Schwanger sein: So war die 6. Woche

(oder: So groß wie ein Apfelkern.)

Ich bin rechnerisch in der 6. Schwangerschaftswoche. Fachärzte würde sagen: SSW 5+1 bis SSW 5+6. Die Beele (der Embryo) ist 3 Wochen – 22 bis 28 Tage – alt und angeblich in etwa so groß wie ein Apfelkern, am Ende der Woche (also jetzt!) etwa 4-5 mm groß. Er/Sie/Es ist i.d.R. c-förmig gekrümmt, hat eine deutliche Wölbung am Vorderteil (Herz) und ein Schwanzteil.

Das war die erste Woche der ‚echten‘ Embryonalphase, in der sich die Organe entwickeln und die bis zur 12. Woche dauert, danach beginnt die ‚fetale Phase‘, das davor nennt Mensch ‚präembryonale Phase‘. Deshalb ist die Zeit jetzt und in den nächsten Wochen so wichtig. Das Herz bildet sich zum Beispiel in dieser Woche und beginnt, zu schlagen. Wenn Frau etwa um den 25. Tag der Emryonalentwicklung zum Arzt geht – also etwa drei Wochen nach dem wichtigen Sex, kann sie via Ultraschall vielleicht schon das Herz schlagen sehen. (Ich war bei 5+1 und es waren Fruchthöhle, Dottersack und embryonale Anlagen zu sehen, siehe unten.)

Wörter der Woche: Neuralrohr, Dottersack, Fruchthöhle

Mo, 14.01.2013 (5+0)

Ich verpenne alles: Lege Termine falsch, bin durch den Wind. Kann keine 5 Sätze hintereinander geradeaus denken und auch nicht mehr keine ordentlichen Sätze formulieren. Hitzewallungen. Frösteln. Hunger. Übel. DURST! PIPPI! STÄNDIG! AAH! Denke am Abend, nachdem gelesen, etwa 20 Mal „so groß wie ein Apfelkern… so groß wie ein Apfelkern… so groß wie ein…“ Morgen Termin beim FA. Wird die Fruchthöhle noch leer sein oder ist schon ein Punkt zu sehen? Gespannt, ich bin.

Merke: Ich finde es schön, schwanger zu sein und schon eine Ahnung zu haben, was mich erwartet. Also schwanger sein ohne die Angst vorm Unbekannten.

Di, 15.01.2013 (5+1)

Dachte irgendwie, beim Zweiten Mal würde alles eher nebenher laufen und weniger mit Aufgeregtheit und Hibbeln zu tun haben. Aber: Wieder kaum in den Schlaf gefunden letzte Nacht, erst irgendwann gegen 3 Uhr nachts. Wecker klingelt 6:30. Termin beim FA: 07:45. Wartezeit 1-2 Stunden (Minimum). Habe das P. gestern und heute nicht gesehen :( Habe schon jetzt die leise Befürchtung, dass sie zu kurz kommen wird… Renne beim Arzt 10 Mal aufs Klo, äußerlich cool. Gegen 9:30 dann rein da, aus das, rauf da. Und? Schon beim ersten Schwenk die Höhle gesehen. Und es ist sogar schon was drin! Große Freude! K. kommt mir auf der Treppe entgegen. Kurzer Lovestory-Moment, gemeinsames Frühstück, Freude, Flashbacks. Dann geht es also wirklich wieder los.

Mi, 16.01.2013 (5+2)

Bin eigentlich müde ab 17 Uhr, aber so viel zu tun. Nicht vor 1 ins Bett derzeit. Scheißkram, das. Fettige Haare! ICH! Mildes Shampoo, Waschen mit lauwarmen Wasser und Lufttrocknung soll helfen. Hunger! Nach wie vor. Aber so blöde unkonkret: Koche was, mag es dann aber nicht. Lieber Schokolade. Täglich. Magenprobleme vom Ekel-Essen und Genervtheit meinem Umfeld gegenüber… Wie unbefriedigend!

Do, 17.01.2013 (5+3)

Bin empfindlich und liebesbedürftig. Bin gereizt und unterkühlt. Bin müde und erschöpft. Bin nullbockmäßig und ‚asozial‘ drauf. Das P. ist krank. Ergo: Keine Uni heute. Das stinkt, weil: Semesterende, eh schon Stress. Booooh! P. weigert sich neuerdings gegen Mittagsschlaf. Und Ausziehen. Und nicht mit langen Schnüren im Bett spielen. Und Gemüse essen. Erinnere mich daran, dass ich sie NIE zum Mittagsschlaf zwingen wollte. Komme aber nicht mehr umhin. Erkläre, dass ich weiß, dass SIE keine Pause will, ich aber eine brauch. Scheint sie zu verstehen, wenn auch widerwillig. Bin zur Zeit ziemlich ideenlos, was Spielen betrifft. Frage mich, ob jemand, der so oft so ungern so richtig spielt wirklich 2. Kind…

Ertrage Geruch bei Öffnen des Kühlschranks nicht. Erschnüffle Ursache: Frische Ananas gemischt mit Stinkkäse. *Gänsehaut* Verspüre unbändigen Drang, Chaos zu beseitigen. Nestbautrieb? JETZT SCHON?!? Entferne den Weihnachtsbaum aus meinem Zimmer. 21.50. Fühle mich als wäre es nachts um 4. Mein Gesicht glüht. Jeden Tag kommt ein Wehwehchen hinzu. Rechne x 8 Monate á 4 Wochen. Angst!

Fr, 18.01.2013 (5+4)

Viel. Zu früh. Wach. Viel. Zu früh. Unterwegs. Viel. Zu viele. Termine. Viel. Zu wenig. Lust. Viel. Zu spät. Im Bett. Das P. Viel. Zu lange. Warten. Müssen. Bis zum nächsten FA-Termin. Vollkommen fertig nach Zubettbringen der „Erstgeborenen“… Wieder große Fragezeichen im Hirn: Schaffe ich das echt? Mit zwei Kindern? Wie viel stressiger wird das werden? Beele… Ich bin… wir sind sooo gespannt auf dich!

Sa, 19.01.2013 (5+5)

3 Stunden im Schnee gewesen. Habe gelesen, dass Eltern Kleinkinder gar nicht so sehr bespaßen müssen, sondern dass es viel sinnvoller ist, ihnen Erlebnisse zu vermitteln und ein Vorbild zu sein. Wieder eine eigentlich einfache Aussage, die aber „Klick“ gemacht hat. Frage mich nämlich immer mal wieder, was Eltern eigentlich tun sollen, wenn sie keine sonderlich verspielten Typen sind… Mit der Herangehensweise kann ich gut leben, glaub ich. Streit gibt’s auch, weil es nervt, dass ‚Erschöpfung‘ derzeit das fast einzige Thema hier ist… Hört das irgendwann auch wieder auf? Werde ich irgendwann damit mal besser klarkommen und es nicht mehr als so einschränkend empfinden? Wird K irgendwann mal nicht müde sein? Bin so verdammt dünnhäutig…

Ein Buch mit Klappen für P. geholt („Unser Baby„). P. guckt sich nun nichts anderes mehr an. Nach dem Schlafen am Nachmittag wecke ich sie und lege sie mir auf den Bauch (solange das noch geht). Schlaftrunken murmelt das P, auf meinem Bauch liegend und mit geschlossenen Augen: „Nis so doll machen aufen Bauch. Ganz lieb sein! Is ein Beeebi drin in den Bauch!“ Große. Liebe.

So, 20.01.2013 (5+6)

Müüüde! Durstig! Hunger! Tierische Fette hin oder her: ICH BRAUCH KÄSE!! Wenn ich mich vom Bauch auf die Seite drehe, spüre ich ein echt unangenehmes Ziepen in der Leistengegend. Meine B*ustwarzen sind EXTREM empfindlich. Habe schon überlegt, ob ich mir jetzt schon Stilleinlagen in den BH legen sollte. Tipps? Anyone? Lese alte Tagebücher aus der Zeit der Schwangerschaft mit P.: Das Band-Aus. Verarbeiten von fast 10 Jahren Tourleben. Angst vor dem, was kommt. Zuversicht. Freude. Liebe. Das lese ich da. Und jetzt? Viel hat sich verändert, in mir und hier. Einiges ist geblieben. Bin mehr bei mir, jetzt. Fast zu sehr, vielleicht. Gibt nicht allzu viele unbekannte Variablen in diesem neuen Gleichungssystem. Mein größtes Fragezeichen ist: Überfordern wir uns damit nicht? Es ist uns doch schon jetzt dann und wann zu viel. Was ist, wenn es ZU viel wird??

By the way, aber für mich eine wichtige Frage: Wie ist es euch eigentlich lieber? Regelmäßig kurze Updates zu einzelnen Tagen mehrmals pro Woche oder lieber wöchentlich und lang, so wie dieses hier? Mir ist das relativ egal.. Also sagt doch mal:


Meine Hauptquellen für die embryonale Entwicklung sind swissmom.com – Woche für Woche sowie onmeda.de.

3 Kommentare zu “Schwanger sein: So war die 6. Woche

  1. Du mutest dir m.M.n. zuviel zu. Wenn du erschöpft bist, mach Pause. Wenn P. Mittags nicht schlafen will, leg dich mit hin. Oder park sie ab und zu. Musste ich bei nr.2 auch tun. Geschadet hat es nicht. Geholfen dagegen schon. Bob der Baumeister ist n cooler kunde^^
    Es wird schon werden. Keine angst. Ich hab drei von der sorte^^

  2. also in der ersten SS konnte ich ziemlich früh keine normalen BHs mehr (er)tragen. bin dann auf sport-bhs umgestiegen und auch jetzt wieder da gelandet :) schön weich, zwickt nicht, super :) und wenns hilft, probier doch mal stilleinlagen!

    lg
    ori :)

  3. oh ja, diese Müdigkeit. Genau vor einem Jahr war ich mit meinem kleinen Spatz schwanger, in etwa gleiches Timing. Und eben diese Müdigkeit hat mich damals auch fast aus den Latschen gekippt.
    Ich finde, es gibt für empfindliche Brustwarzen nix besseres als Stilleinlagen aus Seide/Wolle.
    Grüße, Karin

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