Schwanger sein: So war die 14. Woche

Mit dem Doppler, den ich schon längere Zeit nicht mehr benutzt hatte, war der Herzschlag der Beele in dieser Woche richtig laut, bummernd und eindeutig zu hören. Ich hab mich richtig erschrocken, aber gefreut. Man kann jetzt auch gut die Bewegungen hören, wenn man ein bisschen zuhört. Ich finde das ja extrem faszinierend und es nimmt mir ein bisschen das seltsam befremdliche Gefühl, wenn man so gar nichts (bis auf den Bauch) von dem Leben in sich mitbekommt.

Ich bin süchtig nach Stor’ck Riese*n… Überhaupt: Alles, was Zartbitter-mäßig ist, ist momentan echt nicht sicher vor mir. Immerhin: Wir haben unsere Ökokiste wieder aktiviert und kochen daher mehr frisch. Wir haben die Regional-Kiste… Mann ey, ich bin so ideenlos irgendwie. Immer nur Kohl und Rote Beete und Rüben und Möhren… Irgendwann fällt mir da kaum noch was ein. Hausmuddi-Probleme, aaaaah!

P. war eine weitere Woche krank, ich also mit ihr Zuhause. Faszinierend… Während so einer länger andauernden (2 Wochen) Krankheitsphase vergesse ich irgendwann immer, dass es nur eine kurze Phase ist und sie danach wieder in die Kita geht, ich wieder zu etwas kommen werde… Ich bin wirklich dankbar dafür, dass es Kitas gibt. Obwohl: Gäbe es noch Großfamilien und wirklich Gemeinschaften, dann sähe das ja auch anders aus. Dieses Alleinsein mit einem kleinen Kind, das macht mich einfach kirre. Ich bewundere da alle, die das irgendwie sehr genießen… Mir wurde da etwas bange vorm erneuten Babyjahr. Obwohl ich es mir eigentlich ganz schön vorstelle.

Was hat sich denn bei euch verändert, mit dem 2. Kind? Also was ist euch noch besonders in Erinnerung? Habt ihr Tipps? Worauf könnten wir am Anfang achten?

Ich habe nicht mehr so starken Durst gehabt wie in den letzten Wochen, dafür aber wieder deutlich mehr Ziehen im Unterleib. teilweise richtig stark. Der Bauch kommt mir auch etwas größer vor, die Gebärmutter ragt nun schon deutlich über das Becken hinaus. Im Liegen seh ich das besonders gut… Ich hatte auch wieder Probleme mit den B*ustwa*zen… Die jucken, werden blutig und schuppig. Da bekomme ich Angst vorm Stillen. Ich habe Neurodermitis und die Verbindung ist echt zuweilen unschön. Ich träume schon seit Beginn der Schwangerschaft viel, verrückt und bildhaft. Das ging mir auch schon in der ersten so.

Ich hatte den ersten Termin bei meiner neuen Hebamme am Mittwoch, die in der gleichen Praxis arbeitet wie meine „Alte“. Sie fragte mich, ob ich die 4-wöchentlichen Vorsorge-Untersuchungen bei ihnen oder in der Praxis meiner Gyn machen will. Ich überlege… Denn bei der Gyn wird momentan noch jedes Mal ein US gemacht, auf den ich mich immer sehr freue… Aber wie lange noch? Ich muss da (trotz Termin) meistens 1-2 Stunden warten, das wird ganz schön happig, da ich ab April wieder Uni-Veranstaltungen habe und das Pendeln wieder losgeht.

Ich hatte immer mal wieder Zweifel ob meiner Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit. Ich bin bei einem nächtlichen Surf-Anfall auf Depressionsinfo-Seiten gelandet und habe festgestellt, dass in meinen trüben Phasen alle Punkte auf mich zutreffen… Eigentlich halte ich nicht viel davon, der Sache einen Namen zu geben, weil es das nicht unbedingt besser macht. Aber irgendwie ist es schon wahr… Ständig und immer antriebs- und freudlos zu sein, ist ja irgendwie „nicht normal“ – auf ungute Weise. Ich werde Ende des Monats mal eine Familienberatungsstelle aufsuchen, den Termin habe ich schon ausgemacht. Vielleicht haben die dort ein paar Hinweise, Tipps, … für mich. Diese Schuldgefühle machen mich einfach echt fertig zur Zeit. Ich behandle P. nicht anders als sonst, aber ich schäme mich oft dafür, dass ich in mir drin genau merke, dass ich eigentlich nicht wirklich Lust habe, mich ihr zu widmen. Das tut mir einfach wahnsinnig leid.

Zum Glück kamen aber auch andere Tage dazwischen, an denen ich schon viel motivierter war und P. toll fand, mich gern mit ihr beschäftigt habe. Da habe ich mich auch wieder besser gefühlt und kein schlechtes Gewissen gehabt, obwohl ich auch da keine Bespaßungsmaschine war. Aber das will ich ja auch nicht sein… Als sie eine Nacht bei meiner Mutter geschlafen hat, hat sie mir sogar gefehlt. Ich fühle mich ein bisschen schizophren irgendwie. Im Prinzip denke ich mir, dass ich irgendwie versuchen muss, meine Launen nicht ganz so ernst und dramatisch zu nehmen. Ich denke, ich muss mich einfach zwingen, raus zu gehen und Leute zu treffen anstatt mich (auch und gerade in dunklen Phasen) allein Zuhause einzuigeln, weil ich sonst einfach depressiv werde. Scheiß auf den Sinn dahinter… Scheiß auf das „Warum?“-Gefrage… Wenn es mir nur nicht so schwer fallen würde. Das nervt mich einfach. Ich muss versuchen, mit dem Hadern aufzuhören. Ich muss versuchen, das Grübeln einzudämmen. Ich hatte das alles schon besser im Griff.

Ich glaube nach wie vor daran und hoffe sehr, dass ich mit dem 2-Kind-Stress (nach dem Babyjahr) irgendwie besser zurechtkommen werde als mit diesen 1 zu 1-Situationen. Wenn einem das Kinderspielen nicht so liegt, kann das echt hart sein. Dann komme ich doch besser mit 2, sich kloppenden Kindern zurecht. Mit Chaos und Lautstärke hab ich jedenfalls weniger ein Problem als mit diesem „Scheiße, was fangen wir denn nur heute mit uns an?!?!“-Mist. Das macht mich noch wahnsinnig! Wie macht ihr das denn? Was macht ihr denn ständig mit euren Kindern?

Der Ultraschall am Donnerstag mit P. war schön. Nach den Terminen, an denen ich die Beele sehe, bin ich immer richtig euphorisch und gut gelaunt.

Ich habe übrigens zum 3. Mal von einem Jungen geträumt… Was sagt mir das? Momentan fühle ich mich auch eher nach einem Jungen, wobei in den letzten Wochen das Gefühl „Junge“ vorgeherscht hat. Ich habe geträumt, dass ich in einem Krankenhaus, in einem Krankenbett liege und Pressdruck verspüre. Ich rufe nach Hilfe, erwarte, dass Hebammen oder Schwestern eintreffen, aber es kommt niemand. Innerhalb von 3 schmerzhaften Wehen gebäre ich ganz allein einen sehr propperen, rosigen Jungen, den ich mir auf den Bauch lege. Ich bin glücklich und staune über mich selbst, dass es diesmal so einfach und schnell ging. Das hat sich fremd angefühlt. Irgendwie rechne ich mit so einem kleinen zierlichen Ding, wie P. es war. Einen plöppenden Jungsnamen haben wir aber nach wie vor nicht…

 

10 Kommentare zu “Schwanger sein: So war die 14. Woche

  1. Ich kann dich total verstehen! Bin nun auch mit meinem 2. Kind schwanger (11.Woche) und meine Tochter wird diese Woche 2. Ich bin auch schon gespannt, was auf uns zukommt und bin froh, dass sie ab diesem Monat in den Kindergarten geht. So habe ich dann auch mal ein bissl freie Zeit mit Baby Nummer 2. Da wir aus Jobgründen in diese Gegen gezogen sind, haben wir keinerlei Familie hier, nur hin und wieder unser sehr ans Herz gewachsenen Babysitter. So haben wir dann mal eine Atempause!! Irgendwie schaffen wir das schon;-) Alles Gute dir!

  2. Ich gehe mit meiner Kleinen jetzt oft in die Stadtbibliothek, die hat einen ganz schönen Kinderbereich und das ist etwas, das uns beiden immer gut gefällt. Ansonsten Schwimmbad, Indoor Spielplatz, Zuhause malen und basteln und ansonsten auch mal alleine spielen lassen, inzwischen klappt das schon ab und zu ganz gut. Wenn dann das Wetter dann wieder schöner ist, gibt es ja auch wieder noch viel mehr Möglichkeiten.

    • Stadtbibliothek ist voll toll, unsere ist auch hier ganz in der Nähe. Problem: Die haben am Wochenende nicht auf und das sind für mich die „schlimmsten“ Tage… total dämlich, finde ich das. sonst wäre ich da wohl jeden Sonntag ;)

  3. hi!
    irgendwie setzt du dich wahnsinnig unter druck. das klingt nicht gut. der beratungstermin ist schon ganz richtig, vielleicht würd ich mich mit deiner psychischen situation auch noch an deine hebamme wenden.
    fakt ist erstmal, ‚müssen‘ tut man gar nichts. wenn du mit deinem kind spielst, weil du es ‚musst‘, merkt es das auch. spaß macht das nicht. kleine kinder haben wahnsinnig feine antennen für den mentalen zustand der eltern. was tut dir gut? auf was freust du dich? vielleicht findest du mal eine kleine ecke zeit, nur dich dem zu widmen, was dir spaß macht.
    nun zu der frage, was man den ganzen tag mit kindern in diesem alter macht. also, meine jüngste ist nur ein paar wochen älter als deine, sie saugt neuerdings wahnsinnig gerne staub! binde sie in die hausarbeit mit ein, drück ihr nen lappen in die hand, staubwischen, tür putzen, was auch immer. meine kleine kann sich auch gut mal alleine beschäftigen, nur sollte man mal gucken gehen, wenn es doch ZU ruhig wird. dann baut sie mist ;-)
    autos sortieren kommt grad gut, singen und tanzen zu kinder-cds (da klink ich mich gott sei dank aus, ich ertrag das nicht…)
    druck ihr ein paar malvorlagen aus, drück ihr stifte in die hand und los gehst.
    sieh dich nicht so negativ, buddel mal deine stärken wieder raus.

    liebe grüße von einer sonst stillen mitleserin…

    bee

    • Hey, danke für die Antwort!

      Alles das, was du sagst… Das klappt hier auch. Beim Schreiben kommt es auch immer schlimmer rüber als es ist… Sie hilft mir viel mit, wir gehen in den Zoo, treffen Leute, malen und matschen rum, gehen baden, machen Puzzles, lesen Bücher…

      Das Problem an den ganz schwarzen Tagen ist aber: Ich will da gar nichts. Nichts. Eigentlich. Ich will am liebsten „aus“ sein. Da macht mir nichts Spaß. Es strengt mich an, dass ich mich aufraffen muss, ich tue es trotzdem, weil ich es halt muss… Weil anders so ein Tag natürlich nicht rumzukriegen ist, weil ich weiß, dass es das einigeln nur schlimmer macht.

      Es nervt einfach, dass ich mich überhaupt so oft überwinden muss… Dass es momentan kaum noch einfach mal locker-flockig geht.

      • Aber ich glaube so geht es jeder Mutter! Mir auch! Ich sehe auch nicht die Erfüllung im täglichen Legospielen und manchmal bin ich dann echt froh, wenn der Papa von der Arbeit kommt und mit der kleinen spielt!! Die Wochenenden finde ich auch immer nervig!! Aber wenn der Frühling kommt kann man mehr raus und draußen gibt es immer was zu gucken:)

  4. deswegen lass dir helfen. vielleicht gibt es auch ’stimmungsaufheller‘, die in der schwangerschaft verträglich sind.
    trotz allem ein gutes zeichen, dass es nur einzelne tage sind.
    wünsch dir alles gute!

  5. Hallo Moody, sooooo vieles, was Du (nicht nur heute, sondern allgemein) beschrieben hast, klingt für mich sehr vertraut… Mir geht es auch oft so wie Dir und es nervt mich auch, dass ich mich zu oft in einer Gedankenspirale gefangen wiederfinde („Sch…, was sollen wir bei dem Mistwetter machen? Sch…, ich kann der Kleinen heute doch nicht wieder nur Buch gucken, Männchen malen, Türme zum umschmeissen bauen, Musik hören und dazu tanzen ect. etc. etc…. bieten“ Zumal es mir ja selbst auf den Geist geht, immer wieder das selbe Programm abzuspulen) Warum hab ich fast schon Schiss vor den zu gestaltenden Nachmittagen? Warum ziehen die paar Stunden sich wie ein endloser Kaugummi und dauern eine gefühlte Ewigkeit? Und warum um alles in der Welt habe ich eigentlich andauernd ein schlechtes Gewissen? Mit welchem Recht nistet sich dieses kleine, gemeine Miststück so tief in mir ein und macht mir den Alltag madig? Und wie schaffe ich es, dass ich am Ende von manchen Tagen mir nicht mehr eingestehen muss, dass das Beste daran ist, das er jetzt vorbei ist? Dazu muss man sagen, dass meine Kleine (wird in 2,5 Monaten 2 Jahre alt) sich nur bedingt alleine beschäftigen kann/will. D.h. ich bin eigentlich immer gefragt… wenn sie nicht vormittags 3-4 Stunden in der Kita wäre, würde ich durchdrehen. Sie ist sehr wuselig, kann nur bedingt mal ruhig sitzen und hat einen unbändigen Bewegungsdrang. Sie ist sehr aufgeweckt, spricht schon seeeeeehhr viel (und erwartet auch immer eine Antwort!!! ich komme mir manchmal vor wie im Callcenter; den ganzen Tag telefonieren, da brauchste am Abend auch nix mehr…. Wie hast Du es eigentlich geschafft, Dir noch die zeit freizuschaufeln, um Pullover zu nähen?).
    Und weisste, was auch nervt? Trotz fast schon perfekter Eigenanalyse, Reflektion etc. diese Hürde des Veränderns nicht nehmen zu können. Dieses „ich weiß eigentlich, woran es liegt/was die Gründe sind (z.B. Perfektionismus, sich selbst unter Druck setzen, sich nicht für etwas innerlich auch mal selbst loben zu können, sondern von Äusserem Lob abhängig zu sein, ach, die Liste ist ewig…) ABER WIE SCHAFFE ICH ES, DAS ZU VERÄNDERN?“ Ich hoffe, es wird mir und natürlich auch Dir bald gelingen zumindest einen kleinen Teil von dem, was für andere vielleicht so leicht klingt und offensichtlich ist, umzusetzen.
    Im Pekip habe ich eine schöne Geschichte gehört, hier die Kurzfassung: ein Graf/König/Kaiser whatever hat sich jeden Morgen 10 Kaffeebohnen in die linke Hosentasche getan. Für jeden Augenblick/jedes Ereignis/jedes schöne Gefühl das er am Tag erlebte oder hatte, wanderte eine Kaffeebohne von der linken in die rechte Hosentasche. Wenn man zulässt, dass die Augenblicke bzw. Ereignisse auch mal ganz klein sein dürfen, wird man immer ein paar Bohnen in der rechten Hosentasche haben…
    So, am Ende habe ich die Kommentarfunktion ja schon ziemlich gesprengt mit meinem Text, aber ich lese hier schon eine Weile still mit und heute musste es einfach raus! Ich werde auch weiterhin regelmässig reinschauen (äh… täglich sozusagen…ja, ich bin Kinderkram&Babykacke-abhängig… gibt es eine Selbsthilfegruppe? :-))) ), da ich mich in so vielem wiederfinde. Ich wünsche Dir, mir und allen, die sich ähnlich fühlen einen baldigen Frühling (meteorologisch und auch im übertragenen Sinne), dann wird’s hoffentlich besser!
    PS: Auch ich liebe meine Tochter! Meine Aussagen oben klingen zwar nach Boah-bin-ich-genervt-von-meiner-Brut und Ich-hab-keinen-Bock-mehr-auf-Kind, aber das Eine schliesst das Andere nicht aus!

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