Elterngeschichten: Kleinkind + Einkaufen = ?

Hätte man uns und P. heute gefilmt, man hätte es wahrscheinlich perfekt als „abschreckendes Beispiel“ für Teenies mit Kinderwunsch nehmen können…

Zuhause: Kind heult und plärrt, sieht (ohne Mist!) alle 20 Sekunden etwas Neues, was sie gerade UNBEDINGT haben will. Okay, sie infektet gerade auch mal wieder, hat Husten und Rotz, aber anstrengend ist es trotzdem. Zum Schluss hat sie nur noch heulend nach irgendwelchen Sachen verlangt… Noch dazu hatte ich gerade fiese Kreislaufprobleme. Das war echt mehr als unschön und ich dachte kurzzeitig: „So. Jetzt bekomme ich gleich einen hysterischen Heulanfall“.

K. kommt nach Hause. Kind stoppt auf der Stelle das Geflenne und ist Sonnenscheinkönigin. War ja klar.

Dann also einkaufen… (bitte jetzt die ersten fünf Sekunden abspielen:)

Nachdem wir den Laden betreten haben und die Sache mit dem Einkaufswagen geklärt war („Mine Warrä! Mine Warrä!! Mine Warrä!!!“), ging’s zu Milch und Käse: „Mine Mis! Mine Mis aaaf! Miiis aaaf! Miiis aaaf“ (Schokomilch aufmachen SOFORT!) – das dann wiederholt mit Käse, Wurst, Riegel, Toast, Keksen, Schokolade und zwar NONSTOPP. Die Leute im Supermarkt haben uns ALLE mitleidig angeguckt! Wir sind aber echt cool geblieben *unsaufdieschulternklopf* mittlerweile können wir das. Neben dem lustigen „Rein in den Wagen – Raus aus dem Wagen“-Spiel kam dann beim bezahlen an der Kasse das unschlagbare Highlight:

Wir räumen die Waren aufs Band, P. hatte mittlerweile einen Kakao im TetraPack mit Strohalm ergattert und stand vorm Kassenbereich. Wir sind am einräumen und bezahlen. Und was passiert, wenn man mal eine Minute nicht aufpasst?? Ich höre K. nur rufen: „P.! Was machst DUUUU denn da?“ …… Das P. steht freudestrahlend mitten im Eingangsbereich vom Supermarkt, drückt seelenruhig den Kakao aus der Packung und verteilt ihn im Wechsel auf ihre Schuhe, den Boden und die Wand *LACH*

Danach stürzte K. zu ihr, schnappt sich denn Lappen aus dem zufällig daneben stehenden Eimer und fängt gerade mit dem Fuß an die Suppe aufzuwischen als uns die Kassiererin freundlich darauf hin weist, dass das ein Tischtusch ist… huächem…

Icksachjetztmalnüschtdazu… ;)))

Und dann hab ich die Woche noch das hier gefunden und wollte es euch nicht vorenthalten:

elterngeschichten

(Quelle: http://9gag.com/gag/588222)

In diesem Sinne wünsche ich euch noch eine schöne Woche und starke Nerven ;)

Interessiert mich gerade…

Ich komme leider nach wie vor viiiiiel zu selten dazu, alles zu lesen, was ich gern lesen würde :-( Was aber auch daran liegt, dass es online einfach viel zu viel gibt, was ich gern lesen wollen würde.

Achguckmalan: 20 Monate

Das P. wird bald 20 Monate alt!

Merkt ihr was?

Also ich merke ganz deutlich was… 20! 2-0!! Es steht jetzt eine ZWEI vorne!!!

Das heißt für mich jetzt ganz klar und unausweichlich: Das Kind bewegt sich straight in Richtung „Ich knacke die ZWEI-Jahre (und bin dann einhundertprozentig kein Baby mehr)“-Grenze. (An dieser Stelle bitte das (insbesondere für Nicht-Eltern) endlos nervige, aber irgendwie oft unvermeidbare „Kinder, wie die Zeit vergeht“-Gelaber einfügen.) Ich sage nur kurz: Und achherrje… Sie hat sich wirklich wahnsinnig verändert! Besonders in letzter Zeit fällt mir das extrem auf.

Bevor ich euch damit zusülze, was das P. jetzt alles bahnbrechendes macht und kann, aber erst eimal noch ein bisschen HSQ (Hirn-Status Quo) meinerseits:

In letzter Zeit gab es hier einige kleine und große Alltags-Dramen, oftmals ausgelöst oder wenigstens beschleunigt von einer (dicker Fingerzeig in meine Richtung) ziemlich hysterischen MirfälltjetztkeinepassendeBezeichnungdafürein. Ich hab echt Stress gemacht und mein nervige Grübeldenken mal wieder nicht im Griff. Es wird echt Zeit, dass ich wieder in die Uni kann und der Kopf Aufgaben von Externen bekommt, sonst knallt hier irgendwann echt noch eine Sicherung durch.

Was mich gerade alles so nervt:

Es nervt mich, dass dieses Jahr kein Urlaub drin ist. Es nervt mich, dass es in diesem Land so schwierig ist, gut zu konsumieren. Es nervt mich, dass mein LAG (Lebensabschnittsgefährte. Ich WEIGERE mich vehement gegen Bezeichnungen wie „mein Herzallerliebster“ oder „mein Knuselwusel“ oder „Supermann“ – weil er das ja vielleicht manchmal, aber oft auch nicht ist) viel zu oft viel zu wenig Lust hat, mit mir ausgiebig über emotionale Introspektive-Themen zu schwafeln. Es nervt mich, dass ich mich nicht auf eine Sache konzentrieren kann. Es nervt mich, dass es draußen so warm ist. Es nervt mich, dass ich zuuuu viel im Internet rumgurke und den ganzen Tag sinnloses Zeug lese, sodass ich abends selten Bock habe mal „was richtiges“ zu lesen. Meine Panikmache nervt mich. Mein nicht im Jetzt leben können nervt mich.

Dass mein LAG gerade DER SUPERHELD für das P. ist nervt mich irgendwie auch und gleichzeitig nervt es mich, dass ich mich davon nerven lasse, anstatt zu genießen, dass ich dadurch mehr Freiräume habe, weil sie mal an ihm klebt. Aber sie ist irgendwie so „unfreundlich“ zu mir… Da hätten wir ja auch schon einen netten Übergang zum Thema…

So ist mein Kind mit (fast) 20 Monaten:

Das P. ist etwa 86 cm groß (als mehr als halb so groß wie ich! wtf?!?), wiegt knapp 11 kg und hat Schuhgröße 22. Obwohl sie mit ganz schön dunkelbraunen Mutzeln auf die Welt kam, sind ihre mittlerweile schulterlangen Fritzel-Haare jetzt ziemlich blond. Fritzel-Haare deshalb, weil die nach dem Schlafen immer so „fritzelig“ sind, fast als wären sie „gekreppt“.

Sie schläft nach dem Abendritual (Abendessen, eine Folge Sandmann gucken, ins Bad gehen und Bobo Siebenschläfer hören (jetzt hört sie wirklich zu und spricht mit), waschen/baden, Zähneputzen, Töpfchen, Windeln, Spiegelbild Tschüss sagen, Geschichte lesen, Bett + Spieluhr) durch – meistens von etwa 20:00 (momentan aber später, weil’s so heiß ist) bis um 9. Sonst ist sie eigentlich meistens ganz witzig drauf, kriegt richtige Lachanfälle und albert mit uns rum. Wenn ihr etwas nicht passt, wird sie seit neuestem theatralisch wütend mit Augen zusammenkneifen, „uahhäää“ knatschen und beide Hände fäusteballend in die Luft streckend O.o In der KiTa ist sie eher zurückhaltend, lieb und ruhig, obwohl sie uns Zuhause echt oft ein Ohr abkaut.

Was das P mit 20 Monaten so (anders) macht (als vorher):
  • einige Wörter, die sie schon lange für bestimmte Sachen benutzt, verändert bzw. „verbessert“ sie jetzt
    „Ti“ (Trinken) heißt jetzt „Tinken“
    „Saba“ (Sandmann) heißt jetzt immerhin schon „Sambdman“
  • sie erkennt sich selbst im Spiegel – also sie weiß, dass das im Spiegel sie ist (wenn ich ihr ’nen Klecks auf die Nase macht, fasst sie sich an die eigene Nase)
  • sie fühlt mehr mit… Sie stellt fest „Mama / Bobo / Beebi wein“ (Jemand weint) oder „Bobo lach“ (Bobo lacht) und guckt dementsprechend traurig oder freundlich
  • sie merkt sich Sachen (z.B.: Hinten im Hof gibt es eine Rutsche und eine Schaukel, wenn wir zur Vordertür reingehen wollen, fordert sie „Rutsä! und zeigt nach hinten)
  • sie spricht von sich selbst als „Mine“ („Mine Sambdman guggä?!“)
  •  sie spielt häufiger richtig mit anderen Kindern und freut sich dabei einen Ast ab ♥
  • sie hat jetzt feste Gewohnheiten und besteht auch darauf  (besteht auf ihre „Deggä“ beim schlafen und weint, wenn sie die nicht hat (wollte sie mal weg lassen, weil’s so warm ist))
  • sie fängt an Adjektive u.ä. zu benutzen. Gerade ist z.B. „groß“ in: „goße Tommäl – goße Audo – goße Fara – goße Löbbel“ / und zwei: „swei bumä – swei löbbel“
  • sie fütter „Änddä“ und „Mannt“ beim Essen mit
  • sie sagt häufiger gezielt „Dangä“ in  Situationen, in denen sie was will oder vor Fremden
  • sie beginnt uns bewusst zu ignorieren, wenn wir sie rufen, wenn es für sie nicht „interessant“ genug ist
  • sie quatscht ALLES nach
  • sie antwort auf Fragen wie „Wollen wir ins Bad gehen“ freundlich aber bestimmt mit „Nee“ ;)
  • sie liebt Straßenbahnen („Baaaaaaaa“ und winkt!)
  • Papa = Held (Mama = normal)
Was das P. mit 20 Monaten am liebsten isst:
  • Fruchtriegel („Rira!“)
  • Wurst („Wuss“) -.-
  • Kuchen („Kucha“)
Was das P. mit 20 Monaten am liebsten spielt:
  • Murmeln in verschiedenen Größen von einem Gefäß in ein anderes tun („goße Mumä“)
  • in ihrer Decken-Höhle hinter’m Kinderbett krabbeln und Bobo Siebenschläfer hören
  • Deckel auf irgendwelche Dinge machen
  • Holzpuzzle mit Autos
  • Duplo kommt langsam
  • Lieblingsbuch Einer mehr („Eine mea“) und „Ein Tag mit Petzi
Lieblingsworte der P.:
  • Mama / Papa / Oma / Obba etc. lieb
  • Sambdman guggä
  • Mama / Papa sitz (und tippt dabei neben sich -> wir sollen uns hinsetzen)
  • Mama saugäl! Mama hui! (Ich soll mit ihr schaukeln und „hui“ machen ;) )
  • Mine Hunga! Mine Kisse! Mine Essä! (Hunger > Küche > Essen!)
  • Mama Pulla (;))
  • Mume (Blume)
  • Bebi Kacke weg! (der Puppe eine neue Windel ummachen)
  • Euerberaudo (Feuerwehrauto)
  • Mala (Stift)
  • Höllä! (Höhle)
  • Deggä su (Deckel zumachen)
  • BizzBazz (Spielplatz)

Hier (klick!) habe ich ausnahmsweise mal eine Reihe von P-Bildern gepostet, auf denen man ihre Veränderung so schön sehen kann. Wer das sehen möchte, kann mir gerne eine PW-Anfrage an moody2366@googlemail.com schicken :)

Momentan ist das mit dem ständig beschäftigt werden wollen und dem Rumgetrotze nicht mehr so schlimm. Eigentlich kommen wir im Moment echt gut klar. Aber diese Woche war K. auch komplett Zuhause, eine Woche allein als Kinderclown finde ich schon anstrengend… Ich ärgere mich in letzter Zeit häufig, dass es so wenig gibt, was man mit Kleinkindern in der Stadt  machen kann. Das geht ja alles irgendwie erst ab 3 los. Ich habe einfach keinen Lust jeden Nachmittag auf den Spielplatz zu gehen…

Was macht ihr so nachmittags mit euren Kindern?

Blogempfehlungen Elternblogger

Aus gegebenem Anlass: Welche bloggenden Eltern lest ihr am liebsten / gerne / regelmäßig?

Weil ich einen neuen (Rechner) habe und deshalb alles – inklusive meinem BlogReader (Vienna for Mac) – neu einrichten möchte und muss, wollte ich mich mal auf den aktuellsten Stand bringen. Meine Favoriten seht ihr ziemlich aktuell in der <—— Blogroll.

Und: Wie heißt „das“ eigentlich??

Mütterblog?
Mamablog
Mom Blog?
Elternblog?
Bloggende Mütter/Eltern?
Babyblog
Kinderblog?
Blog über Kinder?
Blog über Elternschaft?

Wie nennt ihr das?

Situation der Mütter weltweit

Eine ziemlich sehenswerte Fotostrecke zum Thema „Situation der Mütter weltweit – zwischen Hebamme und Hunger“ gibt es zur Zeit auf sueddeutsche.de.

Situation der Mütter weltweit

Mutter mit krankem Kleinkind auf dem Weg zu einem Flüchtlingscamp südlich der Hauptstadt Asmara (Bild: AP 13. Mai 2012, 14:36)

Teasertext der Bildreihe:

„Unterernährung, mangelnde Bildung, zu wenig Gesundheitsversorgung und kaum Verhütungsmöglichkeiten: Der schlechteste Ort der Welt für Mütter ist Nigeria. Das hat die jährliche Studie der US-Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ mit 165 Ländern ergeben, in der Norwegen am besten abschneidet.“

(wobei „der schlechteste Ort der Welt“ eine eher fragwürdige Bezeichnung ist?)

Weiß jemand, ob es einen guten Bildband mit sehenswerten Fotos von Müttern gibt?

Jesper, welches Juul?

Welches der Bücher von Jesper Juul könnt ihr mir am ehesten als Lektüre empfehlen?

Vor allem würde ich gerne das fordernde Wesen von Kleinkindern besser hintersteigen. Ich weiß, dass mir logische Erklärungen (für das manchmal „unlogisch“ wirkende Verhalten meines Kindes) sehr, sehr helfen. Mich interessiert, wie man sein Kind möglichst „unverkrampft“ einfach sein lässt und dabei trotzdem entscheidende Grenzen setzt (und die Nerven behält).

Was haltet ihr von dem Familientherapeuten? Habt ihr die Bücher gelesen? Findet ihr sie gut oder Mist? Interessiert euch die theoretische Seite überhaupt oder findet ihr das Schwachsinn? Sagt mal! ;)

(Ja! Tatsächlich! Obwohl ich nicht alles unbedingt „perfekt“ machen möchte und keinesfalls eine perfekte Maaaaammiiiii sein möchte, habe ich fast Panik, mein Kind zu „versauen“ – nicht für die Wirtschaft, nicht für die Gesellschaft, sondern vor allem für sich selbst. Ich möchte das, was ich tun kann dazu beisteuern, dass mein Kind später mal mit sich klarkommt. Ich will das nicht versemmeln, einfach nur, weil ich nicht richtig nachgedacht habe….)

((Edit: Wie viele Fehler kann man eigentlich in eine erste, unbedachte Veröffentlichung eines kurzen Blogartikels einbauen??)) 

Erziehungsfragen (3): Fordern, Verlangen, Drängen

(Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, denn irgendwie ähnelt es diesem Thema (klick!), aber es muss einfach noch einmal sein und irgendwie ist das Thema ja auch ein Dauerbrenner bei Kleinkind-Eltern…

Ich bin derzeit ziemlich schnell überspannt. Das liegt vermutlich daran, dass ich mit dem Kopf bei ganz vielen Sachen bin – Studium, Arbeit, Nachhaltigkeit, Beziehungskram, Problemchen – und zu wenig bei meinem Kind. Das P. ist jetzt 19 Monate alt.

Ich weiß nicht, ob es wirklich daran liegt, dass sie mitbekommt wie schwer es mir manchmal fällt, mich auf sie zu konzentrieren und meine (intellektuellen?) Bedürfnisse und Gedanken ihrem Spiel und ihrem Willen unterzuordnen. Ich würde mich im Moment einfach lieber ausgiebig mit „Erwachsenen-Themen“ beschäftigen als auf Spielplätze zu gehen und rumzublödeln. Ich tue das natürlich trotzdem und ich gebe mir Mühe den Kinderkram zu genießen, aber im Moment fühlt es sich für mich halt häufiger als sonst (natürlich nicht immer!) auch nach Mühe an. Und ich habe ein schlechtes Gewissen deswegen.

In den letzten Tagen ist das P. auf jeden Fall vergleichsweise unausgeglichen und FORDERND. Und das ist genau das Thema. Von meiner komischen Laune mal abgesehen, die dafür eventuell mitverantwortlich ist, hat sie immer mal solche Phasen, in denen sie viel fordernder ist als in anderen. Und das ist ja auch normal für ein Kleinkind in dem Alter, nehme ich an. Aber ich frage mich trotzdem oft, wie man denn nun damit umgeht.

Das P. verlangt in solchen Phasen jede Minute nach etwas anderem. Unter anderem: „Tuuus!!“ (Toast) – „Ti! Ti! Ti“ (Trinken) – „Dogguuu!“ (Joghurt) – „Miiiis!“ (Milch) – „Rira!“ (Riegel) – „Bösn“ (Brötchen) – „aaaaauf!“ (der/die/das aufmachen) – „suuuuu“ (zumachen) – „Budda dauuuf!“ (etwas aufs Brot schmieren) – „Saba guggä!“ (Sandmann gucken) … In etwa dieser Reihenfolge, immer lautstark, immer sofort und immer schon halb brüllend-weinend-zeternd. Klar, die Feinheiten bzgl. des Tonfalls checkt so ein kleines Kind noch nicht, ABER:

Kann mir bitte irgendjemand verraten, was man tun soll, wenn die Nerven das an dem ein oder anderen Tag einfach nicht mehr mitmachen wollen ? ? ?

Wie geht man damit um, dass ein Kleinkind STÄNDIG etwas haben will? Ständig etwas anderes, oft etwas unerreichbares oder wahlweise unmögliches… Ständig diese Wutanfälle, wenn man dem Fordern nicht unmittelbar nachkommt. Ständig dieser Lautstärkepegel…

Erster Gedanke: Versuchen abzulenken. Gut. Das klappt auch manchmal.

Aber was ist mit den Tagen, an denen es definitiv nicht klappt (was bei uns an 9 von 10 Tagen der Fall sein dürfte)?

Wie reagiert man am sinnvollsten, wenn das Kind andauernd lautstark etwas anderes willwillwill – gefühlt rund um die Uhr – sodass keine wirkliche „Aktivität“ mehr möglich geschweige denn schön ist? Wenn es Kind dann brüllt (und zwar immer und immer wieder) und es sich auch nicht ablenken lässt? Wenn es an einem rumzerrt und anfängt zu hauen, weil man dem Willen nicht nachkommt? Wenn man den darauffolgenden Ausraster nach dem 50. Mal an dem Tag einfach nicht mehr erträgt, selbst wenn man die Bedürfnisse des Kindes im Prinzip verstehen kann (und man es deshalb nichtmal „guten Gewissens“ sowas wie bestrafen kann)?? Was ist, wenn man nicht mal mehr ausreichend starke Nerven hat, das Gebrüll zu ignorieren????

DARF MAN DANN ZU DEM KIND SAGEN:

„HÖR MAL ZU, DU KLEINES, EINGEBILDETES, GRÖßENWAHNSINNIGES ETWAS! ICH BIN NICHT IRGENDEIN PLÖPPS, KEIN WUNSCHERFÜLLUNGS-AUTOMAT UND AUCH NICHT DEIN BUTLER, ICH BIN DEINE MUTTER! UND DAVON HAST DU NUR EINE, ALSO SOLLTEST DU ES DIR VERDAMMT NOCHMAL NICHT MIT MIR VERSCHEIßEN! ICH HABE DICH NEUN MONATE LANG IN MEINEM KÖRPER MIT MIR RUMGESCHLEPPT, MIR MEINE FIGUR RUINIERT, MIR VON DIR IN DIE BRÜSTE BEIßEN LASSEN UND ICH VERZICHTE JETZT SEIT 2 JAHREN AUF FAST ALLES, WAS ICH EIGENTLICH GERNE MACHEN WÜRDE! DEINE BEDÜRFNISSE, DEIN TAGESABLAUF, DEIN SCHLAFBEDÜRFNIS, DEIN APPETIT, DEINE GESUNDHEIT UND DEINE TAGESFORM BESTIMMEN A-L-L-E-S UND AN 364 VON 365 TAGEN HABE ICH KEIN PROBLEM DAMIT! DU BIST KLEIN. DU DARFST FORDERN, DU DARFST WOLLEN, DU DARFST MÜSSEN UND SCHREIEN UND BRÜLLEN UND ZETERN UND NERVEN UND NICHT SCHLAFEN UND NICHTS ESSEN WOLLEN UND EINSCHEIßEN… ABER JETZT R – E – I – C – H – T’S MIR GERADE MAL!!!! ICH HABE GERADE EINFACH AUSNAHMSWEISE MAL DIE SCHNAUZE VOLL UND ICH WILL JETZT AUCH MAL WAS: UND ZWAR DEIN VERDAMMTES GEBRÜLL NICHT MEHR HÖREN!!! KÖNNTEST DU ALSO BITTE SO FREUNDLICH SEIN UND MICH NUR MAL FÜR FÜNF MINUTEN IN RUHE LASSEN???? GEHT DAS???? DANKE!!

………

……

….

..

Heeeeeeey… Mama hat dich trotzdem lieb. Du brauchst jetzt nicht weinen, mein Schatz… Och, Bärchen, komm mal her…“

Also. Ich bin – wie immer – sehr dankbar für Ideen eurerseits, wie man an einem „IchwillIchwillIchwillIchwillMaaaaaamaaaaaaaaaaaaaa“-Tag mit seiner eigenen Überreiztheit klarkommt und wie man auf das ständige Fordern des Kindes (am besten total pädagogisch wertvoll) reagiert.

BITTE!

Halbwegs vernünftig (Genuss und Nachhaltigkeit)

Aufgrund meiner derzeitigen Lektüre (klick!) habe ich ein wenig an meiner „Fair Leben!“-Seite rumgeschraubt. Guckt ihr hier!

Hat jemand Buch-/Seiten-/Blog-/Dokuempfehlungen für mich?

Wie wichtig sind euch die Themen? Ist vielleicht die/der ein oder andere sogar ehrenamtlich für eine Organisation tätig? welche Rolle spielen Fairtrade, Nachhaltigkeit und Welt-Missstände in eurem persönlichen Leben?

Ich beschäftige mich derzeit viel mit Themen rund um die Gedanken: „Ich will nicht auf Kosten anderer Leben und ich will mich nicht (von Industrie und Wirtschaft) verarschen lassen“ und versuche da ein bisschen mehr Wissen anzuhäufen.

Auslöser für meine Beschäftigung damit war zum einen die Geburt von P. – weil ich plötzlich das Bedürfnis nach schadstoffarmer Kleidung und schadstoffarmen Lebensmitteln hatte – und zum anderen meine (mit der Schwangerschaft einhergehende) Sinnkrise nach der Auflösung meiner Band, die bis dato mein Lebensinhalt war. Da haben sich Abgründe aufgetan.

Mir ging und geht es so, dass ich, sobald ich mich einmal angefangen hatte mit diesen Themen auseinanderzusetzen, nicht mehr „einfach so weitermachen“ konnte wie vorher. Ich wusste plötzlich, dass wegen meiner verdammten H&M-Jeans womöglich unterbezahlte Arbeiter aus Bangladesch eine noch (!) kürzere Lebenserwartung haben und das Etikett in meinem Shirt vielleicht von einer 13-Jährigen eingenäht wurde, die 18 Stunden am Tag als Näherin arbeiten muss anstatt in eine Schule zu gehen, damit ihre Familie nicht verhungert. Ich wusste plötzlich, dass haufenweise Ackerflächen durch den Einsatz von tonnenweise Chemikalien beinahe oder gänzlich brachliegen und dass diese Chemikalien nicht zuletzt in meiner Kleidung oder meinem Essen landen.

Ich hatte plötzlich das Bewusstsein, dass diese ganze globalisierte Weltwirtschaft hinten und vorne nicht funktioniert. Es hat mich wahnsinnig erschrocken (und das tut es nach wie vor), dass es sehr viel schwieriger ist, in einem „reichen Industrieland“ wie Deutschland halbwegs „vernünftig“ und möglichst nicht auf Kosten anderer zu konsumieren als mit seinem Verhalten und Kaufen viele, viele Menschen auf der ganzen Welt auszubeuten. Manchmal hab ich das Gefühl, es ist nahezu unmöglich und das „Was soll ich als Einzelne schon gegen diese enorm großen und verstrickten Missstände tun“-Gefühl erschlägt mich oft fast.

Seitdem MUSS ich mich immer wieder damit beschäftigen. Und ich WILL aktiv etwas tun, weil ich mich wirklich und tatsächlich (ganz aus mir selbst heraus und ohne, dass da jemand Externes Überzeugungsarbeit leisten musste) schuldig dafür fühle, dass „schmutziger Konsum“ hierzulande so verdammt normal ist und man fast nicht drum herum kommt.

Mein „neuer“ Berufswunsch hängt damit zusammen. Ich will etwas Sinnvolles tun. Also habe ich mir in den Kopf gesetzt eine KiTa bzw. eine alternative Betreuungsform (zwischen KiTa und Familienzentrum) auf die Beine zu stellen, in der (unter anderem) „Nachhaltigkeitserziehung“ eine entscheidende Rolle spielen soll. Deshalb will ich ab Herbst Erziehungwissenschaften studieren.

Ich möchte aber gerne jetzt schon aktiv etwas gegen diese Missstände unternehmen, mich engagieren, einbringen… Ich bin also für Hinweise und/oder Vorschläge eurerseits mehr als dankbar!