Schwanger sein: 40. Woche (3)

Abends/Nachts. Lese die Schwangerschaftstagebücher und Geburtsberichte von Mamamiez. Ich weiiiiß nicht, ob das so eine gute Idee war. Sie beschreibt sehr detailliert wie sich die Wehen anfühlen und ich weiiiiiß nicht, ob es gut war, mir das noch einmal so lebhaft zurück ins Gedächtnis zu rufen. Dass die Wehen und das alles einer Nahtod-Erfahrung gleichkam, daran kann ich mich noch zu gut erinnern. Ich verdränge und stürze dank Avena Sativa in einen steinernen Tiefschlaf. Wenigstens das funktioniert noch.

Mittwoch (39+2):

Wache auf. Immer der gleiche Ablauf. Wache auf, der Bauch spannt. „Ach ja, der Bauch“ denke ich und fasse ihn an. Ist er hart? Ist er weich? Ist er… noch da? Ruckele ein bisschen rum. Ich brauch eine kurze Bewegung von T., dann bin ich beruhigt. Ist so ein Ritual. Heute muss ich lange warten. Über dem Bauch tatschen und reinfühlen schlafe ich wieder ein. Ohne Bewegung.

Wache erst wieder auf, als P. sich in unser Bett wirft. Werde unruhig, bleibe auf der Seite liegen und spüre nach. Komm schon T, komm schon T… Wo bist du? Ruckele. Da… Eine Beule unten links. Ich bin erleichtert. T. bewegt sich seit etwa einer Woche wirklich sehr viel weniger. Klar. Das muss man sich mal vorstellen… Man würde mit festgeklemmten Kopf (und zwar kopfüber!) irgendwo zusammengedrückt rumhängen. Da hätte man wahrscheinlich auch nicht sooo viel Bock auf Action. Wird langsam eng, hä? Na… Wie wär’s dann… ?

Heute fühlt sich nichts nach Geburt an. Nichts. Ich werde Himbeerblättertee trinken, Leinsamen und Zimt zum Frühstück, ich werde baden gehen. Aber ich habe mich damit abgefunden, dass ich auch am kommenden Montag wieder bei meiner Ärztin auf der Matte stehen werde. Mamamiez hat beim ersten Kind 12, beim zweiten 8 und beim dritten einen Tag übertragen… ZWÖLF TAGE! Das wären noch 17, von heute an gerechnet. Das ist das, was mich so wurmt. Ich sitze hier und warte und warte und am Ende geht es halt nicht einfach los und es muss viele Tage nach Termin eingeleitet werden. Und das Kind ist dann natürlich nochmal einen Monat größer. Eine scheiß Einleitung hätte ich aber auch schon im Krankenhaus bei 37+5 haben können. Das wäre so scheiße frustrierend.

Ich versuche nun, nicht mehr in Kategorien wie „Warum kann denn nicht…?“, „Warum ist denn nicht…?“ und „Was wäre, wenn…?“ zu denken und kehre zurück zu meinen Themen. Das klappt ganz gut. Ich will mich nicht mehr auf die kleinen Regungen meines Körpers fixieren und versuche, mir immer wieder einzureden, dass ich schon merken werde, wenn irgendeine ernsthafte Veränderung eintritt und sich durch mein Rumgestresse nichts ändert, außer dass ich mich fertig mache. Wie Mamamiez sagen würde: Heute ist ein eher guter Tag. Dass mein Rücken gerade wieder an der fiesen Nierenstelle anfängt, weh zu tun… Das lasse ich jetzt mal unkommentiert. Weil ich es nicht will und nicht einsehe. Nein. Nein. Nein.

Ich bin in den letzten Jahren ja zu einem ziemlichen Informations-Junkie mutiert. Gerade auch was so körperliche Vorgänge angeht… Da will ich einfach ganz gern wissen, was da passiert. Darum auch das ganze Googlen. Manchmal entspannt es mich, wenn ich was verstehe. Gerade hab ich mal wieder was gefunden (klick, klick). „Wir haben herausgefunden, dass die durchschnittliche Zeitspanne, gemessen vom Eisprung bis zur Geburt, bei 268 Tagen lag – also 38 Wochen und zwei Tage“ – 125 Frauen im Alter von durchschnittlich 29 Jahren… Aus den gewonnen Hormonwerten ließ sich sowohl der Zeitpunkt des Eisprungs als auch das Datum der Einnistung bestimmen – „Die gemessenen Schwangerschaftszeiten variierten um bis zu 37 Tage“ – „Bei älteren Frauen dauerte die Schwangerschaft länger als bei jüngeren.“ (Für jedes Lebensjahr kann man etwa einen Schwangerschaftstag drauf rechnen) – „Frauen, die zuvor schon einmal überdurchschnittlich lange schwanger waren, entbanden auch das zweite Mal erst nach dem berechneten Termin.“ – „Je größer die Zeitspanne zwischen Eisprung und Einnistung des Embryos war, desto länger dauerte es dann auch bis zur Entbindung.“ (find ich ja recht logisch, weil die Entwicklung des Kindes ja erst mit der Einnistung dann so richtig vorwärts geht… Und wenn das später anfängt, dann dauert es halt auch länger nach hinten raus.) – „Ein in früheren Studien vermuteter Zusammenhang zwischen Schwangerschaftsdauer einerseits und Geschlecht des Kindes oder Körpergewicht der Mutter andererseits ließ sich nicht feststellen.“

Kommen wir also zum Selbsthypnose-Teil: 268 Tage von der Empfängnis bis zur Geburt. (Mein neues Lieblings-Spielzeug für solche Sachen ist übrigens das hier.) T. ist ja ein Weihnachtsmännchen. Das heißt der Studie entsprechend wäre der wahrscheinlichste Termin der 17.09. So. Mein Termin passt dann auch nach der beknackten „vom letzten Tag der Menstruation“-Regel ganz okay. Allerdings hab ich von Anfang an lieber ab dem Tag der Empfängnis gerechnet… Schwankungen von 37 Tagen sind normal. Also auch diese obligatorischen 10 Tage +/-… Alles zwischen dem 07.09. und dem 27.09. (irgs!) wäre also völlig im Rahmen… (Das heißt, dass es jetzt am 11.09. sogar noch verhältnismäßig früh wäre! Seit der Empfängnis sind heute 262 Tage – 37 Wochen und 3 Tage – vergangen…) Am 29. bzw. 30.12. habe ich mir in meiner Zyklus-Big Brother-App notiert „starkes Ziehen im Unterleib. Da könnte also die Einnistung gewesen sein. Das war also vielleicht so 6 bis 7 Tage nach der „Empfängnis“… Ist das nun eher lang oder eher kurz? Soweit ich weiß, wird der Zeitraum der Einnistung mit 5-10 Tagen nach Empfängnis angegeben…

Interessant ist auf jeden Fall: „Selbst nach dem Ausschluss von sechs Frühgeburten hat die Dauer der Schwangerschaften noch um bis zu 37 Tage, also etwa fünf Wochen, variiert. Ärzte sollten dies bedenken, wenn es darum gehe zu entscheiden, ob bei einer Schwangerschaft eingegriffen werden soll.“ Hm. Und solange es Kind und Mutter „gut“ geht – wobei „gut“ ja im Prinzip heißt, dass Herzfrequenz des Kindes und Blutdruck der Mutter okay sind – bleibt das Kind halt drin. Was mir aber ein Rätsel bleibt hab ich ja schon am Ende des letzten Beitrags erwähnt… Warum kommen manche Kinder ganz leicht und früh und andere ganz schwer und spät?? Woran liegt das? Klar.. Jeder Mensch und jede Schwangerschaft ist einzigartig und so… Aber es ist doch ziemlich faszinierend, dass ein und dieselbe Frau verschiedene Kinder ganz unterschiedlich lange austrägt und die ein ganz unterschiedlich schwer und groß geboren werden. Es deutet dann ja schon jetzt ziemlich viel darauf hin, dass T. ein ganz anderer Typ Mensch sein könnte als P…. Und dann gibt es ja auch noch diese Idee, dass die Kinder dann kommen, wenn die Versorgung durch die Mutter schlechter wird. T. geht’s einfach noch zu gut im Bauch. Dann mach ich jetzt Diät. So. (SCHERZ!)

Puh… Jetzt wird der Bauch aber gerade plötzlich knallhart…. Autsch!

Ach ja… Was ich auch hier mal auch noch schreiben wollte: Danke für die Anteilnahme allerseits! Das ist sehr rührend irgendwie… Ich bekomme täglich E-Mails, Facebook-Kommentare und Nachrichten von Menschen, die ich eigentlich gar nicht kenne, die aber offensichtlich sehr hier mitfiebern… Das ist ein ganz – ichweißgarnichtgenauwasfürein – Gefühl. Ich fühle mich dadurch auf jeden Fall weniger allein damit… Und das ist gut. So wirklich denke ich nämlich nicht darüber nach, aus welchem Grund ich diesen Blog hier mache. Ich schreibe gerne, teile gern meine Gedanken mit und grüble rum… Und ich mag es, darauf ein Feedback zu bekommen. Das reicht schon. Ich find Bloggen jedenfalls befriedigender als Tagebuch schreiben… (Was nicht heißt, dass ich das nicht auch noch tue *ächem*… Naja. Jeder hat halt seine Hobbys, ne?) 

2 Kommentare zu “Schwanger sein: 40. Woche (3)

  1. Oh Mensch ich kann dich so gut verstehen….bin jetzt in der 13ssw und habe nun schon die Gedanken an die Geburt ans übertragen und und und…..bei meinem kleinen Herren waren es 13 Tage nach et nach zwei Tagen nicht feine oder schöne Einleitung und ich will will will das nie nie nie wieder.
    Du hAst ja noch ein paar Tage zeit und alle Daumen sind gedruckt und die Gedanken bei euch das es bald schnell und freiwillig los geht.

    Glg Steffi

  2. Pingback: Schon gesehen? | BABYKRAM & KINDERKACKE

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