Schwanger sein: So war die 11. Woche

Nach dieser Woche ist das erste Schwangerschaftsdrittel um. Ich bin schon seit einem viertel Jahr schwanger! Verrückt…

Ja, ich habe tatsächlich das Gefühl, dass es mir langsam wieder etwas … „normaler“ geht. Ich bin nicht mehr so extrem müde, nicht mehr sofort erschöpft. Ich halte wieder länger durch. Die Symptome sind jetzt immerhin nicht mehr jeden Tag so knallhart spürbar, es gibt müdere und weniger müde Tage. Wenn das P. (wie gestern) allerdings 5 Uhr morgens panisch aufwacht, weinend in der Tür steht, zu uns ins Bett kommt und nicht mehr schlafen kann… Dann wird das ein müder Tag. Die graue Suppe da draußen macht es auch nicht besser. Ich habe gestern gelesen, dass dieser Winter der dunkelste seit Beginn der Aufzeichnungen ist und dass die Menschen sich erschöpft fühlen, weil das Sonnenlicht die Serotoninproduktion anregen würde. Wenig Sonnenlicht –> weniger Serotonin –> mehr Schlappheit, weniger Motivation. Es ist also offenbar nicht allein die Beele für meine Ekel-Stimmung verantwortlich. Tatsächlich schlurfen ziemlich viele Menschen dieser Tage nur so rum und sehen aus als hätten sie keine Lust auf gar nichts. Ich bin nicht allein!

Mein Bauch ist jetzt messbar gewachsen, um 2 Zentimeter genau. Seit Start hab ich etwa 1,4 kg zugenommen, wobei das immer mal hoch und wieder runter ging. Je nachdem, ob eher Fressanfälle oder Übelkeit vorrangig waren. Beides hat sich jetzt übrigens etwas normalisiert. Heißhunger auf dunkles Knäckebrot mit Frischkäse und Honig hab ich. Belegte Brote und Brötchen überhaupt. Und immernoch Kakao. Und Möhren. Und Zartbitter-Schokolade. (Habe ich gerade behauptet, es würde sich normalisieren?) Ich habe das dringende Bedürfnis, gesund zu essen und frisch zu kochen. Aber das Kochen gelingt mir nicht wirklich. Ich habe wahnsinnigen Durst! Immer! Auf Dauer kann das echt nervig sein. Das liegt wohl daran, dass der Körper höhere Blutmengen produzieren und pumpen muss. Dauerkalt ist mir auch nach wie vor. Das nervt mich langsam so richtig. Dadurch fühle ich mich so kränklich.

Ich hänge zu viel in Schwangerschaftsforen rum und habe immernoch Momente oder Tage, an denen ich versuche, bis ins kleinste Detail herauszufinden, in welchem Stadium sich mein Körper jetzt und die Beele sich etwa befindet. Ich höre andere Mütter sagen, dass die 2. Schwangerschaft eher nebenher und unbewusster abläuft. Viele sind traurig darüber. Bei mir ist das irgendwie nicht der Fall. Eher im Gegenteil. Ich denke ständig an die Beele, an die Schwangerschaft und daran, dass es voraussichtlich meine letzte sein wird. Ich denke daran, wie die Beele sein wird und wie wir ihn/sie nennen könnten. Ich habe einfach das Bedürfnis, mich damit zu beschäftigen, was mit mir passiert und kann mich kaum auf andere Dinge konzentrieren. Weniger davon wäre mir lieber, um ehrlich zu sein. Der Mädchenname steht übrigens fest :-) Mit Jungsnamen tun wir uns hingegen ziemlich schwer. Ein Zeichen?

Ich schlafe schlecht und ich träume wirres Zeug. In der ersten Schwangerschaft war das auch schon so. Ich wache nachts leicht auf und kann nicht mehr einschlafen, weil komische Geräusche die Treppe hochkriechen und derzeit Dachlawinen das Dach krachend runterrattern. Morgens fühle ich mich ziemlich gerädert.

Und die Beele? 

Ich bin in der 12. Schwangerschaftswoche, heute bei 11+1. Die Beele ist heute 9 Wochen und 1 Tag alt. Laut meiner schlauen Liste ist die Beele heute 4,6 cm groß. Jetzt ist sie/er/es schon so groß wie eine Walnuss.

walnuss

  • 12. SSW
  • 11 Wochen + 1-7 Tage (nach ärztlicher Berechnung)
  • 10. Woche nach der Befruchtung (9 Wochen + 1-7 Tage)
  • 64. – 70. Tag der fetalen Entwicklung
  • Scheitel-Steiss-Länge: ca. 43-53 mm
  • Fußlänge: ca. 9 mm
  • Durchmesser Kopf: 15-20 mm
  • Gewicht: ca. 15 g

Und so könnte sie/er im Moment aussehen:

12. ssw

3d 12. ssw

Die Finger und Zehen sind nicht mehr durch „Schwimmhäute“ verbunden, die Beele kann sie jetzt vielleicht schon richtig unabhängig voneinander bewegen, die Hand in den Mund nehmen und die Nabelschnur umfassen. Das Kleine reagiert reflexartig auf Reize. „Bis zu 20 Mal in der Minute kann das Baby die Position verändern, dabei übt und trainiert es das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln.“ (Quelle) Der Dottersack wird jetzt nicht mehr gebraucht und dürfte so gut wie verschwunden sein (faszinierend!), die Plazenta ernährt das Baby vollständig. Die Plazenta ist jetzt in etwa so groß wie eine Faust und wächst mit dem Baby mit. Alles ist jetzt fertig angelegt, die Beele muss eigentlich nur noch wachsen. Nach der 12. Woche sinkt das Risiko einer Fehlgeburt rapide.

Morgen habe ich einen Termin bei der Gyn, dann gibt es auch wieder ein echtes Beele-Bild. Ich freu mich schon!

Infoquellen:
http://www.swissmom.ch/schwangerschaft/woche-fuer-woche/medschwwfw12/medschwwfw12b.html
http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/Embryology/Tag64.htm

Bildquellen:
1) http://www.dr-uebele.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=22&idart=267&m=&s=
2) http://www.feindiagnostik.de/141,0,bildergalerie-ultraschall,index,0.html

2 Kommentare zu “Schwanger sein: So war die 11. Woche

  1. Pingback: Ich kann das so gut nachvollziehen

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