Gedankenfetzen

  • Warum gibt es nach wie vor so unendlich viele dumme, machthungrige, gierige, auf Menschenrechte scheißende, bösartige Menschen?
  • Ich bin bestrebt in meiner Lebenszeit bestimmte Dinge etwas „besser“ zu machen. Ich würde am liebsten die gesamte deutsche Bildungs- und Familienpolitik reformieren. ABER: Wie soll man die Menschen davon überzeugen, dass „klügere Menschen“ (also bessere Bildungsangebote für alle) die Schlüssel zu einer gesunden Gesellschaft sind, wenn viel zu viele Menschen sich gar nicht bilden WOLLEN??
  • Warum ist die globalisierte Welt so krank? Wie verrückt ist das eigentlich, dass es fast unmöglich ist, in einem industrialiserten Land etwas zu kaufen, wofür kein anderer Mensch ungerecht behandelt wurde??
  • Jeder Mensch sollte vor allem beigebracht bekommen, darüber nachzudenken, wie er leben kann (ohne anderen Menschen zu schaden), will und was er dafür tun muss.
  • Ich möchte mich mit guten Menschen umgeben.
  • Ich gehe z.T. nicht mehr gerne raus, weil ich den Eindruck habe, dass mir an jeder Ecke Missgunst, Dummheit und Sinnlosigkeit begegnet. Bei diesen Gedanken fühle ich mich selbst aber schon wieder extrem intolerant. Wie soll ich diesen Widerspruch lösen? Und bin ich nicht selbst extrem überheblich, wenn ich mich als „schlauer“ als „die anderen“ hinstelle? Und wer sind „die anderen“ überhaupt?
  • Ich kann die verkorksten Meinungen vieler Leute trotzdem nicht verstehen. Wie kann den Menschen so viel egal sein? Warum sind wir so egoistisch?
  • Wohin soll man mit seinem Gram über das, was die Menschen sind und ausmacht?
  • Wie soll man dem eigenen Anspruch an sich selbst bzgl. Toleranz und Akzeptanz gerecht werden, wenn sich die Nackenhaare sträuben würden, könnte man die Gedanken vieler Menschen lesen? Woher kommt der ganze Hass und die ganze Ignoranz? Und empfinde ich das nicht selber viel zu oft?
  • Ein Land, wo nur gescheite Leute leben. Das wär’s doch. Aber: Das würde ja bedeuten, dass bestimmte Leute ausgeschlossen werden würden… draußen bleiben müssten… Das wäre verdammt unklug, oder nicht?
  • Egoismus. Egozentrisch. Narzissmus. Ich beschäftige mich doch auch zu 90% nur mit mir selbst. Ich brauch gar nicht so tun als ob…
  • Ich hätte gerne noch Zeit gehabt mich (weiter)zubilden, bevor ich mich in der Alltagsorganisation um ein Kleinkind verstrudele.
  • Ich kann niemals genug lesen, um alles zu wissen. Bevor ich nicht auf jede Frage eine Antwort habe, bin und bleibe ich unzufrieden.
  • Und trotzdem bin auch ich Opfer. Habe Komplexe. Wäre gerne schöner, smarter, wahrscheinlich beliebter… Kann mich auch nicht dagegen wehren. Der Kopf schon. Aber das automatische Denken nicht. Und dann fühle ich mich wieder schlecht. Ich bin selbst dumm. Warum bilde ich mir überhaupt ein, etwas verändern zu können.
  • Widersprüche. Überall Widersprüche.

Land unter!

(Jammer!)

Wir haben unser Osterwochenende in Berlin gut überstanden und den Kopf fein frei gekriegt. Am Sonntag hatte ich schon tierische Halsschmerzen und böse Befürchtungen, weil: Unsere Gastgeberfamilie war auch krank. Wir folgten also.

Ostermontag-Nachmittag haben wir uns dann vermutlich im (vollkommen überbuchten) Inter Connex von Berlin nach L. den Rest geholt und siechen nun vor uns hin.

Ich fühle mich total kacke. Hals weh, Husten weh, Nase weg, Kopf weh und ich leide wie es sonst nur Kerle können (ist das jetzt sexistisch bzw. gender-mäßig ungut? Wahrscheinlich… Aber dafür wisst ihr sicher, was ich damit meine…).

Gestern Abend hatte das P. dann auch noch fast 40 Fieber, das hielt die ganze Nacht. Sie hat de facto NICHT geschlafen und wir waren heute Morgen dementsprechend durch. K. hat seine Dienste abgeben müssen, weil ich (Loser, ich) es nicht hinbekomme, mich in meinem Zustand „adäquat“ um mein Kind zu kümmern. Ich will einfach meine Ruhe. Durch die abgegebenen Dienste fehlt dementsprechend nicht nur mein, sondern auch sein Einkommen für eine ganze Woche. Hoch lebe die Freiberuflichkeit!

Aber immerhin hat er mal seine Dienste abgeben… ICH finde zwar, dass er ein ziemlich großes Drama daraus macht (für jemanden, der quasi NIE „krank macht“ im Gegensatz zu seinen Kolleg_inn_en), aber: er nimmt mir das kränkelnde Kind ab.

Sonst hier das grippale Standard-Programm: Viel trinken, viel Ruhe, viel Schlaf, Paracetamol-Zäpfchen für P., -Tabletten für mich, erstmals Nurofen-Saft für sie. Und dann wird das wieder. Hoffentlich. Das Wochenende habe ich allerdings allein mit Kind vor mir. Ich bete, dass es mir bis dahin besser geht.

(Zusatz)

Da er sich um die Kleine kümmert, komme ich neben meinem Leiden zu diversen Dingen, die man sonst im Kleinkindalltag gar nicht erst versucht: Lesen, Denken und Schreiben. (Ja! Ich fühle mich schlecht dabei! Zum LesenSchreibenDenken reicht’s, aber um das Kind zu bespaßen nicht…)

Worüber ich dabei so nachdenke, suppe ich mal im nächsten Post.