Heulesusentum, Angsthasenbehavior & Zickigkeit

Tjaaa… Was machen die geneigten Elternmenschen denn, wenn das Kind eindeutig heulsuserisch-angsthäslich-zickiges Verhalten an den Tag zu legen pflegt?

Jajajajajaaa… „Die Wohlmeinenden“ haben da sicher Recht, wenn sie sagen: Ein Kind ist nun einmal wie es ist. Kinder müssen hin- und angenommen werden, in ihrer Gänze akzeptiert und geliebt werden. Ich bin mir sicher, dass es schlaue Leute gibt, die das richtigerweise anmerken.

ABER: Wie kommt denn eine zweijährige Tochter von ziemlich lässigen und offenen Eltern (…ächem…frei gewähltes Beispiel selbstverständlich…) dazu, bei kleinsten Berührungen durch andere Kinder durchzudrehen? Sich fußballeresk an den Arm zu greifen und weinend in sich zusammenzusinken, nachdem sie an der Stelle leicht von einem fiesen kleinen (10 Monate alten) Jungen gestriffen wurde?

Woher kommen bitte die theatralischen „Noooooooaaaaaaaaaaaaain, Nungeeeeeeeeeeeee!!!“-Tobsuchtsanfälle, wenn sich ein kleiner 8,5 Monate alter Kerl im Sandkasten, rein zufällig robbend(!) circa in die Richtung ihres Eimers bewegt? Was ist das bitte für eine Scheiß-Aktion, wenn die kleine T. aus der KiTa gerade süßestens mit einer Püppi spielt und das P. schnurgerade zu ihr läuft, ihr die Puppe aus der Hand reißt und „Nein! Meins!“ keift, sodass die kleine T. ganz verstört zurückbleibt – schließlich sind die beiden sonst eigentlich dickste Freunde.

Warum guckt die kleine C. – in unserem Buggy sitzend – total entspannt in eine andere Richtung, während das P. vor ihr rumpelstilzchenmäßig rumhüpft und brüllt… So sehr, dass ich mich kurz vergewissern muss, dass sie nicht gerade einen mittelschweren epileptischen Anfall hat?! Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass sich sogar schon die anderen Kinder in P.s Alter denken „Boar, wie stressig ist die denn drauf?“, weil sie bei jedem Scheiß ausflippt? (<– Ironie!)

Wir lassen die Kinder eigentlich fast alles unter sich „regeln“ und versuchen, so wenig wie nur möglich in ihre Streitereien, ihr Spiel, ihr Miteinander einzugreifen. Dann zickt das P. halt und das C. lacht sich darüber kaputt.

Hmmm, ich muss mich offensichtlich damit „abfinden“: Mein Kind ist gerade nicht sonderlich entspannt. Mein Kind ist – in der Hinsicht, zumindest momentan – nicht „cool“. Sie ist nicht das lässige Playground-Kid, das mit allen anderen problemlos Freundschaften schließt, sondern eher das, bei dem sich die anderen Eltern freuen, wenn wir endlich nach Hause gehen… Eigentlich ist sie sogar oft ziemlich hysterisch. Soweit so wenig dramatisch. Dann ist das jetzt halt so.

Ich frage mich aber trotzdem, auch interessehalber, folgende Dinge:

  1. Inwiefern bin ich dafür (erzieherisch) verantwortlich? Gibt es da Sachen, mit denen man diese Tendenzen „begünstigt“?
  2. Liegt das dann doch an der individuellen Persönlichkeit und hat eher etwas mit Veranlagung / Charakter zu tun?
  3. Reicht ein einmaliges Erlebnis aus, um so ein Verhalten zu „verursachen“?*
  4. Wie wirkt man den Tendenzen denn „entgegen“? Also ein bisschen „cooler“ darf sie schon sein…

Nachtrag

Ich befürchte, dass diese ganze Ausführung total falsch rüberkommt! Aber… what the fuck… Ich denke und hoffe, dass einige trotzdem wissen, was ich meine. Oder die Gedanken kennen… Es geht nicht darum, dass mein Kind unbedingt meinen Vorstellungen total entsprechen soll oder so… Eher um… soziale Kompetenzen… Ich habe ihr das Buch „Meins! Nein, meins!“ besorgt und sie LIEBT ES und fühlt bei der „Meine, nein meine“-Geschichte richtig mit. Es ist ihr aktuelles Lieblingsbuch. Sagt auch einiges, oder?

Übrigens: Auch ich finde die Bezeichnung „zickig“ im Bezug auf ein Kleinkind nicht toll… Ich kann es auch nicht leiden, wenn Eltern ihre kleinen Kinder „spaßigerweise“ Zimtzicke oder so ähnlich nennen. Ich finde das ganz schrecklich. Aber die Bezeichnung trifft ihr Verhalten in den spezifischen Situationen recht gut. Sollt jemandem ein bezeichnenderes Wort einfallen, gern in den Kommentaren darauf hinweisen!

* Als sie etwa 12 Monate alt war und so langsam laufen gelernt hatte, war ich mal mit ihr auf dem Spielplatz. Sie hat sich zum ersten Mal auf den Rutschturm getraut und stand da ganz oben, mich stolz angrinsend und ich grinste zurück. Ein toller Moment war das. Bis plötzlich hinter ihr so ein ((piiiiep)) ver((piiiiiiiiep))tes ((piiiiiep)) ((piiiep piiiiiiep)) Mädchen auftauchte. Sie war etwa 5 (?) Jahre alt und schubste das, mich nach wie vor unschuldig und freudig angrinsende P. harrsch vom Rutscheingang weg. Das P. fiel natürlich hin, mit dem Kopf an das Spielgerüst. Sie weinte noch nicht einmal, sie guckte einfach nur schockiert und irgendwie fassungslos. (So fassungslos wie ein 12 Monate altes Kind halt gucken kann) Das … … … Mädchen guckte sie sehr, sehr finster an, verzog ihr Gesicht ekelhaft hexenmäßig und brüllte ihr ins Gesicht „Du rutschst jetzt hier nicht! Jetzt kommt die Schajenn dran!“ P. war vollkommen fertig und aufgelöst. Sie hat wirklich gezittert! Ohne Mist! Und ich auch so ein bisschen. Ich hätte der blöden Kuh am liebsten eine geklatscht. Danach hat das P. mehrere Monate nicht mehr rutschen wollen. Bis dahin war sie wirklich fröhlicher und „unvoreingenommener“ anderen gegenüber…