situation gemeistert habe, kommt zum Beispiel meistens direkt das nächste… „Ja, toll gemacht, kannst du jetzt bitte das noch machen?“

Nach der Geburt meiner Tochter hielt das „Ich habe etwas Gutes geschafft und ich bin stolz drauf“-Gefühl zum ersten Mal seit ewiger Zeit – vielleicht sogar das erste Mal überhaupt – für längere Zeit an. Da brauchte ich keinen Beweis. Da habe ich gesehen: DAS habe ICH geschafft, es war schmerzhaft und langwierig, ich habe gekämpft, alles gegeben und bin über meine Grenzen hinausgegangen. Und das Ergebnis ist wunderbar und atemberaubend. Daran besteht kein Zweifel. Der Zuspruch von anderen tat mir in dem Moment gut, aber er war mir tatsächlich auch relativ egal. Denn von der Sache musste mich niemand überzeugen. P. habe ich gut gemacht. Ich hatte die Schwangerschaft und eine schmerzhafte Geburt überstanden. In dem Moment war eine Sache „abgeschlossen“ (obwohl sie natürlich gerade erst anfing). Ich habe mich wahnsinnig wohl, stark und zufrieden gefühlt.

Genau das ist das Problem im Alltag: Es ist nie etwas endgültig abgeschlossen. Man ist wie in einem verdammten Laufrad und hangelt sich von einer schlechten Phase zur nächsten und fragt sich wo die Gute bleibt. Ich kann meinen Alltag im Großen und Ganzen oft nicht genießen. Und das kotzt mich an.

Ich habe ständige das innere Gefühl, dass es noch besser geht. Dass ich mehr machen müsste. Dass ich faul und nicht leistungsfähig bin. Dass ich eine Lusche bin, weil ich diese „Kleinigkeiten“, die mein Leben sind, nicht stark auf die Reihe bekomme, sondern ständig alles als anstrengend empfinde und rumjammere. Weil ich es zwar durchziehe, aber dabei doch irgendwie „versage“.

Der springende Punkt ist aber, dass ich meinen Alltag vermutlich genau deshalb anstrengend finde, weil ich ständig alles optimieren möchte… Das zerrt logischerweise an den Nerven, weil:

MAN KANN EINFACH NICHT ALLES RICHTIG MACHEN ! ! !

Ich denke mir ständig alles schlecht:

  •  Beim Lesen, denke ich, dass ich zu langsam lese, generell viel zu wenig gelesen habe bisher und auch im Alltag zu wenig lese, dass ich viele Klassiker nicht kenne und doch so gern „alles“ wissen wollen würde… Und dass es sicher viel interessantere, wichtigere, lesenswertere, allgemeinbildendere Bücher gibt, die ich anstelle des Buches, was ich lese, lesen sollte… Wobei ich ja eh zu wenig lese… usw.
  •  Beim Weg durch die Stadt habe ich einen Zettel und ich gehe im Kopf ständig wieder die Wege ab… „Ich brauche dies das und jenes“, das bekomme ich da und da, ich gehe erst dahin, dann dorthin, dann dahin – und wieder von vorne. Bis ich total gestresst bin.
  • Auf dem Weg zu einer „Prüfung“ (Das fängt bei ganz normalen Kennenlerngesprächen für die Arbeit oder sogar Treffen mit Freunden, die mich eventuell „fordern“ an und hört bei Führerscheinprüfungen und Klausuren auf), versuche ich mir auszumalen, wie die Situation sein wird. Welche Fragen, wie die Person auf mich reagieren wird, ob ich alles wissen / gut reagieren werde… Wie ich abschneide oder rüberkomme.

ICH WILL MENSCHEN (anscheinend) UNBEDINGT VON MIR ÜBERZEUGEN.

Das macht mich ganz wahnsinnig! Denn eigentlich will ich das NICHT, vom Verstand her. Ich finde das total bescheuert! Aber mein „Sein“ will es… anscheinend. Ich versuche mich auf die Situation mit Menschen einzustellen, überlege mir, wie die wohl drauf sind, was sie von mir verlangen und wie ich „sein“ sollte, damit ich gut rüberkomme. Meistens stelle ich dann fest, (das passiert alles mehr oder weniger unbewusst), dass ich mich nicht auf die Situation einstellen KANN. Dass ich nicht weiß, was mich erwartet, wie die Person sein wird, was sie „von mir will“ und erwartet. , dass ich selbst von mir nicht überzeugt bin und Komplexe habe. ICH HASSE DIESE SITUATION!

Ich hasse es, wenn ich mich nicht auf eine Situation einstellen kann. Wenn ich nicht weiß, was mich erwartet und was von mir erwartet wird. Ich hasse es. Ich hasse es. Ich hasse es. Ich hasse Prüfungen aller Art. Der Stress und der Druck, den ich vorher spüre, ist fast unerträglich. Aber der PUSH, den ich danach empfinde, wenn ich die Situation „überstanden“ und womöglich noch gut gemeistert habe, ist es mir wert.

ICH WILL (anscheinend) HERAUSRAGEND SEIN.

Auch das macht mich noch blöde. Denn auch das WILL ich nicht. Weil ich einfach diesen DRUCK nicht will und weil ich auch das vom Prinzip her total behämmert finde. Aber es passiert mir einfach.

Ich merke auch immer wieder, dass es mich traurig macht, dass ich irgendwie keine wirklichwirklich guten „dicken“ Freunde habe. Leute, die mich akzeptieren wie ich bin und die mich vielleicht auch ein bisschen toll finden und so… Ich habe sehr anspruchsvolle und „eigene“ Leute um mich, die nicht mit Lob um sich werfen. Ich liebe diese Leute, ich habe sie mir „ausgesucht“ und ich will keine Ja-Sager und ach…

IRGENDWIE BEDINGT SICH DAS DOCH AUCH ALLES GEGENSEITIG.

Das absolut nervtötende daran ist, dass ich dieses Leistungsdenken und Anerkennungs-Profilierungs-Gemoschel tatsächlich selbst total zum Kotzen finde. Wenn ich lese, dass andere so denken, würde ich mich im ersten Moment wahrscheinlich eher nicht damit identifizieren und das blöd finden. Leistungsdenken sucks! Mir ist das alles im Kopf irgendwie klar, aber ich kann es nicht umsetzen. Und auch da bin ich schon wieder mittendrin in der Selbst-Optimierung.

Ich MUSS anders sein! Ich MUSS selbstbestimmter und zufriedener sein! Ich MUSS mein Leistungsdenken ablegen! Ich MUSS auf Anerkennung durch andere scheißen! Ich MUSS mir selbst genügen! Aber ich KANN es nicht! Ich schaffe es einfach nicht… Ich komme immer wieder darauf zurück. Ich mache mich immer wieder heiß, wegen diesen Dingen… weil ich überzeugen will.

Ich schaffe es nicht, mich davon zu lösen.

Also bin ich ein Loser! 

Womit wir wieder beim Anfang wären.

All diese Gedanken und Spiralen kann ich mittlerweile nicht mehr steuern. Ich grüble und reflektiere und wäge ab und schreibe auf und denke, denke, denke. Mittlerweile komme ich tatsächlich nur noch runter, wenn ich in die Glotze gucke… Das schafft mich einfach. Es macht mich krank und müde.

(Danke, falls das tatsächlich jemand bis hierher gelesen haben sollte!)

Absurdes kleines Lichtermeer.

(Zum Freitagabend gibt’s heute zur Abwechslung mal ein kleines Stück Poesie aus meinem 2t-Blog, dass so gar nichts mit Kinderkram zu tun hat…)

Absurdes kleines Lichtermeer.

Wenn Tandemgestalten vorbei irren und nicht einmal fragend schauen vor triefend flüchtigem Glück.

Wo Freizeitperverse auf Arbeitswut treffen und die Geister sich eher scheiden als alles andere.

In stetig kleiner werdenden Kreisen oszilliert mein Dasein und es kümmert nicht, wer daran zerbricht.
Vielleicht bin es ich. Vielleicht auch nicht.

Zusammen gesunken im gegenseitigen Einvernehmen verschlimmert sich die Sehnsucht und die Schatten wachsen.

Absurdes kleines Lichtermeer.

Wer kann schon zweifelsfrei behaupten glücklich zu sein?
Wenn es doch gar nicht jeder sein will.

Weil nur die anderen behaupten, dass Wahrheit wahr ist.
Und ich? Muss glauben.

Ich kann nur lesen und glotzen und suchten und saufen und mich ergeben.
Ab und zu ausbrechen.

Wo der Ausbruch zum Alltag wird liegen hunderte Hunde begraben.

Absurdes kleines Lichtermeer.

Gefrässige Maden fressen sich fett an meinen verstümmelten Gedanken.

Junge und Alte sitzen Zuhause und versuchen die Fragen wegzubetäuben.
Nur, weil sie nicht mehr jagen gehen.

Weil sich alles und jeder so schrecklich festgesetzt hat.
Weil das Grün verschwindet und der Druck wächst.

Was soll ich hier? Was soll das alles? Wann kommt mein Zug?

Absurdes kleines Lichtermeer.

Denke ich und meine die Sterne, die auf dem Meer wie kleine Perlen tanzen und mich an Unendlichkeit erinnern.

Und dann gehe ich zurück in meine Zelle und schließe die Tür von innen drei Mal ab.
Es könnte ja wer kommen und Böses wollen.

Absurdes kleines Lichtermeer.

Ich schleppe mich Treppen hoch und leide dabei ein wenig.
Wir sind alle allein und haben es selbst so gewollt.

Von meiner glitzernden Tafel wische ich ein weiteres Fragezeichen und erkenne, dass es nichts wert war.

Erziehungsfragen (1): Der eigene Wille

Das P. hat sich in den letzten Monaten rasant entwickelt. Von allen Seiten höre ich jetzt zunehmend Sachen wie „Das ist schon ein starkes PersÖNCHEN“ oder „Sie hat auf jeden Fall ihren eigenen Kopf“. Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Ich finde das gut. Davon mal abgesehen, dass natürlich jedes Kind ganz prinzipiell erstmal so sein darf, wie es ist, ist meinem Inneren ein Kind mit eigenem Willen lieber als ein eventuell zukünftiger Ja-Sager.

ABER: Wie macht einem „starken PersÖNCHEN“ nun Grenzen bezüglich des eigenen Willens klar?

Welche Signale sind die richtigen, um ihr zu vermitteln: Einen eigenen Kopf zu haben und zu wissen, was man will / seine eigenen Gefühle… seinen eigenen Willen… zu zeigen, ist eine sehr gute Sache, aber man muss trotzdem an der ein oder anderen Stelle Kompromisse eingehen.

Wie macht man so einem Kleinkind „richtig“ klar, dass es nicht einfach zu jeder Zeit, unmittelbar und sofort ALLES haben kann, was es gerade haben will?

Zum Beispiel jedes Stückchen Brot mit einem anderen Aufstrich. Oder das Spielzeug eines anderen Kindes. Oder ein zweites Paar Schuhe (über dem ersten Paar Schuhe). Oder eine Flatrate Kekse.

Bevor P. wirklich ausdrücken konnte, was sie will, habe ich mir immer gesagt, dass ich auf gar keinen Fall so eine „Weil Mama das sagt“-Mama sein will. Ich habe mir vorgenommen, mich immer wieder selbst zu fragen, warum ich dieses oder jenes verweigere oder verbiete… ob das tatsächlich einen „sinnvollen“ Grund hat oder das nur so ein „Routine-„Ich bin gestresst“-Verbot“ ist. Und ich habe mir geschworen, ihr die Dinge zu erklären… Dabei aber auch nicht zu einer „Schnubbelhäschen! Die Mama möchte nicht, dass du das Brot aus dem Müll holst und isst, WEIL das ist gefährlich, WEIL das KÖNNTE dich krank machen, mein Engelchen. Verstehst du? Also mach bitte den Mülleimer wieder zu… Schnubelhäschen? Wo ist denn das Brotstück jetzt, mein Schnäuzelchen? Die Mama möchte, dass du das Brot wieder ausspuckst, mein Zuckerhase… Bitte.“-Übermutter mutieren (Kommt „mutieren“ von Mutter? Gnihihi…).

Kurzum: Ich möchte eine „coole“ und verständnisvolle, aber auch konsequente Mutter für P. sein.

Nur wie zur Hölle stellt man das an, wenn das Kind bei jedem „Nein“ ausrastet???

Und im Falle, dass ihr mir zum Ignorieren ratet: Mein Kind beruhigt sich nicht. Sie brüllt 30, 40, 50 Minuten am Stück. Ich glaube, sie vergisst relativ schnell, worum es eigentlich ging, aber nicht, dass sie sauer ist. Trotzdem durchziehen, weil sie es irgendwann begreift?

Außerdem neigt P. seit einigen Wochen dazu um sich zu schlagen und wütend Dinge durch die Gegend zu werfen, wenn ihr etwas nicht passt. Ähm ja. Hier irgendwelche Vorschläge?

Ist es eigentlich die Schuld der Medien, dass ich die fast panische Frage: „Und was, wenn sie ADHS hat???“ in solchen Situationen manchmal im Kopf habe? Oder ist das menschlich??

Passend zum Thema empfehle ich übrigens die folgende kurze Videosequenz ;)

Neue Reihe: Erziehungsfragen

In den letzten Wochen ist es etwas ruhig im Hause „Babykram“ geworden.

Das hat schon ein paar quasi handfeste Gründe: Zum einen war (ist) das Kind krank (Bronchitis), deswegen keine KiTa-Zeit und apathische Halbtot-Zustände meinerseits in den Abendstunden (wie ging das bitte als sie noch nicht halbtags betreut wurde???). Außerdem diverse (gemessen an den Umständen) zu viele Termine und innerlichen Stürme, die erstmal mit mir alleine ausgefochten werden mussten. Davon mal abgesehen hatte ich tatsächlich nicht wirklich das Bedürfnis… Und aus Erfahrung weiß ich, dass Blog-Artikel, die man aus so einem „ich müsste mal wieder“-schlechtem Gewissen heraus schreibt, immer irgendwie eher scheiße werden…

Aber jetzt… jeeeeeetzt… habe ich wieder ein super Thema für den Mama Blog gefunden *trommelwirbel*

ERZIEHUNGSFRAGEN

Das P. ist fast (im bald-April 2012) 18 Monate alt und es gibt einige (viele) Situatiönchen im Alltag, die ich gern mit euch teilen möchte. Das sind vorrangig Situationen, in denen sich das P. vermutlich ganz kleinkindtypisch verhält, die mich aber trotzdem a) oftmals fast zum Wahnsinn treiben und in denen ich mich b) frage, wie man eigentlich „gut“, anders oder „besser“ damit umgehen kann.

Außerdem finde ich es allgemein sehr spannend, dass anscheinend doch viele Eltern an ähnlichen Situationen „verzweifeln“ oder aber, dass andere Eltern mit Momenten, die ich extrem anstrengend finde, einen sehr entspannten Umgang gefunden haben.

Eure Meinung zu den „Erziehungsfragen“ und Kindererziehung allgemein interessieren mich brennend. Der Einfachheit halber wird es an den meisten Artikeln zu dem Thema eine „Umfrage“ geben, in der ihr, wenn ihr Lust habt einfach schnell angeben (oder eine Antwort hinzufügen) könnt, wie ihr so mit der jeweiligen Situation umgeht, falls ihr sie so oder so ähnlich auch kennt.

Darüber hinaus freue ich mich schon jetzt auf umfangreiche Kommentare zu meinen Problemchen, hoffe auf den ein oder anderen Tipp von euch und stelle mir ansonsten einfach einen entspannten „Erfahrungsaustausch“ teilzeitgestresster Eltern vor ;)

Noch was Allgemeines gleich vorneweg:

In den einzelnen „Erziehungsfragen“ werden höchstwahrscheinlich Formulierung wie „Wie reagiere ich richtig?“ oder „Wie kann ich das besser machen?“ auftauchen… Prinzipiell ist mir klar, dass jede/r (insbesondere in Erziehungsfragen) die Sache ganz unterschiedlich angeht und dass es diesbezüglich kein „richtig“ und „falsch“ geben kann und sollte. So sehe ich das auch.

Ich werde Situationen aus dem Alltag mit meinem Kind schildern, die FÜR MICH schwierig sind, in denen ICH mir nicht sicher bin, welchen Umgang damit ICH eigentlich gut finde und in denen ICH mich frage, wie ICH damit „besser“ umgehen kann, damit es für mein Kind und für mich entspannter wird. Manchmal geht es vielleicht auch gar nicht um „richtig“ oder „besser“, sondern darum, dass einem mal jemand von außen sagt: „Du machst das schon gut so“ oder „Ich weiß genau was du meinst“.

Also: Ich bin (noch ;) ) kein Pädagoge und will hier keinen Erziehungsratgeber schreiben, Leute (oder gar Kinder) verurteilen. Bitte bedenkt das, wenn ihr meine Beiträge lest ;)

Motzkoffer Deluxe!

Mein Kind befindet sich seit geraumer Zeit in der „Motzphase“. Das hab ich so nicht bestellt, und ich würde diese Funktion gerne reparieren lassen. Es ist an-stren-gend. Und so schnell, wie P. momentan ausrastet, kann ich einfach weder denken, noch gucken und schon gar nicht adäquat reagieren. Wie soll man denn da bitte noch pädagogisch wertvoll handeln???

Hier einige Ausrast-Auslöser des gestrigen Tages:

1. Frühmorgens, weil ich die Knöpfe von ihrem Body zumachen wollte.

2. Beim Abholen in der KiTa, weil ich das „falsche“ Essen mit hatte (Knusperbrot mit ohne Zucker).

3. Beim Einkaufen:

a) weil sie auf einer viel zu hohen Balustrade laufen wollte
b) weil ich die Tür der öffentlichen Toilette zugemacht habe
c) weil ich den Auto-Einkaufswagen nicht ohne Unterbrechung bewegt habe (um halt etwas EIN-ZU-KAUFEN…)
d) weil sie nicht mehr im Auto-Wagen sitzen wollte
e) weil sie wieder zurück in den Auto-Wagen wollte
f) weil wir den Auto-Wagen abgestellt haben
g) weil wir den Auto-Wagen nicht mitgenommen haben
h) weil sie auf den Arm wollte, ich aber einpacken musste

4. Auf dem Nachhauseweg:

a) weil sie auf den Arm wollte und nicht laufen
b) weil sie laufen wollte und nicht auf den Arm
c) weil sie sich vor Wut auf die Knie hat fallen lassen und das (Überraschung!) weh tat
d) weil sie mit der Bahn (auf der anderen Straßenseite) fahren wollte
d) weil wir dann in eine Bahn eingestiegen sind
e) weil die Türen der Bahn zugegangen sind
f) weil die Türen der Bahn aufgegangen sind (wtf?!)
g) weil ein Kind in der Bahn einen Riegel hatte (und sie nicht)
h) weil sie nicht durch die fahrende Bahn laufen durfte
i) weil wir aus der Bahn ausgestiegen sind
j) weil sie auf den Arm wollte und nicht laufen
k) weil sie laufen wollte und nicht auf den Arm
l) weil sie dann doch auf den Arm wollte (erwähnte ich, dass ich Einkaufstüten zu tragen hatte?)
m) weil eine Frau mit Baby auf dem Arm uns überholt hat
n) weil sie dann, als wir in unsere Haustür sind, das Baby nicht mehr gesehen hat (30 Minuten Wutgeschrei)

5. Zuhause:

a) weil sie die Schuhe anlassen wollte
b) weil sie die Jacke anlassen wollte
c) weil sie die Jacke ausgezogen haben wollte
d) weil sie Kekse wollte
e) weil sie saure Gurken wollte
f) weil sie mit der Kühlschranktür spielen wollte
g) weil sie auf ihrem Hochstuhl rumklettern wollte
h) weil sie Kekse wollte

undsoweiterundsofort

*Haare rauf*

Eine Woche ohne Kind (2)

Der Rest im Schnelldurchlauf:

Das Meer hat gut getan, ich habe keinen weiter erwähnenswerte Menge Alkohol mehr getrunken, bin dafür aber etwa 50 Kilometer Fahrrad gefahren, 20 Kilometer gelaufen, habe 10 Stunden Musik gehört, 300 Seiten gelesen und ein halbes Notizbuch vollgeschrieben, 5 Bilder gemacht und eine Menge gegessen :)

Außerdem habe ich endlich mal wieder feststellen dürfen, dass K. mir fehlt, wenn er nicht da ist. Das waren wichtige und gute Gefühle. Am Freitag war ich aber dann doch mehr als euphorisch, ob der anstehenden Heimreise.

P. habe ich am Folgetag (Samstag) gegen Mittag wieder zurückbekommen. Ich hab sie schon aus dem Auto Brüllen hören -.- Als meine Eltern dann mit ihr oben waren, hat sie sich panisch an meine Mutter („Hmmmma“) geklammert und wollte partout nicht zu mir. Das hat schon ein wenig gepikst, hatte ich aber nicht anders erwartet. Nach einer Speisung und einem ausgedehnten Mittagsschlaf war aber alles wieder beim Alten. Nach „Papa?“ wurde dann unentwegt gefragt. Der kam dann Samstag Nacht und am Sonntag war wieder fast alles beim Alten… Am Montag und spätestens gestern Abend war dann auch die geballte Ladung Alltag wieder am Start *nerv*

Nichtsdestotrotz: Alleine Urlaub machen fand ich toll. Eine Woche ist vielleicht etwas lang und als nächstes würde ich gerne mit K. zusammen (ohne Kind) wegfahren… Ein paar Tage Auszeit möchte ich trotzdem versuchen mir einmal im Jahr zu gönnen. Ich konnte auf jeden Fall so einiges im Kopf zurecht rücken, mal wieder meine Prioritäten, Problemchen und Plänchen prüfen und bin da zu ganz guten Schlüssen gekommen. Ich fühl mich klarer und kann jetzt doch drei Mal mehr durchatmen, wenn irgendwas nervt oder anstrengend ist… Und das war’s auf jeden Fall wert! Ich kann’s jeder/m Gestressten Elternteil nur wärmstens ans Herz legen. Die Nummer von der wirklich netten Pension sag ich euch gerne auf Anfrage ;-p

Eine Woche ohne Kind (1)

Es war: Gut.

Am Freitag Nachmittag haben wir das P. den Großeltern überlassen und fast geweint. Danach hat sich alles leer und ruhig angefühlt. Nachts kurz nach 2: Aufbruch K. in Richtung Südtirol, 1500 Meter über NN. Morgens um 7: Ich los in Richtung Norden, 0 Meter über NN. Ans Meer also. Endlich.

1. Tag: Samstag 

Zugfahren. Alleine. Mir fallen überall Kleinkinder auf. Anflüge von Sehnsucht. Was P. wohl gerade macht? Wo K. wohl gerade ist? Ich fühle mich alleine, aber nicht schrecklich. Ich glotze aus dem Zugfenster und Leute an. Ich denke nach, jetzt noch nur ein bisschen. Ich lese und trinke Saft. Ich habe Angst vor 50 Minuten Busfahrt (weil kein Klo), war aber easy. Vor mir saß ein Mann mit Baby. Ich also wieder am Suchten und trotzdem ein Gefühl von: Freiheit. Ich muss mich gerade nicht kümmern, nicht da sein, nicht genervt sein. Ich glotze aus dem Busfenster und sehe erstes Wasser. Ich weiß nicht wo ich aussteigen soll. Ich suche meine Pension. Hab sie gefunden. Beziehe mein Zimmer. Genieße den Balkon. Ich glotze auf’s Meer.

Ahrenshoop Ostsee Strand

Ich richte mich ein, packe aus. Penetriere K. mit Nachrichten. Er hat keine Zeit für mich, fährt Ski. Ich fühle mich allein, aber immernoch nicht schrecklich. Ich gehe runter in das kleine Restaurant, das zur Pension gehört. Sitze alleine am Tisch. Belausche Gespräche. Bekomme Gesellschaft. Trinke Wein. Und noch mehr Wein. Mit Pastoren 60+. Sehr unterhaltsam. Am Ende aber doch zu viel Wein. Und dann noch Pflaumenschnapps mit der minderjährigen Bedienung. Ich bin betrunken. Ich = Feierwut. Nachts in einem Ostseekaff. Schlechte Idee. Ich laufe eine halbe Stunde ins Nirgendwo und am Strand zurück. Schreie das Meer an. Kann nicht schlafen, weil sich alles dreht. Mir ist schlecht. Ich bereue den Alkohol, aber nicht das Wegfahren. Will nur schlafen, schlafen, schlafen.

(Fortsetzung folgt….)

Eine Woche ohne Kind…

…startet am Samstag bzw. morgen Abend. Ich freue mich und ich hab Angst.

Jedes Jahr im März fährt K. mit einer Horde Kumpels Skifahren. Ich habe schon vor einem Jahr beschlossen, dass es vermutlich dramatische Folgen hätte, wenn er eine Woche wegfährt, währen ich alleine im Alltag mit Kind, Arbeit und Haushalt versinke. Ich würde ihn höchstwahrscheinlich mit dem Messer hinter der Tür erwarten und könnte seine Entspanntheit nicht ertragen.

Soviel zum Thema „Dem Partner etwas gönnen“…

Also habe ich beschlossen ebenfalls wegzufahren. Alleine. Erst waren Rom und London mit einer Freundin im Gespräch. Das fiel dann aus unterschiedlichen Gründen aus. Der Plan jetzt ist: Ostsee, Meerblick, Alleine. Okay… Zwei Freunde kommen mich nach drei Tagen besuchen. Wie auch immer… Ich freue mich drauf. Eine Woche raus, Pause, nichts müssen und hoffentlich nur wenig wollen. Lesen, Zeit und am Meer rumlaufen. Das kann ich gut gebrauchen. Ich frage mich, wie sich eine Woche als Mutter alleine im Urlaub anfühlen wird. Ich werde P. vermutlich schrecklich vermissen. Oder auch nicht?

Das Kind erfährt währenddessen auch eine Premiere: Eine Woche auswärts bei Omma schlafen. Auch hier bin ich gespannt, wie sie das finden wird. Ich denke, ihr wird das gefallen, weil 1. Oma, 2. zwei Hunde, 3. Garten… Andererseits ist sie inzwischen schon ziemlich sehr auf mich / uns fixiert. Aber ich vertraue meiner Mutter, dass sie das hinbekommt. Natürlich wird sie das. Gespannt bin ich trotzdem.

Wa haltet ihr davon? Habt ihr schon allein Urlaub gemacht seitdem ihr Eltern seid? Könnt ihr euch das vorstellen? Hättet ihr Lust darauf? Oder haltet ihr mich für bekloppt?