Schreien-Nuckeln-Aua!

schrei

(T. ist 19 Tage alt. Fast drei Wochen.)

Es kommt uns momentan so vor, als würde unser Baby eigentlich immer brüllen, wenn er wach ist. Das geht ganz schön an die Substanz. Und es ist uns nicht instinktiv total automatisch klar, wie wir damit sinnvollerweise umgehen könnten. (Einen lesenswerten Artikel über die (Un)Möglichkeit der Erziehung nach Bauchgefühl findet ihr hier.)

Zum brüllenden Kind und dem entsprechend „richtigen“ Umgang mit ihm gibt’s so ziemlich jede Ansicht. Voraussetzung ist, dass das Kind gestillt ist und keine vollgekackte Windel hat.

1. Schreien = Bedürfnis nach Nähe/Stillen. Am besten ganz viel Kuscheln und auch die Brust anbieten, zur Befriedigung des Saugbedürfnisses.

2. Schreien = Ausdrucksmittel. Am besten das Brüllen begleiten und das Baby nicht einfach durch diverse Beruhigungsmaßnahmen mundtot machen. Es muss sich ausdrücken dürfen.

3. Schreien = Reizüberflutung. Am besten Baby von den Reizen abschirmen, Ruhe… Viel im Tragetuch haben.

4. Schreien, weil Gewöhnen an die Welt hier draußen. Am besten den Mutterleib durch Schuckeln, Pucken und Sch-Sch-Sch imitieren.

5. Schreien = mehr Hunger, weil Wachstum. Am besten das Baby immer und immer wieder anlegen. So wird die Milchmenge gesteigert.

6. Schreien = Müdigkeit. Am besten das Baby zum Schlafen bringen.

7. Schreien = „Dreimonatskoliken“. Am besten behandeln… Wärme, Kümmelzäpfchen, …

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Für mich heißt das eigentlich nur: Man weiß es nicht. Von Dreimonatskoliken halte ich nichts. Ich glaub da nicht dran. Ich glaub nichtmal, dass es das wirklich gibt. Bedürfnis nach Mama/Nähe: Ja. Ausdrucksmittel/Verarbeitung/Reizüberflutung/nicht zur Ruhe kommen: Ja, möglich. Müdigkeit? Auch möglich. Hunger? Bin mir nicht sicher…

Problem: Alle Gründe verlangen nach anderen Taktiken. Einem reizüberfluteten Baby bringen weitere Beruhigungversuche nichts. Wenn ich meine, dass mein Baby verarbeiten muss, dann wäre es ja falsch, ihm mit der Brust den Mund zu stopfen. Wenn ich meine, mein Baby braucht meine Nähe und muss sein Saugbedürfnis befriedigen, ist das Anbieten der Brust zur Beruhigung (oder von mir aus auch eines Schnullers, den T. übrigens komplett verschmäht, ja, auch verschiedene Formen) die richtige Wahl. Tja. Toll. Und nun?

Wenn T. aufwacht, brüllt er eigentlich sofort los. Man liest hier und da ganz gerne mal, es müsste gar nicht zum Brüllen kommen, weil die Kinder schon gut ’ne halbe Stunde vorher „Warnsignale“ aussenden. Auf die müsse man nur reagieren und dann wär’s das auch schon. Haha. Mein Kind signalisiert nichts. Es wacht auf und brüllt sich oft sofort von 0 auf 100. Genau das ließen seine Herzfrequenzen im Bauch übrigens schon vermuten. Er ist ein ganz schöner Choleriker…

Er wacht also auf und meistens lege ich ihn direkt an. Er trinkt dann sehr, sehr hektisch 10-15 Minuten vielleicht. Danach nuckelt er eigentlich nur noch. Dabei dümpelt er immer mal weg, reißt dann wieder die Augen auf, nuckelt weiter, dümpelt weg, schläft vielleicht auch mal ein, wacht aber 10 Minuten später wieder auf und will weiter nuckeln. Er schreit meistens sofort, wenn ich ihm die Brust entwende.

Manchmal lässt er sich durch Schuckeln beruhigen. Selten irgendwann dann auch ablegen… Meistens wacht er nach 30-60 Minuten dann wieder auf. Manchmal nuckelt er auch am Finger. Durch’s Pucken wird er deutlich ruhiger. Manchmal schläft er dabei in Verbindung mit Schuckeln zügig ein. Im Tuch, im Auto schläft er zuverlässig.

Ab und zu (!) ist er auch wach ohne zu schreien. Allerdings maximal 10-15 Minuten. Dann guckt er wirklich ziemlich aufmerksam rum, uns an, ins Licht, sein Sternchenbild an… Dann verzieht er irgendwann das Gesicht und schreit los. Wenn ich ihn dann anlege, nuckelt er sofort los – manchmal trinkt er auch wieder – und schreit nicht mehr. Manchmal schläft er dann beim Nuckeln ein. in der ersten Woche recht zuverlässig. Mittlerweile kann sich das Stunden hinziehen.

Was mich irritert:

Ich habe das Gefühl, dass er schon recht eindeutig nach der Brust sucht, wenn er schreit/brüllt. An der Brust beruhigt er sich meist unmittelbar. Er kann stundenlang nuckeln. Manchmal kann ich die Brust irgendwann aus seinem Mund ziehen und er pennt trotzdem ein bzw. weiter. Oft wacht er dann aber auch nach 5 Minuten wieder auf uns sucht sofort wieder. Er ist dann sofort total nervös-hektisch-aufgeregt und wenn er sie nicht gleich in den Mund bekommt, brüllt er sofort wie am Spieß.

Ich habe kein prinzipielles Problem damit, ihn anzulegen, wenn er das braucht und sich da beruhigt.

Aber ein paar Probleme macht das doch:

1. Meine Brüste tun inzwischen wahnsinnig weh durch das ständige Genuckel. Ich mache alles, was man dagegen tun kann. Aber es nützt nichts. Sie haben einfach keine Regenerationsmöglichkeit. Das Stillen wird so zur Qual und ich erwische mich regelmäßig bei dem Gedanken, ob es nicht ohne doch irgendwie einfacher wäre… und schmerzfreier! Davon hatte ich in den letzten Monaten nämlich echt mehr als genug.

2. Einen Rhythmus, der ja bei unruhig-nervös-sensiblen Babys angeblich so unendlich wichtig wäre, ist so de facto unmöglich! Ich richte mich ja mit dem Anlegen usw. komplett nach ihm und seinem Nuckel-Beruhigungs-Bedürfnis.

3. Ich habe eine dreijährige Tochter! Ich kann eigentlich nicht jetzt drei Monate lang mit meinem Baby an der Brust im Bett verbringen. Echt nicht.

4. Ich habe durch das dauernde Genuckel wirklich absolut keine Ahnung, wann er denn wirklich hunger/durst hat und tatsächlich trinken will (und nicht nuckeln). Das ist doof!

Ich versuche wirklich ganz ganz dolle, nicht alles einfach nur anstrengend zu finden. Und noch gelingt mir das erstaunlich gut. Aber es fällt mir zunehmend schwerer, es nicht doof und irgendwie „fies“ zu finden, dass mein kleines Kind eigentlich im wachen Zustand nur am Brüllen ist. Außerdem ist es dadurch mit der Erstgeborenen nicht unbedingt leichter. Verständlicherweise findet sie ihren kleinen Bruder dadurch nämlich zuallererst mal anstrengend. Wenn T. brüllt versteht hier nämlich niemand mehr ein Wort.

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Ich frage mich, ob ich das irgendwie falsch wahrnehme und das übertrieben sehe. Aber K. nimmt es ja auch so wahr… Kaum ein wach ohne Brüll… Also lang anhaltendes Brüll. Und es gibt nur einen Ausknopf. Und bei dem bin ich mir nicht sicher, ob ich es richtig finde, ihn immer einfach zu drücken.

Was meint ihr denn?

23 Kommentare zu “Schreien-Nuckeln-Aua!

  1. Ohje, herzliches Mitleid! Ich hab noch einen Text:
    http://www.hebammenblog.de/bedienungsanleitung-schreiende-babys/
    Bei meinem Sohn (zweieinhalb Monate) hilft inzwischen auch mal auf- und abtragen oder Windeln wechslen, aber die Brust ist auch die häufigste Beruhigung. Ich denke mir halt, Stillen hat mehr als eine Funktion und lege ihn halt an. Mit dem Effekt, dass er sein Geburtsgewicht inzwischen fast verdoppelt hat.
    Allerdings habe ich auch immer noch wunde Brustwarzen. Die heilen erst jetzt langsam, seit ich Stillhütchen benutze. Der mechanische Schutz ist gar nicht so schlecht, allerdings muss das Baby mit den Hütchen den Mund nicht soweit aufmachen. Wenn man später wieder auf die Hütchen verzichen will, muss man erstmal das Anlegen wieder trainieren.

    Das sich Ausdrücken durch Schreien klingt für mich wie die moderne Version von „Schreien stärkt die Lunge“. Ein schreiendes Baby ist meiner – völlig subjektiven – Meinung nach auf jeden Fall unglücklicher als ein nicht schreiendes.

  2. Ich hab ja schon mal gesagt, dass das Wort „Stillen“ nicht ohne Grund stillen heißt. Allerdings denke ich, ist 24h Stillen keine Lösung. Das macht dich fertig und einen Überblick über Hunger/Unruhe bekommst du auch nicht.
    Nächste Möglichkeit: Was sagt deine Hebamme?
    Dritte Möglichkeit: Osteopathie. So manches Kind hat sich schon wegen irgendwelcher Verrenkungen zum „Schreikind“ abstempeln lassen, dabei wäre ein Weg zum Osteopathen die Lösung gewesen. Immerhin war die Geburt spontan und T. sehr groß. Da kann der eine oder andere Wirbel schon mal an der falschen Stelle sitzen. Grundsätzlich ist es immer schwierig, Prognosen abzugeben. Alle anderen wissen immer alles besser….und helfen tut dann nix. Aber diese Osteopathie hat manchmal schon Wunder bewirkt.
    Auf jeden Fall wünsche ich dir, dass du schnell des Rätsels Lösung herausfindest..Auch für den Rest der Familie, vor allem die Kleine

  3. Kleiner Finger zum Nuckeln hilft auch nicht? Bei uns wurde der Schnuller anfangs nur im Tragetuch nach ein paar Minuten akzeptiert, wenn man den richtigen Moment verpasste, gab es auch nur Geschrei… gegen das nur Kniebeugen oder strammes Marschieren draußen noch helfen konnten. Hilfreich war auch Föhnen, aber das habt ihr bestimmt auch schon probiert…

  4. Zu Sandras Kommentar fallen mir sofort die Worte meiner -jetzigen- Hebamme ein. Ich erzählte, dass unsere erste Tochter ein heftiges Geburtshämatom hatte (brauchte über ein Jahr bis es weg war) und sie fragte dann, ob sie viel geschreit hätte (ja!). Auch sie war der Meinung dass damals ein Osteopath angebracht gewesen wäre, da die Maus wahrscheinlich Schmerzen hatte…
    Alles Gute,
    Emily

  5. Die sog. 3-Monats-Koliken kennt man nur in der westlichen Welt. wo die Kinder noch gewickelt werden. Rund 70% der menschlichen Bevölkerung wächst ohne Windeln auf. Die Kinder melden sich, wenn sie „müssen“ und werden dan abgehalten bis sie Darm od Blase entleert haben. Dies nennt sich „windelfrei“ bzw. „topffit“ – google doch mal! ;)

  6. Ich hätte den gleichen Text über meine Tochter vor 2,5 Jahren schreiben können.
    Ich habe E gefühlt das erste Jahr durch gestillt – denn wenn sie nicht gestillt wurde oder schlief hat sie geschrien.
    Ich hab mich irgendwann noch nicht mal mehr getraut, spazieren zu gehen, denn sie hat nie wirklich lange geschlafen und war sehr geräusch-empfindlich. Und wenn die Augen auf waren, wurde gebrüllt.
    Insofern – es gibt solche Kinder..
    Bei uns hat das Dauerstillen – gerade in der Nacht- dazu geführt, dass es mehr als eineinhalb Stunden einschlafstillen gedauert hat, bis ich die BW raus ziehen konnte ohne dass sie dabei aufwacht und sie dann aber sogar noch mit einem Jahr mehr als 15 Mal in der Nacht aufwachte – wahrscheinlich mit dem Gedanken „Wo ist die BW?? … Uaaaahhhh..“ Einschlafstillen und Dauerstillen führt also durchaus zu Problemen.. Das hat mich so fertig gemacht, dass ich praktisch von Vollstillen (alles andere hat sie verweigert) auf komplett Abstillen umgestellt habe, als ich wirklich mit den Nerven am Ende war.
    Ich hab mich oft gefragt, was ich alles falsch mache, dass sie so unentspannt ist.. Es war echt schwierig..
    Dafür ist unser Sohn (*03.09.2013) nun sehr viel entspannter und weint fast nie.. Schaut uns gerne beim Spielen, Essen ect zu und je mehr Aktion um ihn ist, desto wohler scheint er sich zu fühlen.
    Was ich damit sagen will… Für mich ist ein unentspannteres Kind weder so wegen einer vollen Windel, der angeblichen 3 Monatskolik noch sonst irgendetwas, sondern schlicht aufgrund des Charakters. E. hat als Baby schon einen starken Charakter, weiß was sie will und vor allem nicht will und versucht das durchzusetzen und so ist sie heute immer noch. Eine bewundernswerte Willensstärke und ein bewundernswertes Durchsetzungsvermögen. Ein starkes Kind und ich liebe sie von ganzem Herzen genauso wie sie ist und weil sie so ist, wie sie ist.

  7. Gute Frau, du weißt, dass er nicht ewig an der Brust nuckeln wird, also geh seinem Bedürfnis nach, er braucht das doch !
    ich kenne niemanden, dem die Brustwarzen anfangs nicht auch wehgetan habe wie die Hölle, doch der Schmerz geht vorbei. 100% Das ganze muss sich erstmal gewöhnen, so wie er sich auch erst mal an diese neue Welt gewöhnen muss-
    , das einzige was er beruhigend findet, ist Mamas Nähe, und wozu sind die Brüste nunmal da ??? Jep, Ganz genau…

  8. Als kurzfristige Lösung – das ist jetzt nur so ein Gedanke – wäre Beruhigung durch körperliche Nähe mit dem Tragen im Tragetuch zu Hause. Also so oft wie möglich. Und vielleicht sogar Haut an Haut. Im Tuch kann er ja gut schlafen ….

  9. Ach wie gut kann ich diesen Post verstehen. Hätte ich vor 2 Jahren sein können….
    Mein Zweitgeborener hatte auch kaum freundliche Wachphasen. Es war sehr anstrengend und ich war bei zwei Osteopathinnen und einer Kinesiologin – soviel zu unserem Leidensdruck (den der Kleine ja auch hatte!!). *seufz*
    Pucken war bei uns auch gut (bin ich leider erst etwas spät drauf gekommen). Und TRAGEN. TragenTragenTragen.
    Mein kleiner Trag-ling.
    So richtig viel besser wurde es aber erst: mit der Zeit.
    Das hilft jetzt nicht viel, ich weiß.
    Will hier nur mein Verständnis ausdrücken.
    Ich habe soviel geweint, weil sich mein Kleiner offensichtlich nicht wohl fühlte auf der Welt… Hey aber jetzt ist er so ein lustiges Kerlchen. Lacht oft und viel und lauf und wunderbar! Es wird. Sende Durchhalteparolen.

  10. oje…oje oje…ja, erst einmal alles Gute und Beileid und ganz viel Kraft und so…
    wie du ja schon geschrieben hast gibt es da 13748 verschiedenen Tips und Maßnahmen. Aber irgendwie scheint den kleinen irgendetwas ganz schön zu wurmen. Als ich deinen Text laß dachte ich „also unter den Gegebenheiten würde ich den kleinen gar nicht mehr aus dem Tragetuch rausholen“. Er scheint ja echt noch ein Problem damit zu haben „hier draußen“ zu sein.
    Naja, und meine Kollegin hatte damals eine ziemlich lange Geburt und der Kleine hat auch quasi nur gebrüllt. Die waren dann (obwohl sie nicht daran glaubte) bei einem Otheopathen. Der hat dem Kleinen am Rücken auf eine Stelle gedrückt und dann war er ruhig. Das haben sie dann 6 Sitzungen lang gemacht und danach war das mit dem Dauergebrüll Geschichte. Der meinte dass der Kleine, durch den Druck auf die Wirbelsäule bei der Geburt, eine Blockade gehabt hätte.
    Ich muss sagen, ich find Otheopathen auch eher Geldmacher und halte da nicht soviel von…also bis dahin…das war echt ein riesenunterschied. Aber wie gesagt: es gibt da soviele verschiedene Tips….
    Ich hoffe, der Kleine kriegt sich bald ein!

  11. Reflux? Spuckt der Süße oft und viel? Manchmal kommt das Schreien auch durch zu viel Magensäure bzw. noch nicht vollständig ausgebildete Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre. Deshalb auch beim Trinken kurzzeitig Linderung, da die Speiseröhre wieder von der Milch beruhigt wird. Leider ein Teufelskreis, da ja auch die am Ende im Magen ankommt. Etwas Linderung verschafft nur erhöhte Lagerung.
    Ja, die Andern haben immer viele Diagnosen, Ratschläge und Kommentare ;) Hab mich hiermit auch eingereit. Würde aber gleichzeitig noch anbieten den kleinen Mann mal für 2-3h abzunehmen, damit Ihr mal durchatmen könnt! Bitte melden! Is kein Anstandsangebot sondern ernst gemeint! Grüße Kawi

  12. Also wenn es was gibt, was hilft, dann immer her damit. Bei uns waren es damals das Tragen (und dabei immer schön in Bewegung und bloß nicht Stehenbleiben und ja nicht ablegen) und Stillen mit Dauernuckeln. Irgendwann ist das dann rausgewachsen ;-). Du machst das toll!

  13. Guten morgen, ich folge Deinem Blog zwar erst seit kurz vor T.’s Geburt ( habe aber recht viel schon „rückwärts“ gelesen ) und kann Deine Beiträge vielleicht nicht so gut einschätzen wie jemand der schon länger mitliest. Ich habe ein wenig das Gefühl das die aktuelle Situation leider nicht wirklich so läuft wie Du Dir erhofft hast. Das jedes Kind anders ist ist uns allen klar aber gerade wenn man schon ein Kleinkind Zuhause hat wünscht man sich ja eher ein Anfängerbaby. Auch wenn ich hiermit bei vielen auf absolutes Unverständniss stoße aber von diesem ganzen „ich trage mein Kind den ganzen Tag – gehen einmal die Woche zum Osteopathen – still bis zum umfallen ( auch wenn ich den ganzen Tag mit blanker Brust dasitze )“ halte ich NICHTS ! Das ist, entschuldigung, ein gewisser Schlag Mutter den es in jedem Forum und bei jedem Blog gibt. Die Realität ist aber nunmal eine andere ! Deine Tochter braucht Dich auch, und je mehr sie ihren Alltag verliert um so frustrierter wird sie werden ( meine Freunde hat gerade 1 zu 1 Deine Situation ). Ich weiß stillen ist das beste (?) fürs Baby aber vielleicht versuchst Du doch mal eine Flasche oder einen Schnuller ?! Mein Sohn hat nach der Geburt beim stillen nur geweint und sich total verkrampft, ich hatte stundenlang die Stillberaterin und/oder Kinderkrankenschwester in meinem Zimmer, aber er war NUR unzufrieden. Nach 5 Tagen mit, wenn es gut lief, 3 Stunden Schlaf hatte ich die Nase voll. Nichts ging mehr. Im Krankenhaus kann man das mal machen oder Zuhause braucht mich meine Familie. Ein Fläschchen musste her, ich wollte ein zufriedenes, sattes Kind für das ich nicht nur Mittel zum Zweck bin sondern Mama ! Was soll ich Dir sagen, mein Baby wandelte sich vom Meckerkopf zum Sonnenschein. Das wird nicht bei jedem Kind so sein aber es war meine Lösung. Vielleicht solltest Du mal versuchen Deine Lösung zu finden !?

    LG und alles Gute das es bald besser wird !

    Nina

  14. Das hatte mein Sohn auch. Genau so. Ich bin kein Freund von dem Buch oje ich wachse, aber bei Nils hat das alles übereingestimmt was die Wahrnehmung betrifft. T. Sieht jetzt mehr, er bekommt mehr mit und das verunsichert ihn. Er ist gerade im ersten Sprung. Er fühlt seltsam, weil er nichts mehr kennt. Man kann das so vergleichen, indem man dich jetzt alleine auf dem Mond absetzten würde. Das macht ihn fertig.
    Das Buch war irgendwann meine Bibel, immer wenn er schwierig war, und man mag es kaum glauben, es stimmte fast immer. Nur was die Kinder können sollten, stimmt überhaupt nicht und dadurch sollte man sich nicht verunsichern lassen.
    Es geht vorbei :)

  15. ich melde mich hier auch als stille Leserin deines Blog :-)
    Ich möchte dir jetzt keinen explizitem Tipp geben, sondern nur schreiben, wie es uns bei unserem Sohn vor einem Jahr ergangen ist, denn das was du schreibst, so erging es uns ähnlich.
    Unser Sohn hat auch die ersten Wochen meist geschrien, sobald er wach war. Das hatte gerade in den ersten Tagen mir große Schwierigkeiten beim Stillen gemacht bzw.es hat im Krankenhaus mal so eben gar nicht geklappt. Erst als ich zuhause war und unsere Nachsorgehebamme sich die Situation angeschaut hat, meinte sie, er wäre sehr ungeduldig und pucken würde helfen. Diese zwei Sachen haben uns unheimlich geholfen. Wir haben ihm beim Stillen und zum schlafen gepuckt und auch das Wissen, dass er nicht der Geduldigste ist, hat mich wieder entspannt. Denn dann ist es eben so und ich mach nicht mehr verrückt. Mein Mann hat uns dann noch sogenannte Mickeymaus-Ohren (Hörschutz) aus dem Baumarkt geholt, damit wir das schrille und laute Schreien besser aushalten können und somit ruhig bei ihm sein können. Wir hatte uns gesagt, dass unser Sohn nicht alleine schreien wird. Nun ja, ist dann aber nicht easy, wenn man dann den ganzen Tag alleine mit dem kleinen Mann ist. Da war ich oft nach 3-4 Stunden durch und wohlgemerkt ich hatte nicht schon ein weiteres Kind, das mich auch braucht. Ganz heftig war das Einschlafen, unser kleiner Mann hat sich jeden Abend in den Schlaf geschrien. Und er hat sich regelrecht gegen das Einschlafen gewehrt. Den vermeintlichen Grund haben wir erst nach über drei Monaten herausgefunden.
    Wir haben dann zwei Sachen gemacht: wir waren bei einer Osteophatin und bei einer individuellen Babysprechstunde.
    Entgegen einer Vorrednerin muss ich sagen, dass der Besuch bei einer Osteopathin Wunder geholfen hat! Wir waren leider erst nach 2,5 Monaten dort, aber nach dem ersten von zwei Besuchen war ein Großteil des Schreiens weg. Ob man nun dran glaubt oder nicht, bei uns hat es geholfen, beim zweiten Kind würde ich schon viel früher hingehen.
    Das Schreien beim Einschlafen haben wir dann Dank der individuellen Babysprechstunde in den Griff bekommen. Auf die Babysprechstunde sind wir durch den Pekipkurs gekommen, die Leiterin bietet sowas an und ich hatte im Kurs von diesen Problem berichtet und klar, hat sie angeboten, dass wir mal zu ihr kommen. Gesagt getan, bei der Stunde wollte sie ganz viel Wissen, zB wie war die Schwangerschaft, gab es da Probleme, wie war die Geburt, gab es da Probleme… bei uns gab es zum Ende der Geburt massive Probleme (Herztöne im Keller bzw teilweise ganz weg, kaum noch Wehen…). Hier könnte die Ursache des Schreien liegen. Aber ändern kann man sowas ja nun nicht. Sie hatte uns dann das sogenannte begleitete Schreien gezeigt, denn ihr Eindruck war, dass unser Sohn sich fürchterlich Aufregt und das das alles mal raus muss. Wir hingegen haben etliche Beruhigungstatikten erfolglos ausprobiert, ihn allerdings nie ausschreien lassen. Beim begleiteten Schreien wiederum hält man das Baby ganz doll fest im Arm und lässt es ausschreien, bis es „fertig“ ist. Alleine würde ich diese Methode nun nicht machen, sondern immer nur in Begleitung mit jemanden, der sich auskennt. Wir haben das dreimal gemacht und danach musste unser Sohn nicht mehr so schimpfen und das Einschlafen geht ohne Gebrüll.
    Puh, ganz schön langer Text! Siehe es nicht als Tipp oder als der alleine richtige Weg an, aber vielleicht hilft dir unsere Geschichte.

    Liebe Grüße
    Karin

  16. unsere Kleine hat damals auch kräftig geschrieen. Eigentlich hat sie kein Bett gesehen, wir haben sie immer von Bauch zu Bauch gehoben im Schichtdienst.Zwischendurch schrie sie dann auch…ich habe sie über die Schulter gelegt an den Füssen festgehalten und bin durchs Zimmer marschiert…bis dann irgendwann ein grosses Bäuerchen oder ein Rums aus ihrer Windel kam…das wars dann mit Schreien.Ich glaube allerdings auch das die Tatsache, das sie die ersten Wochen ausschliesslich auf einem nackten warmen Bauch geschlummert hat und direkten Haut-Haut Körperkontakt hatte, sicher nicht die schlechteste Idee war.Jedenfalls sagte unsere Hebamme auch etwas von Darmproblemen. Also haben wir probiert, bis wir die Lösung mit dem über der Schulter tragen hatten.und das wars dann auch. Hat funktioniert.

  17. Hallo moody,
    Ich finde Osteopathie is ein gutes Stichwort!
    Auf dem oberen Bild hält er sich auch den Kopf/die Ohren- vllt nur Zufall,aber vllt hat er auch Schmerzen? Ohrenweh?Und nur schlucken lindert den Schmerz- wär eine Erklärung.Ich habe auch die ersten 2 Wochen durchgeschrien bis meine Eltern festgestellt haben,dass sich meine Hautfalte am Hals entzündet hat wegen Neueodermitis…Dann wars gut.
    LG und alles Gute!
    Anna

  18. Also ich kann dich absolut gut aufgrund deiner „fiesen“ Gedanken verstehen. Mein kleiner ist zwar ein Goldstück, weil er unglaublich viel in der Nacht schläft, dafür verlangt er tagsüber alle 1,5 h nach der Brust, und wenns besonders heiß ist oder er einen Wachstumsschub hat alle Stunden. Wenn er dann noch in der restlichen Zwischenzeit in die Windel kackt, ist mein Tagesablauf voll ausgefüllt :-)
    Zu deinem Schrei-Problem: Meine Hebamme hatte eine Cranio-Sakral-Ausbildung. Ich bin da nicht so bewandert, aber hab sie mal gefragt was das ist. Und sie meinte, dass sich viele Babies beim Geburtsvorgang Verspannungen zuziehen usw. und die dann natürlich schmerzen. Deshalb schreien die dann so viel. Mit ein paar „Handgriffen“ wäre das Problem dann aber behoben. Ich schätz das ist so ähnlich wie beim Ostheopaten. Probieren kannst du es ja mal. Schlimmer geht’s ja fast nicht mehr. Viel Glück!

  19. Hallo, meine Hebamme hat auch sowas in Richtung Cranio-Sakral-Therapie gemacht. Ich schätze das ist ähnlich wie beim Ostheopaten. Sie meinte, da bei der Geburt viele Babies Verspannungen kriegen, schreien sie dann auch mal ewig rum. Aber mit ein paar „Handgriffen“ wäre dies zu bewältigen. Ich wünsch dir viel Glück! – Und: wie viel du stillst, trägst usw. finde ich, liegt ganz allein in deinem Ermessen. Da haben alle eine andere Meinung. Letztens hab ich den Spruch gesehen: Eine glückliche Mutter ist wesentlich wichtiger als 100 Erziehungsratgeber. Und ich schätz mal irgendwann wird das Schreien auch dich aus deiner Ruhe bringen. Alles Gute jedenfalls! lg Katja

  20. Ganz knapp, da Baby auf dem Schoß.
    Meiner ist auch so ein Schreiling gewesen und ist es teilweise immer noch.

    Wir waren beim Ostheopathen, was gut geholfen hat. Das Tragetuch ht ebenfalls Linderung gebracht – schreiendes Bündel ins Tuch binden, 5-15 Minuten rumlaufen und Ruhe war.

    Stillen, stillen, stillen. Schnuller nahm und nimmt meiner leider gar nicht. :( Gegen die wunden Brustwarzen kann man was tun, Lansinoh und MultiMam haben bei mir gut geholfen.

    ICh wünsch dir gute Nerven, es wird irgendwann besser.

    Liebe Grüße
    Missy

  21. ohje, wie aaaanstrengend!

    ich würde auch einen guten osteopathen empfehlen, rumschleppen und am besten im tuch stillen. so bist mobil und für p. da und die geräuschkulisse hält sich vielleicht in grenzen.

    was sagt denn deine hebamme?

    starke nerven wünsch ich dir! <3

  22. Pingback: “T. ist 4 Wochen alt” | BABYKRAM & KINDERKACKE

  23. Ich kann mich auch nur anschließen, dass Stillen und Tragen hilft. Aber eben nicht immer. Meine Erfahrung ist, dass immer mehr Kinder unter eine anstrengenden oder aus irgendeinem Grund belastenden Geburt leiden. Sie haben enorme innere Verspannungen. Mehreren Bekannten hat eine Cranio-Sacral-Behandlung geholfen. Dabei können diese Verspannungen gelöst und das Kind entspannt werden. Bei einigen hat es binnen Tagen zur Besserung geführt.

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