Halbwegs vernünftig (Genuss und Nachhaltigkeit)

Aufgrund meiner derzeitigen Lektüre (klick!) habe ich ein wenig an meiner „Fair Leben!“-Seite rumgeschraubt. Guckt ihr hier!

Hat jemand Buch-/Seiten-/Blog-/Dokuempfehlungen für mich?

Wie wichtig sind euch die Themen? Ist vielleicht die/der ein oder andere sogar ehrenamtlich für eine Organisation tätig? welche Rolle spielen Fairtrade, Nachhaltigkeit und Welt-Missstände in eurem persönlichen Leben?

Ich beschäftige mich derzeit viel mit Themen rund um die Gedanken: „Ich will nicht auf Kosten anderer Leben und ich will mich nicht (von Industrie und Wirtschaft) verarschen lassen“ und versuche da ein bisschen mehr Wissen anzuhäufen.

Auslöser für meine Beschäftigung damit war zum einen die Geburt von P. – weil ich plötzlich das Bedürfnis nach schadstoffarmer Kleidung und schadstoffarmen Lebensmitteln hatte – und zum anderen meine (mit der Schwangerschaft einhergehende) Sinnkrise nach der Auflösung meiner Band, die bis dato mein Lebensinhalt war. Da haben sich Abgründe aufgetan.

Mir ging und geht es so, dass ich, sobald ich mich einmal angefangen hatte mit diesen Themen auseinanderzusetzen, nicht mehr „einfach so weitermachen“ konnte wie vorher. Ich wusste plötzlich, dass wegen meiner verdammten H&M-Jeans womöglich unterbezahlte Arbeiter aus Bangladesch eine noch (!) kürzere Lebenserwartung haben und das Etikett in meinem Shirt vielleicht von einer 13-Jährigen eingenäht wurde, die 18 Stunden am Tag als Näherin arbeiten muss anstatt in eine Schule zu gehen, damit ihre Familie nicht verhungert. Ich wusste plötzlich, dass haufenweise Ackerflächen durch den Einsatz von tonnenweise Chemikalien beinahe oder gänzlich brachliegen und dass diese Chemikalien nicht zuletzt in meiner Kleidung oder meinem Essen landen.

Ich hatte plötzlich das Bewusstsein, dass diese ganze globalisierte Weltwirtschaft hinten und vorne nicht funktioniert. Es hat mich wahnsinnig erschrocken (und das tut es nach wie vor), dass es sehr viel schwieriger ist, in einem „reichen Industrieland“ wie Deutschland halbwegs „vernünftig“ und möglichst nicht auf Kosten anderer zu konsumieren als mit seinem Verhalten und Kaufen viele, viele Menschen auf der ganzen Welt auszubeuten. Manchmal hab ich das Gefühl, es ist nahezu unmöglich und das „Was soll ich als Einzelne schon gegen diese enorm großen und verstrickten Missstände tun“-Gefühl erschlägt mich oft fast.

Seitdem MUSS ich mich immer wieder damit beschäftigen. Und ich WILL aktiv etwas tun, weil ich mich wirklich und tatsächlich (ganz aus mir selbst heraus und ohne, dass da jemand Externes Überzeugungsarbeit leisten musste) schuldig dafür fühle, dass „schmutziger Konsum“ hierzulande so verdammt normal ist und man fast nicht drum herum kommt.

Mein „neuer“ Berufswunsch hängt damit zusammen. Ich will etwas Sinnvolles tun. Also habe ich mir in den Kopf gesetzt eine KiTa bzw. eine alternative Betreuungsform (zwischen KiTa und Familienzentrum) auf die Beine zu stellen, in der (unter anderem) „Nachhaltigkeitserziehung“ eine entscheidende Rolle spielen soll. Deshalb will ich ab Herbst Erziehungwissenschaften studieren.

Ich möchte aber gerne jetzt schon aktiv etwas gegen diese Missstände unternehmen, mich engagieren, einbringen… Ich bin also für Hinweise und/oder Vorschläge eurerseits mehr als dankbar!

5 Kommentare zu “Halbwegs vernünftig (Genuss und Nachhaltigkeit)

  1. Über Veganversände bestellen- wird zwar zum Großteil auch in Bangladesh und so produziert, aber eben unter fairen und sowohl für Mensch und ArbeiterIn schadstoffreien Bedingungen. UND diese Kleidung ist auch recht robust, d.h. nicht (!!) für diese Wegwerfbewegung konzipiert.

    Grüße

  2. Pingback: Kita-tatataaaa… (Engagement und so) | BABYKRAM & KINDERKACKE

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