Studieren mit Kind?

Ein Monat also noch bis zum Studium. Leise – okay manchmal auch laute – Bedenken schwirren mir im Kopf… Wie war das bei euch so mit dem Uni-Kind/Familie-Spagat? Hat’s gut geklappt? Habt ihr Geheim-Tipps und Achtung-Schreie für mich?

Mir schwirrt’s da so um:

  • Geld

Ich habe immer noch keinen BaFög-Bescheid. Und eigentlich keinen Bock auf die Rückzahlung, die mir dann in ein paar Jahren im Nacken hängt. Versuch 1 ein Stipendium zu bekommen ist in der letzten Etappe gescheitert. Da gäbe es zusätzlich zum BaFög-Satz noch 150 Euro für Bücher + extra Kinderzuschuss. Versuch 2 für ein Teilstipendium läuft. Info darüber bekomme ich Ende September. Nächste Versuche für Vollstipendium werden im 2. Semester – oder so – gestartet. Ich studiere nicht in meiner Stadt, sondern muss täglich pendeln zu beschissenen Tarifen. 110 Euro Semesterticket für die Stadt dort und jeden Monat um die 80 für die andere Hälfte der Strecke hier.

Und ich muss realistischerweise eingestehen: Wir leben über unseren Verhältnissen, bezahlen einfach zu viel Miete. Aber jetzt umziehen? Ich will in diesem Viertel bleiben. Und hier eine familientaugliche und bezahlbare Wohnung zu bekommen, ist echt nicht so easy. Ich mache mir Sorgen, wegen dem Geld. Weiß, dass neben Studium und P. kaum Zeit sein wird, richtig zu arbeiten. Und eine chronische Krankheit schleppe ich ja auch noch rum. Für die wäre das ein gefundenes Fressen.

  • Zeit

Wie wird das mit dem pendeln? Kriegen wir (ich und der Crohn) das auf die Reihe ohne durchzudrehen? Wird das mit K.s Arbeits- und P.s Betreuungszeiten klappen? Der Studiengang setzt viel auf Selbststudium. Schaffe ich das… rein zeitlich? Kommt das P. dann nicht zu kurz? 40 Stunden pro Woche soll man schon einplanen… motiviert bin ich auch. Aber dann seh ich wieder das P. vor mir… „Mama… Bilän?“

  • Druck

Ich kenne mich doch. Ich mach mich immer viel zu heiß, mir selbst zu viel Druck. Falls irgendein Stipendium klappen sollte, wird sich das noch erhöhen. Auch da wird das Bauchmonster sich freuen. („Juhu, die stresst sich, dann leg ich mal mit los!“) Werde ich es dieses Mal schaffen, halbwegs entspannt zu bleiben, meinen Fähigkeiten zu vertrauen? Immerhin bin ich nun doch ein paar Jahre und Erfahrungen älter und benehme mich hoffentlich nicht mehr so… seltsam.

  • Zukunft

Wir haben uns auf einen Zeitraum für Nr. 2 geeinigt. Ab Anfang nächsten Jahres werden wir das Thema angehen. Das fühlt sich richtig an, auch wenn sich der etwaige Studienabschluss dadurch wieder verschiebt. Aber ich denke, dass dieses erneute Babyjahr für mich in 10 Jahren weniger eine Rolle spielen wird als der Fakt, dass ich dann 2 Kinder mit einem guten Altersabstand habe. Denn was den angeht, spielen die Jahre ja irgendwie doch eine Rolle. Aber: Wie wird die Organisation dann laufen? Wird das so einfach sein, wieder zu unterbrechen und dann mit 2 Kindern Haus- und Abschlussarbeiten zu schreiben? Und dann stünde auch wieder die Suche nach einem Betreuungsplatz an *seufz*

  • Engagement

Und bei all den Dingen: Wo bleibt die Zeit für die Rettung der Welt? Bisher hab ich zwar viel im Kopf, aber wenig „vorzuweisen“. Ich versuche mir einzuhämmern, dass das, was ich studiere und damit vorhabe ja in gewisser Weise schon zu „etwas Gutes tun“ zählt.

  • Gernemach

Haha. Singen, Musik schreiben, Texten, Nähen, Kultur… Verschieb ich dann wohl alles auf in 10 Jahren.

Ich stelle immer wieder fest, dass ich zu viel auf einmal will und deshalb ständig innerlich unaufgeräumt bin. Ich hab ständig so ein „Hmmm… Wieder nicht geschafft / genug gemacht“-Gefühl, was mir regelmäßig von der Innenseite meines Kopfes gegen den Schädel zu knallen scheint und mich zuweilen nicht schlafen lässt.

Und diese GedankenGedankenGedanken… Uaaaaaaah!!! Einerseits bin ich total verkopft-grübelt und mache mir über jeden Scheiß Gedanken. Andererseits bin ich aber der Meinung, dass Mensch sich selbst nicht so immens wichtig nehmen sollte und Sinnfragen allgemein ziemlich sinnlos sind, weil es nun einmal keine großen Antworten gibt. Ergo: Nicht nur die Welt ist widersprüchlich, sondern auch ich. Daraus kann jetzt irgendjemand schlau-begabtes ein fantastisches Gleichnis machen-texten-malen, ich lass es mal einfach so stehen. Oder versuche es zumindest.