Ach komm, jetzt reiß dich mal zusammen!

oder: ICH habe ja wohl viel mehr Gründe zum Jammern!

Ich sitze T. stillend im Wohnzimmer und höre, dass K.s Nerven beim Anziehen von P. gleich zerreißen werden. Sein genervter Tonfall löst in mir ein ähnliches Unwohlsein aus wie Fingernägelkratzen auf Tafel  *brodel brodel brodel* Hinsichtlich seiner Genervtheits-Zustände sind meine Sensoren irgendwie ziemlich hypersensibel.

Ich liege morgens T. (sowas wie) stillend im Bett und versuche, K. wach zu bekommen. Der hat den 07:45-Wecker mal wieder ausgemacht hat und P. nicht geweckt. Heißt: Wieder zu spät in die Kita. Heißt: K. wird gestresst sein beim Frühstück, beim Anziehen, beim Losgehen, weil es „mal wieder viel zu spät“ ist. Vorher darf ich mich aber noch auf das oscarreife Aufstehdrama des K. freuen. Hinsichtlich seiner Müdigkeits-Zustände sind meine Sensoren irgendwie ziemlich hypersensibel.

Ich hänge T. stillend im Bad auf dem großen Sitzkissen und versuche, P. zum Zähneputzen zu animieren. K. will darüber reden, unter welchen Umständen er zur Geburtstagsparty einer alten Bekannten / zur Bandprobe / zum Umzug eines Freundes gehen könnte. Ich gebe mir Mühe, nicht angepisst zu reagieren. Mal mehr, mal weniger… Sage dann sowas wie „Wenn die Kinder im Bett sind…“ oder „Hm. Musst du wissen.“ oder auch mal „Ja, klar. Ich freue mich wahnsinnig darauf, den Samstagvormittag allein mit beiden Kindern verbringen zu dürfen und dich dann irgendwann nachmittags mit Bierfahne zu empfangen. Das wird sicher toll. Apropos: ICH war übrigens seit fast einem Jahr nicht mehr…“ Und dann sind wir mitten drin, im endlos blöden Rumdiskutieren darüber, wer die größere Arschkarte gezogen / wer hier eigentlich weniger Freiheiten bzw. Freizeitvergnügen, Erholung, Schlaf und mehr Entbehrungen hat. Hinsichtlich seines Ungerechtigkeitsempfindens sind meine Sensoren irgendwie ziemlich hypersensibel.

Ich weiß nicht, ob es vorrangig an der Müdigkeit oder dem ständigen gefordert sein liegt oder an den vielen Ablageboxen mit „unerledigt“-Schildchen in meinem Kopf… Aber ich bin ständig am Brodeln wegen Dingen, die K. tut (oder nicht). Und ich kotze mich selber an, weil ich das eigentlich gar nicht will. Ich will lässig sein. Eine coole Freundin/Frau, mit der man gern zusammen ist. Ich will keinen Stress machen. Ich will, dass er ganz er selbst sein kann. Ich will einfach nicht die Olle sein, die dauernd rumnervt. Ich will doch, dass er sich wohlfühlt mit mir / mit uns / in seinem Zuhause. Und genau das ist vermutlich ein Teil vom Pudelkern. Es macht mich fertig und es versetzt mich in absoluten Stress, ständig den Eindruck zu haben, dass er alles anstrengend findet.

Beispiel Aufstehen… Riesiges Problem für ihn. Er komme halt „nun einmal schwer hoch“, das läge ja auch an seinem eher niedrigen Blutdruck, das sei schon immer so gewesen. Ich versuche wirklich ihn – und damit auch das – so hinzunehmen, wie er ist. Aber es fällt mir an der Stelle echt verdammt schwer. Ich kann nicht verhindern, dass ich denke, dass das in unserem Fall irgendwie echt ein Luxus-Problem ist. P. schläft durch seitdem sie 6 Monate alt ist! Meistens schläft sie bis um 8, nicht selten länger.  Sie schläft in ihrem Bett in ihrem Zimmer. Sie kommt nie in unser Bett. NIE! Das heißt, wir kommen meistens auf 8 Stunden Schlaf. Hm.. okay… Seitdem T. da ist, kommt nur noch er auf 8 Stunden Schlaf. Ich stille T. nachts. Ich wickle ihn (sonst laufen die Windeln aus, er pinkelt echt viel). Und ich schuckle ihn in den Schlaf, wenn er nicht wieder einschlafen kann. Er wird davon nicht wach, eschläft durch. Und trotzdem ist er es, der seiner Müdigkeit irgendwie nervtötend laut zum Ausdruck bringt. Und da kommt mir der Gedanke, der in der Überschrift zu lesen ist: Reiß dich doch mal zusammen, verdammt nochmal! Ich tue es doch auch. Und ich hätte doch objektiv (?) gesehen, viel mehr die „Berechtigung“ zu Jammern. Und ich tue es nicht. Weil ich finde, dass das niemandem was bringt und es alles nur noch nerviger macht. Aaaaber es  macht mich wirklich wütend… so wütend, dass ich es kaum unterdrückt bekomme… dass er (trotz durchschlafen und einiger Vorteile im Vergleich zu meiner Situation) es ist, der „einen auf müde“ – ja so denke ich das dann – macht.

Es brodelt und kocht in mir so stark, dass ich das Gefühl habe, gleich zu platzen. Manchmal passiert das dann auch. Und dann ätze und meckere und frotzele ich rum, maule ihn voll bis auch er wütend wird. Seine Reaktion macht das dann nicht unbedingt besser… Wenn er sein Verhalten dann auch noch verteidigt – im Übrigen eine ziemlich natürlich Reaktion, wenn man angegriffen wird – fühle ich mich dann nämlich noch „benachteiligter“ und fange irgendwann an zu heulen. Soweit ich weiß, hatte ich diese unliebsame Eigenschaft, sich ständig benachteiligt bzw. ungerecht behandelt zu fühlen, schon als kleines Kind, spätestens nachdem mein Bruder geboren war. Denn „unliebsam“, das ist sie echt. Sie taucht ab und zu ganz plötzlich auf wie ein fieses, kleines, dreckiges Monster… Wenn ich in einer Warteschlange stehe. Wenn einer mir in der Bahn den letzten Sitz wegschnappt. Wenn in der Mensa der Typ vor mir die allerletzte Spinattasche bekommt. „DAS IST SOOOO UNGERECHT!!!“ denke ich dann und würde impulsiv am liebsten auf den Boden aufstampfen, um mich danach auf eben diesen zu werfen und laut brüllend zu heulen bis der Typ mir die scheiß Spinattasche überlässt. Oder (zurück in unserem Alltag) meiner einsieht, dass er absolut kein Recht hat, sich zu beklagen und er sich ja so glücklich schätzen kann, mit einer so wunderbaren und aufopferungsvollen Frau wie mir – zu Kreuze kriecht also und hoch und heilig verspricht, sich zu bessern… „Komm ich nehm‘ den Kleinen, Schatz. Leg du dich ins Bett, schlaf dich mal richtig aus und geh heute Abend mit deinen Freundinnen was trinken. Ich mach das hier schon.“ Ääääähm ja.

Ich kenne das von anderen Paaren, die darüber streiten (oder zumindest so denken), wer eigentlich den beschisseneren/schwereren Tag hat… Der Kerl auf der Arbeit oder sie Zuhause mit dem Kind. Die übliche Anerkennungs-Diskussion. Wer macht mehr? Wer leistet mehr? Wer hat mehr Pausen verdient? (Exemplarisch hier bei Stadt-Land-Mama nachzulesen)

Ich habe uns letztens tatsächlich so eine Diskussion führen sehen/hören, wie sie kein Dialogautor eines drittklassigen MDR-Abendfilms über Eltern hätte klischeehafter schreiben können. Er musste einen Artikel schreiben. Ich hatte stundenlang versucht, den schreienden T. zu beruhigen. Es war P.s Geburtstag.

„Es kotzt mich an, dass ich hier stundenlang ein schreiendes Baby schaukele und die nicht einmal deinen Arsch hochbewegst! Für P.s Geburtstag ist noch nichts gemacht… Du interessierst dich einen Scheiß dafür!“

„Ich hab dir gesagt, dass ich das heute fertig machen muss! Mein berufliches Fortkommen ist dir völlig egal, oder?“

„Berufliches Fortkommen?! Du hast ELTERNZEIT! P. hat heute Geburtstag!“

„Ja, tut mir leid. Vorher konnte ich das aber nicht machen, weil ja immer irgendwas war.“

„Oh ja, entschuldige bitte, dass ich deine Hilfe brauche mit einem Neugeborenen.“

„Ein Artikel. Es ist EIN Artikel! Andere arbeiten Vollzeit und nehmen gar keine Elternzeit. Die kriegen das doch auch irgendwie hin!“

„Na toll. Genau. Dann such dir doch eine Andere, die das besser hinkriegt. Übrigens muss ich nächste Woche zur Uni und habe dafür auch noch nichts gemacht.“

… Naja… Und so weiter… Mit Ruhm bekleckert haben wir uns damit nicht. Aber immerhin können wir uns inzwischen gut wieder vertragen.

Ich kenne kaum Paare, bei denen das Thema in dieser oder einer ähnlichen Form nicht irgendwie früher oder später mal auftaucht. Darüber könnte man jetzt ewig schreiben… Andererseits wurde auch schon zigfach drüber geschrieben. Über die Väter, die das Problem hätte, einerseits der starke Mann und andererseits der liebevolle Vater sein zu müssen. Die sich zerrissen fühlten zwischen Job und Familie. Und über die Frauen, die immernoch überwiegend mit dem Kind Zuhause bleiben, aber heutzutage vorher meistens nicht Hausfrauenkram gemacht haben, sondern berufstätig oder in Ausbildung oder sonstwie in der Weltgeschichte unterwegs waren. Da bricht ein ganzer Pfeiler an Anerkennung weg, weswegen viele das Kind zu ihrem Hobby machen würden, von einem Kurs zum nächsten rennen und anstelle sich selbst, ihres Jobs resp. ihres Lebens nun ihr Kind optimierten. Ich bin übrigens der Meinung, dass ich damit mittlerweile gut klarkomme. Also damit, dass die Anerkennung von „draußen“ eher fehlt. Darauf angewiesen zu sein ist etwas, was ich eh gern abbauen möchte und insofern ist Elternsein dahingehend ein gutes Trainingsprogramm.

Mir geht es vorrangig um Teamwork, glaub ich. Ich möchte das Gefühl haben, dass wir zusammen an einem Strang ziehen. Dass wir das zusammen durchziehen und gut machen. Dass wir uns darüber bewusst sind, dass wir uns für diese Art des Lebens mit Kindern entschieden haben. Ich möchte nicht ständig das Gefühl vermittelt bekommen, dass er alles eigentlich ziemlich ätzend findet. Ich fühle mich nämlich dann dafür schuldig. Ich möchte, dass er mir prozentual häufiger das Gefühl gibt, dass er es gut findet, wie es gekommen ist und dass er glücklich ist mit mir, mit uns, mit dem hier. Ich möchte, dass wir unser gemeinsames Leben vorrangig gut finden. Ich reiße mich zusammen, auch wenn es manchmal anstrengend ist, weil ich es prinzipiell gut finde, wie es ist und die weniger guten Seiten als dazugehörig akzeptieren möchte. Die Kinder sind jetzt da, wir haben uns für sie entschieden, das ist jetzt unser Leben. Ich finde es total arschlos und die wertvollen Kräfte raubend, das durch andauerndes Beklagen und anstrengend finden immer und immer wieder in Frage zu stellen. Genau den Eindruck vermittelt mir das nämlich: „Früh“ aufstehen ist scheiße anstrengend. Nicht die Dinge tun können, die man tun will ist scheiße anstrengend. Sich einschränken müssen ist scheiße. Ständig gefordert sein ist scheiße. Böse Zungen könnten jetzt sagen: Dann hättest du dir keine Kinder zulegen dürfen. Und diese böse Zunge ist auch in meinem Kopf, ab und zu.

Dabei sehe, denke und weiß ich, dass er gern Kinder hat. Und er macht auch wirklich viel. Gerade mit P. unternimmt er oft mehr als ich, entlastet mich. Er bringt sie jeden Tag in die Kita, holt sie meistens ab, er kocht und wir haben den Haushalt aufgeteilt. Ich sollte dankbarer sein, oder? Ich bin das ja auch durchaus.

Aber was soll ich tun, wenn mich sein Umgang mit der ein oder anderen Sache einfach wahnsinnig macht???

Ihn länger schlafen lassen? Das kann ich nicht, weil mir da selber einfach die Energie zu fehlt und das sehe ich auch nicht ein.

Sein Geschnaufe, weil alles so aaaaanstrengend ist ignorieren? Das fällt mir sehr schwer, denn es macht die Tage trostlos. Und ich will keine trostlosen Tage. Ich hab auch ’nen echten Hang zum Beklagen und vor allem zu depressiven Phasen. Und trotzdem habe ich mir nach den letzten Wochen der Schwangerschaft vorgenommen, mich zusammenzureißen. Und es klappt auch recht gut. Außer im Bezug auf ihn und diese bestimmten Eigenheiten. Benutze ich ihn gar als Ventil für eventuell angestaute Gefühle wie Ärger, Frust und Erschöpfung?

Ich denke, es trifft sich an den Stellen einfach sehr ungünstig.

Ich neige dazu, Unmutsäußerungen direkt auf mich zu beziehen, auch wenn sie nicht auf mich gemünzt sind. Wenn er im Wohnzimmer mit dem schreienden T. auf und ab läuft und ich in der Küche mein Brötchen aufesse, dann bin ich absolut gestresst und antizipiere, dass er vermutlich total angepisst ist gerade genervt „Tz… Ooooooar…“ macht, weil er meint, ich solle ihm T. doch jetzt mal abnehmen, statt da gemütlich mein Brötchen zu vespern. Wenn er beim P.-Anziehen schier verzweifelt, weil sie ständig wegrennt und nicht „mitmacht“, dann nimmt mein Kopf schon eine Abwehrhaltung ein, bevor mir überhaupt irgendwas vorgeworfen wurde. Ich bin super-empfindlich diesbezüglich. Ich bin sofort gekränkt (ohne das zulassen zu wollen), wenn jemand den Eindruck macht, er sei irgendwie unzufrieden mit mir oder wenn Jemand so wirkt, als würde ich nicht seinen Erwartungen entsprechen… Mein Impuls-Ich ist dann sowas wie beleidigt, glaub ich. „Püh. Die Erwartungen, die du an mich stellst sind ja auch SCHEISSE und nicht gerechtfertigt! Denen will ich gar nicht entsprechend. Ich bin müde, ich habe Hunger und ich hab insgesamt viel mehr zu entbehren als du. Also hab ich hier jedes Recht der Welt, mein Brötchen mal ausnahmsweise in Ruhe zu mampfen und du bist ruhig.“ Dabei hat er noch gar nichts gesagt. Sowas beknacktes. Wie kommt denn sowas bitte zustande?

Und er neigt dazu, Dinge – auch Emotionen – als unveränderlich zu sehen. Wenn er eine Situation total stressig findet, dann sei das halt so, dann könne man daran auch nichts ändern. Ich – der Master of Versuch der Selbstmanipulation – sehe das aber ganz anders. Ich denke, dass man mit Situationen schon auf unterschiedliche Arten und Weisen umgehen kann und dass man das auch durchaus oft selbst bestimmen kann. Natürlich ist es möglich, zu bemerken, dass man sackmüde ist, aber kurz zu überlegen, wie stark und schlimm diese Empfindung nun wirklich ist und sich bewusst – ja, vielleicht auch der Partnerin zuliebe – dafür zu entscheiden, dass man das jetzt mal nicht so raushängen lässt. Stark zu sein, sozusagen. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, das klappt nicht immer. Muss es ja auch nicht. (Wenn ich gerade hormongeschwängert wie sonstwas bin, dann kriege ich halt einen halbstündigen Heulanfall beim Arzt, weil ich einfach nicht schon wieder ins Krankenhaus will. Ob ich will oder nicht.) Das ist echt verrückt. Wenn ich ihm nämlich in einer Situation, in der er nach meinem Dafürhalten übertrieben gestresst reagiert, versuche, ihm den Blick dafür zu öffnen, dass die Situation eigentlich nicht so stressig ist; dass sie im Gegenteil eher durch seinen unschönen Umgang damit stressig wird und vermutlich gar nicht so übel wäre, wenn er einfach etwas „gechillter“ damit umgehen würde, dann scheint er diesen Ansatz gar nicht so richtig zu verstehen. „Wenn ich das aber nun einmal gerade anstrengend finde, dann hilft es mir nicht, wenn du sagst, dass ich nicht gestresst reagieren soll.“ Sackgasse. Man kann jemandem ja auch nur helfen, wenn er sich helfen lassen will. Er will dann offensichtlich frotzeln. Und ich denke, er will eigentlich, dass ich ihm das jetzt abnehme. Während ich mir denke, dass ich doch ein viel größeres Recht hätte, etwas abgenommen zu bekommen.

*seufz*

Menschen sind bescheuert.

8 Kommentare zu “Ach komm, jetzt reiß dich mal zusammen!

  1. Wow, du schreibst mir echt aus der Seele und der tiefsten Stelle meines Herzens. Da kann ich nur sagen: „Mit!“
    Der entscheidende Unterschied ist: Unsere Kleine ist mittlerweile 2,5 Jahre, irgendwie haben wir die ganze Scheiße (und noch mehr) überlebt und sind tatsächlich noch eine Familie. Und das fühlt sich echt gut an. Danke für deine ehrliche Art zu schreiben, es kommt mir vor, als hätte ich mein verschollenes Tagebuch wieder gefunden.

  2. Das klingt wie bei uns zu Hause. Seid 16 Monaten sind wir Eltern (zum 1. Mal) und unser Kind hat noch nie durchgeschlafen. Sie meldet sich nachts alle 2-3 Stunden (in schlechten Zeiten, beim zahnen und es sind erst 4 Zähne da, kommt sie alle 30 Min) und will gestillt werden. Immernoch. Am Wochenende kommt mein Mann auch nicht aus dem Bett. Damit er eher aufsteht als ich, muss ich eine Stunde warten und mich solange vom Kind bekrabbeln lassen oder sie daran hindern den Nachtschrank auszuräumen. Und er schläft jede Nacht durch!
    Ich vermute ich stille auch noch soviel, weil ich nachts einfach nicht anders kann. Ich hab für nichts Nerven, ausser umdrehen und stillen, Hauptsache ich habe ein bisschen Schlaf. Ich wette es geht vielen Eltern so und ich glaube es ist sehr schwer immer die coole Ehefrau zu spielen, die den Mann ziehen lässt.

  3. Frauen beweisen in dieser Phase einfach größere Stärke, nehmen sich selbst nicht so wichtig, brauchen die Harmonie der Gruppe.
    Männern fällt es weniger leicht ihre Entbehrungen anzunehmen und „leiden“ mehr unter den neuen Umständen, können weniger gut adaptieren.

    Sei´nachsichtig mit Deinem Freund, auch wenn es schwerfällt. Immerhin hast Du Hormone in Dir, die es Dir leichter machen. Es kommen auch wieder andere Zeiten!

    Alles Gute :)

    • „Immerhin hast Du Hormone in Dir, die es Dir leichter machen.“ #wtf

      Sei nicht nachsichtig, liebe Moody! Ich wünsche dir und euch, dass ihr einen gemeinsamen Weg findet. Was hier hilft: das „gemeinsame Leiden“ hervorheben. Und klar ausverhandelte Rechte und Pflichten – 50:50. (wenn ich in der Nacht stillte, dann wechselte er die Windeln … punkt. wenn eine_r ausgeht, hat der_die andere auch das Recht auf einen kindfreien Abend – egal wie der dann verbracht wird usw.) Es bleibt mühsam, aber zumindest leiden wir großteils gemeinsam und die Ärgerphasen, wie du sie beschreibst, sind Vergangenheit (hoffentlich für eine ganze Weile).

  4. sehr treffend geschrieben! wir haben hier ne ähnliche kinderkonstellation-septembermädchen und einen 4jährigen und das mit dem ausschlafen ist hier oft genauso und aktuell werden pläne gemacht, wann er für ein woe nach berlin fahren kann..
    ich finde man ist gerade halt in ner sehr vulnerablen phase, wo die dinge, die einen ohnehin stören sich einfach potenzieren..

  5. Hallo liebe Moody,
    ich lese schon lange still mit und nach diesem Artikel muss ich dir einfach mal schreiben. (Ich habe einen 2 Jahre alten Sohn und eine 7 Wochen alte Tochter.) Schon in der Schwangerschaft habe ich gedacht, dass du einen super Mann hast, der dir deine „Große“ so oft abnimmt und so…
    Und auch jetzt… ich möchte dich nicht kritisieren, überhaupt nicht, ich kann gut verstehen, wie du dich fühlst, aber ich möchte einfach, dass du vielleicht auch siehst, dass du einen tollen Mann und Vater deiner Kinder an deiner Seite hast.
    Nur ganz kurz, dass du verstehst, was ich meine: Mein Mann arbeitet… und arbeitet…(sein Job, Wohnung renovieren, seine Kunst, er liebt es einfach, etwas zu schaffen) erst als ich mich mal richtig ausgekotzt habe, nachdem die Kleine 4 Wochen alt war, kommt er jetzt immer abends um 7 nach Hause, um da zu sein, wenn ich die Kinder bettfertig mache. Und dann nimmt er mir das ab, wenn die Kleine schreit. Den Rest mache ich alleine, also jedes morgens fertig machen, Essen machen, Krippe bringen/holen, Samstags bespielen, Nachmittagsbespaßung, die Nächte etc. . Nur Sonntags nimmt er sich den ganzen Tag für uns Zeit. Unsere Beziehung ist gut, er ist nur einfach nicht der Typ für „all das“, also vielleicht eher so jemand, bei dem man sagen könnte, „dann sollte er keine Kinder haben“. Was so aber auch nicht ganz stimmt, weil er seine Kinder liebt. Na ja, ich will jetzt auch keinen Roman schreiben, dir nur einfach sagen, dass du eigentlich, trotz allem, einen tollen Mann an deiner Seite hast und vielleicht solltest du ihm das auch mal sagen. Dann fällt es ihm sicher leichter mit dir an einem Strang zu ziehen und vielleicht sagt er dir dann auch mal, dass er dich dafür bewundert, wie du das alles schaffst, obwohl du neben all dem immer wieder krank warst und so.
    Ich neige leider auch dazu, immer nur zu sehen, was er nicht macht, aber das Miteinander könnte doch soviel schöner sein, wenn man mehr darauf achtet, was der andere alles für einen tut.
    Liebe Grüsse, Theresa

    • Er ist ja auch n toller. Das bestreitet ja niemand und ich hab ihn mir ja auch „ausgesucht“. Witzigerweise haben wir gestern genau darüber gesprochen… Also: Ich habe länger darüber nachgedacht, ob ich meinem Freund deshalb ein besonders dankbar sein „sollte“, weil er mehr macht / sich mehr einbringt als viele andere Männer das offenbar tun. Und ich bin zu dem Schluss gekommen: Nein. Also nein, nicht deshalb. Ich habe ja mit ihm Kinder bekommen und mich entschieden, es mit ihm zu machen, weil ich ihn als einen Mann kennengelernt habe, der Gleichnerechtigung bei solchen Dingen schätzt. Insofern hab ich vorausgesetzt, dass wir die Dinge gemeinsam tun. Und das ist ja auch so. Aber er kriegt keinen extra Blumentopf, weil er sich nicht verhält wie ein Macho ;-) Toll ist er trotzdem und aus dem Artikel sollte auch sprechen, dass ich nicht unbedingt glücklich darüber bin, dass ich über die ein oder andere Macke momentan so schlecht hinwegsehen kann.

      (btw.: wir sagen uns prinzipiell schon recht oft, dass wir gut finden, was der andere macht ;-) aber ich neige nicht dazu, über sowas zu schreiben. ich bin eher ein problemwälzer.)

  6. Hier genauso! Ich hoffe,die Anerkennung wird größer, wenn er in zwei Monaten allein in Elternzeit ist. Obwohl der Mäusebär inzwischen natürlich nicht mehr soviel brüllt.

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