Kindermund (10) und Januar-Rückblick

Da hatte doch letztens eine von euch nach dem Verbleib der P. gefragt, womit sie natürlich Recht hat. Ich hab da so ein bisschen ‚Sorge‘ (Missmut?) rausgehört, aber keine Angst: Im echten Leben wird das P. keineswegs so vernachlässigt wie hier. Eher im Gegenteil. Da ist für die Beele gar nicht so viel Platz, weil das P. natürlich die Hauptrolle spielt. Das muss ich dann halt hier kompensieren ;)

Im Januar hat Fräulein P. ihr ‚Trotzverhalten‘ (ich habe da ein tolles Buch zur Entwicklung von Kleinkindern gefunden) auf jeden Fall gut ausgebaut. Sie macht richtig Drama, oft ist es auch ziemlich bewusst eingesetzt, glaub ich. Ich hab sie jetzt schon häufig dabei ‚erwischt‘ wie sie sich die Hand vor’s Gesicht schiebt und dramatisch zu heulen scheint, in Wirklichkeit aber grinst. Ta!

Sehr zucker ist sie aber auch. K und ich sitzen jetzt häufig einfach da und gucken ihr beim Spielen zu, weil das schon so sehr fantasievoll ist :) Das ist echt schön. Sie quatscht ohne Punkt und Komma, singt den ganzen Tag und ist permanent in Action. Ich frage mich echt, woher sie die ganze Energie nimmt ;)

Sprachperlen im Januar:

  • Eine Taschenlampe, die sie sehr begeistert hat, heißt:
    „Laschentampe“ 

  • Der Name ihres kleinen Maulwurf-Kuscheltiers:
    „Mauler“ und morgens dementsprechend: „Mauleeeeaaa! Komma heeeaaarr!“
  • eine tolle Sprachperle von der Tochter einer Freundin im selben Alter war übrigens:)
    „Feuer-Fernseher“   {{Kamin}}
  • Befehlston geht auch schon gut:
    Fernsehen gucken, hab ich gesagt!“
  • Pumpe    {{Punkte}}

Lustiges im Januar:

  • lacht sich über Priesemut (den Frosch), der in einer Geschichte zu Nulli „Du oller Hasenköttel“ sagt, schlapp
  • Sie gibt erst mir, dann K. ein imaginäres Bonbon in die Hand. K. steckt es sich in den Mund. Das P. schaut ihn entsetzt an und sagt dramatisch: „Nein Papa! Da is noch eine Saale dran! Musst du auspacken!

„Hach“ im Januar:

  • Das P. kommt jetzt jeden Morgen mit Decke, Kuscheltieren und Kissen ins Schlafzimmer. Vorgestern hat sie mir aufgeregt erzählt: „Mama! Is habeträumt! Von ein Stern!

Neues im Januar:

  • richtiges, echtes Kuscheln :-}
  • sie zählt („zwei Brote“)
  • Klo ist (Aufklebern sei Dank) doch langsam ganz okay
  • wegrennen beim Anziehen, sich weigern, weiterzulaufen
  • kein Bock auf Essen (es sei denn, es ist süß)
  • P.s Essen besteht derzeit zu 90% aus Gurke
  • ByeBye, Mittagsschlaf!
  • Phantasie-Spiele (imaginäres Essen kochen)
  • Schauspielerei

Gernemach im Januar:

  • exzessives Malen und Schneiden
  • Matschen mit Knete, Essen, Frischkäse, Fingerfarbe

Lieblings-Figuren im Januar:

Danke übrigens an mamamiez für die Idee mit dem „Sag doch mal“-Spiel! Das mach ich mit P. – die übrigens auch Paraptika statt ‚Paprika‘ sagt – jetzt auch täglich und es macht echt arschviel Spaß :)  Tolles Wort zum Üben ist übrigens: „Paprikabraten“ *lach*

(Das P. war im Januar 2013 27 Monate alt)

Kindermund (9) & Dezember

Weihnachten war schön und familienreich-anstrengend, Hallo 2013, weiter im Text. Bei all dem Zauber bin ich tatsächlich mal froh, dass der Alltag wieder einkehrt. (Naja, fast… ;-) ) Denn jahaaa: Das Studium, mit dem ich im Oktober angefangen habe, ist echt super. Zum ersten Mal in meinem Leben mache ich eine Sache, bin damit zufrieden und denke mir nicht: „Hätte ich nicht lieber doch diesdasjenes machen sollen? Wäre das nicht besser?“ Mir gefallen die Leute, die Inhalte, die Uni. Alles super.

Das P. hat im Dezember auch echt viel Spaß gemacht. Ich komme mit dem Kleinkind-Alter, in dem man schon kommunizieren kann, wirklich besser zurecht als mit der Säuglingszeit. Sie reeeedet wie ein Fass und kann mittlerweile mehr Liedtexte aus dem Kopf als K. und ich zusammen ;-)

Der Dezember war für P. unglaublich aufregend, glaube ich. Durch den ganzen Glitzer-Adventskalender-Geschenke-Weihnachtsfeier-Kram gab es einfach ständig etwas zum Staunen. Es ist wahr: Weihnachten versteht Mensch erst dann, wenn eigene Kinder da sind. Dann macht das echt Spaß.

Die Kindermund-Perlen im Dezember:

Am 06.12. steckt ein kleines Geschenk im Kinderschuh. P. kommt raus und quietscht freudig:

  • Ooooooh! Is‘ hab debutstag! Desenkeeeee!

P.  teht vor der Wohnungstür beim Anziehen, guckt sich hektisch um und fragt besorgt:

  • Wo is‘ meine Bonbon-Mütze?“ {Bommel-Mütze}

bonbon-muetze

Ich laufe mit ihr an einer größeren Straße entlang. Ein Bus kommt um die Ecke, P. ruft entzückt:

  • Ohhh! Mama guck! Ein Kack-Bus!

Bildschirmfoto 2013-01-04 um 11.49.13

(Es stellte sich heraus, dass K. mit ihr einige Tage vorher unterwegs war und ihnen der Bus vor der Nase weggefahren ist…)

Sie will auf den Arm und sagt:

  • Hoch! Hoch soll er leben!“ ;-))

Sie sucht etwas. K. sagt: „Das hast du bestimmt irgendwo hingeschmießen“, P. fragend:

  • Weggeballert?

Silvester. Wir spielen Scrabble. Sie sitzt auf K.s Schoß, will mitspielen. Sie steckt die Buchstaben auf der Bank eine Weile hin und her und sagt schließlich gewichtig:

  • So Papa. Pass mal auf. Is mach das jetzt!

Opa T. sagt zur ihr: „Frag mal den Papa, ob die Nudeln aus Hartweizengrieß sind.“ Sie verzieht das Gesicht und sagt wütend:

  • NEIN! Papa Kristian! Das sein Nam!

(Seitdem hat K. den Spitznamen Hartweizen-Kristian weg ;) )

Dann sind so Dinge, die hier mittlerweile an der Tagesordnung:

  • Sie guckt wichtig und sagt: „Mama?! Weißt du?!“ Danach kommt aber nichts, sondern sie spielt einfach weiter…
  • Wir gucken Fernsehen, ich rede kurz mit K. und sie sagt bestimmt: „Nein! Mama! Nis‘ reden! Will fernsehen!
  • Sie versucht das Papier des Ü-Eis abzufummeln und sagt nach kurzer Zeit verzweifel: „Bitte Mama! Bitte, bitte, du helfel mior!
  • Ich komme mit einer Einkaufstüte nach Hause und sie ruft: „Oooooor! Guck mal! Was da drin is‘?!
  • Antwortet mit: „Mama! Na kloar!“ und guckt dazu so ‚Komm schon! Was soll die blöde Frage?‘-mäßig, wenn wir ihr blöde Elternfragen stellen.

Kindermund (8) im November und Weihnachtsfrage

Der November ist durch, von einem zum anderen Tag ist überall Weihnachten ausgebrochen und ich fühle mich in diesem Jahr auch verdächtig danach… Es ist einfach spaßig, weil das P. ja nun langsam begreift und sowas wie einen Adventskalender tatsächlich wahrnimmt *hach*

Wie läuft Weihnachten bei euch eigentlich so ab? Ich hatte vor kurzem eine interessante Diskussion, in der es darum ging, inwiefern man als Nicht-Christ Weihnachten feiert, was man den Kindern erklärt und ob man z.B. eine Krippe aufstellen „sollte“… Meinungen hierzu?

Wie auch immer… Hier sind die P’schen Sprach-Highlights des vergangenen Monats:

 

Gizessel Prinzessin

Purzelmann Purzelbaum

Ein Buch anlesen Buch angucken

Panderkuchen Pfannkuchen

 

K. und P. laufen an einer Wiese vorbei, auf der ein paar Raben rumlaufen. K. sagt: „Die Raben suchen etwas zu Essen“, P. antwortet:

Die müssen in Laden!

 

Bemerkenswerte Feststellung an der Elbe:

Da is ein Fluss in Wasser!

 

Betrachtet angeekelt ein Stück Petersilie auf ihrem Teller:

Gras weg!

 

Wenn sie sich sehr ärgert:

Nein! Donnerwetter! Sluss jetz! 

 

Nachdem sie laut gerülpst hat:

Is hab ein poröbs gemacht!

 

(Das P. ist 25 Monate alt)

Kleine ‚Girassungs‘

(„Girassungs“ heißt ‚Überraschung‘ auf p.nisch.)

Manchmal möchte ich meiner Tochter gern eine Freude machen. Ich würde ihr dann gern ein Überraschungsei, ein Stück Schoki oder sonstwas geben. Als kleine Überraschung/Freude/Erheiterung… Mir ist manchmal einfach danach. Manchmal würde ich ihr auch gern ein kleines lustiges Video zeigen oder ähnliches.

Aber meistens macht das einfach keinen Spaß.

Am Freitag war ich zum Beispiel einkaufen und hab ihr so ein Ei auf den Maltisch gelegt. Als ich sie von der Kita abgeholt habe, habe ich angekündigt, dass Zuhause eine kleine Überraschung auf sie wartet. ‚“Girassungs?“ fragt sie und freut sich. Damit kann sie seit dem Geburtstag schon etwas anfangen.

Hier wird wieder das Thema „Maß“ gestriffen: Sie entdeckt die Freude, freut sich, spachtelt sie freudig erregt weg – was bei P. ausschließlich in Form von STOPFEN passiert – und fordert (mit noch vollem Mund): „PMOCH MEEEEHA, PFMAMA? PMOCH MEHA PIRAFFUNG?!“ Ich sage dann sowas wie: „Die Schokolade war  die Überraschung, mein Schatz. Mehr gibt es nicht.“ Mittlerweile sage ich ihr oft auch schon vorher, dass es nur dieses eine gibt.

Und dann verfällt sie – na klar – in einen mittelschweren Tobsuchtsanfall, heulen und kreischen und (neuerdings): „Donnerwetter!“ schimpfen und theatralisch den Arm vor die Augen schmeißen inklusive. Und ich bin nicht genervt aber, na sagen wir mal: Ich finde es schade, dass das das Resultat ist.

Also: Einfach lieber sein lassen, weil sie da noch zu jung für sind? Oder den Tobsuchtsanfall als gegeben hinnehmen, weil Lerneffekt?

 

(Das P. ist 25 Monate alt)

Kindermund extended (3)

„Alle meine Entchen“ wird hier neuerdings immer wieder verfremdet. Aktuell gefällt mir besonders gut:

Alle meine Tarre ((Gitarren))

swimmen auf’en Dach, swimmen auf’en Dach

Köpfsen unter Wassa

Tarre werde naaaaass

 

Oder auch schön:

Alle meine Groupies…

*lach* Sie hat steif und fest behauptet, das hätte ihre liebster Kita-Erzieher PM so gesungen. Hat er nicht. Sagt er.

 

(Das P. ist 25 Monate alt)

Kindermund extended (2) Hänsel & Gretel

Das P. hat ein (eher hässlich als schönes) Hänsel und Gretel-Bilderbuch. Sie liebt das Ding und hat mir die Geschichte (anhand der Bilder) so erzählt:

Der Papa geht mit der Oma {Hexe… (Sorry, Mama!)} auf Ahbeit.

Hänsel und Gretel sitzen auf ein Stein.

Die Oma släft auf ‚em Saukelpferdsn {Schaukelstuhl}

Hänsel und Gretel slafen.

Und wenn sie nicht gestorben sind, … ;-)

(Das P. ist 25 Monate alt)

Kindermund extended (1)

HaHAAAA! *in die Hände klatsch* Das P. fängt an, Quatsch-Geschichten zu erzählen!!! Und ich finde es sooo großartig :-)

Heute zum Beispiel folgendes: Wir laufen von der Straßenbahn-Haltestelle nach Hause an parkenden Autos vorbei und P. fängt an zu erzählen:

Die Autos han sis degleidet {verkleidet}

Ein Geist mit Huuuut! Is hab keine Angst!

Un‘ der Opa auch!

Had dedlingel! {geklingelt}

Süüüüüßes sonsibt sauuueeees!

Is hab keine Angst!

kindermund

 

 

 

 

 

 

 

Da dürften wohl die Halloween-Erfahrungen bei Oma und Opa mit reingespielt haben ;-)

Autos sind hier prinzipiell eine höchstaufregende (wir haben ja keins) und menschliche Angelegenheit: Beim Regen letztens hat das P. auch hibbelig bemerkt:

Es regät! Die Autos brauchen ein Süürm!

 

 

 

 

 

 

 

(Das P. ist 25 Monate alt)

Kindermund (5)

Ich schiebe dem P. gestern Abend beim täglich Joghurt-Spachteln achtsamerweise die Ärmel hoch, damit die nicht vom Joghurt getränkt werden. P. verzieht das Gewicht, lässt ihre beiden Augenbrauen zu einem einzigen, tiefsitzenden Balken verschmelzen, ihre Augen fühlen sich mit Tränen und sie sagt finster:

Nein, Mama! Nis‘ lustis‘! Sinn keine Freunde meha!

Ich sage zur ihr: „Ach doooooch, klar, sind wir noch Freunde!“ Und das P.?

Nein, Mama! Nis‘ doch Freunde! Keine Freunde meha!

*schnüff*

Sehr niedlich war dann gestern noch beim konzentrierten Beobachten der Raufasertapete:

Guck, Mama: Regen! 

 

(Das P. ist 23 Monate alt)

Edit: Jetzt hab ich doch in der ersten Version des Postings tatsächlich den Namen vom P. ausgeschrieben! Wer aufgepasst hat, weiß den jetzt also ;-) Aber nicht verraten!