Rollenspiele-Terror

Für P. gibt’s ja gerade nichts Anderes mehr. Sie rennt Zuhause prinzipiell nur noch im Prinzessinenkleid rum… Prinzessin, Einhörner, Schule, Eltern und Määääääärchen… Von früh bis spät. Und natürlich niemalsnie allein *augenroll*

Versteht mich nicht falsch, es ist ja schön, dass sie so fantasievoll ist, aber ich spiele bei sowas einfach nicht wirklich gern mit. Bin ja eh ein Spielmuffel… K oder die Omis und Opis machen das schon eher Mal mit, wenn auch nicht immer 100% überzeugend ;-)

Wie seht ihr das?

Spielt ihr mit? Findet ihr, man sollte/“muss“ sich dazu als Erwachsener (dem Kind zuliebe) „überwinden“, auch wenn man nicht mag? Oder ist „nein, ich mag nicht“ sagen okay, weil ehrlich? Und wie könnte ich sie dazu animieren, das mehr allein (mit puppen / Stofftieren zum Beispiel) zu machen („Ich will aber nicht alleine spielen“ *heulipopoili-krokodiligeweichmachertränen-schnief*)? Sollte man sich jeden Tag auch nach der Kita mit anderen Kindern verabreden, damit die das in Ruhe ausleben können? Was haltet ihr vom „Das Kind muss lernen, allein zu spielen“? Jaklar-Neinquark?

Sagt doch mal!

8 Kommentare zu “Rollenspiele-Terror

  1. Deine P. und meine E. könnten Zwillinge sein! Zwar nicht ganz altersgleich, aber sie sind sich soooooo ähnlich. E. hat eine Fantasie, dass es einem den Kopf zersprengt vor lauter imaginären Freunden, Tierchen, Kobolden und dergleichen. Und das geht ca. 1 Sekunde nach dem Aufstehen morgens schon los. Ich muss sie auch ständig anders ansprechen, d.h. manchmal ist sie „Schmusekätzchen“, manchmal irgendwas mit Fantasienamen usw. usw. usw. Es gibt keine Grenze mehr zwischen Spiel und Wirklichkeit und das macht es echt anstrengend. Muss ich denn wirklich immer irgendwelchen imaginären Freunden die Zähne mitputzen, nur damit sie sie auch putzt? Muss ich immer alle Kuscheltiere mitfüttern, damit sie auch isst? Und nicht zuletzt Deine Frage: muss ich denn immer bei den Rollenspielen mitspielen? Meine Antwort dazu: Jein. Ja, weil Kinder glaube ich trotz überbordender Fantasie irgendwie manchmal auch eine Art „Vorlage“ zum Spielen lernen brauchen und das geht nun mal am Besten mit Erwachsenen. Nein, weil auch ich das Recht habe, gerade keine Lust zu haben. Das Dumme ist nur, dass ich recht oft keine Lust habe und das macht natürlich ein schlechtes Gewissen. Ich versuche, eine gewisse Balance hinzukriegen zwischen Mitmachen und Nee-jetzt-nicht. Ich wünsche mir auch, dass sie endlich mal mehr alleine (im Sinne von selbstständig) spielt und frage mich oft, wie sie das am Besten „lernt“. Geht das, indem man zuerst sehr intensiv mit dem Kind spielt, damit sie weiß, wie das geht und sich dann mal ablösen kann oder überlässt man sie am Besten sich selbst und schaut, was dabei rauskommt? Was, wenn sie sich ans gemeinsame Spielen so sehr gewöhnt, dass sie den „Absprung“ nicht schafft? Gibt’s da Experten dazu, die man fragen könnte? Das Blöde bei uns ist, dass E. von anderen Kindern (noch? bitte bitte bitte lass es ein „noch“ sein!) nichts wissen will in punkto zusammen spielen, also gibt es hier für mich auch keine Ablösung als Spielpartner. Also, Resumee: Ja, Kinder sollten lernen, alleine zu spielen, nur die Suche nach der für das eigene Kind besten Herangehensweise ist sehr schwierig.

  2. Auf die Phase und meine Reaktion darauf bin ich sehr gespannt – mein Kind ist erst 13 Monate alt, aber schon jetzt des Öfteren unzufrieden, wenn es nicht bespaßt wird. Und in dem Alter ist das Spielen doch recht eindimensional. Also habe ich oft auch keine Lust darauf und habe die Wahl zwischen Quengeleien oder Veranstaltungen, auf denen die Bespaßung von selber kommt, also Babyschwimmen, Eltern-Kind-Zentrum-Krabbelgruppe oder Spielverabredungen. Oft wähle ich Letzteres. Ich will nicht die Spielgefährtin meines Kindes sein, ich will die Mutter sein. Auch und weil das Kind Einzelkind ist, finde ich es wichtiger, dass es mit anderen Kindern spielt als mit mir.
    Und das sich alleine beschäftigen hängt meiner Meinung nach arg von Phasen ab. Bisher vermeide ich da Einflussnahme, sondern gebe dem Kind, was es verlangt. Oft kommt dabei eine Viertelstunde Ruhe für mich heraus, dafür muss ich danach den Schrank wieder einräumen, was ich das kleinere Übel finde.
    Aber wie gesagt: auf das Alter deiner Tochter bin ich bei uns auch sehr gespannt.

  3. Ich werde immer genötigt die „Schwester“ zu sein. Die Puppe, die seit nunmehr 3 Jahren auf Schritt und Tritt dabei ist und inzwischen quasi so etwas wie meine Enkelin ist, ist das Baby. Und meine 5-jährige ist die Mama. Das wirklich Gute ist: Ich muss eigentlich nie irgendetwas machen. Ich bin z. B. einfach nur die Schwester, die gerade Auto fährt, Essen kocht, Haushalt macht oder mit der Puppen-Mama puzzelt. Von daher, fällt’s mir relativ leicht mitzuspielen. Manchmal allerdings, mag ich eben auch einfach mal die Mutter sein und auch so angesprochen werden. Denn selbst, wenn wir 24 Std. am Tag spielen würden, dass ich ihre Schwester bin…. Zähne putzen muss sie trotzdem *g*

  4. Mein Mattelchen ist auch erst 13 Monate, aber ich versuche ihr schon kraeftig das Alleinespielen beizubringen. Nur Buch Vorlesen gibt es bei mir. Ich bin ueberhaupt nicht der im Sandkastensitzer oder Zuhause auf dem Boden Lieger Typ. Die Kleine quengelt immerfort. Ich zeige ihr aber beharrlich immer wieder die Bausteine oder anderen Spielkram und stehe dann auf, so dass sie weiss dass die Mama nicht mitspielen wird. Ich lobe sie auch viel, wenn sie alleine spielt und die Bausteine ins Auto packt oder die Schraenke alleine mal ausraeumt. Sie geht seit 1 Monat in die Kita, aber das scheint nichts daran zu aendern, dass sie sich nicht alleine beschaeftigen will. Manchmal schafft sie es sich 15 bis 20min. selbst zu beschaeftigen. Da sie dabei gluecklich vor sich hin brabbelt, gehe ich davon aus, dass es ihr Spass macht. Ich hoffe mit viel Geduld und klaren Ansagen wird sie es lernen mit der Zeit. Ich habe auch kein schlechtes Gewissen, dass ich nicht mit Matti spiele. Meine Eltern haben nie mit mir gespielt und trotzdem habe ich spieletechnisch die besten Erinnerungen. Geschwister machen auch einen Unterschied. Damit hat unsere Kleine noch keine Erfahrungen.

  5. Das kommt mir doch sehr bekannt vor! Meine Tochter lebt auch gerade voll in ihrer Fantasiewelt. Sie spielt ständig, dass Freunde da sind (die sie auch wirklich kennt) oder erfindet irgendwelche Namen für „imaginäre“ Freunde. Ständig spreche ich sie mit ihrem „falschen“ Namen an. „Aber ich heiße doch…“ Das gute bei uns ist, dass sie dieses Rollenspiel spielt, wenn ich keine Zeit für sie habe. Wenn wir was gemeinsam machen, dann sind das andere Dinge wie Bilderbuch anschauen, spazieren gehen, malen, bastelne, backen, kneten… Das hat sich bei ihr so ergeben, worüber ich auch sehr froh bin, weil ich auch nicht unbedingt ein immer-gleiches-Rollenspiel-Mitmacher bin. Aber vielleicht ist das auch ein „Weg“ den man gehen kann? Was anderes vorschlagen: „Ich möchte so gerne nur etwas mit Dir machen! Können deine Freunde nicht mal kurz alleine – ohne Dich – spielen? Sollen wir ein Puzzle gemeinsam machen?“ Wie gesagt: Bei uns ist es anders, war nur ein Gedanke, ob es funktioniert? Keine Ahnung. LG

  6. Dafür hat P doch jetzt (na gut es dauert noch ein paar monate) T :-) Und spielen wir eltern nicht auch ohne wirklich zugewiesene Rolle das Spiel der Kinder??

  7. Interessante Frage. Ich habe selbst früher gerne Rollenspiele gespielt, wenn mir gerade danach ist, spiel ich halt mit. Wenn nicht, dann finde ich, muss Kind auch lernen ein Nein zu akzeptieren – die Freunde in Kita & Co sind da ja auch knallhart. Jeden Tag jemanden einladen würde ich nicht, denn man muss sich ja auch irgendwie lernen selbst zu beschäftigen. Ich weiß nur nicht, aber wann das wirklich ernsthaft losgeht. Ich glaube, das kommt dann später von ganz alleine…

  8. Gerade bin ich durch Zufall auf Deinen Blog gestoßen und hab mich nun schon ein bisschen eingelesen. Interessante Fragen greifst Du auf! – Auch ich kenne diese Rollenspiel-Anfragen. Bei mir ist es so, dass ich einfach üüüberhaupt nie Bock auf Rollenspiele habe und so böse Sachen sage wie „Ich bin doch eure Mama, ich muss mich um euch kümmern, zum Spielen hast du doch … (verweis auf die Geschwister)“. – Dann fühle ich mich ganz schlecht, trotzdem funktioniert es in der Regel und sie spielen eben miteinander das Rollenspiel. (Heißt für Dich leider noch ein bisshen abwarten…)
    Trotzdem wüsste ich auch gerne, ob es da Expertenmeinungen und -vorgaben gibt: Muss man, sollte man? Schaden ständige Absagen dem Seelenheil? Wäre gelegentlicher erwachsener Input nicht gut? Aber gewöhnen sie sich nicht auch schnell dran und verlangen es noch vehementer? Merkt dann gerade der Älteste, dass ich vielleicht die attraktivere Spielpartnerin bin und lehnt seine kleine Schwester, die z.B. immer nur das Baby (je nachdem Mensch-/Tiger-/Katzenbaby) sein will, ab, weil zu langweilig? Dann also zwar mitspielen, aber extra blöde Ideen einbringen? Fragen über Fragen…

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