Ohne Worte.

Aus Gründen.

Kiddo The Kid

13427896_805059259596133_1968376590176817673_n.jpg„Klein“ von Stina Wirsén

Die Bahn fährt gerade in den Tunnel, als ich die Treppen zum Gleis hinabsteige. In 7 Minuten kommt erst die nächste. Ferienfahrplan und alles. Ich schlendere die U-Bahnstation entlang, wenigstens ist es hier unten schön kühl.

Patsch, macht es plötzlich. Ich schaue mich um. Sehe eine Frau auf der Wartebank sitzen, ein Kleinkind im Buggy vor sich. Neben ihr ein Typ, ins Handy vertieft.

Patsch, macht es wieder, und diesmal sehe ich: Die Frau schlägt ihrem Kind auf sein nacktes Bein. Ich rücke unauffällig näher. So nah, dass ich in normaler Lautstärke zu der Frau sprechen könnte, sollte ich das denn wollen. Oder wagen.

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2 Kommentare zu “Ohne Worte.

  1. Ich mische mich IMMER ein. Und während mein Umfeld das stets als nervig und übergriffig empfand und ich mich stets erneut selbst hinterfragt hab, ist mir im letzten Jahr innerhalb einer solchen Situation folgendes passiert: der ausrastende Vater hat tatsächlich eingelenkt. Mir schießen da heut noch Tränen in die Augen, wenn ich dran denke. Er nahm das Mädchen in die Arme, erklärte ihr (und mir) seinen langen, anstrengenden Tag und entschuldigte sich authentisch und herzzerreißend bei seiner kleinen Tochter.

    Gewalt an Kindern ist Gewalt an Kindern. Und da is Wurst, wie gestresst oder überfordert der Gewaltausübende ist oder inwiefern ein Eingreifen sich wie auch immer später für das betreffende Kind auswirken KÖNNTE. Jeder der wegschaut, macht sich (mit) schuldig. End of Story.

  2. Jo. Ich habe mich auch immer eingemischt. Bis mir mal einer ins Gesicht schlug dafür. Und das Kind brüllend mit sich zerrte.

    Mir war durchaus klar, dass hier die Reaktionen weit, weit auseinander gehen würden. Ich möchte aber auch gern zur Diskussion stellen, dass es für Situationen wie diese keine Reißbrett-Lösungen gibt, so sehr wir uns das alle wünschen würden.

    Es ist im Übrigen keinesfalls unwahrscheinlich, dass eine öffentlich erlittene (gefühlte) Demütigung im Nachhinein am Kind ausgelassen wird, wenn man so agiert, wie die von mir beobachtete Frau es getan hat. Diese schwelende Frustration und die ständige Suche nach einem Ventil dafür haben mich den Mund halten lassen.

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