Alltag

Ich wurde in letzter Zeit häufig gefragt, wir wir unseren Alltag organisieren zwischen Studium in einer anderen Stadt, Elternsein und freiberuflich-„festfreier“ Berufstätigkeit, insofern:

Wir stehen 07:30 auf, damit wir pünktlich um 09:00 in der Kita sind. Der Morgen ist eigentlich immer ganz entspannt, alles geht sehr flott und reibungslos über die Bühne, wir springen tänzelnd und singend pünktlich 08:45 zur Straßenbahn. P. sitzt jeden Morgen pünktlich 09:00 im Morgenkreis der Kita. (Das ist nicht unwichtig, weil das im teil-offenen Konzept der einzige Moment des Tages ist, an dem die Gruppen zusammenkommen und die Kinder sich für ein „pädagogisches Angebot“ entscheiden können. Wer später kommt, muss das nehmen, was noch da ist.)

Nachdem ich die Kinder abgegeben habe, setze ich mich ins Café, gern mit guten Freunden, und frühstücke entspannt, während ich Nachrichten lese, schreibe oder anregende Gespräche führe. Anschließend gehe ich nach Hause, wo unser Hausroboter schon den Haushalt inklusive Wäsche erledigt hat. Ich setze mich an den Rechner, beantworte einige Mails und beginne, mich mit spannender Lektüre zu einem mich aktuell interessierenden wissenschaftlichen Thema meines Fachs zu beschäftigen. Anschließend schreibe ich noch 1-2 Stunden. Gegen 13:30 bin ich mit guten Freunden zum Mittagessen verabredet. (Achso: Ja, ich habe einen Time-Warper, so dass die Zeit vom Abgeben in der Kita bis 13:30 verdreifacht wird.) Dann gegen 14:30 mache ich noch einen Spaziergang oder schaue beim Ökohof vorbei, helfe dort ein paar Möhren ernten oder ich schaue bei meinen Kumpels vom Stadtteilladen rein, möglicherweise kann ich da noch etwas helfen.

Pünktlich 15:30 treffe ich dann K. und wir schlendern zur Kita, um unsere gut gelaunten Kinder um 16:00 abzuholen. Wir gehen entspannten Schrittes nach Hause, machen vielleicht noch kurz Halt am Waldspielplatz, wo die Kinder vergnügt Räuber und Gendarme mit Materialien, die sie im Wald finden, spielen und wir unterhalten uns angeregt über Erwachsenenthemen. In der Dämmerung gehen wir nach Hause, wo ich eine leckere Karottensuppe aus den selbst geernteten Möhren zubereite, von der meine Kinder mindestens zwei Schüsseln essen. Schließlich gehen die Kinder – nachdem sie den Tisch abgeräumt haben und gefragt haben, ob sie sonst noch etwas helfen können – ins Bad, ziehen sich aus, waschen sich, putzen die Zähne und kuscheln sich in ihre Betten. (Es ist natürlich niemals später als 19:30!) Dann rufen sie uns, damit wir ihnen eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen. Als wir gerade beim Lesen der letzten Seite angekommen sind, sind beide Kinder eingeschlafen. Sie schlafen durch. Immer.

Der Abend gehört ab aller-aller-spätestens 20:00 dann nur uns Eltern. Wir lassen einen Babysitter kommen und gehen aus oder lesen uns Gedichte vor. Danach haben wir immer Sex, eigentlich jeden Abend. Manchmal kommen auch noch Freunde mit Wein vorbei und wir diskutieren über die Entwicklungen im nahen Osten.

Noch Fragen? ;-))

15 Kommentare zu “Alltag

  1. Also bis zum Hausroboter hab ich dir geglaubt und mich sehr geärgert, dass ich das mit den 3 und 4 Jahre alten Söhnen und dem 17 Wochen alten Baby nicht schaffe obwohl ich um 6 aufstehe haha =_=

  2. Klasse! Bin aus dem Grinsen gar nicht mehr raus gekommen. 😊. Ich bin schon bei tänzelnd und singend aufmerksam geworden. Das konnte doch einfach NICHT stimmen, sonst hätte ich wissen wollen, was du deinen Kindern und dir selbst in die Getränke zum Frühstück rein machst 😏
    Lg Petra

  3. Um 7:30 aufstehen, um 9 in der Kita sein…krass, die hams ja drauf.
    Und dann…ja, der Hausroboter…
    Aber klingt so etwa auch nach meinem Traum.
    (Ich würde gern noch vor den Kindern aufstehen können und am Morgen eine Stunde für mich haben)

  4. Faszinierend. Man könnte meinen, du hättest meinen Tagesablauf beschrieben. Das mit dem Vorlesen der Gedichte ist ja ganz nett, aber mein Partner und ich verfassen die natürlich selbst füreinander und tragen die uns manchmal vor Publikum beim Poetry Slam vor oder gehen in die Oper oder machen sonstige niveauvolle Dinge. Am Wochenende besuchen wir mit dem Kleinkind selbstverständlich auch Theater-Workshops, da wir finden, dass die freie kreative Entfaltung nicht früh genug beginnen kann. Manchmal fahren wir dann auch so lange ins Spa und verwöhnen uns dort mit einer sinnlichen Öl-Massage. Man gönnt sich ja sonst nichts.

    Äh. Oder so.

    • ja, doof, wie weiß :-/ Aber das Leben lässt’s nicht anders zu im Moment… Prioritäten und so. Ich habe einen Artikel zum Umgang mit den Gefühlsäußerungen der Kinder in der Mache, komme aber einfach nicht dazu… Der ist etwas aufwändiger und abends bin ich im Moment tot. Wird sicher auch wieder eine aktivere Phase geben. Danke für den Stupser!

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