Rollenspiele-Terror

Für P. gibt’s ja gerade nichts Anderes mehr. Sie rennt Zuhause prinzipiell nur noch im Prinzessinenkleid rum… Prinzessin, Einhörner, Schule, Eltern und Määääääärchen… Von früh bis spät. Und natürlich niemalsnie allein *augenroll*

Versteht mich nicht falsch, es ist ja schön, dass sie so fantasievoll ist, aber ich spiele bei sowas einfach nicht wirklich gern mit. Bin ja eh ein Spielmuffel… K oder die Omis und Opis machen das schon eher Mal mit, wenn auch nicht immer 100% überzeugend ;-)

Wie seht ihr das?

Spielt ihr mit? Findet ihr, man sollte/“muss“ sich dazu als Erwachsener (dem Kind zuliebe) „überwinden“, auch wenn man nicht mag? Oder ist „nein, ich mag nicht“ sagen okay, weil ehrlich? Und wie könnte ich sie dazu animieren, das mehr allein (mit puppen / Stofftieren zum Beispiel) zu machen („Ich will aber nicht alleine spielen“ *heulipopoili-krokodiligeweichmachertränen-schnief*)? Sollte man sich jeden Tag auch nach der Kita mit anderen Kindern verabreden, damit die das in Ruhe ausleben können? Was haltet ihr vom „Das Kind muss lernen, allein zu spielen“? Jaklar-Neinquark?

Sagt doch mal!

((Kürbismützen-Verlosung))

Dass ich gerade auf Facebook einige meiner (unpefekten) selbstgenähten Kinderklamotten zum Zweitgebrauch anbiete, nehme ich zum Anlass etwas sehr LiebSchönes an euch weiterzugeben:

Die Kürbis-Mütze mit Kopfumfang ca. 37-39 cm, handgestrickt von meiner lieben Freundin Maikefer

Kürbismütze

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Sie ist wirklich ganz entzückend und viel zu schade, um nur von einem Baby getragen zu werden. T. hat sie leider nur so kurz gepasst, weil sein Kopf wächst wie sonstwas.

Maike fertigt übrigens auf Anfrage tolle, individuelle Strickteile an, Socken, Mützchen, Schals usw. Kontaktieren könnt ihr sie via E-Mail oder über ihr Facebook-Profil.

Teilnehmen könnt ihr bis zum 28.02.2014, 00:00, indem ihr unter diesem Beitrag oder unter dem Beitrag bei Facebook ein Kommentar abgebt. Ich lose dann aus und kontaktiere euch via E-Mail (oder Facebook). Viel Glück :-)

aber, aber:
 
– Keine Dopplungen!
– Rechtsweg ausgeschlossen

– anonyme Kommentare bitte mit E-Mail-Adresse*** VERLOSUNG IST BEENDET *** 

Impetigo Contagiosa

P ist über den Damm. Seit Montag Mittag sind wir wieder Zuhause.

staphylokokken auge schmierinfektion
Das, was sie hatte, schimpft sich impetigo contagiosa. Auf dem Bild seht ihr den Zustand im Krankhaus (Tag 2).

Eigentlich ist das relativ harmlos und soll wohl normalerweise gut mit Salbe zu behandeln sein. Bei P. waren aber die Augen besiedelt. Da hier einerseits die Augen in Mitleidenschaft gezogen werden können und vor allem hinter den Augen Nerven langgehen, die direkt ins Hirn führen, wurde uns nahegelegt, sie stationär aufnehmen zu lassen. Deshalb hat sie eine Woche lang Antiobiotikum (Cefuroxim?) intravenös und Augentropfen (Floxal) bekommen. Inzwischen hat sich der Schorf gelöst und die Haut darunter ist gesund… Montag darf sie wieder in die Kita.

Eine zeitlang stand Herpes im Raum, das wurde aber per Abstrich ausgeschlossen.

Die Woche war natürlich für uns alle ziemlich stressig… P. durfte das Zimmer nicht verlassen – weil halt Herpes so lange im Raum stand und das Zeug wohl sehr ansteckend ist. Sie durfte nicht ins Spielzimmer, sich nichtmal beim Essenholen anstellen, gar nichts. Erklärt das Mal einer Dreijährigen. Sie hat das alles aber echt tapfer mitgemacht… 2-3-stündlich Augentropfen. 5x am Tag Antibiotikum, d.h. eine halbe Stunde im Bett bleiben. Zweimal neuer Zugang. K. hat im Krankenhaus geschlafen, war tagsüber arbeiten und ich mit dem Kleinen dann im Krankenhaus (der hat zum Glück nix abbekommen). Zum Glück (!) hatten wir sehr viel Hilfe von meiner Familie, die im Schichtdienst angetreten sind, damit wir nicht allein dastehen. Hammer!

Mein unbedingter Tipp nach der Sache ist: Wenn Kinder eine offene Stelle haben – (und sei sie noch so winzig! Es war bei P. am Anfang wirklich nur ein Pickel auf der Nase) – dann heißt es:  Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen und darauf achten, dass die das nicht aufknibbeln / dran rumspielen. Am besten Pflaster drauf oder direkt beim Öfnnen eine antibiotische Salbe drauf geben. Vielleicht auch die Hände ab und zu desinfizieren. Das kann sonst – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Auge gehen! Und einige Tage hatte ich echt Angst.

Das „Gute“ an der Sache?

Über die Woche habe ich meinen achsoöden Alltag echt schätzen gelernt UND ich bin mittlerweile fit darin, mit beiden Kindern allein gut klarzukommen. Wenn man erstmal ’ne Woche mit einer Dreijährigen in quasi-Isolationshaft verbracht hat, dann kommt einem die eigene Wohnung und Freiheit vor wie das Paradies.

Auch gut zu spüren: Bei aller fehlenden Resilienz unsererseits: In Krisen klappen wir Eltern als Team doch gut. Und: Familiäres Backup = Top!

Am Rande des…

Ich habe gerade – wie erwähnt – dank Antibiotikum meine 5. Brüstentzündung seit T.s Geburt halbwegs überstanden.

K. hat hustet-würgt-rotzt grippal vor sich hin und fühlt sich wie zertreten.

T. hat Fieber, Schnupfen und bellenden Reizhusten.

P. hat – neben dem obligatorischen grippalen Infekt – … ja, was eigentlich? Es fing an, mit einer ganzganz kleinen offenen Stelle auf dem Nasenrücken. Die wurde langsam größer, wahrscheinlich hat P. auch daran rumgefummelt… Einige Tage danach: Verschiedene kleine Pickelchen in ihrem Gesicht. Am Donnerstag plötzlich: Rötung und Schwellung des linken Augenlids, mit kleinen weißen Punkten drauf. Am nächsten Tag: Vereiterung/fast zugeschwollenes Auge. Sieht total fies aus. Ärztin. „Schmierinfektion“ sagt die. Streptokokken, sei nichts ungewöhnliches. Antibiotische Salbe verschrieben. Heute: Die Stelle auf der Nase ist doppelt so groß. Das Auge komplett zugeschwollen, tränt/eitert. Haut auf dem Augenlid ist offen… P. ist den dritten Tag in Folge einfach eingeschlafen beim Vorlesen – passiert sonst NIE!

Was ist das nur???

Es steht eine scheiß-harte Woche an. K. arbeitet. P. kann natürlich nicht in die Kita. Wir müssen das hinbekommen. Ich mache mir schreckliche Sorgen… Und fühle mich hoffnungslos überfordert.

Worst-Case-Szenario.

Müde.

Ich bin müde. MÜDE-MÜDE-MÜDE!

Bevor Mensch Kinder hat, ist es wohl diese Sache – neben der Fremdbestimmung -, die von vielen kolossal unterschätzt wird. Schlafmangel. Wochen, Monate, manchmal Jahre.

Ich habe in dieser der Schwangerschaft sehr darauf geachtet, nicht viel später als 23 Uhr ins Bett zu gehen. Ich wollte „vorschlafen“, obwohl mir klar war, dass das 1. nicht geht und der Effekt 2. nach einer anstrengenden Geburt eh dahin ist, davon mal  ganz abgesehen, dass die Nächte am Ende einer Schwangerschaft alles andere als erholsam sind… Trotzdem: Am Anfang konnte ich irgendwie doch ein bisschen davon zehren.

Und jetzt? T. ist inzwischen 4,5 Monate alt. Er geht gegen 20:30 ins Bett und schläft zum Glück recht zuverlässig ein. In Ausnahmefällen schläft er Mal bis 1-2-3 Uhr. Meistens wird er aber zwischen 23:30 und 00:30 wieder wach, will trinken. Und dann 2-3 stündlich. Morgens ist die Nacht zwischen 7 und 8 vorbei, das ist soweit okay.

Ich fühle mich aber trotzdem die meiste Zeit extrem gerädert.

Ich kann will mich abends auch nicht einfach 20 Uhr mit hinlegen. Ich lechze nach den 2-3 Stunden am Abend, in denen ich tun und lassen kann, was ich will (oder muss). Wenn beide Kinder im Bett liegen, fällt die Verantwortung von mir ab wie ein schwerer Rucksack. FREIHEIT! Selbst wenn ich vorher todmüde war… Dann werden Kraftreserven aktiviert, ich schaffe es noch irgendwelche Texte zu erledigen oder gesellschaftspolitisch aktiv zu sein. Bei P. ging das zum Beispiel nicht. Da war ich abends am Ende und nur noch Sofa möglich. Wenn überhaupt.

Ich brauche diese freien Stunden so dringend. Ich kann sie nicht gegen Schlaf eintauschen! Würde ich sie verschlafen, wäre ich ausschließlich Mutter, von früh bis spät. Ich wäre ausschließlich tagtäglich nur für Andere da. Von Aufstehen bis Schlafen kümmern, springen, schuckeln, Tränen trocknen, diskutieren, wickeln, stillen, den Tag füllen, Spielplätze, Essen kredenzen, Chaos begrenzen, spielen, Nein sagen, Ja sagen, „Das geht jetzt aber nicht“ sagen, noch mehr diskutieren, aufpassen, bis 10 zählen, den Kopf vorm Platzen bewahren, … Es scheint Menschen zu geben, die das können. Ich kann’s nur bedingt.

Aber ich merke, wie ich abbaue. Die Müdigkeit schwillt nicht mehr an und ab, sie ist immer da. Ich werde ständig krank, hatte inzwischen schon die 5. Mastitis. Als Elter ist Kurieren nicht (oder kaum) drin. Man muss weitermachen, immer immer weitermachen. Egal, wie sehr du eine Pause bräuchtest. Mit einem Kind können die Großeltern einen für 1-2 Tage (manchmal sogar länger) tatsächlich Mal komplett entlasten. Mit zwei Kindern geht das – zumindest anfangs – nicht so ohne Weiteres. Der Kleine bleibt ja da… Er ist einfach immer da. Und es bringt mir auch nichts, wenn ihn mir mal Jemand „1-2 Stunden abnimmt“. Ich kann tagsüber nicht schlafen, brauche zu lange zum einschlafen…

Habe neulich hier den Satz gelesen:

Wenn die Kinder bei der Tagesmutter waren und ich arbeitete, kam ich mir vor wie auf Müttergenesungskur.

Ich musste daran denken, als ich im Zug zur Uni saß. In die Uni zu gehen, ohne Kind an der Hand oder am (oder im) Bauch ist momentan für mich tatsächlich wie ein Kurzurlaub. Ich bin an keinen Tagen der Woche so entspannt, wenn ich wieder Zuhause bin. Einfach Mal stundenweise was Anderes sehen. In Ruhe 5 Sätze hintereinander denken und/oder sprechen. Sich einem Thema widmen. Letzte Woche habe ich eine Prüfung geschrieben und sowohl Vorbereitung als auch Durchführung liefen erstaunlich reibungslos und entspannt ab. Ich könnt fast sagen entspannend.

Wenn zwischendurch nicht ab und zu dieses Sinnlosigkeitsgegrübel hätte, könnte ich noch bestimmter sagen, dass die Entscheidung, das Studium dieses Mal nicht ganz zu unterbrechen für mich definitiv die richtige Entscheidung war, auch wenn es mir am Anfang echt davor gegraut hat und organisatorisch aufwendig ist. Diese regelmäßige Anzeit für’s Hirn tut mir gut und ich fühle mich allgemein nicht ganz so raus.

Was ich allerdings auch wieder an mir beobachte, obwohl ich dachte, es schon bei P. abgelegt zu haben: Aufgrund von Kindern, Studium, Ehrenamt etc. in Kombination mit meiner Müdigkeit bleibt kaum de facto keine Zeit und Energie für andere Sachen. Sowas wie Freunde treffen, abends Weggehen, Kino,… Es geht einfach nicht. Am Ende der Tage habe ich weder Kraft noch Zeit noch Lust noch Kopf dafür übrig. Und ich fühle mich deswegen schlecht. Nicht schlecht, weil ich es eigentlich will, sondern weil ich denke, dass es von mir erwartet wird oder dass ich es müsste, meinen Freunden sowas wie schuldig bin… Dieses schlechte Gewissen Anderen gegenüber begleitet mich schon ewig, mal mehr und mal weniger. Und ich habe da auch so meine Theorien, warum das so ist. Aber gerade bei diesem sozialen schlechten Gewissen hatte ich gedacht, ich hätte es inzwischen hinter mir gelassen. Es nagt an mir…

Sollte ich mich nicht doch mal zwingen? Könnte es am Ende nicht sogar ganz schön sein? Vergraule ich meine Freunde dadurch endgültig? Ich bin ein verdammter Loser!

Ich stelle mir vor, wie sich gute Freunde denken: „Die brauch ich nicht fragen, die kann ja eh nicht.“ und fühle mich irgendwie ungerecht behandelt, glaub ich. Dann denke ich, dass kinderlose Menschen einfach keine Ahnung haben, wie unglaublich Kräftezehrend es ist (oder sein kann), zwei kleine Kinder zu haben.

Wenn ich mir ein Treffen vorstelle, finde ich schon die Vorstellung anstrengend… Ich sehe mich, krampfhaft nach kinderfreien Themen suchend und das Dauergähnen unterdrückend, zum x-ten Mal erklärend, dass ich nichts trinken kann und dass es bei mir nichts großartig Neues gibt, außer vielleicht dass die Prüfung gut lief, wir uns gerade eine Presseschlacht mit einer dubiosen Firma liefern, T. sich jetzt vom Rücken auf den Bauch dreht und P. im Denken und Reden schon wieder viel Weiter ist als noch vor Kurzem. Dann erzählt vielleicht das Gegenüber. Und dann ist das Stille und das flaue Gefühl, dass man einfach zu wenig miteinander teilt, alsdass man noch so entspannt schöne Zeiten miteinander verbringen könnte wie „damals“… Die gemeinsamen Erlebnisse fehlen einfach. Und ohne die geht es nicht. Nicht gut jedenfalls. Ich hab das Gefühl, dass meine kinderlosen Altersgenossen von mir Dinge erwarten – Spaß, Action, Erlebnisse, wasweißich -, die ich einfach nicht (mehr) bieten kann. Und dann fühle ich mich alt. Und irgendwie spießig. Und Fehl am Platz. Ich kann mit „immer was erleben müssen“-Leuten nichts mehr anfangen.

Ich bevorzuge es, zu lesen, mich in mein Studium zu vergraben, entspannt Filme zu gucken oder zu Schreiben. Und eigentlich finde ich das auch alles in Ordnung so. Wäre da nicht das kleine fiese Ding, was mir unentwegt – leise aber unüberhörbar – in den Kopf flüstert, dass ich mich vorm Draußen drücke, dass ich flüchte und schon wieder auf dem besten Weg bin, mich einzuigeln, es in mir bequem zu machen und das Leben auszuschließen.

wherethemagichappens
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