Schwanger sein: So war die 12. Woche

Pah! Da hab ich die so wichtige 12. Woche gewuppt und dann fehlt das Update… Bedanken können wir uns bei P.s Bazillen und meiner damit zurückkehrenden Erschöpfung. Verdammt nochmal! Ich will doch nur innerhalb von zwei Monaten meine blöde Hausarbeit schreiben. Bis zum Dezember hat sich das P. an jeder Grippewelle vorbeigemogelt, dafür schlägt sie seit Januar richtig zu und war bereits drei Mal krank. Phiuw. Aber zum Thema:

Stimmungsmäßig war ich in der 12. SSW definitiv sehr sehr viel besser drauf und hätte gesagt, dass mein Tief wohl in der 8./9. Woche gewesen ist. (Mittlerweile würde ich diese Einschätzung noch einmal überdenken.) Die Freude auf die Beele hat eigentlich echt eindeutig überwogen, zumal auch der Ultraschall-Termin in dieser Woche war und ich mir einbilde, immer Mal ein Kitzeln zu spüren. Ich war richtig beflügelt und wähnte mich schon im stimmungshellen zweiten Schwangerschaftsdrittel.

An 11+2 war die Beele 5,2 cm lang.

Die Gedanken sind wirklich anders in meiner zweiten Schwangerschaft. In der ersten haben die Fragezeichen überwogen und das „kraaaaass“-Gefühl. Jetzt stelle ich mir viel häufiger das Baby/Kind vor, die Geburt, das Kennenlernen. Mal mehr, mal weniger rosig. Aber ich kann sagen: Ich freu mich da eigentlich echt drauf. Das ist beruhigend, weil ich stellenweise schon auch echt Schiss habe. Zwei Kinder und zeitweise versagt meine muttermäßige Motivation so dermaßen im Moment… Spielen geht mir ständig auf den Sack, ständig gefordert sein überfordert mich und ich frage mich, was mir eigentlich einfällt… Zeitgleich finde ich mich kacke, weil ich mich andauernd in kinderfreie Momente wünsche. Warum gerade ich, die am liebsten vor sich hin grübelnd auf dem Sofa hängt oder Hornsuppe aufschreibt… Warum ich… Noch ein zweites Kind und so… Ich hätte doch auch erst mein Studium… Ist doch jetzt schon… Hätte-hätte-Fahrradkette.

Tatsächlich hätte ich ihn/sie schon gern hier. Ich merke, dass ich echt nicht unbedingt ein „Fan“ vom schwanger sein bin… Obwohl ich vorher so richtig wahnsinnig darauf war, dass es klappt. Aber da überwiegt wohl eher die Euphorie bezüglich des Ziels oder so… Ich kann mich schwer auf andere Dinge konzentrieren und finde diesen Zustand irgendwie merkwürdig. Da wächst etwas ein paar cm unter meiner Bauchdecke vor sich hin. Es ist schwer für mich, nur über Gedanken so etwas wie eine Beziehung herzustellen und meinem scheiß dysfunktionalen Körper plötzlich so sehr vertrauen zu müssen. Immerhin: Wenn Frau schon eine erste Schwangerschaft hinter sich hat und die relativ glimpflich ablief, kann sie sich bei der 2. eher das „Es wird schon gut gehen“-Mantra glauben. Irgendwie möchte ich mein Baby sehen, anfassen, streicheln, … Und morgens streichle ich mir andererseits als erstes versonnen über meinen Bauch und fotografiere mich wöchentlich um das Wachsen zu sehen. Komisches Ich!

Ich kann mich aber auch noch so gut daran erinnern, wie „ernüchternd“ es war, als das P. dann draußen war. Denn plötzlich hatte sie ja keine Schutzhülle mehr. Diese riesige Sorge, die ich mir nach der Geburt um dieses Bündel gemacht habe, ist mit nichten zu vergleichen mit den Sorgen, die ich während der Schwangerschaft hatte. Aber vielleicht wird auch das beim 2. Mal entspannter? So etwas wird mir zumindest angetragen.

Ich habe zum 2. Mal geträumt, dass es ein Junge wird.

Heißhunger habe ich auf Gelee-Bananen. Ich würde wohl am Tag 3 Packungen davon essen, wenn ich es mit meinem Gewissen vereinbaren könnte (und mir nicht irgendwann schlecht werden würde).

Am Ende der Woche dann auch wieder Grübelattacken (Welt) und halb-depressive Heulanfälle (Ekel-Ich). Bin das ich oder sind das die Hormone? Ich habe das Gefühl, irgendwie am Rande der Schizophrenie zu stehen. Das schwangere ich, das sich selbst zerfleischende Ich und die anderen kommen gerade nicht wirklich miteinander klar.

Und die Beele? 

Am Ende der 12. Woche wird die Beele so etwa 6 cm lang gewesen sein. Das haut ja auch mit der berechneten SSL des Ultraschalls hin.

Jetzt bin ich ja schon fast durch mit der 13. Woche und im wahrsten Sinne des Wortes: Ich bin ziemlich durch… (Überraschung!) Mich kotzt das echt an… Ich weiß nicht, was an meiner Überforderung an mir, meiner schwangerschaftsbedingten Umnachtung, dem Wetter, dem Druck durch den Abgabetermin oder oder oder liegt…

(Ich habe jetzt gerade 1. keinen Elan mehr, um jetzt die ganze Entwicklungsgeschichte für Woche 13 anzugeben und 2. war das nicht eh immer merkwürdig mit dem Wochenrückblick und Wochenvorblick in einem Post? Ich versuche das jetzt irgendwie anders zu handeln. Entweder mache ich die „Entwicklungsdaten“ mit am Anfang des Schwangerschafts-Wochenrückblicks oder ich versuche, am Anfang der Woche etwas zur Entwicklung der Beele in der bevorstehenden Woche zu posten und am Ende einen Rückblick. Mal sehen, wie ich es hinbekomme.)

2 Kommentare zu “Schwanger sein: So war die 12. Woche

  1. Hallo!
    An diese Gedanken und das abendliche Gedankenkarrussell fahren kann ich mich auch noch zu gut erinnern… und dann erst die Vorstellung, wie lang das eigentlich noch dauert und daß ich bitte-danke mein Baby jetzt sofort haben möchte (und nicht erst in 25!!! Wochen oder so). Aber nacher war es dann sehr gut, daß es erst 25 Wochen später kam.
    Und ja, das Achterbahn-fahren sind die Hormone, leider.
    Und fotografiert habe ich natürlich auch wöchentlich… schon krass wie schwanger man sich in der 20. Woche vorkam, wie groß der Bauch dann aber in der 30. erst war. Also alles ganz normal bei dir, würde ich sagen ;-)
    Alles Gute weiiterhin und frohes Brüten!

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