Und dann war da noch…

… meine Tochter.

Im „echten“ Leben kommt sie natürlich nicht so kurz wie hier im Blog, in letzter Zeit. Tatsächlich nutze ich aber oft die Zeit, die mir dann mal bleibt zum Nachdenken über anderes. Das ist ja das, was mir tagsüber oft fehlt, weil man vom Schreibtisch direkt in die KiTa hastet und dann nachmittags und abends vorrangig Kinderbespaßung betreibt.

Also: Wir haben August und das P. ist morgen ziemlich genau 22 Monate alt. Und ja, sie hat sich schon wieder verändert. Aber sowas von…

Das P. mit 22 Monaten – Eckdaten:

  • Größe: ca. 88 cm
  • Schuhgröße: 23 cm
  • eigener Wille auf einer Skala von 1 (schwach) bis 10 (stark ausgeprägt): 5-8

Was sie jetzt neuerdings so macht:

Sie bewertet Situationen. Sie sagt zum Beispiel „Mensch“, wenn sie etwas umwirft, auskippt, rumschmiert, anmalt und genau weiß, dass wir das Mist finden. Sie sagt „nis slimm“, wenn sie hinfällt. Sie hat Angst und merkt sich bzw. erinnert sich an beängstigende Situationen… Letztens gab’s einen heftigen Wolkenbruch und K. und sie sind ganz nass geworden… Das hat sie schwer beeindruckt, aber auch beängstigt. Seitdem: „Mama! Regen! Ristis dolle! Alles nass! Alle beide!“ Sie sagt dann im übrigen auch „Angst haben!“.

„Jaaaaaaaaaaaa!“ – Sie freut sich in bestimmten Situationen unübersehbar einen Ast ab. Zum Beispiel, wenn wir sie von der KiTa abholen oder sie mal irgendwas in der Glotze gucken darf. Das ist vielleicht süß *. .*

Sie benutzt unbestimmte Artikel. Und zwar so richtig: „Eine Gabel“ – „Ein Messer“ – „Ein Ball“ – „Ein Zuhg“. Überhaupt: REDEN! Mittlerweise benennt sie eigentlich so ziemlich alles irgendwie und oft auch „richtig“. Ansonsten finde ich den Kindermund aber nach wie vor sehr entzückend und hoffe, dass es davon noch ganz viel geben wird…

Ich ist ich ist ich ist meins… Wir sind auf jeden Fall deutlich in der „Is auch“ – „Leine machen“ – „Meine“ – „Haben“-Phase angekommen. Insbesondere in Situationen mit anderen Kids zeigt sich das ganz deutlich. Außerdem hat sie so merkwürdige Anwandlungen: Wenn ein Kind sie „plötzlich“ berührt – egal ob besonders unsanft oder nicht – kreischt sie wahnsinnig laut und fängt an zu heulen. Das ist z.B. so eine Sache, die mich echt ganz schön nervt und die ich mir auch nicht erklären kann. Warum macht sie das? Sie spielt ansich ja trotzdem mit anderen Kindern. Aber da tickt sie regelmäßig aus. Sowohl nachmittags, wenn wir mit anderen Kids unterwegs sind als auch in der KiTa. Seltsam. Immerhin sagt sie aber jetzt auch „NEIN! Will nis!“, was ich ziemlich praktisch finde.

„Mama helf dia“ – Ich soll ihr bei irgendwas helfen. Ist ’ne ziemlich süße Art der Aufforderung, wie ich finde.

Irgendwie fing sie plötzlich mit „Mami“ statt „Mama“ an und auch mit Papi, Omi, Opi… Fragt mich nicht.

Rituale: Abends zieht sich jetzt noch länger… Essen, Sandmann gucken, kurz ein Abstecher in ihr Zimmer, Bad, Badewanne/Waschen + Musik hören (Ella Fitgerald („Horch! Siiik!“), Fréhel („Oma singt“)

dann in ihr Zimmer, Buch aussuchen, Buch vorlesen, „bissen kuseln“ und dabei singen, „deine bett gehn“, hinlegen, DIE Decke!, Otto (Spieluhr) anmachen, Mimi oder „Monstakissen“ zum Kuscheln, Kuss und – puuuuh – fertig. Hat sich einfach so ergeben ;-)

Die letzten vier Backenzähne kommen derzeit raus… „Mama weh! Hier! Und hier auch!“

Und sonst?

Wir sind jetzt so richtigrichtig in diesem typischen Kleinkind-Ding angekommen, glaub ich. Meistens findet sie alles total spannend. Sie klettert überall drauf (gerne auch mal über Stühle und Heizung zum OFFENEN (!) Dachfenster), malt alles an, will alles aufmachen, anfassen, „haben“. Wenn nicht = Stress. Wenn Dinge nicht gehen, die sie sich in den Kopf gesetzt hat = Drama (Beispiel? Wir haben jetzt ’ne Matroschka und es ist jedes Mal ein riesiges Problem, dass man die kleinste „tolle Püppi“ nicht aufmachen kann…). Manche Sachen will sie einfach partout nicht, why ever: Heute morgen wollte sie weder Hose noch Jacke anziehen. Und ihre HotteHü-Tasche, die sie seit neuestem ständig mit sich rumschleppt, musste auch auf jeden Fall mit in die KiTa. Sonst: Verweigerung. Momentan finde ich das meistens noch recht unterhaltsam. Mal sehen wie lange noch ;-)

★-Lieder

  • Backe, backe Kuchen (All-Time-Favourite)
  • Ringelrosen (Dank Dorobot, die wir im Juli besucht haben)
  • Alle meine Entchen
  • Alle Leut, alle Leut geh’n jetzt nach Haus‘
  • Hensel und Gretel
  • Bobo
  • Sandmann lieber Sandmann
  • Schlaf mein Kindchen

Im übrigen komme ich mit eben oben erwähnter Bespaßung mittlerweile besser klar. Ich nehme mir gar nichts anderes mehr vor in der Zeit, sondern stelle mich darauf ein, meine Nachmittage mit meiner Tochter zu verbringen. Meistens finde ich das auch richtig gut. Sollte mein Kopf dabei doch mal wieder abdrehen, weil Kind oder ich anstrengend drauf sind, hilft mir zum einen Jesper (bin immer noch bei „Das kompetente Kind“ – so viel zu meiner Lesegeschwindigkeit) und zum anderen ein anderer Blickwinkel. Immer dann, wenn ich merke, dass mein Kind mir auf den Sack zu gehen droht, wechsle ich „einfach“ die Perspektive und versuche mich schnell raus aus der Mutter und hin zu einer eher geschwisterlichen Sichtweise zu katapultieren. Klappt erstaunlich gut. Das Kind einer Freundin oder meines Bruders würde ich ja auch nicht anraunzen, nur weil es typische kindermäßige Sachen macht. Dann kann ich viel besser entscheiden, was ich auch fernab vom Routine-Nerv scheiße finde und dann auch äußere (Saftbecher immer wieder auf dem Küchentisch entleeren zum Beispiel) und was halt nur meine eigene Genervtheit ist, die ich nicht an meinem Kind auslassen mag.

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