Schwanger sein: So war die 26. Woche

Ich hab so ein nerviges Gefühl des Herzrasens. Klar, besonders wenn ich auf dem Rücken liege. Auf der Seite zieht der Bauch aber nach unten. Ich fühle mich allgemein ständig so kurzatmig, als wäre ich nervös. Ist aber sicher normal… Ich muss mich manchmal anstrengen, dann nicht in „Panik“ zu verfallen, weil es durch ruhiges Atmen nicht unbedingt besser wird. Ablenkung bringt noch am meisten. Mann, was bin ich froh, wenn das Semester rum ist und ich guten Gewissens einen Gang zurückschalten kann.

Überhaupt: Die Woche war nicht gut. Ich war krank (grippaler Mistscheiß) und hatte darauf absolut keinen Nerv. Krank, das heißt: Zuhause bleiben und Decke auf den Kopf fallen lassen. Viel zu viel Zeit zum Grübeln und in Löcher fallen. Bei all den Depri-Phasen, in die ich so rutsche zweifle ich „komischerweise“ aber nicht an der Schwangerschaft selbst oder daran, dass wir ein zweites Kind bekommen. Es ist mehr so unbestimmtes Zeugs à la „Die Welt da draußen…“ oder wahlweise „Die Menschen da draußen…“ oder (am häufigsten) „Ich hier drinnen vs. die Welt da draußen…“. Und Kopf in den Sand geht mit Kleinkind schlecht, das wissen viele von euch. Was macht ihr, wenn ihr krank seid und das Kind gesund ist und bespaßt werden will? Ich hab sie dann am Wochenende zu meinen Eltern gegeben, wo sie auch ’ne Menge Spaß hatte und hab mich unglaublich schlecht gefühlt deswegen… Fragt mich nicht, warum. Sie ist total gern dort. Pfft. Mütter!

Ich hab das mit der Taschenlampe auf den Bauch mal ausprobiert und es klappt! Also T. reagiert da auf jeden Fall ziemlich heftig drauf. Ich weiß jetzt nicht, ob ihm das gefällt oder eher erschreckt, aber ich lass es lieber. Sieht also alles danach aus, als würde er seine Augen schon wieder aufhaben. Auch wissenschaftliche Quellen sagen: Ab jetzt kann man nachweisen, dass die Bauch-Babys schon auf Umweltreize (Geräusche und Licht) reagieren.

Eigentlich hat er zwischen 22:45 und 0:15 seine aktive Zeit. Ich hab festgestellt, dass er sich zu beruhigen scheint, wenn ich singe. (Ja, ich singe dann…) Gestern hat er den ganzen Tag ununterbrochen rumgezappelt. Zum Teil fand ich das fast anstrengend, weil es wirklich keine Pause gab. Was war nur los? Als ich auf dem Sofa lag und meine Hand unterhalb der Rippen etwas stärker in den Bauch „schob“ (klingt jetzt brutaler als es war), konnte ich einzelne kleine Gliedmaßen spüren. Ich weiß nicht, ob Hände oder Füße, aber es war bewegend und ich hätte ihn in dem Moment lieber auf dem Bauch als darin gehabt… Dieses Gefühl ist manchmal wirklich stark. Also das Gefühl, sein Baby jetzt richtig haben zu wollen.

Hm, was noch? Ich träume verrückt-wirr-buntes Zeug. Meine Füße sind wahnsinnig schwer und schlafen ständig ein… Ich kann mich nicht erinnern, dass ich das das so stark in der ersten Schwangerschaft hatte. Es nervt. Ich kreise, lege hoch und sollte mal Wechselduschen machen… Ich bin extrem nah am Wasser gebaut und heule ständig bei jedem Mist los. Ich habe nicht wirklich Lust auf Menschen.

Es ist die Zeit angebrochen, in der ich mich extrem masssiiiiiiiv und „un-“ fühle. Die Zeit, in der die Schwangerschaft dann eigentlich auch vorbei sein darf, wenn’s nach mir ginge. Das einzig wirloch Schöne sind im Moment für mich die Baby-Bewegungen. Das ist auch das einzige, woran ich mich nach der Schwangerschaft mit P. mit Sehnsucht erinnert habe und was ich fast schade finde, weil ich es höchstwahrscheinlich nie wieder selbst erleben werde…

Von meiner Gyn habe ich noch nichts gehört – scheint mit Zucker, Abstrich und Ringelrötel-AK also alles soweit in Ordnung zu sein. Das Magnesium scheint gegen das Stechen/Ziehen im Bauch sehr gut zu helfen. Der Druck nach unten verschwindet natürlich nicht so einfach…

Habe mir übrigens dieses Video zur Geburt angeschaut und finde es irgendwie gut. Ich habe vor 2 Wochen leicht panikartige Angst-Anfälle bekommen und aus irgendeinem Grund hat mich das Video beruhigt. Vielleicht, weil man es anhand dessen recht gut nachvollziehen kann, was da passiert… Die Wehen überhaupt als Kontraktionen der Gebärmutter zu begreifen (und nicht als „irgendwas schmerzhaftes Sinnloses“), durch die der Gebärmutterhals verkürzt, der Muttermund geöffnet und das Baby nach unten geschoben wird… Das bringt mir was. Ich hoffe, dass diese Geburt für mich erträglicher, weil bewusster werden wird. Das letzte Mal bin ich da einfach so reingestürzt, wusste weder wie mir geschieht, noch was mich danach eigentlich erwartet. Jetzt bin ich vorbereitet und ich weiß, was kommt und dass es geht. Ich hoffe, daran werde ich dann auch denken…

Trächtigkeitsstatus aktuell:

  • 2. Schwangerschaftsdrittel, im 7. Monat
  • 27. SSW (rechnerisch), 26 Wochen + 0–6 Tage schwanger
  • 14 Wochen bis zum ET
  • “echtes” Alter meines Babys: 24 Wochen (5,5 Monate, nach Befruchtung)
  • 169. bis 175. Tag der fetalen Entwicklung
  • Länge Baby komplett: ca. 34 – 37 cm
  • Scheitel-Steiß-Länge: ca. 24 cm
  • Durchmesser des Köpfchens: 6,6-7,7 cm
  • Gewicht: ca. 850 – 1000 g
  • Fußlänge: ca. 6 cm
Die letzten Wochen im Bauch braucht so ein Baby wohl vor allem, um Fettpolster anzulegen und eine reife Lunge zu bekommen. Wenn es danach geht, wie die Menschen-Babys im Vergleich zu anderen Frischlingen nach der Geburt so drauf sind, müssten sie ja eigentlich noch etwa ein Jahr länger im Bauch bleiben.
T. ist heute 169 Tage alt – „in echt“, also seitdem er angefangen hat sich zu entwickeln. Ich hab noch 98 Tage bis zum ET – unter 100. Uiuiui.

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