Liebende Mutter. Zweifelnder Kopf.

Reflektieren und Erziehen, das bedeutet für mich:

Ich versuche zu erkennen, was dir und uns gut tut. Ich versuche, dir und uns nicht zu schaden.

Ich versuche, mir darüber im Klaren zu sein (und auch dir irgendwann klarzumachen), dass meine Sicht der Welt und mein Umgang mit den Menschen, mein Umgang mit mit mir und dir nur mein Versuch ist. Und nicht die Wahrheit. Deinen Weg musst du selbst herausfinden. Irgendwann. Irgendwie.

Ich will dir gern vermitteln, dass es Sinn macht, darüber nachzudenken, wie man zur Welt und den Anforderungen der Zeit steht. Dass es Sinn macht, zu versuchen, bestimmte Zusammenhänge und Funktionsweisen zu verstehen. Und dass es Sinn macht, sich zu fragen, wie man sich verhalten will. Was man tun, was lassen, was man gut finden will und was nicht. Dass es Sinn macht, nicht einfach alles nur hin- und anzunehmen. Dass Sinn macht, von einem „Jemand“ zu einem „Selbst“ zu werden. Und dass das wahrscheinlich am ehesten geht, indem man nachdenkt.

Das ist nicht leicht, weil ich mir darüber bewusst bin, dass du zunächst vor allem Klarheit und Sicherheit brauchst, um dich entwickeln zu können.

Ich möchte gern, dass du dir selbst vertrauen kannst und dass du weißt, dass du auch mir vertrauen kannst. Ich möchte ehrlich zu dir sein. Und doch zeige ich dir jeden Tag eine heile Welt und nette Menschen, obwohl ich weder das eine, noch das andere so sehe. Weil ich dich liebe. Ich bringe dir bei, dir die Zähne zu putzen und die Haare zu kämmen. Ich sage „jaaaa“, wenn du nach Gummibären fragst und „bitte“ gesagt hast. Ich wasche deine Sachen, wenn sie dreckig sind und kaufe dir solche, in denen du schön aussiehst. Weil ich will, dass du ankommst in der Welt da draußen. Weil ich nicht will, dass du aufgrund von Ausgrenzung leiden musst. Obwohl ich doch finde, dass es viel wichtiger wäre, dass die Welt mit dem Ausgrenzen aufhört. Aber du sollst nicht das Versuchsobjekt sein, an dem ich feststelle, wie weit sie damit schon ist. Dir soll es gut gehen. Obwohl ich weiß, dass es schlauen Köpfen allgemein wohl häufiger eher schlecht als gut geht. Dass „mir geht es gut“ einen nicht zum Nachdenken bringt.

Es ist schwierig für mich zu wissen, dass du dich an meinem Umgang mit der Welt (zunächst jedenfalls) orientierst. Dass du denkst, ich wüsste, wie das geht, mit dem Leben.

Ich kann dir nur zeigen, dass das da draußen in etwa so läuft und dass dies und das so und so funktioniert und dass sich Menschen hier in etwa so und so verhalten, wenn sie keinen Stress haben wollen. Und dass ich dies und jenes eher gut oder eher schlecht finde. Ich kann dich mit 2, 3, 4, 5, … Jahren nicht fragen, wie du das so siehst. Das wäre wohl zu viel. Ich weiß nicht, wann der richtige Zeitpunkt für diese und jene Zweifel ist… Und ob es von Mutter zu Kind überhaupt einen dafür geben wird. Ich weiß, dass ich dir weniger zeigen werde, als es mir klug erscheint. Weil ich es wichtig finde, dass du die fiesen und dunklen Seiten der Weltmedaille selbst entdeckst und an die für dich passende Stelle in deinem eigenen Werteschrank hängst. Ich will das nicht vorwegnehmen, weil ich es dir nicht abnehmen kann. Nicht abnehmen will. Nicht abnehmen darf.

Ich kann es kaum abwarten, wie es sein wird, wenn du feststellst, dass die Dinge anders sind. Nicht so eindeutig. Nicht so glatt. Und ich habe Angst davor. Ich kann es kaum ertragen, dass du dich (und mich) dann vielleicht fragen wirst: „Warum hast du mir das nicht gesagt?“

Ich kann nur sagen: Es gibt kein eindeutig und für alle immer richtig oder falsch. Es gibt nur das draußen und das drinnen. Und weil wir immer mal ins Draußen müssen (oder auch wollen), müssen wir herausfinden – uns entscheiden – wie das Innen mit dem Außen zurechtkommen kann. Für die einen ist das Anpassung, für die anderen ist es Verweigerung. Für die einen ist es Rückzug, für die anderen ist es Offenheit. Für viele mag es problematisch sein, für einige wenig bedeutsam. Die einen suchen bewusst, die anderen stolpern so rein, die nächsten schwimmen mit. Aber müssen, müssen es alle. Das ist eine der wenigen Wahrheiten, die ich kenne und wohl eine, die man am schwersten vermitteln kann ohne vorzusagen. Denn: Das Außen wird dem Innen einfach begegnen. Es wird mit ihm umgehen, es verletzten, es einengen und überfordern. Das Außen ist kompliziert, unübersichtlich, unklar, zufällig und ziemlich unstet. Das Innen kann ziemlich verletzlich sein.

Weil ich dich liebe, hätte ich dafür gerne ein Rezept. Ich würde dir nur zu gern beibringen wie das gehtdas Leben. Das Zurechtkommen. Das Mitschwimmen ohne unterzugehen. Aber die Wahrheit ist: Ich weiß es nicht. Und das ist wohl die schwerste, unbarmherzigste und verdammt verunsicherndste Wahrheit überhaupt. So verunsichernd, dass ich gar nicht weiß, ob ich will, dass du sie jemals herausfindest. Ob ich nicht lieber doch stark aussehend bleiben will. Für dich.

Aber für dich da sein, das kann ich und das werde ich. Dir helfen, dich auffangen, dich unterstützen, wo es nur geht. Das Innen vor dem Außen schützen, wenn es sein muss, wenn du es willst und zulassen kannst. Dein Innen ist sicher hier, bei mir.

Eine liebende Mutter. Ein kritischer Kopf. Das ist, was ich bin. Das ist, was ich sein will. Das ist unendlich schwer.

Nervöser Seelentanz

It’s Seelenstriptease-Time:

Ich bin allgemein gerade recht gut mit Kitsch angefüllt… Bin froh, über mein P. und das kleine T. in meinem Bauch und auch K. – selbst im schnief-trief-Zustand – und das Studium, obwohl es so viel ist. Ich stehe gerade fest in meinem/unserem Leben und sehne mich nicht nach einem anderen. Das ist echt gut.

Allerdings: Es kristallisiert sich da eine Sache heraus, mit der ich nicht mehr bereit bin, einfach so weiterzuleben. Weil es nervt, weil es mich einschränkt, weil es mich fertig macht, weil es mich so sehr ankotzt. Ich bin hypernervös. Dauernd und ständig, vollkommen überreizt. Aber mal von vorn…

Schon in der Kindheit hat, soweit ich mich erinnern kann, vor wichtigen Prüfungen, Auftritten und Dates mein Magen-Darm-Trakt verrückt gespielt. Wenn etwas anstand, kam ich nicht vom Klo runter. Das war für mich nie so schlimm, es war nervig, aber ich hielt das für normal und habe nicht weiter darüber nachgedacht. Zu Zeiten der Band gehörte Perenterol wie selbstverständlich zu unserer Reiseapotheke, weil wir vor den Auftritten durchaus alle so unsere Probleme damit hatten.

Ab dem Zeitpunkt der Pubertät – Zeit der erste Freunde und Auswärts-Übernachtungen – wurde das etwas stärker, ich hatte schon mehr Probleme damit. Ich war wahnsinnig nervös vor diesen Dates und fühlte mich eigentlich unwohl, bei (frischen) Freunden zu schlafen, weil ich mich vor Nervosität am liebsten auf dem Klo einquartiert hätte. Da ging das auch schon auf den Kopf über. Erst kam die Nervosität, dann kam der Magenkrampf, dann kam die Angst, die ganze Zeit auf dem Klo zu hocken. Auch im Rahmen der Auftritte wurde das schlimmer. Die Sache mit dem Magen verstärkte mein Lampenfieber und als die Spannungen auch in der Band größer wurden, ebenso wie der Erwartungsdruck von außen und der, den ich mir selbst machte, war es ganz schlimm. Zu der Zeit bekam ich meinen ersten richtigen Schub. Das ging soweit, dass ich eigentlich gar nicht mehr vor die Tür wollte, dass mir das Einkaufen (weil Schlange und keine Toiletten) zu viel war und ich mich eigentlich sofort unwohl fühlt, sobald ich das Haus verließ.

Um die Zeit rum wurde bei mir nach einer ewigen von Arzt zu Arzt-Rennerei schließlich Morbus Crohn diagnostiziert. Ich habe eine medikamentöse und eine Verhaltens-/Gesprächstherapie angefangen, um damit besser zurecht zu kommen und hey! heute kann ich wieder einkaufen gehen und bin recht gut eingestellt. Jedenfalls habe ich keinen Schub. Aber der psychische Knacks, der ist geblieben.

Was war zuerst da? Der Knacks oder der Darm? Mittlerweile ist das ein elendiger Teufelskreislauf… Sobald etwas ansteht – und es ist echt egal, was es ist – bin ich nervös. SEHR nervös! Das fängt an bei Treffen mit Bekannten, geht beim Einkaufen mit Freunden und Terminen beim Arzt weiter und steigert sich bei Prüfungen und zu haltenden Referaten ins unerträgliche. Ich bin so furchtbar nervös, dass sich mir der Magen umdreht und ich am liebsten Wegrennen will. Die Nervosität schlägt mir wieder auf den Bauch und das führt dazu, dass ich mich noch unwohler fühle/noch nervöser werde, weil ich mich so unsicher fühle… (Was ist, wenn ich jetzt aufs Klo muss?) Immer, wenn ich auf dem „Präsentierteller“ sitze, fängt dieser Kreislauf an und – verdammt – ich krieg es nicht in den Griff!

Hunderttausende Male habe ich versucht, mir einzureden, dass ich nicht nervös sein muss, vor der Routineuntersuchung beim Frauenarzt. Dass ich bisher noch jedes Referat geschafft habe (ja, sogar sehr gut darin bin) und ich mich danach immer geradezu euphorisch fühle. Dass ich mich (beim Treffen mit Freunden z.B.) doch eigentlich freuen will. Dass die Situation nicht „schlimm“, entscheidend oder sonstwas ist und die Nervosität insofern in keinster Weise angemessenDass ich mich/die Situationen nicht so überbewerten will… Dass die Nervosität weg ist, sobald ich in der Situation drin bin.

Ich habe Baldrian probiert (nichts gebracht), Johanniskrautkapseln (nicht vertragen), Tees, autogenes Training (nicht wirklich effektiv), Atemübungen, rote Autos zählen, ablenken, an was Schönes denken, mich selbst stark machen, … Ich hab Tabletten mitgehabt und die präventiv geschluckt, …

Aber es hilft nichts!

Es kotzt mich so so so an, im Wartezimmer des Pränatalzentrum zu sitzen und vor Nervosität schwitzige Hände und einen nervösen Darm zu haben. Und ich weiß nicht mal warum. Ich weiß nur, dass ich eigentlich nicht nervös sein muss und will! Reizdarm nennt man das dann wohl. Eigentlich habe ich Angst vor der Angst-Reaktion. Ich habe nicht mehr Angst, dass ich dort ausgelacht werde oder nicht „bestehen“ kann, sondern dass ich meinen verdammten Körper nicht im Griff habe und „abbrechen“ muss. Ich kann mir dann sagen, dass selbst wenn das passieren würde, es halt einfach so wäre und es auch dann kein Weltuntergang wäre. Davon mal ganz abgesehen ist das noch nie (!) in einer entscheidenden Situation passiert. Wie gesagt: Sobald ich in der Situation drin bin, ist die Nervosität in 90% der Fälle weg und ich bin sehr souverän. Auch bei Prüfungen, Auftritten, Vorträgen. Ich ärgere mich darüber, denn ich denke, ich könnte sogar eigentlich in einem Bereich arbeiten, in dem ich präsentieren muss. Aber durch diese Sache ist das für mich unvorstellbar.

Diese Nervosität vor den Situationen, die macht mich völlig verrückt! Die ständige Anspannung führt dazu, dass ich total überreizt bin und am Ende eines Tages oft total fertig. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht damit zu tun habe. Ich vergrabe mich lieber zu Hause, weil soziale Situationen einfach so anstrengend sind für mich. Jede soziale Situation bedeutet Überwindung für mich, ich kann mich auf nichts freuen. Das ist wirklich verdammt anstrengend und schade, weil ich eigentlich sehr kommunikativ und durchaus auch gut mit den meisten Menschen klar komme. Ich bin nicht schüchtern und nicht leise, aber…

…das Problem ist vermutlich vorrangig mein Selbstwertgefühl. Das ist in Wirklichkeit wohl ziemlich klein und die Angst vor Abweisung und „Versagen“ ziemlich groß. In mir sind Stimmen, die sind hämisch und zynisch und die machen mich dauernd runter. Die begleiten mich seit 20 Jahren und sind nicht einfach auszuschalten. Mittlerweile sind sie separiert, die sind nicht mehr ich. Aber sie sind halt da. Deshalb wird jede soziale Situation zur Prüfung für mich. Soziale Situationen haben immer was mit Bestätigung meiner Person zu tun… Dabei will ich das gar nicht! Ich habe das Gefühl, etwas in mir denkt, ich würde sofort zusammenbrechen, wenn ich mal an etwas oder jemandem „scheitere“. Dabei ist das gar nicht so! Ich bin schon oft gescheitert, und es bereitet mir keine großartigen Probleme. Ich bin trotzdem erfüllt von dem Antrieb, irgendwie „richtig“ sein zu wollen. Nicht unbedingt im normativ-durchschnittlichen Sinn.

Vor den Situation versucht sich mein Denken, immer wieder in die Situation hineinzuversetzen… Und stellt fest, dass es nicht geht, weil ich nicht weiß, was genau passieren wird. Weil ich nicht weiß, was von mir genau erwartet wird und ob ich bestehe. Auch beim Arzt, zum Beispiel. Ich habe große Probleme damit, dass Erwartungen an mich gestellt werden. Ich hab mir als Kind irgendwann aus diesen und jenen Gründen angewöhnt, die Erwartungen meiner Mitmenschen abzuwägen und mich und mein Verhalten dem so ein bisschen anzupassen, um zu überzeugen. Weil ich das Gefühl hatte, aus mir selbst heraus nicht überzeugen zu können/überzeugend zu sein. Irgendwas in mir sieht mich noch immer so. Als jemand, den man gar nicht gut finden kann.

Und dann schließt sich gleich der nächste, höchst zweifelhafte Fragekomplex an: Wenn ich mich selbst (innen drin) offensichtlich nicht okay finden kann, was zu den Symptomen Erwartungsdruck-Angst, Dauernervosität und Reizdarm führt… Wie soll ich meinen Kindern dann vermitteln, dass sie okay sind, wie sie sind und sich nicht so sehr von Erwartungen anderer leiten lassen müssen. Ich will ja authentisch sein, aber mein Ich ist (ehrlich gesagt) ziemlich zerrissen. Ich will meinen Kindern nicht „die starke Frau“ vorspielen, aber ich will auch nicht, dass mich dauerschwach und zweifelnd-nervös und aufgeregt erleben.

Wie bekomme ich mein Selbstwertgefühl endlich nachhaltig in den Griff, damit nicht mehr jede kleinste soziale Situation zur Bewährungsprobe für mich wird und ich mich  – wenigstens vor Arztterminen – nicht mehr  im körperlichen Alarmzustand befinde? Ich will einfach nicht mehr ständig nervös sein! Ich will mich auf Sachen freuen können! Ich will souverän in „echte“ Prüfungen gehen können!

Im Moment gehe ich vorher immer durch die Hölle. Sobald ich in der Situation bin, ist alles in Ordnung und danach bin ich euphorisch, weil ich es geschafft habe. Danach fühle ich mich gestärkt. Ich versuche, diesen Weitblick vorher schon zu haben und mein Kopf sieht das auch, aber mein Körper spielt nicht mit. So extrem ist das nun seit 5 Jahren, seit etwa 2-3 arbeite ich so daran. Und es ändert sich wirklich nicht viel. Vor Zahnarztstuhl oder CTG könnte ich immernoch heulen, weil ich mit der Vorstellung nicht klarkomme, da gleich 20-30 Minuten an eine Liege gefesselt zu sein und nicht weg (aufs Klo) zu können. DABEI HAB ICH KEINEN SCHUB!

Im Moment hab ich das Gefühl, dass die einzige Möglichkeit ist, die Situationen immer wieder zu durchleben, sich immer wieder durchzubeißen, die Nervosität immer wieder zu ertragen und zu versuchen. sich nicht von ihr einschüchtern zu lassen. In der Hoffnung, dass es – je häufiger ich tatsächlich erlebe, dass ja trotz Nervosität alles gut geht – irgendwann mal „Klick“ macht und es nicht mehr ganz so schlimm ist. Also: Die Anspannung immer wieder aushalten, aushalten, aushalten.

Falls jemand andere Zaubertricks, Lektüre kennt oder das irgendwie nachvollziehen kann: Her mit dem Senf!

Schwanger sein: So war die 16. Woche

Nach wie vor kränklich.

Ich spüre das Baby jetzt deutlich, mehrmals am Tag. Das fühlt sich geradezu niedlich an. Ein ganz sanftes Pochen von innen…

Bekomme „Horrorgeschichten“ über das Leben mit zwei Kindern zu lesen, die mich einerseits irgendwie vorbereiten, andererseits aber auch meine Ängste bestätigen. Ich mache mir nicht sooo viele Illusionen, um ehrlich zu sein. Ich denke, das erste Jahr wird einfach anstrengend werden. Nicht total unschön, aber anstrengend. Ich weiß ja auch bereits, dass das Babyjahr (also 1 Jahr Zuhause sein und quasi nicht anderweitig tätig…) mich porös macht und ich denke, dass das auch das 2. Mal so sein wird. Aber ich lasse das kommen. Wird schon. Meine Panik hält sich komischerweise in Grenzen. Liegt vielleicht daran, dass es im Hier und Jetzt zu viel zu tun/denken/organisieren gibt und ich ganz schön zu tun habe,  um mit meinen hormonellen Extrem-Gefühlen klarzukommen.

Die größten Bedenken habe ich, weil ich in letzter Zeit oft denke, dass K. und ich nicht unbedingt das sind, was ich als „robust“ bezeichnen würde. Wir ergänzen uns zu gut im alles anstrengend-Finden und Stress geht uns an die Nieren. Hinter uns liegt einen… wortreiches (und ja, auch tränenreiches) Wochenende. Einfach, weil wir uns manchmal so sehr in unserer Negativität verlieren, dass wir übersehen, dass wir eigentlich alles haben, was wir gewollt haben und nicht viele Gründe, um ständig überanstrengt zu sein.

Ich hab schon wieder ständig ein schlechtes Gewissen und auch über mich und mein ständiges schlechtes Gewissen, meine Schuldgefühle und meine Empfindsamkeit nachgegrübelt, während K. und P. die Großeltern im großen B. besuchen waren. Vielleicht zu viel? Dann hat Mama Miez heute, nee gestern, einen Artikel über Hochsensibilität veröffentlicht, der mich einmal mehr durcheinander bringt. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von „Diagnosen“, aber vieles von dem, was da steht, trifft auf mich zu. Zumindest auf einen Teil von mir. Aber für mich ändert sich halt nichts, nur weil ich das HSP, Wochenbett/Schwangerschafts-Depression, Burnout oder Anpassungsstörung oder oder oder nenne… Ich bin so wie ich bin und ich versuche mit mir zurechtzukommen. Ich hab ja nur mich. Aber es fällt nicht leicht, ich bin viele und die können alle nicht so gut miteinander. Im übrigen bin ich schon der Meinung (irgendwie im Sinne von Freud), dass der Schlüssel zu sehr vielem, was uns als Erwachsene das Leben schwer macht, in unserer Kindheit liegt. Aber ähnlich wie bei den Bezeichnungen geht es mir auch da: Nur weil ich weiß oder vermute, woher so manche Anwandlung kommt, habe ich sie noch nicht im Griff. Ich versuche, mich zu akzeptieren und wähne mich auf einem gar nicht schlechtem Weg, während K. und P. weg sind. Ich freue mich auf meine Familie und fühle, dass ich ohne sie nichts Ganzes bin. Gut, das. Und dann plötzlich wieder gestern… Total-Ausfall. Hysterie. Heulen. Überquillende Emotionen. Gefolgt von Schuldgefühlen. Und nichts im Griff. Da finde ich mich dann wieder scheiße, also mich, das unkontrolliert schwangere Ich.

Die Beele ist 10 cm in dieser Woche und die Gyn (bei der wir waren) sagt, dass alles bestens ist. Ich würde so so so gern wissen, was das (rein geschlechtlich) wächst. Ich will der Beele einen Namen geben können, das er/sie/es, wenn wir über sie/ihn sprechen wollen, neeeervt… Beim Ultraschall lag das Baby aber wieder mit dem Kopf so komisch nach unten, auf die Plazenta gekuschelt, sodass wir nichts erkennen können. Boar, und ich noch immer vor jeder Untersuchung so nervös, dass ich zehn Mal auf’s Klo rennen muss.

Eiweiß im Urin ist erhöht, heißt aber wohl nichts Schlimmes. Viel trinken, soll ich. Wenn das zu heftig ist und andere Symptome hinzukommen, kann es auf eine Schwangerschaftsvergiftung hindeuten. Möglicherweise ist es auch ein Hinweis auf eine Blasenentzündung. Bei mir war es nur eine Spur.

Ich hab 4 Kilo zugenommen… Puh. Ich versuche mich damit anzufreunden, nach der Schwangerschaft echt was wegzubekommen. Das muss. Sonst schleppe ich das ewig mit mir rum und ich fühle mich unwohl damit. Hab kaum noch Shirts, die den Bauch ganz verdecken…

Beele-Facts jetzt aktuell:

  • 2. Schwangerschaftsdrittel
  • 5. Schwangerschaftsmonat (Monat 4)
  • 17. SSW (rein rechnerisch, nach der letzten Menstruation)
  • 16 Wochen + 0–6 Tage (nach ärztlicher Berechnung)
  • 15. Woche nach der Befruchtung (14 Wochen + 0-6 Tage)
  • 99. bis 105. Tag der fetalen Entwicklung
  • Fruchtwassermenge: 250 ml
  • Kopf-Po-Länge: ca. 12 cm
  • Durchmesser des Köpfchens: 35-44 mm
  • Gewicht: ca. 150 g
  • Fußlänge: 23 mm

Das P. erzählt jetzt immer häufiger so Sachen wie „Das ist unser Baby. Mamas Baby. Papas Baby. Und P.s Baby. Wenn das Baby da ist, dann kann ich mit dem spielen. Und kuscheln. Und auch teilen!“ Laut ihrer Aussage darf das Baby auch in ihrem Bett schlafen, mit uns kuscheln und mit ihren Sachen spielen…“

Kinder sind doch nicht…

… ständig unzufrieden.

Dieser Gedanke kam gerade kurz nach dem Frühstück. Eine Ecke meines Ichs dachte offensichtlich mal wieder an „Oh Mann, heute Nachmittag… Was machen wir denn? Seit Tagen machen wir irgendwie nicht wirklich was. Aufstehen, anziehen, Frühstück, raus zur Kita, von der Kita abholen, nach Hause, ein bisschen Spielen, Laura gucken, Abendessen, Bett. Armes P.“ – „Schwachsinn!“ dachte sich das Contra. Denn am Dienstag hatten wir zum Beispiel laaaange Besuch und Mittwoch gehen wir zur Musikgruppe mit anschließenden Spielen im Indoor-Spielplatz. P. wirkt ausgeglichen, davon abgesehen, dass sie nicht in die Kita will morgens (dann aber doch Spaß hat). Kinder brauchen nicht ständig Abwechslung, regelmäßige Abläufe geben ja auch Sicherheit. „Du und deine scheiß Komplexe!“

Mein Kind erwartet nicht ständig etwas Anderes oder Besseres von mir.

Ich hab mich erwischt! Ich unterstelle meiner kleinen zweijährigen Tochter den gleichen gedanklichen Mist wie dem Rest der Menschheit. Ich habe ständig ein schlechtes Gewissen, weil sich ein Teil von mir einbildet, „die Anderen“ würden irgendwas von mir erwarten. Mehr rausgehen, mehr abends weggehen, mehr Kunst, mehr cool, mehr relaxt, mehr Erlebnisse, mehr mehr mehr… Eigentlich weiß ich, dass das Quatsch ist (meistens) und eigentlich will ich, dass mir das egal ist, denn meine Werte sind das nicht. Aber diese Komplexe habe ich schon seit ich denken kann. Und jetzt denkt es sich also auch in mir, dass mein Kind Dinge von mir verlangt, die ich nicht bringen kann. Und dann geht mein Ich in seine trotzige „Nö, will nicht… Ich kann das nicht.“-Haltung und mich plagt unverzüglich das schlechte Gewissen…

Oh Mann, verkorkstes Ich! Das, was man kleinen Kindern bei all dem Trotzverhalten ja wirklich hoch anrechnen kann ist, dass sie ihren Eltern bedingungslosen Liebes-Kredit geben. Kindern nehmen uns Eltern doch im Prinzip (bis zu einem bestimmten Alter) genau so wie wir sind, ohne zu hinterfragen, warum wir so sind oder dies oder das tun oder lassen… Das soll uns nicht davon befreien, zu reflektieren, was wir tun. Aber wir sollten kein schlechtes Gewissen haben, weil wir meinen, unsere Kinder würden überzogene Erwartungen an uns stellen. Schon der Rest der Menschheit hat wenigere an uns als wir uns einbilden, wir sind ja nicht der Nabel der Welt. Aber die Einbildung klappt hier ganz gut und ist schwer zu überwinden. Aber hey! Kinder! Kinder sind vermutliche einige der wenigen Menschen, die tatsächlich frei von Erwartungen anderen Menschen gegenüber sind… Also: Schlechtes Gewissen? Bitte nicht aus dem Grund!

Leistung, Baby!

Hach. „Schön“. Aus gegebenem Anlass mal wieder eine ordentliche Selbstzerfleischung:

Ich habe ein Leistungsproblem. Ich habe Probleme mit Erwartungen. Ich habe Probleme mit festen Terminen, Deadlines, Treffen… kurz: Ich habe ein Problem mit all den Situationen, in denen ich zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort anwesend sein muss und in denen etwas Bestimmtes von mir erwartet wird. Sei das nun schlichtweg anwesend zu sein, still auf einem Stuhl zu sitzen ohne auf’s Klo zu gehen, ein Referat zu halten oder gemeinsam einen Tee zu trinken und Smalltalk zu führen. Das fängt beim Arztbesuch an, geht beim Treffen mit Freunden weiter und hört bei Referaten und Prüfungen nicht auf. Ich will ‚herausragend‘ sein, wollte ich schon als kleines Kind, soweit ich weiß. Ich kann nichts einfach ruhig angehen, locker-gelassen sehen oder Dinge auf mich zukommen lassen. Ich will die Dinge besser machen, um mir selbst zu beweisen, dass ich ‚was wert‘ bin (?)

Ich mag keinen Sport und kein Mathe. Ich hasse das geradezu. Ich befürchte, dass das nur daran liegen könnte, dass ich weiß, dass ich darin niemals ‚toll‘ sein werde. Ich habe Probleme mit Anerkennung. Ich brauch sie, ich will sie und ich hasse es, davon abhängig zu sein. Ich versuche, darauf zu scheißen, aber es klappt nicht. Ich passe mich an, ich stecke ein. Mein verdrehtes Ich versucht so zu sein wie es denkt, beim Gegenüber gut anzukommen. Und ich verabscheue ‚es‘ dafür.

Anpassungsstörung. Leistungsangst. Grübelzwang. Übersteigerte Erwartungen an sich selbst. Perfektionismus… Dem Scheiß einen Namen zu geben macht es nicht zwangsläufig besser.

Die Erwartungen, die hohen Ansprüche, der Perfektionismus: Das alles kommt nicht von außen, sondern aus mir selbst. Manchmal denke ich, dass das noch viel schlimmer ist als würden die Dinge von außen an mich herangetragen werden. Dann könnte ich mir wenigstens denken: „Leckt mich doch!“ Problem: Ich hab’s nicht im Griff. Überhaupt nicht. Ich bin mir über diese Dinge bewusst. Ich sehe das kommen. Ich spüre es ganz deutlich. Immer. Und ich finde es total irrational! Aber es passiert mir trotzdem. Immer wieder. Und ich verurteile mich (zusätzlich zu dem Stress, der mich belastet) dann auch noch selbst, weil ich mich so stresse, obwohl ich das nicht will. Weil ich mich/das nicht im Griff habe. Weil ich nicht entspannt sein kann. Weil ich aus einer Mücke einen Elefanten mache. Wie immer. Weil sich einfach nie wirklich etwas ändert. Bäh! Bäh! Bäh!

Und dann kommen die ganzen tollen Ratgeber mit den Klischee-Tipps wie Autogenes Training-progressive Muskelentspannung-schöne Gedanken machen-ausreichend Schlaf-Sport-Stopp denken-Yoga-Pilates-Hobbys-Zeit für sich-warme Wanne-Ingwertee-bla bla bla… Die ganze Wellness-Industrie gibt alles, um mich einzufangen. Aber: Das bringt nichts. Selbst wenn manche dieser Sachen mich in den Momenten kurz abholen, in Stress-Situationen reagiere ich genau so beschissen wie immer. Dazu sitzen die Verhaltensmuster einfach zu tief:

Dann überfallen mich nämlich Fluchtgedanken, sobald ein Termin ansteht. Egal wie klein oder groß die Termine sind und ich kann dem Fluchtreflex kaum widerstehen. Ich stehe immer unter Druck und will mich dem am liebsten gar nicht aussetzen. Bei den Kleineren (Arzt, Seminare, Vorlesungen) schaffe ich es mittlerweile oft – auch dank Therapie – mich zusammenzureißen und mich zu überwinden, nicht dauernd aufzuschieben, abzusagen, zu verdrängen… Beim Arzt „muss ich da halt durch“, beim Treffen mit Freunden sage ich mir, dass es „mir letztendlich gut tut“. Mich kotzt es an, dass es mich nach wie vor so viel Überwindung kostet.

Kritisch wird das Ganze dann, wenn zu dem inneren Dauerdruck tatsächlich einer von außen hinzu kommt. So wie im Moment: Nächste Woche ist Projektabschluss, Semesterende und ich muss ein Referat halten. Alles keine großen Dinger, aber ich leide darunter echt extrem! Ich kann einfach nicht mit dem Stress umgehen, der dadurch bei mir entsteht. Ich verfalle in eine ‚Schockstarre‘, in der ich zum vollkommen überreizten Nervenbündel mutiere. Ich bin dann nur noch dazu fähig, entweder a) etwas für die ’so schrecklich stressigen‘ Dinge zu tun oder b) mich ohnmächtig, erschöpft und krank zu fühlen und gar nichts zu tun. Ich vernachlässige Freunde, Beziehung, Kind, Hobbys, alles das, was mir gut tun würde und verfalle in depressive Löcher. Ich hab gelesen, dass das eigentlich logisch ist, wenn der Kopf nie Ruhe gibt und man sich selbst auch Erholung nicht gönnt, weil man ständig das Gefühl hat, man müsse noch mehr ‚leisten‘. Man ist quasi geistig überlastet und alles, was darüber hinaus geht, ist dann einfach zu viel. Ja, so fühlt sich das auch an.

Selbst da schleicht sich die blöde Tante wieder ein: „Pffft! Erholen! Wovon sollst du dich denn erholen?!“ Ich bin mein schlimmster Feind!

Ich will nicht! Ich will nicht! Ich will nicht! Ich will dann niemanden sehen und mich am liebsten verkriechen. Ich habe jetzt bereits seit mehreren Wochen außerhalb meiner Familie und der Uni niemanden getroffen. Ich bin einfach zu fertig, kann mich nicht motivieren. Ich kann bei nichts Spaß empfinden und kaum etwas ertragen. Eigentlich geht nur: Mit mir allein sein, lesen und schreiben. Spaß zu haben, abzuschalten fällt mir ja auch im ‚Normalfall‘ schon schwer. Ich weiß oft nicht, warum ich jemanden treffen sollte, weil ich oft nicht weiß, was es zu erzählen gäbe. (DU! würden meine Freunde jetzt sagen, die nie die Klappe hält und aus dem Reden nicht rauskommt! Hör auf zu spinnen!) Ich habe einfach nicht die Kraft und auch nicht ‚das passende Ich‘ parat, um positiv und damit eine ‚angenehme Gesellschaft‘ zu sein, was heute aber irgendwie – so fühlt es sich an – ständig von einem erwartet wird. Ich fühle mich blöd, wenn ich das meinem Gegenüber nicht geben kann. Eine selbstsichere, positive, authentisch-kritische Spaßkanone hat Mensch zu sein. Die Problemchen und Wehwehchen können gern Zuhause im Tagebuch bleiben. Ich fühle mich manchmal als wäre ich ein einziges Problem! Ich will keine Ningeltante sein. Ich halte diese bescheuerten Probleme für… bescheuert halt. Ich will sie weglöschen, nicht mehr überfordert, ständig müde und erschöpft sein. Ich will einfach sein. So sehe und denke ich mir das Leben. Aber mein Ich zieht nicht mit, das Arschloch.

Die Beschreibung klingt jetzt wieder nach überehrgeiziger Karriere-Muddi. Aber so ist das nicht. Ich will keine Bosse bedienen oder so’n Scheiß. Ich will auch nicht, dass andere denken, dass ich eine Supermami bin. Es geht eher darum, dass mein Ich anscheinend eine panische Angst davor hat, sich selbst beim ‚dumm‘ oder schöpferisch untätig sein zu erwischen. Es geht um ‚Smartness‘, darum, gebildet, schlau und allwissend zu sein. Nicht, um das jemandem auf’s Brot schmieren zu können, sondern um mir selbst gerecht zu werden. Ich erwarte und will das einfach von mir. Und überfordere mich damit total, auch weil ich weiß, dass das unmöglich und unerreichbar ist. Aber so ein kleines bisschen Genialität muss doch drin sein, verdammt nochmal!

Hier liegt des Pudels Kern: In dem Moment, in dem ich ‚da draußen‘ an einer ‚einfachen Aufgabe‘ oder Anforderung ’scheitere‘, ist das der Beweis: Ich bin dumm, weil faul und untätig und einfach stinknormal… (Einmal Selbstauspeitschen bitte!) Ich bin genau so elendig dumm, wie der Großteil der verdammten Menschheit! Und ich bin nicht … (was auch immer) … genug, um etwas dagegen zu unternehmen.

Ja, ich! Nimm das und deal with it.

Kleinkind-Terror

(oder: sich „richtig“ verhalten gegenüber dem Kind)

Ich verhalte mich meinem Kind gegenüber menschlich. Das ist mir wichtig. Ich halte nicht viel davon, irgendwelche Normen einfach zu übernehmen und mich „elternmäßig“ zu benehmen. Also Dinge irgendwie zu tun, weil ‚man‘ sie halt so macht oder machen muss. Ich versuche mich immer mehr wegzubewegen von dem ‚man‘-Denken. Ich möchte nicht, dass mein Kind zu einer möglichst perfekt angepassten, nichts hinterfragenden Hülle wird. Ich möchte gern, dass mein Kind ein selbstständig denkender, vernunftbegabter, interessierter Mensch wird.

Mein derzeitiges Problem: Es fällt mir schwer, mich in bestimmten Situationen überhaupt irgendwie zu verhalten. Gemeint sind Situationen, in denen sie sich recht wenig menschlich (genau genommen ist es wahrscheinlich sogar sehr menschlich… Also sagen wir lieber sowas wie:) „sozial“ verhält – ja, mir ist klar, dass sie mit 27 Monaten nicht annähernd eine Vorstellung davon hat, was dieses Konstrukt bedeutet und mir ist auch klar, dass sie das faktisch gar nicht können kann. Es geht um  das, was allgemein häufig als ‚Trotz‘ bezeichnet wird. Es geht um Abgrenzung, unterschiedliche Bedürfnisse, Grenzen, um all sowas geht’s. Theoretisch.

Ganz praktisch geht es aber um: „Jetzt komm verdammte scheiße nochmal bitte her!“ oder auch: „Du musst Ich will dir jetzt aaaaaaaaaaaah! ichdrehdurchichwerdwahnsinnig!  bitte deine Jacke anziehen, es ist himmelarschundzwirn kalt draußen!“ und ich bekomme gleich einen Wut- oder Heulanfall, wenn ich daran denke, dass wir bereits vor einer 3/4 Stunde in der Kita sein wollten und noch Schuhe, Handschuhe, Schal und Mütze vor uns liegen! Gerne auch: „Bitte! Lauf! Jetzt! endlich Weiter!“ oder ich raste gleich echt aus. genau JETZT werde ich nämlich gerade wahnsinnig. einszweidreivierfünfsechssiebenachtneunzehndreitausend. aaaatmenaaaaatmenaaaatmen-zähneknirsch-zähneknirsch-zähneknirsch oder: „Kannst du nicht wenigestens ein verpisstes kleines Stück von diesem Essen kosten?“ Ich koche nie wieder für dich! nie! wieder!

Ja, ich habe wahrscheinlich ziemlich hohe Ansprüche an mich. Das bekomme ich jedenfalls immer wieder zu hören. Aber: Es geht mir nicht darum, eine perfekte Maaaamiiii zu sein. Gar nicht! Es geht mir darum, meine eigenen Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen und trotzdem auch denen des Kindes gerecht zu werden. Es geht mir darum, nicht (oder so selten wie möglich) in irgendeiner Entwicklungsphase total den Müll zu bauen, unter dem dann sie als großer Mensch, wir als Familie oder, oder, oder zu leiden hat. Es geht mir auch darum, zu berücksichtigen, dass es kein falsch oder richtig gibt. Also keinen DEN Umgang mit einer bestimmten Phase oder Situation. Keine Knöpfe, die man drücken kann, um Kompetenzen/Fähigkeiten wie Denken, Empathie oder Toleranz freizuschalten. Ich will authentisch sein und nicht manipulativ oder sonstwas. Ich will fair sein, meine elterliche Machtposition nicht ausnutzen und meinem Kind keine Traumata einpflanzen.

Nur: Wo fangen die an und wo hören die auf? Ist es schon grenzwertig, wenn ich in einer Phase, in der sie abends nicht in s Bett will, abends das Licht in ihrem Zimmer ausmache, weil ich a) einfach Feierabend haben will und sie b) auch tatsächlich hundemüde ist? Finde ich es eigentlich okay, diese „Na  gut, dann muss ich halt alleine gehen“-Taktik anzuwenden, wenn sie sich standhaft weigert, weiterzulaufen. Ist das nicht schon Manipulation? Darf ich Lockmittel einsetzen, wenn ich keine Lust auf Kampf habe oder ist das verurteilenswerte Bestechung?

Aber ich muss mir gerade echt selbst eingestehen: Einem Kleinkind in der Trotzphase kannst du einfach nicht mit logischem Menschenverstand begegnen. Und ich frage mich ernsthaft: Mit was denn dann? Ich habe dafür wirklich keine Lösung. Als Mutter, meine ich. Ich kann mit Kindern sehr gut umgehen, die nicht meine eigenen sind. Auch mit deren Trotz kann ich gut umgehen, weil der sich – so ist meine Erfahrung – ‚Fremden‘ gegenüber niemals so extrem zeigt wie gegenüber den eigenen Eltern. Ist ja auch gut so! Juul sagt, es sei wichtig, eine „persönliche Sprache“ zu nutzen, wenn man mit seinem Kind zu spricht. Also keine leeren Formulierungen wie „Kannst du eigentlich nie aufräumen?“ oder auch: „Super!“. Er sagt auch: Es ist richtig und wichtig, dem Kind seine Grenzen zu zeigen. Das entspricht ziemlich dem, was ich eingangs erwähnte: Menschlich sein. Aber: Kleinkinder sind Egoisten, Egozentriker und Narzissten in einem! (Und das ist gut und wichtig so, ihre Entwicklung betreffend.) Insofern bringt mich das nur halbwegs weiter.

Während mein Kind freudig und impulsiv ihre Grenzen entdeckt und auslotet, bringt mich das eindeutig an meine. Weil ich schlicht keine Lösung dafür habe. Weil ich immer trotzdem versuche, sie so gut wie möglich nachzuvollziehen. Und das Problem ist: Ich kann es! Ich kann sie meistens sehr gut nachvollziehen! Klar, sie will nicht aus der Kita nach Hause gehen, weil sie dort gerade noch etwas Spannendes macht. Verstehe ich, ändert aber nichts daran, dass ihre Betreuungszeit 16 Uhr zu Ende ist und ich mit ihr nach Hause will, wenn ich sie abhole. Klar, will sie manchmal nicht essen, was ich gekocht habe, weil’s ihr nicht schmeckt oder sie keinen Hunger hat oder sie was anderes essen will. Ändert aber nichts daran, dass ich für sie gekocht habe und es mich ankotzt, wenn sie das dann nicht isst. Klar, sie will manchmal nicht weiterlaufen, weil sie was Spannendes entdeckt hat, müde ist, ihre Füße weh tun oder sie einfach nicht weiterlaufen will. Ich kann ihr Verhalten nachvollziehen und sehe trotzdem meine Grenzen. Ich hab nicht die Geduld! Ich halte es nicht aus, 45 Minuten für 700 Meter Weg von der Haltestelle bis zur Haustür zu brauchen, begleitet von 30 Schreiattacken. Und trotzdem sehe ich es nicht so, dass es ihr Fehler ist. Und das bringt mich erst Recht an meine Grenzen! Könnte ich all das gelassen hinnehmen, wenn ich selbst „einfach“ gelassener wäre?

Was macht das, was ich mit meinem Kind mache, mit meinem Kind??? Welche Auswirkungen hat welche Handlung? Welche Grenzen sind gut und welche sind zu viel? Wann braucht mein Kind Begrenzung, wann nicht? Wann macht es Sinn, meine Sicht oder meinen Willen durchzusetzen und wann nicht? Welche Normen muss ich ihr vermitteln, dammit sie klarkommt?

Das ist, was ich mit Kleinkind-Terror meine: Mehr als das Verhalten (m)eines Kleinkindes, was einfach in der Tat tierisch anstrengend für mich sein kann, ist es mal wieder mein Kopfwust, der mich terrorisieret. All diese Dinge, denen ich gerecht werden will und die ich „richtig – will heißen: begründet und durchdacht – machen will, weil das einfach mein Anspruch ist. Wenn mir da jemand kommt mit „Intuition“, dann kann ich nur sagen: Das ist meine Intention und meine Intuition. Genau so, wie ich durchdenke, was ich kaufe, was ich esse, mit wem ich mich umgebe, was ich gern tue, wie ich die Welt sehe und was ich scheiße finde oder auch, wie die Beziehung zu meinem Partner ist und ob ich da fair bin, wo Probleme sind, durchdenke ich auch das Zusammenleben mit und das Verhalten gegenüber meinem Kind. Das kann (und will) ich auch nicht ausschalten, obwohl es anstrengend ist und trotz der frustrierenden Gewissheit, dass es „die Lösung“ und „das richtige Verhalten“ nicht gibt.

Vielleicht ist es genau das, was Mensch von seinen Kindern lernen kann und sollte: Richtig gibt’s nicht. Du musst deinen Weg allein finden. Und es vor allen Dingen schaffen, zu ihm zu stehen. Amen.

*Jesper Juul (2009): Dein kompetentes Kind. Auf dem Weg zu einer neuen Wertgrundlage für die ganze Familie, rororo
Jesper Juul (2008): Nein aus Liebe. Klare Eltern – starke Kinder, Kösel-Verlag

Becoming pregnant: Making Of

(oder: Eine Hysterikerin wird schwanger)

Prolog

Wer sich das hier reinziehen will, dem empfehle ich die Lektüre in möglichst entspannter Haltung und häppchenweise. Mitzudenken ist hier weder von Nöten noch zu erwarten. Diese Schilderungen bedienen lediglich den allgemeinen Voyeurismus oder wahlweise die Langweile ;) 

Teil 1 – Vorgeplänkel, Hirnsülze, Erklärendes

(Ja, das Making of wird veröffentlicht vor Beginn der eigentlichen Dokumentation. Crazy, ne? Im ernst: Das ist wichtig, um zu verstehen, warum und so… Na, lest selbst:)

Ich beichte: Ich bin hysterisch. Raserei, Hysterie, Aufregung, Unentspanntheit, Gereiztheit, Angespanntheit, … Alles Wörter, die auf mich und meine Zustände wahrscheinlich oft zutreffen.

Ich bin zum Beispiel wahnsinnig aufgeregt vor ersten Dates. War ich schon immer. Ich kann an nichts – also: an GAR NICHTS – anderes denken, wenn ich mich verknallt habe. Ich komme mit Prüfungssituationen nicht klar. Ich habe Lampenfieber. Okay, das klingt wahrscheinlich noch ziemlich normal. Bis zu einem gewissen Grad ist es das wohl auch.

Aber: Ich kann Ereignisse, die unaufhaltbar näher kommen, deren Zeitpunkt ich aber nicht selbst bestimmen kann und die eine gewisse Wichtigkeit mit sich bringen, nicht einfach auf mich zukommen lassen. Genau genommen kann ich eigentlich gar nichts und niemanden einfach auf mich zukommen lassen, wenn es mir auch nur ein kleinwenig wichtig ist. Ich bin ein Kontrollfreak! Eine zeitlang hat mich selbst der Gedanke, die Wohnung verlasen zu müssen, extrem unter Druck gesetzt, sodass ich es ein halbes Jahr lang nur noch im äußersten Notfall getan habe.

Wenn etwas mehr oder weniger Großes ansteht, dann kreisen meine Gedanken NUR noch – will heißen: ausschließlich und immer wieder von vorn – um diese eine Sache. Das ist total anstrengend. Ich kann unter gar keinen Umständen davon ablassen, mich mit etwas anderem beschäftigen oder mich ablenken. Ich schlafe schlecht, bekomme Kopfschmerzen, bin gereizt und vermutlich unausstehlich. Ich wandle in einer eigenen Welt herum, will in Ruhe gelassen werden, bin kaum ansprechbar, bevor „es“ nicht endlich überstanden ist. Ich kann es einfach nicht ertragen, nicht zu wissen, was mich erwartet, wie und ob etwas so klappt wie ich es will oder nicht… Die Spannung macht mich volkommen wahnsinnig! So sehr, dass ich in einer solchen Situation wirklich denke, den Verstand zu verlieren. So sehr, dass ich flüchten, weglaufen, mich einfach davor drücken will. Ich habe mit verschiedenen Techniken versucht das in den Griff zu bekommen – Yoga, Entspannungstechniken, nachgeben, mich dafür nicht verurteilen, mir die (nicht schlimmen) Konsequenzen klarmachen, an Leute denken, denen es viel schlimmer geht, Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, Saufen, viel weggehen, gar nicht weggehen, Beziehung führen, keine Beziehung führen, reden, nicht reden und schreiben, schreiben, schreiben… Alles mögliche (außer Tabletten). Unter anderem deshalb habe ich meine Bandtätigkeiten (vorerst) aufgegeben und stark daran gezweifelt, ein Studium (bzw. eine gewisse Zeit über selbst das Verlassen des Hause) bewältigen zu können. Unter anderem deshalb existiert dieser Blog.

Eine entspannte Schwangerschaft, in der man einfach alles so auf sich zukommen lassen kann, ist unmöglich, wenn man so ein Mensch ist. Trotzdem: Irgendwann Ende 2012 entschieden wir uns also tatsächlich, dass wir ein zweites P. möchten. Eigentlich irgendwie wahnwitzig.

Irgendwie dachte ich, obwohl ich mich durch meine ständige Selbstbeobachtung mittlerweile ziemlich gut kenne, es würde nicht ganz so schlimm werden. Ich dachte, ich wäre mittlerweile etwas älter geworden, hätte dazu gelernt, könnte besser mit mir und ‚damit‘ umgehen… „Ich hab gar nicht die Zeit dafür, mich da extrem hineinzusteigern. Schließlich studiere ich und habe ein Kind zu versorgen! Check DAS mal, Kopf!“ dachte ich mir. Dabei drückte ich auf den „Ja, ich möchte die 40er-Packung Ovulationstests bestellen“-Button und schrieb meine Top 5 der männlichen und weiblichen Vornamen ins Tagebuch. Das war ein halbes Jahr bevor das Hibbeln überhaupt wirklich losging! *kopfschüttel* Wie bescheuert das ist!

Teil 2: Vorbereitungen

Ovulationstests, 40 Stück. 10 verschiedene Zyklus-Apps. ALLES, wirklich ALLES lesen über Ovulation, Zyklus, Befruchtung, … (Ich könnte jetzt vermutlich jemandem bei seiner Doktorarbeit über ein verwandtes Thema sachdienliche Hinweise geben.)

Mit K. sprechen. Mindestens 300 Mal: „Willst du das auch wirklich? Haben wir uns das gut überlegt? Ist das für uns die richtige Entscheidung? Sag mir nochmal, warum du das willst!“

Berechnen. Wenn Befruchtung im Dezember, dann Geburtstermin im August, Befruchtung Januar – Geburtstermin September usw. Wenn meine letzte Menstruation dann und dann war, ist mit dem ES ab da zu rechnen, also Testen ab dem und dem Tag.

Mit K. streiten über DIE wichtigste Sache.

Testen. Beobachten. Hyperventilieren. (Warum sind Hormontests für Hysterikerinnen überhaupt frei verkäuflich??)

Femibion 1 nehmen.

Warum kann ich die Sache nicht einfach entspannt angehen? Warum bin ich nur so … unentspannt? Ich ärgere mich, denn ich muss zugeben: Mir bereitet das doch teilweise einen gewissen (Hmmmmnn… Wie würde meine Therapeutin es ausdrücken?) ‚Lustgewinn‘. Ich liebe es, mich in Themen zu vergraben, sie mir nach und nach zu erschließen und schließlich zu verstehen. Noch mehr liebe ich es, wenn ich durch (Denk- und Horizonterweiterungs-)Arbeit zu einem gewünschten Ergebnis/Ziel komme. HA! Und geklappt hat’s ja schließlich, aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Es wäre mir echt recht geschehen, wenn ich hätte länger warten müssen. Dann hätte ich mal wieder üben können, dass man geduldig sein muss. Mein ‚Fleiß‘ zahlt sich leider viel zu oft aus.

Was tut die gemeine Hysterikerin, wenn sie sich vermehren will?

Zunächst: Sie informiert sich. Sie liest, sie wälzt, sie studiert, sie untersucht, sie vergleicht, sie findet heraus und sie denkt. sie denktdenkt viel, denkt mehr und noch mehr und zu viel… viel zu viel!, sie hinterfragt, googelt, googelt lange, liest Foren, Bücher, Hilfeseiten, Erfahrungsberichte… Und das alles vorbereitend (!!!) Während andere schon längst auf ihrem (im Idealfall) potenten Partner hocken und (im noch idealeren Fall) einfach oft genug im Monat p*ppen, sitzt die Hysterikerin nächtelang vorm Rechner und plant. Bloß nichts dem Zufall überlassen!

Ich wälzte Foren und Statistiken. Ich habe in gefühlt mindestens 300 verschiedene „Quellen“ gelesen, wann so ein Ovu-Test im Normalfall wirklich positiv ist (wenn die Testlinie dicker ist als die Kontrolllinie), wann der ES dann voraussichtlich bevorsteht (in max. 48 Stunden), warum das überhaupt so ist (LH = ‚Eisprungauslöser‘ –> wird ausgeschüttet und verursacht Freigabe der Eizelle an den Eileiter), wie lange die Eizelle dann befruchtungsfähig ist (12-24 Stunden), wie lange S*ermien überlebensfähig sind (normalerweise etwa 3 Tage, manchmal 5 in Ausnahmefällen 7), wohin die Eizelle wandert und wie lange sie braucht (unterschiedlich), wie die Sperm*en die überhaupt finden (Duftstoffe), wann mit der Einnistung zu rechnen ist (5 bis 10 Tage nach Eisprung), wie die genau abläuft (hochspannend! Unser Körper ist so eine alienmäßige Angelegenheit!) und wann die Ausschüttung von Schwangerschaftshormonen beginnt. Phieuw…

Teil 3: Wir stellen uns scharf

Wir einigen uns. Wir wollen. Ab November 2012. Uhuuu, wie aufregend! (Ach ja: wir wollten nach September 2011 schon einmal, dann aber wieder doch nichtUnd dann also doch… Mann, sind wir konsequent!) Nur doof, dass mein Körper gerade dann (scheinbar) nicht mitmachen wollte: Weder Regelblutung noch Eisprung liesen sich nach dem 17.11. blicken. Der nächste Eisprung kam erst zu Weihnachten…

Ab dem Moment, in dem es ausgesprochen war, konnte ich kaum an etwas anderes denken: WannistmeinEisprung WannwarenmeineTage Wannbinichfruchtbar Wannkönnteesklappen WannwäreGeburtstermin WannistmeinEisprung WannwarenmeineTage…

Warum eigentlich? Ich bin nicht einmal so eine Übermutter und will eigentlich auch gar keine sein! Ich möchte vor allen Dingen zwei Kinder, die füreinander als Kinder „da sein“ können, gemeinsam spielen, streiten und alles in allem eine coole Kindheit zusammen haben, mit jemandem der sie viel besser versteht als die doofen Erwachsenen. Nicht mehr. Und nicht weniger. Warum also die ganze Aufregung? Und dann waren auch noch Weihnachtsferien… Keine UNI, die mir das Hirn verstopft und freie Bahn für’s heiß machen…

Ich habe mich wohl in dieser Hinsicht einfach nicht unter Kontrolle.

K. meint, ich müsste mal lernen, das (und damit mich) so zu akzeptieren wie es ist (ich bin). Wahrscheinlich hat er recht damit. Natürlich hat er recht damit! Dann bin ich halt bescheuert. Akzeptiert (oder so ähnlich).

Weihnachten war hier jedenfalls ziemlich… kuschelig ;-)

Von Leuten, die (nicht) für’s Elternsein gemacht sind

Das P. entwickelt sich weiter in Richtung coole Socke, logisch.

Wenn ich sie frage: „Wie macht der Rio?“ antwortet sie: „Keine Macht für niemand!“ – HaHa! (Nur Dorobots entzückende L. kann da vülleiiicht mithalten!) Sie tanzt, sobald sie Musik hört. Sie singt laut „echte“ (Hänsel und Gretel, Schneeflöckchen, …) und fantastische („Alle meine Beine guggn guggn gööö…“) Lieder. Sie redet weiterhin sehr viel wunderschönen Quatsch. Sie rennt beim Anziehen vor uns weg und freut sich einen Ast darüber. Sie spielt Rollenspiele. Sie redet mit allem (Menschen, Kuscheltiere, Stühle, Besteck, Bäume, Straßenschilder, Straßenbahnen, …). Es macht jetzt Spaß, mit P. in den Zoo zu gehen.*

Sie will Zuhause zunehmend weniger ins Bett, bei Oma aber schon. Sie isst nichts, was grün ist oder auch nur annähernd gesund aussieht. Sie würde Süßigkeiten essen bis sie kotzt (was aber bisher noch nie passiert ist, nach Weihnachten 1 hatte sie aber „immerhin“ schon mal Bauchschmerzen von alle dem Mist!)

Ich liebe das P. mit allem drum und dran, das ist keine Frage! Und ich finde sie ganz schön cool.

Und trotzdem erwische ich mich schon wieder an einem Abend wie diesem hier beim Googeln von solchem Kack wie „Manchmal keine Lust aufs Kind“. Alles nur, weil mich nach wie vor mein beknacktes schlechtes Gewissen quält!

Und das trotz Freundschaftsbrille, die zunehmend besser funktioniert, aber halt nicht beständig. Trotz Uni, die mich wieder quasi „teilzeitkinderlos“ sein lässt und dafür sorgt, dass K. inzwischen prozentual fast mehr Zeit mit P. verbringt als ich. Trotz Kita-Platz von 9 bis 16 Uhr. Trotz meinen Eltern, bei denen P. häufig mal übernachtet. Ich komme mit der Fremdbestimmtheit, die das Kinderhaben mit sich bringt, einfach nicht dauernd gut klar. Und ich finde dann Artikel wie den hier von feministmum oder Foren-Einträge wie solche, die meine Grübelei füttern…

Ich fühle mich manchmal einfach „zerrissen“.

Beispiel:

Abend, etwa 19 Uhr. Ich stehe in der Küche und mache – ausnahmsweise, denn im Normalfall kocht K. – etwas zu Essen für K. und mich. Das P. – die heute schon eher gegessen hat – wird von K. bettfertig gemacht, obwohl der gerade erst vor einer Stunde nach Hause kam und selbst eine Auszeit bräuchte. Ich höre die beiden rumalbern. Ich bin elendig fertig, müde, sofareif und unendlich dankbar, dass er das Abendprogramm mit ihr übernimmt. Ich will griesgrämig vor mich hin glotzen können und ich will mir nicht die Backenzähne noch tiefer ins Zahnfleisch rammen. (Seitdem P. auf der Welt ist, beiße ich in Stress-Situationen, in denen ich zwar innerlich aufgebracht weil überstrapaziert bin, aber das nicht an ihr auslassen will, weil sie ja „nichts dafür kann“ die Zähne extrem fest aufeinander… Ein Versuch der Stress-Kompensation, der einfach so passiert ist.)

Ich merke, dass ich mich eigentlich mit sinnlosem Kram beschäftigen will und ich fühle mich schlecht deswegen. (Bin ich nicht einfach nur eine faule Sau, die lieber rumgammeln will anstatt sich mit ihrem Kind zu beschäftigen?) Ich weiß, dass ich eigentlich noch Texte für die Uni lesen will/muss. Ich will eigentlich endlich mal diesen Film sehen, den ich vor 4 Wochen aufgenommen habe. (Hm, sehr sehr wichtige Sache…) Ich denke, ich müsste mal wieder raus, um ein paar Freunde zu treffen. Sonst habe ich bald gar keine mehr. Aber ich bin (mal wieder) viel zu fertig. Ich merke, dass ich mich gern mal wieder wirklich ausgiebig und wach (!) mit einem Thema, was mich interessiert, beschäftigen würde.

Meine ständige Schlaffness kotzt mich an. Mein Drang, mich mit sinnlosem Scheiß zu beschäftigen kotzt mich an. Es nervt mich zwar, dass ich mich nach solchen Dingen „sehne“, aber es nervt mich auch, dass mich das nervt und dass ich nicht einfach akzeptieren kann, dass ich nun einmal so und nicht anders empfinde… Vor allen Dingen finde ich, dass alles das nicht wichtig sein sollte, denn das Wichtige ist mein Kind, meine Familie. Eine sinnvollere Art, seine Zeit zu verbringen als mit so einem kleinen Menschen, gibt es doch kaum.

Es ist nicht so, dass ich zu nichts komme. Ich finde schließlich Zeit zum Schreiben (nachts). Ich finde ab und zu Zeit zum Weggehen (nachts). Ich finde Zeit zum interneten (nachts). Ich finde ein wenig Zeit zum Lesen (nachts, selten). Ich konnte mich für ein Studium entscheiden, was mich wirklich interessiert (tagsüber). Dass ich also an diesen Luxusproblemen so rumkaue, das kotzt mich auch an!

Mich nervt, dass ich keine Balance finde: Ich kann nicht akzeptieren, dass ich manchmal mehr und manchmal weniger Lust auf Kinderbespaßung habe, so wie ich manchmal mehr und manchmal weniger Lust auf Uni habe, auf Job, auf Kochen, … Dass das menschlich ist, das weiß ich, ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Ich fühle mich trotzdem ziemlich schlecht, weil ich mir selber viel zu oft innerlich einen echt harten Tritt verpassen muss, um so eine Aktion wie heute (ein ganzer Tag im Zoo) durchzuziehen. An anderen Tagen muss ich mich überreden, überhaupt (mit dem Kind) aus dem Haus zu gehen. Manchmal will ich allein sein mit mir und meinen Themen. Mit mir und meiner ab und zu ziemlich negativen Welt- und vor allem Menschensicht. Ich will nicht raus, will niemanden treffen, niemanden sehen, nichts bestimmtes tun oder müssen. Ich kann nicht einmal sagen, WAS ich genau an solchen Tagen / in solchen Momenten möchte, denn eigentlich möchte ich nicht sein. Müßiggang trifft es vielleicht noch am ehesten.

Zurück zum Problem:

Ich weiß nicht so richtig „aus mir selbst heraus“, was ein „gutes Maß“ ist bezüglich Ich-Zeit und Kind-Zeit / Mir selbst gerecht werden bzw. das Leben aushalten/klar kriegen einerseits und für das Kind da sein andererseits… Ich denke darüber nicht die ganze Zeit nach… Aber ich schleppe halt ein schlechtes Gewissen mit mir rum, z.B. weil K. und ich ab und zu Gespräche darüber führen, wer das Kind abends ins Bett bringen „muss“. Da bin ich wieder bei dem Punkt: Das hat sie einfach nicht verdient. Ich fühle mich grauenhaft deswegen. Wie würdet ihr euch fühlen, wenn Leute so über die Zeit mit euch reden/denken/fühlen würden? Also: Wieviel Zeit für mich/das Kind ist „okay“? Wieviel Zeit 1) so richtig intensiv mit dem Kind (also spielen, zusammen sein, ganz da sein), 2) bei dem Kind (im gleichen Raum, mit etwas anderem beschäftigt), 3) „Lass mich mal für mich sein, weil ich was machen muss“ und 4) „Ich brauch meine Ruhe, einfach nur meine Ruhe“… Mich kotzen Tanten an, die mir sagen „das musst du doch selbst wissen“ / „das musst du doch spüren“ / „das macht man doch instinktiv“… Pffft! Also lese ich Juul und Hodgkinson und all die tollen Leute, die mir die Selbstvorwürfe nehmen und sagen: „Das ist okay!“ – Ja, ich weiß, dass es das theoretisch ist bzw. sein sollte. Aber es fühlt sich trotzdem so falsch an…

Wahrscheinlich fühle ich mich zerrissen, weil ich zu viel in zu wenig Zeit möchte:

Ich möchte Mutter. Ich möchte Freundin. Ich möchte denkend, belesen, vernunftbegabt. Ich möchte nicht dauernd müde und schlapp. Ich möchte Entspannung und Loslass-Zeit.

Ich möchte eine entspannte, ehrliche und sinnvoll agierende Mutter sein. Ich möchte Bescheid wissen über gestern, heute und morgen, um kluge Entscheidung aufgrund meines eigenen Denkens treffen zu können und nicht aufgrund irgendwelcher Konventionen. Ich möchte geliebt werden und mich liebenswert fühlen. Ich möchte mal mit etwas meinen Lebensunterhalt verdienen, was ich vertretbar finde. Ich möchte mich einmischen, anstatt nur zuzulassen und rumzumeckern. Ich möchte fair sein. Ich möchte Filme gucken und Bücher lesen und – ganz allgemein – verschiedene Welten und Köpfe entdecken (können). Ich möchte schreiben. Und für all das brauche ich Zeit.

Und ich weiß (verstandsmäßig) auch, dass es total unnötig ist, all diese Dinge auf einmal realisieren zu wollen. Ich bin 24 und wenn alles normal läuft, dann hab ich noch jede Menge Zeit und werde ziemlich viele Lebensphasen durchleben. Wenn man Kind alt genug ist um (theoretisch) auszuziehen, bin ich gerade einmal knapp über 40 (so alt wie K. jetzt!)… Also: Warum der Stress? Ich weiß es nicht. Er ist halt da.

Ich finde Herangehensweisen wie „Das ist eine Phase in deinem Leben und in dem deines Kindes, die ganz schnell vorbeigeht und die es sich zu genießen lohnt“ total richtig und gut. Und es klappt ja auch oft, mit dem Genießen. Und immerhin wünschen wir uns „trotzdem“ noch ein Kind. Vor allem deshalb, weil ich besser damit klarkomme, zwei spielende (und auch streitende) Kinder zu betreuen als ein Einzelkind zu bespaßen, glaube ich.

Mein Kind (und auch ich), wir verändern und entwickeln uns und jaha und alles das ist super! Aber ich frage mich trotzdem manchmal und immer wieder, woran es liegt, dass ich das Zusammensein mit meinem Kind häufiger als es mir selbst lieb ist irgendwie als „Arbeit“ empfinde (wie feministum das im oben verlinkten Artikel auch beschreibt) und ich das Gefühl, dass ich jetzt eigentlich lieber etwas anderes machen würde, meinem Kind gegenüber ertragen und auch irgendwie „vertreten“ muss. Genau das ist nämlich MEIN Problem: ICH komme für MICH damit zwar zurecht. Es ist mein Empfinden und es sind meine Bedürfnisse, ich bin nun einmal kein Roboter und das ist auch gut so. Punkt. Und eben, ich bin kein Roboter! Genau deshalb fühle ich mich auch meinem Kind gegenüber schlecht, wenn ich lieber für mich allein andere total „sinnlose“ und unwichtige Dinge machen will anstatt mit ihr zusammen sein zu wollen, Spaß dabei zu haben, es toll zu finden… Weil sie nichts „dafür kann“, weil sie nicht „daran schuld“ ist! Weil sie nicht ganz besonders anstrengend ist, sondern sehr entzückend und toll! Ich würde diese Gedanken „Uäääh! ICH WILL JETZT NICHT … “ (kümmern / spielen / rausgehen / andere treffen / auf den Spielplatz / zur Musikgruppe / Straßenbahn fahren / zum Kindergarten gehen, um sie abzuholen / aufstehen / die nächsten Stunden keine Sekunde für mich haben / essen kochen, was nicht gegessen wird) am liebsten weglöschen. Das mögen ja ganz natürliche Empfindungen sein und zu einer authentischen Mutter gehören, aber ich finde sie scheiße, ich fühle mich schlecht wenn ich sie habe und ich hätte sie gern nicht. Punkt.

Ich stelle mir in dunklen Momenten dann solche – hier ein klitzekleinwenig überspitzt formulierte (!) – Fragen wie:

  • Gibt es tatsächlich Leute, denen das Elternsein mehr liegt als anderen? Die so (wie oben beschrieben) nicht oder nur sehr selten empfinden? Menschen, die das Elternsein so voll und ganz ausfüllt?
  • Sind diese Leute weiser? Dümmer? Entspannter? Selbstloser? Haben sie weniger persönlichen Ehrgeiz? Oder haben sie ein Helfersyndrom? Was ist deren Geheimnis und wo kann ich es kaufen?
  • Muss man sich „schlecht“ fühlen, wenn man so nicht ist? Ist man deshalb weniger zum Elternsein „geeignet“ und hätte lieber ganz darauf verzichten sollen?
  • Was passiert mit meinem Kind, wenn ich Dinge sage wie: „P., wenn du dauernd so rumheulst, dann nervt mich das, okay? Ich will jetzt meine Ruhe haben.“ ? Fühlt sie sich dann nicht furchtbar abgelehnt und ungewollt? Sie merkt doch sicher, dass ich manchmal überreden muss und eigentlich gar nicht will… Was ist die Lösung dafür? Es sein lassen? (Meistens kommt die Lust ja mit dem Tun.)
  • Wird das meinem Kind schaden? Wird es weniger „sozio-emotionale Ressourcen“ abbekommen und eine mehr oder minder ausgeprägte Bindungsstörung davon tragen?
  • Liegt das am Alter? Empfinden Leute, die schon mehr Leben selbstbestimmt „verlebt“ haben mehr Automatik-Erfüllung bei der ganzen Sache? Haben sie weniger Sehnsucht nach selbstbestimmter Zeit? Würde es mir also nicht so gehen, wenn ich 10-20 Jahre älter wäre? Ist es – bei der Konstitution – doch besser später Kinder zu bekommen, wenn man diesem inneren Konflikt aus dem Weg gehen will?
  • Oder liegt es vorrangig am Charakter? Bin ich einfach eine, der ihre persönliche „Selbstverwirklichung“ und Horizonterweiterung / Weiterentwicklung / Expression zu wichtig ist und die deshalb auch in 10, 20, 30 Jahren die gleichen Probleme hätte? Weil sie diese Probleme immer dann hat, wenn sie nicht frei über ihre Zeit verfügen kann?
  • Kann Mensch das überhaupt überwinden? Wie kann Mensch sein Empfinden überarbeiten? Und sollte Mensch das überhaupt tun?

Diskussion erwünscht.

*((Ich sehe Zoos nicht unkritisch, kleine Anregung zur Zookritik hier, aber ich nutze sie aus Freizeitgestaltungsgründen mit Kleinkind. Das mag verwerflich sein, aber so sieht’s nun einmal derzeit aus. Vielleicht kann ich mich hier mal noch zu mehr Konsequenz durchringen. Angemerkt sei dennoch, dass der Leipziger Zoo seine Sache schon vergleichsweise gut, weil sowas wie „artgerecht“ macht. Käfige – wenn auch goldene – als Attraktion für Menschen sind und bleiben es trotzdem))

** Ich habe die Mützen noch nicht fertig, Sorry Sia und kraehenmutter

Kind, können wir Freunde sein?

Und vor allem: Sollten wir das? Also vorrangig?

Immer mal wieder stelle ich fest, dass es einfach nicht immer einfach ist, Eltern zu sein. Ich bin 24. Das, was mal mein soziales Umfeld war, geht immernoch permanent feiern, reist um die Welt, ver- und entliebt sich, lässt sich imm- und exmatrikulieren, zieht ein und aus, weg und zurück, engagiert sich enorm oder halt gar nicht, säuft manchmal viel, vergisst einzukaufen und Wäsche zu waschen oder macht einfach mal ein paar Tage lang blau.

Ich mach vieles davon gar nicht mehr, einiges nur noch manchmal und kaum etwas regelmäßig. Das meiste davon fehlt mir auch gar nicht.

Was mir aber schon fehlt, das ist Zeit. Zeit ohne Punkt und Komma… Zeit für mich… Zeit, die langsam vergeht. Zeit zum Nachdenken, Erkunden, Wegfahren, Sich vergraben, Zeit zum Lesen, Zeit für Nullbock-Phasen, Zeit zum Gesundwerden, Zeit zum Abhängen, Zeit, um zu sich selbst (oder wem anders) zu finden, Zeit zum Mistmachen, Zeit zum Runterkommen, Zeit zum Weltentdecken. Zeit für Sex und Paaraction! Selbstbestimmte Zeit. Ja, das fehlt mir. Und ja, manchmal bin ich irgendwie „grillig“ deswegen…

Dann denke ich kleinlaut in Richtung Kind: „Ich will jetzt eigentlich nicht. Ich will jetzt mal nur mich und meine Ruhe. Lass mich.“ Aber das sage ich nicht. Natürlich nicht. Und schon gar nicht zum Kind. Was kann sie denn dafür, dass ich gerade 24 bin und in vielerlei Hinsicht noch irgendwie „unfertig“? Gar nichts. Also bemühe ich mich. Und so bemüht wie das jetzt hier dargestellt ist, ist es nicht. Wirklich nicht. Im Normalfall ist das zwischen P. und K. und mir ziemlich… ’normal‘. So stimmungsmäßig, meine ich.

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Studieren mit Kind?

Ein Monat also noch bis zum Studium. Leise – okay manchmal auch laute – Bedenken schwirren mir im Kopf… Wie war das bei euch so mit dem Uni-Kind/Familie-Spagat? Hat’s gut geklappt? Habt ihr Geheim-Tipps und Achtung-Schreie für mich?

Mir schwirrt’s da so um:

  • Geld

Ich habe immer noch keinen BaFög-Bescheid. Und eigentlich keinen Bock auf die Rückzahlung, die mir dann in ein paar Jahren im Nacken hängt. Versuch 1 ein Stipendium zu bekommen ist in der letzten Etappe gescheitert. Da gäbe es zusätzlich zum BaFög-Satz noch 150 Euro für Bücher + extra Kinderzuschuss. Versuch 2 für ein Teilstipendium läuft. Info darüber bekomme ich Ende September. Nächste Versuche für Vollstipendium werden im 2. Semester – oder so – gestartet. Ich studiere nicht in meiner Stadt, sondern muss täglich pendeln zu beschissenen Tarifen. 110 Euro Semesterticket für die Stadt dort und jeden Monat um die 80 für die andere Hälfte der Strecke hier.

Und ich muss realistischerweise eingestehen: Wir leben über unseren Verhältnissen, bezahlen einfach zu viel Miete. Aber jetzt umziehen? Ich will in diesem Viertel bleiben. Und hier eine familientaugliche und bezahlbare Wohnung zu bekommen, ist echt nicht so easy. Ich mache mir Sorgen, wegen dem Geld. Weiß, dass neben Studium und P. kaum Zeit sein wird, richtig zu arbeiten. Und eine chronische Krankheit schleppe ich ja auch noch rum. Für die wäre das ein gefundenes Fressen.

  • Zeit

Wie wird das mit dem pendeln? Kriegen wir (ich und der Crohn) das auf die Reihe ohne durchzudrehen? Wird das mit K.s Arbeits- und P.s Betreuungszeiten klappen? Der Studiengang setzt viel auf Selbststudium. Schaffe ich das… rein zeitlich? Kommt das P. dann nicht zu kurz? 40 Stunden pro Woche soll man schon einplanen… motiviert bin ich auch. Aber dann seh ich wieder das P. vor mir… „Mama… Bilän?“

  • Druck

Ich kenne mich doch. Ich mach mich immer viel zu heiß, mir selbst zu viel Druck. Falls irgendein Stipendium klappen sollte, wird sich das noch erhöhen. Auch da wird das Bauchmonster sich freuen. („Juhu, die stresst sich, dann leg ich mal mit los!“) Werde ich es dieses Mal schaffen, halbwegs entspannt zu bleiben, meinen Fähigkeiten zu vertrauen? Immerhin bin ich nun doch ein paar Jahre und Erfahrungen älter und benehme mich hoffentlich nicht mehr so… seltsam.

  • Zukunft

Wir haben uns auf einen Zeitraum für Nr. 2 geeinigt. Ab Anfang nächsten Jahres werden wir das Thema angehen. Das fühlt sich richtig an, auch wenn sich der etwaige Studienabschluss dadurch wieder verschiebt. Aber ich denke, dass dieses erneute Babyjahr für mich in 10 Jahren weniger eine Rolle spielen wird als der Fakt, dass ich dann 2 Kinder mit einem guten Altersabstand habe. Denn was den angeht, spielen die Jahre ja irgendwie doch eine Rolle. Aber: Wie wird die Organisation dann laufen? Wird das so einfach sein, wieder zu unterbrechen und dann mit 2 Kindern Haus- und Abschlussarbeiten zu schreiben? Und dann stünde auch wieder die Suche nach einem Betreuungsplatz an *seufz*

  • Engagement

Und bei all den Dingen: Wo bleibt die Zeit für die Rettung der Welt? Bisher hab ich zwar viel im Kopf, aber wenig „vorzuweisen“. Ich versuche mir einzuhämmern, dass das, was ich studiere und damit vorhabe ja in gewisser Weise schon zu „etwas Gutes tun“ zählt.

  • Gernemach

Haha. Singen, Musik schreiben, Texten, Nähen, Kultur… Verschieb ich dann wohl alles auf in 10 Jahren.

Ich stelle immer wieder fest, dass ich zu viel auf einmal will und deshalb ständig innerlich unaufgeräumt bin. Ich hab ständig so ein „Hmmm… Wieder nicht geschafft / genug gemacht“-Gefühl, was mir regelmäßig von der Innenseite meines Kopfes gegen den Schädel zu knallen scheint und mich zuweilen nicht schlafen lässt.

Und diese GedankenGedankenGedanken… Uaaaaaaah!!! Einerseits bin ich total verkopft-grübelt und mache mir über jeden Scheiß Gedanken. Andererseits bin ich aber der Meinung, dass Mensch sich selbst nicht so immens wichtig nehmen sollte und Sinnfragen allgemein ziemlich sinnlos sind, weil es nun einmal keine großen Antworten gibt. Ergo: Nicht nur die Welt ist widersprüchlich, sondern auch ich. Daraus kann jetzt irgendjemand schlau-begabtes ein fantastisches Gleichnis machen-texten-malen, ich lass es mal einfach so stehen. Oder versuche es zumindest.