Schwanger sein: So war die 7. Woche

(Oder: 6+5)

Die Beele müsste so etwa 5-8 mm groß sein. Ich bin jetzt gerade noch in der 7. Schwangerschaftswoche = 6+1 bis 6+6 (morgen). Der Embryo ist 29 bis 35 Tage alt.

Die Beele wächst jetzt jeden Tag etwa einen Millimeter und hat immer noch seinen Urzeit-Schwanz. Wichtige Organe sind da und entwickeln sich weiter. Die Haut ist schon entwickelt (wow!) – Blick in den Bauch

Ich habe seltsame Gelüste: Entweder so richtig ungesund (BURGER! POMMES! PIZZA! MACCHERONI CHEESE!) oder richtig gesund (frische Ananas und Säfte zum Beispiel). Und KAKAO.

Weil ich schwanger bin, hab ich das Gefühl, dass alles ein bisschen erlaubter ist als sonst. Das ist cool. Eigentlich hätte ich zu tun und ich sollte nicht hier auf’m Sofa rumliegen, Schokolade fressen und Dummbrot-TV gucken? Hey! Ich bin schwanger, Faulheit gehört dazu! Ich habe einen Termin, bei dem ich Fotos machen soll und keine Kamera dabei? Hey! Ich bin schwanger, Verpeiltheit gehört dazu! Ich raunze K. wie bescheuert an, obwohl er eine normale Frage gestellt hat? Hey! Schwangäääär! Verstimmungen gehören dazu! Das Gute ist: Ich habe das Gefühl, dass ich mich auch mehr traue, den Sachen nachzugeben anstatt irgendwas zwingend durchzuziehen. Gut, das!

Ich plane, was ich alles tolles im Babyjahr anfangen kann. Endlich anfangen, an einem richtigen Buch zu schreiben. In meinem Hinterkopf kursiert von Zeit zu Zeit die utopische Vorstellung, dass es doch toll wäre, wenn ich tatsächlich nur schreiben bräuchte und damit unseren Lebensunterhalt verdienen könnte… Ächem… Käme mir entgegen, unserer Zeitplanung, meiner phasenweise auftretenden ‚Asozialität‘, meiner Krankheit. Außerdem auch ein guter Plan: Vertiefende Literatur für’s Studium lesen, mich spezialisieren und, und, und… Eine andere Stimme brüllt mir immer gleich rein: BULL! SHIT! Du wirst zu GAR NICHTS kommen außer dem kleinen und dem großen Baby! HA! Und die Gemäßigte sagt einfach: Konzentrier dich doch erst einmal auf die neue Situation, die dann da ist und nimm dir nicht schon wieder irgendwelche Dinge vor. Die sind dann nur wieder Auslöser für Gewissensbisse. Recht hat sie. Aber: Man wird muss ja wohl noch träumen dürfen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich ganz schön Angst davor, dass mir die Decke wieder so sehr auf den Kopf fällt wie im ersten Babyjahr.

Ich kann es nicht erwarten, dass der Januar vorbei geht. Es ist einfach zu stressig. Zu viele kleine Termine, ich hasse viele kleine Termine am Tag! Das macht mich immer durcheinander und nervös und überhaupt und sowieso. Jetzt ist kinderfreies Wochenende, was ich zum Entspannen nutzen könnte, aber nicht kann, weil ich einfach zu viel machen muss. Erwähnte ich, dass ich das scheiße finde?

Ich fühl mich kränklich, Hals kratzt., Nase stopft…. Ich will nach wie vor am liebsten eins: Meine Ruhe. Meine Brust verändert sich, das soll ja so sein, ist trotzdem ein bisschen anstrengend, weil so spürbar.

Nächsten Dienstag bei 7+1 sehe ich die Beele wieder, hoffentlich inklusive schlagendem Herzen. Dann geht auch das ganze Schwangerschafts-TammTamm los mit Blut abnehmen und wiegen und so. Äääähm… Hat jemand ’ne Ahnung, wieviel so ein Ultraschallgerät für Zuhause kosten würde? Pi mal Daumen? Anyone? Sollte ich einen Toxoplasmose-Test machen lassen? (Obwohl ich kaum Fleisch esse und gegen Katzen allergisch bin?)

Ich hab mir fest vorgenommen, mir keine Geburtsvideos auf YouTube mehr anzugucken. Gestern habe ich mich min. 12 Stunden lang (fast) gar nicht mit der Schwangerschaft beschäftigt.

Ich habe nach wie vor Angst, dass es irgendwie zu viel wird mit zwei Kindern, Studium, Pendeln und jung sein. An die, die 2 Kinder haben: Wie war/ist das bei euch?

5 Kommentare zu “Schwanger sein: So war die 7. Woche

  1. Ich habe ja drei Kinder, das Jüngste so alt wie das P. Ehrlich gesagt war das erste Jahr mit zweien (Abstand etwa so wie bei Euch) das anstrengendste der Familienzeit. Es hat aber den Vorteil, dass zumindest mir die Decke so gar nicht auf den Kopf fallen konnte – man war halt immer in Action. Das hatte ich vom ersten Babyjahr auch anders in Erinnerung. Das Baby nimmt ein bisschen den Fokus vom ersten Kind und entspannt somit die „Trotz-Dyade“ ;-). Und, was am meisten zählt: es hat sich absolut ausgezahlt, der Stress. Immer wenn ich von deinen Geschichten mit P. lese, wundere und freue ich mich, wieviel Entspannung darin liegt, dass die Kinder sich untereinander haben. Dieses ständige Entertainen, was mich so nervte bei Kind 1 wie dich, fällt echt weg, sobald die Kinder was miteinander anfangen können (ab einem dreiviertel Jahr spätestens). Also ich denke jedenfalls oft, dass die Summe aus allem (Erfahrung, Gelassenheit, gegenseitige Bespaßung) dazu führt, dass die Zeit mit einem Kind gemessen an dem, was ich jetzt erlebe, echt am herausforderndsten war – auch wenn natürtlich objektiv gemessen, mit dreien viel mehr zu tun ist, als mit einem. Aber es fühlt sich alles leichter an.

    • Oh! Vielen Dank für deinen Kommentar :) Genau das erhoffe ich mir nämlich! Ich mache mir keine Illusionen, ich denke, dass das erste Jahr echt anstrengend wird. Aber ich denke auch, dass es sich „lohnen“ wird. Denn: Ich denke wirklich, dass es für mich viel „schlimmer“ ist mit diesem ‚Bespaßungsproblem‘ für ein Kind auf Dauer klarzukommen als damit, zwei Kinder zu haben, die füreinander und miteinander sind.

  2. Ich konnte mir das auch nicht vorstellen mit 2 Kindern und ja es ist nochmal ein riesen Sprung von eins zu zwei danach übrigens nicht mehr :-)
    Der anfang ist stressig, ein brüllendes Bündel auf dem Arm und ein Kind am rockzipfel was auch gerade etwas möchte. Aber es wird besser. Und ja die ständige Kinderbespaßung fällt auch weg, man nennt das dann Streit-schlichten.

  3. Hmm… das 1. Jahr war schon verdammt anstrengend mit 2, vor allem die erste Zeit. Aber jetzt ist es schon schön, zu sehen, wie die 2 miteinander spielen und sobald die Kleine richtig läuft, gibt’s hier sicher Action pur ;) Geschwisterstreit ersetzt dann halt das Thema mit der Bespassung. Man ist dann nicht mehr Entertainer sondern Schlichter. Dauernd… :P Doof auch: Man kann nie beiden gerecht werden, v.a. da die Kleine noch sehr anhänglich ist. Der Grosse kommt arg zu kurz… Wenn möglich also nach der Geburt immer auch Quality Time ALLEIN mit dem Erstgeborenen planen, Schwimmen zB…

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