Absurdes kleines Lichtermeer.

(Zum Freitagabend gibt’s heute zur Abwechslung mal ein kleines Stück Poesie aus meinem 2t-Blog, dass so gar nichts mit Kinderkram zu tun hat…)

Absurdes kleines Lichtermeer.

Wenn Tandemgestalten vorbei irren und nicht einmal fragend schauen vor triefend flüchtigem Glück.

Wo Freizeitperverse auf Arbeitswut treffen und die Geister sich eher scheiden als alles andere.

In stetig kleiner werdenden Kreisen oszilliert mein Dasein und es kümmert nicht, wer daran zerbricht.
Vielleicht bin es ich. Vielleicht auch nicht.

Zusammen gesunken im gegenseitigen Einvernehmen verschlimmert sich die Sehnsucht und die Schatten wachsen.

Absurdes kleines Lichtermeer.

Wer kann schon zweifelsfrei behaupten glücklich zu sein?
Wenn es doch gar nicht jeder sein will.

Weil nur die anderen behaupten, dass Wahrheit wahr ist.
Und ich? Muss glauben.

Ich kann nur lesen und glotzen und suchten und saufen und mich ergeben.
Ab und zu ausbrechen.

Wo der Ausbruch zum Alltag wird liegen hunderte Hunde begraben.

Absurdes kleines Lichtermeer.

Gefrässige Maden fressen sich fett an meinen verstümmelten Gedanken.

Junge und Alte sitzen Zuhause und versuchen die Fragen wegzubetäuben.
Nur, weil sie nicht mehr jagen gehen.

Weil sich alles und jeder so schrecklich festgesetzt hat.
Weil das Grün verschwindet und der Druck wächst.

Was soll ich hier? Was soll das alles? Wann kommt mein Zug?

Absurdes kleines Lichtermeer.

Denke ich und meine die Sterne, die auf dem Meer wie kleine Perlen tanzen und mich an Unendlichkeit erinnern.

Und dann gehe ich zurück in meine Zelle und schließe die Tür von innen drei Mal ab.
Es könnte ja wer kommen und Böses wollen.

Absurdes kleines Lichtermeer.

Ich schleppe mich Treppen hoch und leide dabei ein wenig.
Wir sind alle allein und haben es selbst so gewollt.

Von meiner glitzernden Tafel wische ich ein weiteres Fragezeichen und erkenne, dass es nichts wert war.

Erziehungsfragen (1): Der eigene Wille

Das P. hat sich in den letzten Monaten rasant entwickelt. Von allen Seiten höre ich jetzt zunehmend Sachen wie „Das ist schon ein starkes PersÖNCHEN“ oder „Sie hat auf jeden Fall ihren eigenen Kopf“. Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Ich finde das gut. Davon mal abgesehen, dass natürlich jedes Kind ganz prinzipiell erstmal so sein darf, wie es ist, ist meinem Inneren ein Kind mit eigenem Willen lieber als ein eventuell zukünftiger Ja-Sager.

ABER: Wie macht einem „starken PersÖNCHEN“ nun Grenzen bezüglich des eigenen Willens klar?

Welche Signale sind die richtigen, um ihr zu vermitteln: Einen eigenen Kopf zu haben und zu wissen, was man will / seine eigenen Gefühle… seinen eigenen Willen… zu zeigen, ist eine sehr gute Sache, aber man muss trotzdem an der ein oder anderen Stelle Kompromisse eingehen.

Wie macht man so einem Kleinkind „richtig“ klar, dass es nicht einfach zu jeder Zeit, unmittelbar und sofort ALLES haben kann, was es gerade haben will?

Zum Beispiel jedes Stückchen Brot mit einem anderen Aufstrich. Oder das Spielzeug eines anderen Kindes. Oder ein zweites Paar Schuhe (über dem ersten Paar Schuhe). Oder eine Flatrate Kekse.

Bevor P. wirklich ausdrücken konnte, was sie will, habe ich mir immer gesagt, dass ich auf gar keinen Fall so eine „Weil Mama das sagt“-Mama sein will. Ich habe mir vorgenommen, mich immer wieder selbst zu fragen, warum ich dieses oder jenes verweigere oder verbiete… ob das tatsächlich einen „sinnvollen“ Grund hat oder das nur so ein „Routine-„Ich bin gestresst“-Verbot“ ist. Und ich habe mir geschworen, ihr die Dinge zu erklären… Dabei aber auch nicht zu einer „Schnubbelhäschen! Die Mama möchte nicht, dass du das Brot aus dem Müll holst und isst, WEIL das ist gefährlich, WEIL das KÖNNTE dich krank machen, mein Engelchen. Verstehst du? Also mach bitte den Mülleimer wieder zu… Schnubelhäschen? Wo ist denn das Brotstück jetzt, mein Schnäuzelchen? Die Mama möchte, dass du das Brot wieder ausspuckst, mein Zuckerhase… Bitte.“-Übermutter mutieren (Kommt „mutieren“ von Mutter? Gnihihi…).

Kurzum: Ich möchte eine „coole“ und verständnisvolle, aber auch konsequente Mutter für P. sein.

Nur wie zur Hölle stellt man das an, wenn das Kind bei jedem „Nein“ ausrastet???

Und im Falle, dass ihr mir zum Ignorieren ratet: Mein Kind beruhigt sich nicht. Sie brüllt 30, 40, 50 Minuten am Stück. Ich glaube, sie vergisst relativ schnell, worum es eigentlich ging, aber nicht, dass sie sauer ist. Trotzdem durchziehen, weil sie es irgendwann begreift?

Außerdem neigt P. seit einigen Wochen dazu um sich zu schlagen und wütend Dinge durch die Gegend zu werfen, wenn ihr etwas nicht passt. Ähm ja. Hier irgendwelche Vorschläge?

Ist es eigentlich die Schuld der Medien, dass ich die fast panische Frage: „Und was, wenn sie ADHS hat???“ in solchen Situationen manchmal im Kopf habe? Oder ist das menschlich??

Passend zum Thema empfehle ich übrigens die folgende kurze Videosequenz ;)