Die unerträgliche Angst, nicht mehr „cool“ zu sein…

In den letzten Tagen habe ich das hier:

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gelesen. Andere Themen finden momentan eh keinen Weg in meinen Kopf, insofern passte das gerade ganz gut. Das hier wird jetzt wahrscheinlich eine Mischung aus Rezension / Nachdenken über das Gelesene und eigenem Senf dazu werden…

Schon im März haben mir die Autorinnen das Buch („Ich glaub, mich tritt ein Kind! Bekenntnisse einer Schwangeren… Und schonungslose Wahrheiten einer dreifachen Mutter„) zukommen lassen. (Die beiden haben auch einen gemeinsamen Blog: Stadt-Land-Mama). Und jetzt überlege ich, was ich dazu schreibe ohne dass es… zu doof / gemein ist. Irgendwie finde ich nämlich, dass Jede/r, der es schafft, sein Buch bei einem Verlag rauszubringen, erst einmal meinen Respekt verdient hat. Ich kann mir vorstellen, dass sich so ein Buch nicht einfach von heute auf morgen schreibt und dass damit viel Schweiß und Angst verbunden ist. Auch Angst vor den Reaktion, die da kommen… Andererseits muss man mit dem Risiko wohl klarkommen, wenn man veröffentlicht… Ob es sich dabei nun um Buch, Blog, Musik, Bilder oder Filme handelt… Man stellt sich ja immer irgendwie einer kritischen Masse.

Lisa und Caro sind Ende 20 / Anfang 30. Das Buch ist im Stil eines Brief- bzw. E-Mail-Wechsels zwischen den Beiden verfasst. Die Idee find ich ganz gut. Caro ist schwanger mit ihrem ersten Kind und bombadiert Lisa, die bereits eine Tochter und Jungs-Zwillinge hat, mit Gedanken und Fragen zu Schwangerschafts-Wehwehchen, Körperflüssigkeiten, Notwendigkeiten und Ängsten. Caro ordnet sich selber in die Schwangeren-Schublade „hypochondrisch-panisch“ ein und ja, das trifft es wohl tatsächlich auch ganz gut. Denn Caro googelt und Caro grübelt viiiiel zu viel… (Trifft ja auf mich zum Glück so gar nicht zu *hust*) Caro hat Stimmungsschwankungen, Komplexe und ’ne Menge Fragen. An Lisa. Lisa – ja, die, die übrigens auch für nusenblaten.de verantwortlich ist – wiederum antwortet vor dem Hintergrund ihrer Mutterschaft und ihres Alltags mit drei Kindern und versucht, Caro oft den Wind aus den Segeln zu nehmen. Auf oft ziemlich witzige Weise. Teilweise könnte man meinen, die beiden zicken sich geradezu an. Aber ich glaube, das soll auch so.

Hmmm… Ich hab mich beim Lesen durchaus gut unterhalten gefühlt. Zum Beispiel an der Stelle hier:

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Manchmal wirkte es ein bisschen durcheinander… Da kamen dann schon irgendwo vorn Bezüge auf Dinge, die dann erst später kamen oder sich da wiederholt haben. Ich hab mich zum Teil wiedererkannt in Schilderungen von Caro („Oh Gott, da ist ein Ziehen in meiner rechten Leiste! –> Google, sag mir, was das heißt… Wird mein Baby jetzt sterben?“), aber auch in den Erwiderungen von Lisa („Alteeeeer, komm doch mal runter!“). Irgendwie war’s zwischen „kenn ich“, laut lachen und Kopf schütteln. Und das Letztere ist – Sorry, Caro und Lisa – auch das Spannende für mich.

Ehrlich ist das Buch geschrieben… Lässt nichts so richtig aus, Caro erklärt auch offen, dass ihr Kippen und Alkohol fehlen. (Kenn ich!) Aber ich würde mir immernoch ein Elternbuch wünschen, hinter dem noch etwas „unkonventionellere“ Köpfe stecken… Unkonventionell über das betont unkonventionelle hinaus… Mir gefällt zwar, dass die Beiden versuchen – ähnlich wie auch ich hier – „frei“ zu schreiben. Also ohne rosa Wattebausch und HutziDutziHasileinMäusekeks-Sprache und ohne Supermami-Keule… Aber das ist nun auch schon seit ’ner ganzen Weile das „neueAnders“ der Eltern, die was von sich geben  und schon deshalb gar mehr so anders-neu. Ich wünsche mir Köpfe… Die… Da muss ich ausholen…

Denn vor was das kleine Werk an vielen Stellen – vor allem bei Caros Beiträgen – nur so tropft, das ist die Angst, nicht mehr „hipp“, nicht mehr „cool“, nicht mehr „aufregend anders“ zu sein. Caro wirkt wie eine Frau, der es (bis dato) enorm wichtig war, sooo hipp, sooo fashion, sooo crazy und soooo beliebt, weil soooo anders-tough-stylish-cool zu sein. Und eine der größten Ängste im Bezug auf die bevorstehende Mutterschaft scheint die zu sein, irgendwie nicht mehr zum Club der exklusiv-coolen Leute zu gehören, die unerschrocken die Welt erkunden und sich abends bei der Vernissage treffen. Und noch genauer: Dass „die Anderen“ sie nicht mehr cool finden könnten…

  • Hab ich dann etwa keinen versauten Sex mehr?
  • Muss ich dann etwa auch peinliche Funktionsjacken anziehen?
  • Rede ich dann etwa auch ÖFFENTLICH über Babythemen und nicht mehr über Kunst und Mode?

Für meinen Geschmack lassen sich (zu) viele Fragen und Bedenken  von Caro reduzieren auf: „Ich werde doch trotzdem hipp-stylish-sexy-cool bleiben, auch wenn ich dann ein Kind habe, oder? ODER?“ – da fehlt es mir irgendwie an Denkschritten – an Selbstreflexion -, die weitergehen als bis zu dem Punkt. Irgendwie finde ich nämlich die Aussicht, zu einem Funktionsjacken-tragenden Wickelzubehör-Schlepper zu werden weit weniger „schlimm“ als die (ziemlich unreflektiert wirkende) Panik von Caro, durch Schwangerschaft, Geburt und Muttersein nicht mehr zum Club der coolen Leute zu gehören. Dass solche Gedanken mal aufploppen kann ich ja durchaus verstehen…

Ich will mich jetzt nämlich gar nicht hinstellen und behaupten, dass mir niemals nie Gedanken dieser Art durch den Kopf schwirren / geschwirrt sind. Okay, nicht genau dieser, aber ähnliche… Zum Beispiel:

  • Worüber redet man denn dann mit Leuten, die keine Kinder haben? Wie hält man Kontakt zu denen?
  • Wie kann ich eine Freundschaft aufrecht erhalten, wenn ich de facto keine Erlebnisse mehr mit der anderen Person teile?

Tatsächlich ließen sich auch viele von meinen Fragen vor der Geburt von P. runterrechnen auf: Wie kommt man eigentlich klar, wenn der Lebensinhalt so ziemlich voll mit Babykram & Kinderkacke – ja, daher rührt auch der Name meines Blogs – ist und nur noch ziemlich wenig damit zu hat, wie man sich selbst gern sieht?

… aber bei mir setzt dann schon auch ein Denken übers Denken ein, Also noch bevor ich diese ziemlich oberflächlichen Gedanken großartig ausformuliere und zu Ende denken kann, denke ich: „Ey, verdammt! ist das nicht SCHEISSEGAL!?!“ Schließlich sind Befürchtungen dieser Art im Prinzip ja nichts weiter als ein IMAGE-Problem. Und hey… Wollte / Sollte es mir nicht eigentlich egal sein, was „die Anderen“ von mir denken? Gerade auch, wenn ich daran denke, was ich für ein Vorbild für meine Kinder abgeben will.

Da kommt mir zum Beispiel eine Situation in den Kopf, die K. und ich erst letzte Woche so erlebt haben:

K., P. und ich waren mit meinen Eltern verabredet, um gemeinsam zum Open Air-Konzert der B52’s zu gehen. Vorher waren wir noch zu dritt in einem Restaurant in der Nähe der Parkbühne etwas essen. P. ist noch nicht sooo lange „sauber“, sodass beim vertieften Spielen etwas in die Hose ging. K. eilte also schnell mit ihr zu den Klos. Und wohin? Auf’s Herrenklo… Normal für ihn. Ich „renne“ – watschele so schnell ich kann – hinter ihm her, schließlich braucht er Feuchttücher und Wechselklamotten. Als wir gerade dabei sind, mit der ziemlich problematischen Situation klarzukommen (es war eng und P. ziemlich… äh… „dreckig“ überall…) kommt ein Typ aus der hintersten Klokabine. Ein Typ mit Rastas, Bandshirt und allem drum und dran. Ich nicke ihm freundlich und ein bisschen hilflos zu, da blögt der uns an: „SAGT MAL: TICKT IHR EIGENTLICH NOCH GANZ RICHTIG?? HIER GIBT ES VIELLEICHT MAL AUCH FRAUENTOILETTEN?? DA GIBT ES BESTIMMT AUCH WAS FÜR KINDER??! ICH MEIN, DAS IST DOCH JETZT ECHT NICHT EUER ERNST HIER…“ – blablabla. K. und ich wussten tatsächlich nicht, was wir diesem hirnverbrannten Scheiß entgegnen sollen… Und ich weiß auch heute noch nicht, was eigentlich sein Problem war.

Was würde die Caro aus dem Buch – ist ja auch immer fragwürdig, wie viel das mit der „echten“ Caro zu tun hat und ob sie heute vielleicht schon anders drauf ist – denn in so einer Situation denken, empfinden und machen? Nach dem zu urteilen, was aus ihren Einträgen durchklingt, wäre ihr die Situation unglaublich peinlich und sie würde mit hochrotem Kopf das Lokal verlassen.

Man gewinnt den Eindruck, dass auch beim Schwanger- und Muttersein das „Ich bin so eine…“ / „Hoffentlich bin ich nicht so eine…“ / „Oh Gott, ich werde doch etwa nicht zu so einer?!“ eine große Rolle spielt und weniger darum, den ganz eigenen Weg zu finden und sich dabei „von den Anderen“ frei zu machen… Aber schließlich muss ich ja zugeben, dass ich auch darauf bestehe „Nicht so eine Supermami“ sein zu wollen und ich schüttle auch den Kopf, wenn Eltern ihren 2,5-Jährigen Eistee als Tagesgetränk geben oder bei Eltern, die dem RTL II-Klischee viel zu sehr entsprechen. Und auch ich fühle mich oft zu fett. Und auch ich will (zumindest ab und zu) gut aussehen. Obwohl ich den Magerwahn und die Standardmaße scheiße finde und obwohl ich eigentlich gern viel weniger Konsumieren würde. Auch ich bin impulsiv scharf auf Anerkennung, Schulterklopfer und Applaus. Auch ich freue mich, wenn ihr unter meine Artikel schreibt „Toller Text!“ und auch ich finde es nicht immer leicht, cool zu bleiben, wenn das Kind ’ne halbe Stunde lang den Supermarkt zusammenbrüllt, um nicht wie ’ne hysterische Alte dazustehen. So anders ist das alles ja eigentlich auch nicht.

Aber ich will weg davon. Ich denke unglaublich viel genau über das Thema nach… Über das Thema Anerkennung, Lob, Zuspruch und warum „wir Menschen“ so scharf darauf sind… Und wie ich das loswerden kann. Ich habe das Gefühl,dass es mir heute schon sehr viel egaler ist, ob ich nun zu den „coolen Leuten“ gehöre und arbeite hart an einer „Ich bin wie ich bin“-Einstellung. Weil es das ist, was ich meinen Kindern vorleben will und weil es das ist, was ich für gut und richtig halte. Das ist gar nicht so leicht…

Tatsächlich ist es aber so, dass man durchs Kinder haben lernen muss, mit sich selbst zu sein… Mit sich selbst im Reinen. Mit einem Baby ist man plötzlich total auf sich selbst zurückgeworfen. Das kann verdammt hart sein, wenn man daran gewöhnt ist, sich durch das Feedback von und den Umgang mit Anderen zu definieren. Wenn man daran gewöhnt ist, eine Reflexion der Reflexion von sich zu sein.

Wenn du ein Kind hast, kannst du dich nicht mehr über Leistung, Look oder „Smartness“ profilieren. All das interessiert dein Baby nämlich nicht. Dein Baby will seine Bedürfnisse befriedigt haben. Von dir. Scheiß egal, ob du dabei gut aussiehst oder nicht. Scheiß egal, ob du das „besser“ oder „richtiger“ machst als Andere. Dein Baby sagt nicht „Danke!“ und es kommt sehr, sehr lange erstmal niemand, der zu dir sagt „Das hast du toll gemacht!“. Wenn dein Baby dann zum Kleinkind mutiert, wird es in der Hinsicht noch schlimmer. Dann nämlich hast du wahrscheinlich längst gelernt, alles zu geben und dich selbst hinten anzustellen, dich auch manchmal zu vergessen… Aber dann bekommt dein Kind einen eigenen Willen und es dankt dir deine Aufopferung nicht selten mit Wutanfällen, körperlichen Übergriffen oder fiesen Worten…

Aber schließlich kriegst du als Mutter auch einen unendlichen Liebeskredit! Auch das ist ein Teil der Wahrheit. Dein Kind liebt dich. Bedingungslos. Egal, ob du dabei gut aussiehst oder nicht. Egal, ob es im Vergleich zu Anderen besser abschneidest. Egal, ob du besonders klug bist oder doof. Ob du genau weißt, was du tust oder ob du keinen blassen Schimmer hast. Ob du schon ganz ohne Geld durch China getrampt bist oder noch nie dein Viertel verlassen hast. Es ist. Ihnen scheiß. Egal.

Dein Kind reagiert auf genau das, was du bist und zwar genau in dem Moment, der gerade da ist.

Es rechnet nicht auf, zieht nicht ab, trägt nicht nach und sammelt nicht an. Aber es zahlt sich aus. Ganz sicher…

Ich finde Eltern super, die es schaffen, sich frei zu machen von „den Anderen“. Die Funktionsjacken tragen (oder nicht). Die mit Elan Sandburgen bauen (oder nicht). Deren Kinder ausschließlich Selbstgenähtes tragen (oder nicht). Die nur Bio und alles selbst kochen (oder nicht). Die stillen (oder nicht). Die ständig im Wald rumrennen (oder nicht)… Die all die Dinge mit ihren Kindern tun, weil es sich für sie richtig anfühlt und es nicht darum geht, irgendjemandem irgendetwas zu beweisen.

Das ist in einer Welt wie dieser tatsächlich verdammt schwer, finde ich. Für mich ist das aber ein echt erstrebenswerter Zustand. Und für mich zeugt das von Klugheit, Freiheit und… ja… vielleicht auch von echter Coolness… wenn man es denn so nennen will.

Caro… du bist in der Hinsicht also ziemlich uncool. Aber sicher nicht, weil du vielleicht jetzt doch angefangen hast „spießige“ Funktionsjacken zu tragen oder du dich „voll Ökomuddi-mäßig“ gegen Parabene in der Babycreme einsetzt… Sondern weil du es nicht schaffst, „die Anderen“ aus deinem Kopf zu verbannen. Ich schaff’s aber auch nicht so wie ich will… Also: Wenn jemand ’nen ultimativen Tipp hat?

Schwanger sein: So war die 37. Woche

Die Gedanken drehen sich jetzt eigentlich nur noch um das bevorstehende Großereignis. Nur manchmal, wenn ich zum Beispiel einen Film gucken, vergesse ich es kurzzeitig.

Geistig bin ich in (nach einem unglaublichen Hibbel-Anfall) fast Buddha-mäßig entspannt. Alles andere ist so unbedeutend im Gegensatz zu dem, was da kommt. Mich regt kaum noch was auf… Nur wenn P. sich partout nicht anziehen lassen will und dauernd wegrennt und rumhampelt, dann macht mich das wahnsinnig. Fragt mich nicht, warum mein meditativer Zustand gerade da einreißt.

Mein Bauch wird immer Mal hart. Das hängt mit viel mit der Belastung zusammen. Mache ich viel, wird der Bauch oft hart und wenn ich entspannen kann, dann ist der Bauch es auch. Manchmal geht die Bauchverhärtung auch mit Rückenziehen und/oder Unterleibsschmerzen einher, sodass ich mich frage, ob das jetzt schon was ist oder nicht…

Meine Hebamme meinte am Freitag aber, dass der Kopf noch beweglich ist, also nicht fest im Becken und dass der Bauch nach ihrer Einschätzung auch noch ein gutes Stück nach unten rutschen darf.

Diese Woche hat mir außerdem mein Iliosakralgelenk (Kurz ISG. Das ist am unteren Rücken, da, wo die „Grübchen“ über’m Po am Rücken sind…) zu Schaffen gemacht. Meine Hebamme hat mir sternförmig Tape drauf geklebt und siehe da: Fast schmerzfrei nach ca. einem Tag. Ich könnte sie dafür abknutschen! Und ich bin wirklich immer wieder erstaunt, dass sowas tatsächlich funktioniert. Empfehle ich also wärmstens, falls ihr auch solche Probleme habt. Akupunktiert hat sie mich und ich trinke Himbeerblättertee. Vorzeige-Schwangere, ich.

Habe darüber nachgedacht, wie merkwürdig und nervig es ist, dass sich in meinem Leben schon alles ständig um meine körperlichen Wehwehchen dreht. Ich werde früh wach und checke erst einmal die Lage. Und das ist nicht nur so, wenn ich schwanger bin… Warum benehme ich mich in der Hinsicht wie eine 80-Jährige?? Tja… Ich fühle mich zugegebenermaßen auch oft so. Muss mich nach der Entbindung unbedingt endlich mehr bewegen…

Das Wochenende war tiefenentspannt-schön. Freitag haben wir unser Auto geholt – wir sind endlich wieder mobil und ich fühle mich gleich weniger eingesperrt. Danach waren wir noch mit P. beim Konzert der B52’s. Sonntag haben meine Eltern die Kinderbespaßung übernommen. K. hat jetzt fast drei Monate frei und ich bin echt guter Dinge gerade, dass alles ziemlich ziemlich gut werden könnte…

Trächtigkeitsstatus aktuell:

  • Mein letzter Schwangerschaftsmonat (10. Monat)
  • 38. Woche (rechnerisch), SSW 37 (+ 0–6 Tage)
  • noch 3 Wochen bis zum errechneten Termin
  • 8 Monate nach Befruchtung
  • T. ist 35 Wochen alt
  • 246. bis 252. Tag der fetalen Entwicklung
  • Länge Baby komplett: ca. 47 cm
  • Scheitel-Steiß-Länge: ca. 38 cm
  • Durchmesser des Köpfchens: 8,5 – 10 cm
  • Gewicht: ca. 3100 g (letzte Schätzung an 35+0 = 3185 g)
  • Fußlänge: ca. 8 cm

Nun war ich gerade bei der Gyn… Schon heute morgen ist der Bauch immer Mal hart geworden. Komisch, weil das in den letzten Tagen eher nachmittags bis abends passiert ist. Ich hab zu K. gesagt, dass ich echt gespannt bin, ob man auf dem CTG was wehenähnliches erkennen kann. Kaum dass ich ans Gerät angeschlossen war, bekam ich meine erste richtige Wehe. Die hab ich deutlich im Unterleib links gespürt. Daraufhin musste ich vor Aufregung erst einmal aufs Klo, wodurch das CTG unterbrochen werden musste. Dann kamen in den 25 Minuten, die ich am Schreiber hing, 5 Wehen. Regelmäßig und schmerzhaft. Ich hab deutlich gemerkt, wann sie kommen und wann sie vorbei sind. Verrückt…

Die Gyn hat dann auch gemeint, dass die Wehen regelmäßig sind und hat sich meinen Muttermund angeschaut. Der wäre weich, aber noch nicht offen und das Köpfchen noch leicht abschiebbar. Er sitzt also noch nicht tief im Becken. Sie erklärte mir, dass das Senkwehen sein könnten, dass das aber dann eher darauf hindeutet, dass er eher nach Termin kommt. Ernüchterung. Allgemein würde er sich aber offensichtlich vorbereiten, es tut sich was und das ist gut.

Heißt: Das kann jetzt alles heißen oder nichts… Ich bin entspannt, aber auch gespannt. Sehr!

Goooooooooooooott…

… WAS BIN ICH HIBBELIG !!!

Es gibt Tage, an denen wird der Bauch häufiger hart. Hängt viel mit der Belastung zusammen. Im Moment habe ich aber nicht das Gefühl, dass es bald losgehen wird. Aber ich kann an nichts (GAR NICHTS!) anderes mehr denken!

Wann passiert es? Wie passiert es? Wo passiert es? Wie lange wird es dauernd? Wie wird es ablaufen?

Hier ist alles bereit, sowas von bereit für T.! Und dann wieder doch nicht, weil… ICH BIN NICHT BEREIT. Oder? Doch, schon. Ach… Ich weiß nicht… K. arbeitet auf jeden Fall ab nächste Woche nicht mehr.

Mann, Mann, Mann… MEINE NERVEN! Ihr müsst mir jetzt Mal alle ganz viel Luft zufächern, bitte. Sonst hyperventilier ich, glaub ich.

(Heute = Do, 22.08.2013 = SSW 36+3 –> Es kann (ab nächster Woche) jederzeit losgehen.)

 

Was ist richtig für uns?

(Oder: Sind wir einfach nicht für’s Kinder haben gemacht?)

Stan, wir können nicht einfach tun und lassen, was wir wollen! Wir haben Kinder! Meinst du, ich würde mir nicht gerne jeden Tag ’ne dicke, fette Line Koks reinziehen? Das geht aber nicht, weil ich morgen zum Elternabend muss. Und du musst die Garage aufräumen, ein paar Rechnungen bezahlen, die Regenrinne säubern, das Auto braucht einen Ölwechsel, …  

Ich habe in den letzten Tagen wieder einmal in das Buch „Die ersten fünf Jahre – Wie sich Ihr Kind entwickelt“ von Richard Michaelis geschaut. (Übrigens ein Buch zum Thema kindliche Entwicklung, was mir persönlich viel besser gefällt als Klassiker wie „Oh je, ich wachse“ oder auch „Babyjahre„, die mich immer eher verunsichert als wohltuend informiert haben.) Das Thema kindliche Entwicklung interessiert mich einfach und auf Basis der Studienveranstaltungen zur Entwicklungspsychologie, die ich besucht habe, kann ich sagen, dass ich dieses Buch für wissenschaftlich fundiert halte und es trotzdem leicht verständlich finde. Ich mag die Einstellung, mit der der Autor die Erkenntnisse vorträgt… An einigen Stellen könnte es für meinen Geschmack noch etwas ausführlicher sein. Zum Beispiel an der, um die es mir hier geht…

In dem Buch gibt es einen Abschnitt „Kinder in der Familie“. Thema ist dort, dass Kinder in der westlichen Welt heute vorrangig in Kleinfamilien aufwachsen und Eltern häufig damit zurechtkommen müssen, dass… ja, womit eigentlich?

Eltern müssen damit zurechtkommen, dass sie nicht mehr (tendenziell) egoistisch, selbstbestimmt und „mal gucken, wo mich meine Nase hinbringt“-mäßig durch’s Leben gehen können. Eltern müssen damit klarkommen, dass ihre frei verfügbare Zeit sehr viel eingeschränkter und anders abläuft als vor dem Elternsein. Eltern müssen damit umgehen lernen, dass ständig etwas von ihnen verlangt wird und sie müssen sich fragen, was sie davon auf welche Weise geben wollen, könne und müssen in einer Zeit, in der sie theoretisch so gut wie alles geben können und es viel weniger Grenzen des Erreichbaren und Möglichen gibt.

Ich komme als „erziehendes“, mit einem Kind zusammenlebendes Stück Mensch immer und immer wieder zu Punkten, an denen ich mir nicht sicher bin, wie ich es eigentlich machen will und sehe. Wie ich es richtig finde. Wie es für mich okay ist. Oft geht es dabei darum, was ich will, kann, brauch und/oder muss und was mein Kind gerade braucht, verlangt, kann, will und/oder muss.

Die Frage ist: Wie viel ist gut für mich, für uns und für das hier?

Wie viel Bespaßung? Wie viel an kindermäßigen Freizeitaktivitäten? Wie viel von dem, was heute so gern als „Anregung“ bezeichnet wird? Und welche? Wie viel „Mitlaufen“ im Alltag? Wie viel Langeweile? Wie viel Action? Wie viel Fernsehen? Wie viele Süßigkeiten? Wie viel Gemüse? Wie viel Trinken? Wie viel Schlaf? Wie viel Sonnencreme? Wie viele Klamottenschichten? Wie viele Termine? Wie viele Regeln? Wie viele Vorschriften? Wie viele „Maßregelungen“? Wie viele Freiheiten? Wie viel „Laissez-faire“? Wie viel „Lass mich jetzt mal machen“? Wie viel „Mach mal dein Ding“?  Wie viel „Ich muss jetzt aber mal…“? Wie viel Ehrlichkeit? Wie viele Nachfragen? Wie viel Trösten? Wie viel eingehen auf’s Gemecker? Wie viel Beibringen? Wie viel Vorsagen? Wie viel selbst herausfinden lassen?

(„Wie viel“ ist dafür natürlich nur ’ne Helikopter-Fragestellung, die es gar nicht genau trifft. Es geht ja dabei ja schließlich nicht um die Menge, sondern vor allem um das „Wie will ich das machen?“)

Ich versuche beständig, meinen/unseren eigenen Weg zu finden und stoße dabe natürlich ständig auf Unklarheiten, faule Kompromisse, Widersprüche, Gegensätze und Gewissensbisse.

Das Gefühl, lieber irgendwie was Anderes machen zu wollen als den Tag im überfüllten Zoo, im Schwimmbad, auf dem Spielplatz oder sonstwo „kindgerecht“ zu verbringen lässt sich nicht so leicht rechtfertigen, wenn man gar nicht genau weiß, was man eigentlich lieber täte. Wenn das kein „ich muss“ dahinter steht… Denn die „ich muss“-Sachen lassen sich hier meistens irgendwie organisieren… Noch weniger leicht lässt sich das Gefühl abstellen. Die Erleichterung, wenn die Oma das Kind aus der Kita abholt und erst kurz vor dem Schlafengehen bringt, führt zu einem fiesen Zwicken im Nacken: „RABENMUTTER, DU BIST EINE VERDAMMTE RABENMUTTER, DIE IHR KIND BEI JEDER GELEGENHEIT LOSWERDEN WILL!“

Ich sehe Frauen und Männern, die mit ihren Kindern Juchzend alle Rutschen und Kletterstangen des Indoor-Spielplatzes ausprobieren, die hochmotiviert stundenlang Türmchen bauen und wieder einreißen, Blumenkärtchen basteln und sich nichts Schöneres vorstellen können als drei Wochen ganz allein mit der Familie in ihren Center Parcs-Urlaub zu fahren… Ich. Mache. Sowas. Überhaupt. Nicht. Gerne. Ich muss mich echt extrem motivieren und zusammenreißen, um bei diesen Dingen halbwegs erträglich und dabei sein zu können. Ja, andere Eltern sehe ich natürlich auch. Die etwa, die im Indoor-Spielplatz rumhängen mit ’ner übelsten Fresse, die ihre Kinder in einer Tour anmotzen und total unbeteiligt sind. Zu denen will ich auch nicht gehören. Aber auch nicht zu den Aufgesetzten, denen man anmerkt, dass sie eigentlich keinen Nerv haben, die aber denken, sie müssten andauernd total freudig ihre Kinder bespielen, damit sie keinen Schaden kriegen. Oder die Leistungsorientierten… Da wird angestrengt betüddelt und betaddelt und geplant und organisiert als gäbe es kein Morgen… Soweit das Bild, was davon ja auch allgemein so gern gezeichnet wird, wie zum Beispiel erst kürzlich vom Spiegel wieder: Elterntypen. Tatsächlich gibt es solche und solche Eltern, genau wie es halt solche und solche Fahrradfahrer und solche und solche Einstellungen zum Thema Haustiere gibt…

Ich weiß nicht, welchem Elterntyp ich angehöre. Ich will natürlich, dass es meinem Kind gut geht. Ich möchte nicht, dass mein Kind ein verwöhntes Arschloch-Kind ist oder wird. Ich wünsche mir, dass mein Kind kein bestmöglichst angepasster Ja-Sager-Mensch wird. Ich wünsche mir, dass mein Kind sein Hirn benutzt und sich eine eigene Meinung zu Dingen bildet. Ich will nicht, dass sich mein Kind irgendwie von mir abgelehnt oder ungewollt fühlt, ich will für sie da sein und sie neugierig machen. Ich möchte gern, dass mein Kind etwas findet, wofür es brennen kann und was es gerne macht. Wenn das dann noch halbwegs sinnvoll ist und über „Shoppen“ hinausgeht, wäre ich glücklich. Ich möchte, dass mein Kind mitkriegt, wer und wie ihre Eltern sind und ich halte es für notwendig, dass mein Kind mitkriegt, dass nicht alles immer gleich geht, dass nicht alles nach ihrer Nase läuft, dass sie nicht alles haben kann und muss und dass andere Menschen auch Bedürfnisse haben, die respektiert werden sollten (siehe „Arschloch-Kind“). Soviel zum Rahmen. Und zu was für einem „Elterntypen“ macht mich das jetzt? Und welche Schlüsse ziehe ich daraus für mein erzieherisches Handeln, Dr. Rogge? Kategorien sind ja per sé eher schwierig. Und wie viel Wahrheit hinter dem steckt, was man von einem Stück Eltern auf dem Spielplatz so mitbekommt, das sei jetzt mal dahingestellt… Also lassen wir das lieber…

Diese ständige Kinderbespaßung ist jedenfalls echt nicht mein Ding. Mein Kind und dessen Wohlergehen liegen mir aber trotzdem am Herzen und es ist auch nicht so, dass ich mich nie mit ihr beschäftigen möchte… Was zum Beispiel gut geht, ist das Treffen mit „echten“ Freunden, die auch Kinder haben. Das versuche ich zu tun, so oft es geht. Ich kann in der Hinsicht Tom Hodgkinson nur zustimmen:

Meine Idealvorstellung von Kindererziehung ist eine große Wiese. Auf der einen Seite der Wiese ein Festzelt mit Bar, an der das heimische Ale ausgeschenkt wird. Dort versammeln sich die Eltern. Auf der anderen Seite der Wiese, ein gutes Stück entfernt, spielen die Kinder. Ich gehe ihnen nicht auf die Nerven, und sie gehen mir nicht auf die Nerven.

Aber genau genommen hab ich davon nur drei. Das ist ein Problem. Andere Leute, die ich noch so kenne und schätze haben mit Kindern und Kinder-Spaß nichts am Hut, die Kontakte schwinden. Ich will mich nicht aufdrängen. Ich bin die, die in ihrer Generation anders ist.

Ich lese also von Großfamilien und Clans und dass diese Art des Zusammenlebens mit Kindern der Menschheit viel eher (und wenn man die gesamte Menschheit betrachtet wohl auch sehr viel häufiger) entspricht als dieses seltsame Modell, in dem sich ein oder zwei Menschen mehr oder weniger all around the clock allein dem hoffentlich „erfolgreichen“ Gedeih – und damit wohl eher dem Verderb – von ihrem Nachwuchs widmen.

Ich frage mich, wo unser Weg ist zwischen „Guck mal, so funktioniert das“ und „Guck selbst, wie das funktioniert“. Zwischen „Guck mal, so sind die Leute da draußen und das erwarten die“ und „Guck mal, so sind wir und so bist du“. Zwischen „Man muss (nicht)“, „Man kann (nicht)“, „Man sollte (nicht)“ und „Man darf (nicht)“. Und überhaupt eigentlich weg vom „man“ und hin zum „ich, du, wir, hier“.

Ich kann nicht einfach guten Gewissens in diesen (irgendwie auch ekelhaft) überheblich-belächelnd-belehrenden „Lasst doch eure Kinder einfach mal in Ruhe“-Chor einstimmen, der in den verschiedensten Medien so einstimmig erklingt, wenn sie uns von der neuen Elterngeneration der Kinderoptimierer und/oder Überfürsorglichen erzählen (BeispielBeispiel). Ich war auch mit P. beim Pekip, da war sie kaum sechs Monate alt. Und wir gehen mit ihr einmal in der Woche zu einer Musikstunde, die wohl auch in den Bereich der musikalischen Früherziehung fallen dürfte. Ich sehe mich überteuerte Kinderschuhe kaufen, wegen dem besseren Fußbett und so. Ich denke über den Kauf eines Kindersitzes für über 500 Euro nach, wegen der Sicherheit und so. Ich sehe mich den Kopf schütteln, wenn Eltern mit einer BabyBjörn-Trage vorbeikommen und das Kind auch noch nach vorn drin hängt, wegen der unnatürlichen Haltung und so. Ich erwische mich dabei, wie ich zu P. sage „Der Arzt hat aber gesagt, dass du viel Obst und Gemüse essen musst“, weil mir keine gute Begründung jenseits von „weil’s gesund ist“ einfällt und nicht auf „weil ich das sage“ zurückgreifen will. Ich erwische mich aber halt auch dabei, wie ich morgens einen halben Wutanfall bekomme, weil sie kurz vorm Losgehen in den Kindergarten das Seifenblasenwasser komplett verkippt hat und ich mir gerade nichts sehnlicher wünsche, als dass K. sie endlich raus aus der Wohnung und rein in die Kita befördert, damit ich mich mal ein paar Stunden nicht um sie, sondern um meinen eigenen Scheiß kümmern kann. Immerhin hab ich mich danach für’s Ausrasten entschuldigt. Mommy’s not perfect. Soweit komme ich ja inzwischen schon klar mit mir und uns. Aber diese ständige zu füllende Zeit… Dieser Zwang zur Aktivität…

Clans und Großfamilien. Das ist heute nicht mehr. Das dem Zeitgeist entsprechende Modell wäre dann wohl das der befreundeten Familien, die sich zusammen ein Haus mit großem Garten für alle kaufen oder so… Oder nachbarschaftlich enge Kontakte. Zum Pekip und zur Musikstunde ging/gehe ich vor allem deshalb, weil das ein fester wöchentlicher Termin ist, bei dem mein Kind sich mit anderen Kindern trifft und ich mir nicht jede Woche auf’s Neue einen Kopf darum machen muss, wie ich diesen (Nachmit)Tag fülle. UND weil es in einem Rahmen stattfindet, für den ich nicht persönlich verantwortlich bin. Niemand muss sich persönlich beleidigt fühlen, wenn ich dort nicht mehr auftauche. Und hier kommen wir zu einem Teil des Kerns vom Pudel, denke ich. ICH will gar keine 100.00 Kontakte zu irgendwelchen neuen Leuten, denn persönliche Kontakte bedeuten für mich immer auch Verbindlichkeiten. Und was Verbindlichkeiten angeht… Diesbezüglich hab ich einen enormen Knacks. Ich bin so ziemlich die unzuverlässigste Person des Universums, weil mich beinahe jede Art von „Deadline“ stresst und unter Druck setzt. Ich brauche die Möglichkeit des Ja oder Nein und will dabei niemanden vor den Kopf stoßen müssen und auch kein schlechtes Gewissen haben. Das hatte ich in meinem Leben zur Genüge. Ein „ich muss“ setzt mich unter Druck. Und ich bin wählerisch. Menschen gehen mir schnell auf den Keks. Und eigenartig bin ich auch. Ich brauch ’ne Weile, um mich mit Leuten so wohl zu fühlen, dass ich sie ein Teil von meinem Leben lassen sein kann und mich deren Vorhandensein trotzdem nicht stresst. Vielleicht geht es aus den unterschiedlichsten Gründen vielen Menschen so, dass sie keine Lust haben, sich ständig nah auf neue Menschen einzulassen. Fremdheit ist ein kostbares, schützenswertes Gut!„, das ist so ein Slogan, den sich einige Soziologen auf die Fahne geschrieben haben… Darüber kann man sicher diskutieren. Vielleicht sitzen Eltern deshalb vormittags jeweils einzeln auf den fünf Bänken des Spielplatzes und starren lieber in ihre Smartphones, Magazine, Bücher oder ihre Kinder an, anstatt ihre Telefonnummern untereinander auszutauschen und sich zu verabreden… Das kann eine Erklärung sein, bringt mich aber wieder zurück zum Punkt…

Wenn das Modell Kleinfamilie Fakt ist und damit einher viele, viele Stunden gehen, in denen wir weder Essen jagen, noch unsere bedrohte Existenz vor Feinden schützen oder zum nächsten belebbaren Fleck Erde ziehen müssen, die Welt aber gerade nicht verändern/-bessern können und/oder wollen… Welche Spielregeln gelten dann in dieser Zeit? Davon ausgehend, dass man nicht der geborene Spielkamerad ist, einem aber trotzdem sehr viel an seinem Kind liegt… Wie viel Bespaßung finde ich gut und richtig und wo hört der Spaß auf? Beim 10. Buch in Folge, dass ich vorlese? Sobald ich keinen Bock mehr habe, wenn ich ehrlich zu mir und ihr bin? Ist es okay seiner 2 1/2-Jährigen zu sagen, dass man keinen Nerv auf Arztspielen hat? Darf ich sie fragen, ob sie in ihrem Zimmer weiter lauthals singen kann, wenn’s mir gerade auf den Keks geht und was mache ich, wenn sie sagt „Nein.“? Will ich wirklich jedes Wochenende diesen typischen Familien-Späßchen nachgehen? Was ist die Alternative? Was mache ich denn gerne? Was würde ich machen, wenn keine Kinder da wären und lässt sich das nicht irgendwie vereinbaren? Woran könnten wir alle Freude haben, ohne dass jemand – wahlweise K. oder ich, wir ticken da nämlich leider sehr ähnlich – dabei ständig denkt „anstrengend. das ist anstrengend-anstrengend-anstrengend.“?

Das wirklich Traurige ist, dass ich nicht einmal konkret sagen kann, was ich eigentlich gerne mache, um das einfach zu vereinbaren. Auch nicht dann, wenn ich versuche mir vorzustellen, was ich gerade „freiwillig“ tun würde, wenn da nicht das Kind wäre… Ich lese gerne. Ich beschäftige mich gern mit Dingen. Ich studiere gerne. Ich hänge viel am Rechner. Ich denke über alle möglichen Sachen nach und schreibe mir andere Sachen dazu auf. Oh, ich gucke gern Filme. „Früher“ bin ich abends gern mit Freunden ausgegangen, hab mich angetütert gemacht und mir dann die Nächte um die Ohren gehauen… Hab mir Bands angeguckt, bin selbst auf Tour gefahren, hab Konzerte gegeben, mich mit unseren Songs beschäftigt, geprobt… Oder wir haben tage- und nächtelang in irgendwelchen Parks rumgehangen und Mist gequatscht. Alles nicht unbedingt Dinge, die ich jetzt noch so unbedingt machen muss und auch keine, die ich der Kategorie „kinder- / familientauglich“ zuordnen würde… Wie wunderbar passend dazu war der (hier ganz oben stehende) Spruch, den ich gestern Muster-Ehefrau Francine bei „American Dad“ (Staffel 7, Folge 1: „Zu heiß gebadet“) habe sagen hören und sehr lachen musste…

Sind wir einfach eigentlich nicht für’s Kinder haben gemacht und müssen da jetzt durch? Ich bin nicht unbedingt froh darüber, dass im Wald rumlatschen und Stöcker-Häuser für Regenwürmer basteln, Gärtnern, Tieren beim Lausen zugucken oder Fußballspielen nicht zu meinen Hobbys gehören. Aber das sind die Fakten, mit denen ich zu dealen habe. Ich lese meiner Tochter gern Bücher vor. Aber nicht unendlich oft hintereinander. Ich geh auch gern mit ihr Schwimmen. Aber nicht an jedem Wochenende und ungern allein ohne K. Ich treffe gern befreundete Eltern und tummle mich dann auch durchaus auf Spielplätzen. Aber das geht nicht immer. Soll es ja auch gar nicht. Langeweile fördert ja angeblich die Kreativität und die Selbstentfaltung, habe ich gelesen.

Mein Kind interessiert es aber ziemlich wenig, wenn ich ihm erkläre, dass ich gerade nicht spielen will und dass es mit seiner Langeweile klarkommen muss, weil es dadurch seine Potenziale entfalten wird. Dann will es ja trotzdem noch Jemanden zum Spielen haben. Momentan befindet sich dieser Jemand aber noch in meinem Bauch. Muss ich also ständig mit Farben matschen, Burgen aus Holzklötzern bauen, die Kletterburg erklimmen und Puppendoktor spielen, damit mein Kind sich geliebt fühlt? Oder Alternativ ein ausgeklügeltes Freizeitgestaltungsprogramm abliefern? Dafür fehlt mir oft auch einfach die Energie und auch das halte ich nicht für richtig für uns. Im Moment geht das aufgrund der Umstände sowieso nicht. K. bespielt allgemein häufiger und ausdauernder als ich. Er sagt dann sowas wie „Die Forderung, beschäftigt zu werden bzw. mitzuspielen passiert ja unter Androhung von Krawall. Also spiele ich lieber mit…“

Ich denke, dass es sogar wichtig ist, sein Kind nicht andauernd zu bespaßen und zu beschäftigen. Tatsächlich halte ich diesen Weg für schwieriger als den des Dauerprogramms. Insbesondere dann, wenn die Zeit für viel Bespaßung theoretisch oft da ist. Ich putze nicht wie ’ne Irre die Wohnung, wasche Wäsche nur wenn’s nötig ist, ich bügele nicht und knalle unsere Zeit nicht mit tausenden von Termin voll und renne auch nicht andauernd von A nach B. Die Zeit für gemeinsame Aktivitäten ist jenseits von der Kita fast immer da… Die Zeit ist da und es setzt mich unter Druck, dass die irgendwie genutzt, gefüllt oder rumgebracht werden muss und zwar Kleinkind-gemäß. Aaaahhh! FREIZEIT-STRESS!!! HORROR!!! Manchmal türmen sich die Minuten und Stunden geradezu bedrohlich vor mir auf und in meinem Kopf schwebt ein „Genieß gefälligst diese wertvolle Zeit aktiv mit deinem Kind!“ Ja, also nein, also natürlich ja, aber doch nicht immer und ständig … … … Oder?

Was ist denn mit Muse? Ausruhen? Kräfte tanken? Faulheit? Nicht immer irgendwas machen oder vorhaben? Entspannen mit einem Buch? Denken? Sich auf etwas einlassen? Den Kopf erweitern?

Sind das nicht auch Dinge, die Kinder sehen und quasi durch Vorbilder „lernen“ sollten? Bringen wir Kinder nicht damit, dass immer irgendetwas los ist, genau in die Spur dieser elendig rastlos-gehetzten „Mach dich nützlich“-Zeit? Muss denn echt immer irgendwas los sein?

Ich finde, dass Elternsein einem schon manchmal Superkräfte abverlangt. Punkt. Und ich habe keine Superkräfte. Auch Punkt.

Un‘ nu?

Schwanger sein: So war die 36. Woche

36 ssw

Sie sehen 119 Zentimeter Bauchumfang! Noch Fragen?

Ich frage mich echt, wer sich das ausgedacht hat, mit dieser menschlichen Schwangerschaft. Es ist doch einfach echt total… BEKNACKT KONSTRUIERT!

1. Das dauert viel zu lange. Da wird man ja bekloppt und vergisst, wie es ist, nicht trächtig zu sein.

2. Das ist so schwer und für einen einzigen menschlichen Körper am Ende eigentlich viel zu viel. (Man bedenke insbesondere Mehrlingsschwangerschaften!)

3. Die Gewichtsverurteilung macht zum Ende hin überhaupt keinen Sinn.

4. Das Bündel kommt trotz der ewig langen Brutzeit total unfertig auf die Welt.

Kann da nicht jemand mal was entsprechendes erfinden? Frauen könnten doch das Baby gute 4-5 Monate selbst austragen und dann könnte das ausgelagert werden. In eine Art… „Gewächshaus“ zum Beispiel. Da gibt man dann immer mal Futter zu und dann hat sich das. Da dürfen die Babies dann auch noch gut 6 Monate länger in ihrer Höhle bleiben. Und das mit der Gleichberechtigung funktioniert auch gleich viel besser. Ha!

Endspurt also.  Es kann jetzt jederzeit losgehen, oder? Ich denke das inzwischen jedenfalls 100 Mal am Tag und kann kein Zipperlein mehr ignorieren. Ist dies oder das oder jenes ein Zeichen? Ich hab die wichtigsten Sachen gewachsen, meine Tasche gepackt, den Wickeltisch reaktiviert und überhaupt und sowieso. Die Ärztin schätzte T. am Anfang der Woche auf 3185 Gramm. Ich hoffe, dass sie sich verschätzt hat… Kopf und Oberkörper hätte SSW 37 entsprochen und der Oberschenkelknochen der 35./36. Woche. Großer Kopf, dicker Bauch und kurze beine? Na… Ich bin gespannt ;-)

Ich denke viel an die Geburt. Ich denke, ich hatte sowas wie Senkwehen in den letzten Tagen… Stechende Schmerzen im unteren Rücken und Übelkeit. Bin seitdem auf jeden Fall eindeutig nicht mehr so kurzatmig. Ich frage mich wirklich, wann und wie es losgehen wird. Geht’s wieder mit ’nem Blasensprung los? Kommt er eher wie P. oder lässt er sich sogar bis nach ET Zeit? Wird der Muttermund wieder so lange brauchen bis er sich öffnet? Wird’s wieder so schmerzhaft, dass ich nur noch „aus“ sein will? Oder kommt alles ganz anders? Diese Ungewisseheit… Hach, hach, hach…

Wie war das denn bei den Mehrfachmamas hier? Hat sich die erste Geburt sehr von der zweiten unterschieden?

Und die (Noch-)Einkind-Mütter können auch gern berichten, wie es bei euch angefangen hat. Hat sich die Geburt vorher irgendwie eindeutig angekündigt? Wie fing’s an? Wie lange hat’s gedauert? NEUGIER!

Ich mache mir Sorgen, weil ich jetzt schon mit den Kräften ziemlich am Ende bin und nicht weiß, woher ich welche zaubern soll, wenn es losgeht. Ich wünschte, ich hätte den Mistteil schon hinter mir und der (hoffentlich) Schöne wäre schon da. Weil: Auf das Baby freue ich mich. Was bin ich gespannt, wie er aussieht!!! Auf die ersten Tage freue ich mich. Darauf, wie P. auf ihren Bruder reagiert, freue ich mich. Auf’s Tragen freue ich mich. Auf Baby-Geknöter freue ich mich. Auf zu viert sein freue ich mich. Auf den neuen Alltag bin ich gespannt. Auf diese ganzen kleinen Entwicklungsschritte noch einmal erleben freue ich mich.

Ich weiß, ich weiß… Es geht los, wann es losgeht. Mensch muss geduldig sein. Aber ich verfalle permanent in so widerlich schlechte Stimmung, raunze K. an (der Arme) und bin einfach grundlos genervt. Ich kann das aber auch nicht abstellen. Und es ist ja genau genommen auch nur mehr oder weniger grundlos… Es ist halt inzwischen echt ALLES anstrengend. Laufen, sitzen, liegen… Nichts geht mehr ohne Schmerzen… Ein bisschen wie Folter ist das. Habe meine alten Tagebücher rausgekramt und nachgelesen: Am Ende von P.s Schwangerschaft ging es mir EXAKT genauso. Seitdem geht’s mir irgendwie besser… Aber ich weiß immernoch nicht, was ich tun soll.

K. arbeitet gerade zwei Wochen lang richtig viel und ja, es ist wichtig (auch finanziell), aber für mich ist es trotzdem total beschissen. Weil: Wie sieht der Plan für’s Endstadium der Schwangerschaft denn bitte aus, wenn man schon ein kleines Kind hat?? Es geht ja nichts mehr und das Kind kriegt einen Koller, wenn wir nur in der Bude rumhängen (ich auch, by the way). Also irgendwie raus und delegieren, was geht. Geht aber halt nicht immer. Und ich komme momentan eigentlich nur dann klar, wenn ich allein für mich und meinen Körper + das Kind in ihm zuständig bin. Alles andere (Haushalt, Kind, Studium, irgendwelche Termine…) sind mir zu viel. Per sé. Warum gibt es eigentlich keine Vätermonate VOR der Geburt und noch zwei bis drei direkt danach? DAS wäre sinnvoll. Sinnvoller jedenfalls als die Variante, die die meisten jetzt machen: Am Ende des ersten Lebensjahres mal noch 2 bis 3 dranhängen… K. wird ab Ende August und den ganzen September Urlaub nehmen und geht voraussichtlich von Oktober bis Ende des Jahres Elternzeit.

Ich hatte diese Woche noch fiese Schmerzen unter’m rechten Rippenbogen. Merke (mal wieder): NICHT GOOGELN! Nach zwei Tagen war der Spuk nämlich vorbei. Bis dahin hatte ich aber schon halbe Panikanfälle ob drohender Schwangerschaftsvergiftung oder Leber-irgendwas oder Gallensteine oder sonstwas. Hebamme meinte, es klingt nach einem gequetschten Nerv oder so. Nichts Schlimmes gewesen war’s jedenfalls offensichtlich.

Erste Klamotte sieht jetzt übrigens so aus (falls es in etwa so warm bleibt wie im Moment):

klamotte

So toll wie sich das bewegende Etwas manchmal anfühlt… Ich freue mich alles in allem wirklich (IRRE) darauf, nicht mehr schwanger zu sein!!!

Hier gibt es jetzt trotzdem noch einmal eine Reihe Bauch… Könnte ja das letzte Mal sein… Eieiei… Am Ende sitz ich hier noch in 6 Wochen mit Kuller. Bääääh… Bitte, bitte nicht, Sohn!

bauch schwangerschaft

Trächtigkeitsstatus ab morgen:

  • Letzter Schwangerschaftsmonat (10. Monat)
  • 37. Woche (rechnerisch), SSW 36 (+ 0–6 Tage)
  • noch 4 Wochen bis zum errechneten Termin
  • 8 Monate nach Befruchtung
  • T. ist 34 Wochen alt
  • 239. bis 245. Tag der fetalen Entwicklung
  • Länge Baby komplett: ca. 47 cm
  • Scheitel-Steiß-Länge: ca. 38 cm
  • Durchmesser des Köpfchens: 8,5 – 10 cm
  • Gewicht: ca. 2900 g (letzte Schätzung an 35+0 = 3185 g)
  • Fußlänge: ca. 6,8 cm

Ich klicke mich durch meine Schwangerschafts-Newsletter und zähle noch 1, 2, 3 Mal neue Infos… Danach ist es vorbei. Vielleicht kommt er aber auch schon in der kommenden oder übernächsten Woche? Vielleicht auch erst Ende September… Uffreschend ist das!

(Nähen): Jersey wellt sich – GELÖST!

Puh… Ich hatte immer ein großes Problem mit einer relativ normalen Nähmaschine und dem Vernähen von Jersey-Stoff – BIS JETZT! Und das kam so:

Ich vernähe eigentlich wirklich hauptsächlich Jersey-Stoffe – bestimmt 98% – um daraus Kinderklamotten zu machen. Ich habe zwei W6-Nähmaschinen: Eine W6-Overlock (mit der ich super-zufrieden bin und deren Anschaffung deeefinitiv eine sehr sehr gute Entscheidung ist, wenn man viele Jersey-Klamotten näht) und eine einfache W6 N 1235/61. Zum Schließen der Innennähte benutze ich logischerweise die Overlock, alles kein Problem. Aaaaber: Zum Absteppen der Säume brauche ich die normale Maschine. Bei der W6 bin ich immer an meine (Verzweiflungs-)Grenzen gestoßen, sobald es um’s Versäubern der Jersey-Kanten ging. Ob beim einfachen Säumen, beim Absteppen von Bündchenware oder bei der (verhassten) Streifenversäuberung (die ich aber leider irgendwie am hübschesten finde): Der Jersey-Stoff wellte sich IMMER (immerimmerimmerimmerimmer) ohne Ende! Arrrrgh!

Das Problem ist meiner Meinung nach: Der Nähfußdruck bei der W6 ist viiiiel zu stark und darüber hinaus nicht verstellbar wie bei anderen Maschinen. Zudem hat sie auch noch einen irren Zug drauf. Langsam nähen erfordert ganz ganz viel Fußspitzengefühl. Man darf das Pedal eigentlich nur anpusten, sobald man nämlich drauf drückt, rattert das Ding los als gäbe es kein Morgen.

Was hab ich mich geärgert und wie oft hab ich mir nichts sehnlicher als eine verdammte Nähmaschine mit verstellbarem Nähfußdruck herbeigesehnt, um dieses nervtötende (im wahrsten Sinne) Problem, durch das ich regelmäßige im allerletzten Schritt meine Kleidungsstücke versaut habe, zu eliminieren. Und gegoogelt hab ich… Nääääächtelang. Was ist die beste Maschine für Jersey? Was kann ich machen, damit sich der Jersey nicht mehr so stark wellt? Was kostet eine Coverlock-Maschine?

Ich habe so ziemlich alle Tricks ausprobiert: Ich hab penibel darauf geachtet, dass der Stoff nicht gezogen wird… Schleifpapier und Kunstleder beim Nähen unters Füßchen gelegt, um den Fußdruck abzumindern… Den Stoff mit Sprühstärke und Wasserdampf behandelt… Versucht, mir andere abenteuerliche Konstruktionen zu bauen, damit der Nähfuß nicht so doll drückt… Fadenspannung auf null eingestellt… Fußkrämpfe durch den Versuch so laaaaaaangsam wie’s nur irgendwie geht zu nähen… Hat alles nichts oder kaum etwas genützt. Der Jersey hat sich trotzdem doof gewellt und die Nähte wollten einfach nicht sauber werden. Die Streifenversäuberung konnte ich so vergessen und damit viele Schnittmuster, zum Beispiel aus der Ottobre. Ich habe dann eigentlich nur noch mit Bündchen (ohne Absteppen) oder Rollsäumen versäumt und versucht, das Nähen mit der normalen Nähmaschine weitgehend zu vermeiden. Ist ja auch irgendwie nicht Sinn und Zweck der Sache.

Dann wollte ich den Regenbogenbody von Schnabelina nähen und habe mir das Video-Tutorial dazu angeschaut. Bei 05:50 erwähnt sie ganz beiläufig, dass sie zum Nähen einen OBERTRANSPORTFUß benutzt, weil der wohl den Stoff besser transportiert. Ganz laut *klingeling* hat’s da bei mir gemacht und ich habe mir direkt einen Obertransportfuß für meine W6, die ich schon fast aufgegeben hatte, geordert. Große Hoffnung hatte ich nicht, weil ich dachte, dass ich den Tipp ja sonst sicher eher irgendwo in den Weiten des Internets gefunden hätte.

ABER: Dann kam das Teil an, ich habe es ausprobiert und ich kann euch sagen: Ich bin t-o-t-a-l BEGEISTERT!

Da wellt sich nichts mehr. Der Obertransportfuß transportiert den Stoff in der Tat super. Alles wird gerade und irgendwie rollt’s einfach… ENDLICH! Ein Vorteil ist außerdem, dass man viel gerader näht.

obertransportfuß-jersey

Also falls ihr Stress mit eurer Nähmaschine habt, weil der Stoff sich beim Nähen von Jersey ständig wellt und dehnt, dann probiert mal einen Obertransportfuß aus. Ich kann es wirklich nur empfehlen.

Edit September 2014:

Ich habe den Obertransportfuß vor etwa einem Jahr an meiner Nähmaschine installiert und ihn seitdem nicht mehr abgemacht. Das Ding rollt, Jersey wellt sich kein Stück mehr und ich bin nach wie vor total zufrieden und habe mich dadurch mit meiner Nähmaschine vertragen.

Schwanger sein: So war die 35. Woche

Urlaub ist vorbei… Die haben doch echt 2 Tage vor unserer Abreise angefangen, die Nebenwohnung unserer Ferienbude zu ENTKERNEN. Alter! Wir haben seit Monaten Baustellen in unserer Straße, durch die die Wände zum Teil wackeln und Ruhe eigentlich nur am Sonntag drin ist. Alles, was wir wollten in unserer einzigen Ferienwoche des Jahres war: RUHE. Mäh!

Ich bin gereizt, obwohl ich es nicht will. Lärm nervt mich. Lange Strecken laufen geht nicht mehr, weil Schmerzen –> ergo: nervt mich. Rückenschmerzen, Luftbekomm-Probleme, meine Streifen am Bauch, die jetzt wie bekloppt ziepen, Karpaltunnelsyndrom, durch die ich morgens mit fiesen Schmerzen in den Fingergelenken aufwache usw. – diese Endschwangerschaft nervt! Sobald ich länger als 5 Minuten irgendwo sitze, muss ich danach aufstehen wie ein sehr, sehr alter Mensch (inklusive Ächzen und Stöhnen) und mindestens 10 bekloppten Trippel-Schritten (inklusive Hand ins Hohlkreuz stützen). Kaum, dass ich in Gang gekommen bin, möchte ich mich eigentlich wieder hinsetzen. Da ist ja aber auch noch das P. So geht das eigentlich den ganzen Tag. Ach nee, zwischendurch muss ich noch etwa 45 Mal aufs Klo. Pennen geht auch nicht mehr wirklich, weil keine schmerzfreie Liegeposition auffindbar. Hach ja. Hochschwanger sein… Das fetzt schon. Nicht.

Ich bin auch so verdammt unwirsch! Ich will eigentlich am liebsten meine Ruhe. Meinen Körper am Laufen zu halten, das würde theoretisch als tägliches To Do echt reichen im Moment. Gleichzeitig fühlt sich diese Kurzatmigkeit aber an wie Rastlosigkeit. Und mit schon einem Kind muss man ja auch ständig irgendwie weiter. Ich kann nicht still sitzen, obwohl ich viel mehr rumsufften sollte und ich kann nichts Sinnvolles machen, weil ich irgendwie… Aaaach, ich weiß auch nicht. Zeit mit K., das geht gerade gut. Auch wenn ich nicht weiß, wie der meine Launigkeit und Empfindlichkeit aushält.

Denke weiter vermehrt in Richtung Geburt. So langsam sind meine Angehörigen auch in Alarmbereitschaft. Wenn ich länger als 10 Minuten für irgendeinen Weg brauche, ruft K. mich besorgt an. Ich frage mich, wie das noch gleich mit dem Atmen war? Habe ja dieses Mal keinen Geburtsvorbereitungskurs besucht und war auch erst 3x kurz bei meiner Hebamme.

Was sind so eure ultimativen Geburtstipps, um die Schmerzen irgendwie erträglicher zu machen?

Trächtigkeitsstatus jetzt aktuell:

  • Letztes Schwangerschaftsdrittel, im 9. Monat
  • 36. Woche (rechnerisch), SSW 35 (+ 0–6 Tage)
  • noch 5 Wochen bis zum Termin
  • 7 Monate (+ 3 Wochen) nach Befruchtung
  • T. ist 33 Wochen alt
  • 232. bis 238. Tag der fetalen Entwicklung
  • Länge Baby komplett: ca. 45 cm
  • Scheitel-Steiß-Länge: ca. 30 cm
  • Durchmesser des Köpfchens: 8,5 – 9,5 cm
  • Gewicht: ca. 2600 g
  • Fußlänge: ca. 6,8 cm

„Gewicht ca. 2600 g“ – ähm ja. Ich war gerade bei der Gyn und dort wurde T. auf 3185 g geschätzt. Kopfumfang entspricht der 37. Woche… P. wurde an 34+6 auf 2900 Gramm geschätzt und kam 4 Wochen später mit 3085 Gramm auf die Welt.

Die Schwester meinte übrigens: „Na, schwanger sehen wir uns dann wahrscheinlich nicht mehr…“ – huch.

Noch 35 Tage bis zur Geburt… Es könnten aber auch viel weniger sein… Nächste Woche sind es regulär noch 4 Wochen… 1 Monat… Wenn meine Ahnung, dass er 2-3 Wochen eher kommt, stimmt, dann könnten es auch nur noch 1-2 Wochen sein. Ende August rückt näher *schluck*

Kindermund (16): „Du bist eine Arschfrau!“

P.s Kabarett im Juli ’13 – P. war 2 Jahre und 9 Monate alt.

(1)

„Mama, stimmt’s, Papa ist auf Arbeit? Der muss Geld kaufen!“

(2)

„Wir haben dich beide lieb.“ – (entrüstet) „Nee, ich hab mich ganz alleine lieb!“

(3) 

„Mama, wo ist Papa? In die Toilette gefallen?“

… als sie K. zuletzt im Bad gesehen hat, sie dann spielen ging, er unbemerkt runter in sein Zimmer und sie ihn dann schließlich im Bad suchte…

(4) 

„Guck, der Mann da, er hat einen dicken Bauch!! Da ist ein Baby drin!“ (brüllend, natürlich…)

(5)

„Du bist doch kein Arschmann! Du bist eine Arschfrau!“

… als sie mitbekam, wie ich zu K. sagte: „Ich bin echt im Arsch, Mann!“

(6)

Kakaosalz = Kakaopulver

Mopäl = Hotel

 

Schwanger sein: So war die 34. Woche

Der „Oh, das Baby kommt ja bald und wir haben noch gar nichts vorbereitet!“-Wahn hat mich fest im Griff.

Und ich bin schon wieder genervt. Neugeborenen-Klamotte… Das ist ja echt so ’ne Sache. Was es da für einen Schrott gibt!! Ich erinnere mich noch genau daran, dass ich bei P. gern ähnliche Klamotten wie die im Krankenhaus gehabt hätte. Dort bekommen die Babys Flügelhemdchen + Wickeljacke + Frottee-Strampler + Häkelschuhe an. Hauptsache keine Bündchen, Knöpf, Reißverschlüsse und vor allem: Hauptsache nichts zum über den Kopf ziehen. Ich hatte für P. einen Langarm-Body, eine Feinripp-Bündchen-Hose, Socken, so ’ne Nicki-Schuhe und eine Sweat-Jacke sowie Fußsack mit. Erstmal war das ALLES viel zu groß, obwohl Größe 50 und P. angeblich 50 cm groß war – sie hatte allerdings bei der ersten Messung einen etwas… äh… „konischen“ Kopf, weil sie aufgrund des Querstands so lang im Becken lag. Also waren es wohl effektiv eher 48 cm oder so… Und es war unpraktisch. Ich hatte ein tierisches Problem damit, ihr diesen Body über den Kopf zu ziehen (zum Beispiel). Noch schlimmer sind diese dick wattierten Schneeanzüge, die viele Eltern in guter Absicht  mitschleppen (Baby soll es ja warm haben…)… Da die Gliedmaßen eines Neugeborenen reinzufummeln ist echt grausam. Das wollt ihr nicht… Ich will es auch nicht. Also bin ich gerade auf der Suche.

Unter anderem nach einen Strampler. Einem aus Nicki oder Frottee. Einen OHNE Druckknöpfe im Schritt (Stellt euch mal vor, ihr seid 9 Monate in so ner warmen Suppe geschwommen und dann kriegt ihr erstmal so ne kalten, pciksenden Druckknöpfe an die Oberschenkel gequetscht… Als ob kurz nach der Geburt nicht alles schon nervenaufreibend genug wäre…). Und einen, der nicht sackförmig ist. Und nicht knallbunt. Und nicht mit übelst fettem Aufnäher / -druck drauf. Und nicht schweineteuer. Ich will keine Bärchen, Hündchen, Entchen, Herzchen, Schleifchen, Mäuschen… Keine psychedelischen Ekel-Farben. Am liebsten einfach weiß mit Punkten. Oder so. Ist nicht. Gibt’s nicht. Alles, was ich finde, ist echt unglaublich unpraktisch oder unglaublich hässlich. Das ist doch bescheuert.

Wickelauflage. Auch so’n Thema. Wir wickeln auf einem alten Ik.a-Küchenschrank, Tiefe: 65 cm. Gibt keine Wickelauflagen in der Größe. Und wenn, dann nur diese komischen Keildinger, die aber gar nicht breit sind und irgendwie allgemein komisch. Ich erinnere mich, dass ich das Problem bei P. auch schon hatte. Und es hat mich auch damals schon genervt.

Eyyyy echt… Standard-Klamotten, Standard-Farben, Standard-Prints, Standard-Maße für Wickeltische, Standard my Ass!

Was war sonst so? Ach ja… Urlaub. War teilweise sehr sehr schön, teilweise anstrengend. Ich frage mich ehrlich, wie erwachsene Menschen 7 Tage die Woche (mehr oder weniger) 24 Stunden am Tag ein Kleinkind bespaßen können. Ich liebe mein Kind, ehrlich. Aber es macht mich irgendwie „porös“, wenn Tag für Tag Beschäftigung gefordert ist… Weitgehend ohne andere Kinder und hochschwanger. K. kompensiert viel und ich frage mich mal wieder, ob ich irgendwie komisch bin, weil ich das nicht auf Dauer total erfüllend finde? Strandspielerei, Vorlesen ohne Ende, Schwimmbad, Tierpark, Spielplatz, PlapperplapperplapperplapperplapperWutanfaaaaaaaall… Pffft…. Merke: Nächstes Jahr unbedingt mit Freunden + deren Kindern wegfahren! Ich halte das echt auf Dauer nicht aus. Und ja, ja, ja… Ich schäme mich dafür. Aber ich merke einfach, dass wir manchmal am Modell Kleinfamilie leiden. In den Momenten wünsche ich mir nichts mehr als ne hippiemäßige Gemeinschafts-Wohnform oder ein Zusammenleben mit meiner Familie…

Zurück zur Klamotte: Was zieh ich denn T. nun an am Anfang? Momentan denke ich: Flügelhemdchen + Wickeljacke + Strampler. Vielleicht aber auch Wickelbody + Strampler + Overall? Ich weiß nicht… Was hatten eure an?

Trächtigkeitsstatus jetzt aktuell:

  • Letztes Schwangerschaftsdrittel, im 9. Monat
  • 35. Woche (rechnerisch), SSW 34 (+ 0–6 Tage)
  • noch 6 Wochen bis zum Termin
  • 7 Monate (+ 2 Wochen) nach Befruchtung
  • T. ist 32 Wochen alt
  • 225. bis 231. Tag der fetalen Entwicklung
  • Länge Baby komplett: ca. 45 cm
  • Scheitel-Steiß-Länge: ca. 30 cm
  • Durchmesser des Köpfchens: 8,5 – 9,5 cm
  • Gewicht: ca. 2500 g
  • Fußlänge: ca. 6,8 cm

Noch 37 Tage bis zum Termin… Wenn der kleine Mann in etwa 2-3 Wochen eher kommt, dann sind es nur noch (ach du sch….) 2 Wochen!

 

Quellen:

http://www.swissmom.ch/schwangerschaft/woche-fuer-woche/von-der-27-schwangerschaftswoche-bis-zur-geburt/35-schwangerschaftswoche/