Über Vorzeigetum und Geschwistergedanken

5 Tage waren wir in der tschechischen Pampa, um den Teil der Familie zu besuchen. Ewig lange Zugfahrten bei glühender Hitze, viele fremde Gesichter und eine unbekannte Sprache inklusive. Vor der Reise haben wir uns echt Gedanken gemacht, wie das P. das so mitmachen wird. Mit Bravour.

Kleine Kinder sind anscheinend doch echt belastbarer als ich oftmals so denke. Man muss sie einfach mitnehmen, mitmachen lassen und sie einbinden. Das P. ist ja eh immer ausgeglichener, wenn viel Action ist. Sie wird eher „unangenehm“, wenn nichts los ist und sie sich langweilt. Auf jeden Fall war und bin ich schwer begeistert von meinem Kind, das den ganzen, teilweise echt anstrengenden Trip sehr gut mitgemacht hat. Mit lachen und brabbeln und Leute bespaßen und all den Dingen, weshalb kleine Kinder halt Spaß machen. Woher kommen nur diese frohen Gemüter? Ist das vielleicht tatsächlich ein Zeichen dafür, dass wir (bisher) nicht so viel „falsch“ gemacht haben?

Das P. ist total aufgeweckt und quatscht mit noch nicht einmal 2 schon wie ein Wasserfall. Neuerdings sagt sie „unser“ (unser Bad, unser Hause, …) und das finde ich schon echt weit. Wir haben einfach immer normal mit ihr geredet und nicht wie mit einem verblödeten Halb-Menschen oder für was auch immer Eltern ihre Kinder halten, die sie tagaus tagein mit so einem „Dutzi“-Gesäusel belatschern… Sie schläft wirklich, wirklich gut und zwar bis 8:30 morgens – und das schon seit Ewigkeiten. Ohne schreien lassen oder sonstige Dramen. Wir haben einfach von Anfang an abends feste Abläufe und die immer beibehalten bzw. leicht ergänzt oder verändert. Sie isst ein bisschen zu viel Süßkram, das müssen wir echt krampfhaft eindämmen und sie ist ein recht forderndes Kind… Aber ansonsten… Glück gehabt? Gut gemacht? Keine Ahnung.

Was mir aber auch wieder aufgefallen ist: Ich kann nicht so dauerhaft und ständig Kinderbespaßung machen. Ich will dann einfach mal ab und zu meinen Kopf wegbewegen von der Kinderaktion und hin zu meinen Sinnfragen bzw. der dazu passenden Lektüre. Unterwegs fiel mir das wieder extrem auf. Sowohl mein Bruder als auch K. halten die Kleinkindbespaßung länger und Buddha-mäßiger durch als ich. Ich hab darauf einfach irgendwann keine Lust mehr und versuche das mit „Mein Kind soll ja auch für sich oder mit Gleichaltrigen die Welt entdecken, ich find’s doof, sie andauernd zu bespielen“-Kram zu rechtfertigen. Manchmal bekomme ich die Quittung dafür: „Gibst du Mama deine Hand?“ – „Nein. Papi!“ Hm. Aber ich KANN und ich WILL einfach nicht dauernd… Ist das jetzt schlimm? Kümmere ich mich dann echt zu wenig direkt um sie? Muss ich dauernd, dauernd, dauernd total bei ihr und ihrem Kram sein? Ich bin mir da nach wie vor manchmal unsicher.

Und dann gibt es da aktuell noch so ein Thema im Kopf: Kaum hab ich den Studienplatz sicher – und auch aus anderem aktuellem Anlass – dreht sich das Gedankenkarussell ((jedes Mal muss ich googeln wie dieses blöde Wort geschrieben wird! K-A-R-U-S-S-E-L-L)) in eine andere Richtung… Japp, es ist: Die Geschwisterfrage. Es soll eins geben und das P. wird nicht jünger. Mein Bruder und ich sind 4 Jahre auseinander und das ist schon fast zu viel. Andererseits: Das P. ist gerade aus dem ersten gröbsten raus und ich bin froh, mich mal wieder anderen Dingen zuwenden zu können und freue mich auf mein Studium. Das dann gleich wieder unterbrechen für die Babyzeit? Und überhaupt: Ein Säugling? Jetzt ganz bald? Kann ich mir gar nicht vorstellen… Andererseits bin ich mir fast sicher, dass ich es in 10 Jahren lieber eher und damit näher zusammen gemacht hätte… Und wer weiß schon, wann und ob es noch ein 2. Mal so schnell klappt? Und dann kommen da auch noch solche Artikel

4 Kommentare zu “Über Vorzeigetum und Geschwistergedanken

    • Ich weiß nicht. Beim Lesen hatte ich schon auch Gedanken in die Richtung, weil das Ding nicht gut geschrieben ist, die Argumente extremst flach sind und, und, und…

      Aber ansich geht es mir um die hard facts: Jung Mutter werden ist nachweislich mit weniger Risiken verbunden. Junge Eltern sind oftmals entspannter im Umgang mit ihren Kids. Tatsächlich finde ich gerade den Punkt, dass Kinder für junge Eltern keine Krönung der eigenen Laufbahn sind, ziemlich wahr. Bei älteren Eltern (natürlich nicht bei allen!) hat man doch leider oft eben dieses Gefühl… Für mich hat dieser Weg viel richtiges…

      • hm… ich finde nur, jeder muss für sich entscheiden. so künstlich aufgebauter druck von außen, der die last wieder nur auf den frauen verteilt (die bösen alten mamas sind ja selber schuld am karrieretief!), echt verzichtbar. ebenso wie das oft zitierte anne-marie-slaughter-beispiel: die frau ist nach wie vor professorin!!! hört sich meiner meinung doch auch ein bisschen nach coolem job an. oder der part mit der verantwortung: junge eltern könnten die schwer übernehmen? wtf? ich finde, einen artikel, der erneut nur ein (anderes) lebenskonzept für frauen (!! männer? hallo?) vorgibt, zum speiben, und eben auch besonders wenn er im ressort feminismus/emanzipation liegt.
        lass dein gedankenkarussell nur kreisen, ist ja eine bedeutsame entscheidung, aber bitte nicht um artikel wie diesen :-) das meinte ich irgendwie – aber das klingt ja jetzt auch belehrend. phuu ….

  1. Och von der Ferne betrachtet……nicht lesenswert, ich habs gelesen aber mich anschließend um diese Zeitvergeudung geärgert. Lohnt nicht. Alleine darüber zu philosophieren welches Alter am besten ist und wer jetzt DIE besseren Karrierechancen hat, ist überflüssig.

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