6 Monate 2+2 = 4 (Erziehungsfragen-Sermon)

16.03.2014. Verdammte Axt! Echt jetzt? Ein halbes Jahr?! Gibbet doch nich…

Es gäbe viel zu schreiben darüber, was oftmals zu lesen ist, wenn Leute monatliche Feedbacks zur Entwicklung der Kinder geben: Klar, er ist gewachsen, enorm sogar… Und er hat sich entwickelt wie sich Babys halt entwickeln. Am Anfang war er sehr empfindlich und hat ’ne ganze Weile gebraucht, um sowas wie anzukommen, in der Welt. Viel geschrien, hat er. Und gar nicht geschlafen tagsüber. P. hat das alles super weggesteckt, denke ich. Keine großen Eifersüchteleien – abgesehen von „Eyä, du sollst das nicht ablutschen!“.

In den letzten Wochen haben wir uns gefunden, es ist rhythmisch. T. schläft abends sehr schnell und zuverlässig (mit Pre HA) ein – Versuch mit Pre ohne HA ist KLÄGLICH gescheitert – und wacht nach 4-5 Stunden wieder auf. Danach wird er gestillt und schläft bei/an mir. Wie er nachts nach der ersten Phase wach wird, kann ich gar nicht sagen. Ab 6/7 ist er morgens endgültig wach und ich auch, mehr oder weniger. Morgens fühle ich mich ziemlich gerädert. Aber seit 2,5 Wochen schenkt er mir und sich – auch sehr zuverlässig – vormittags gute 2-3 Stunden Schlaf. Und das ist wirklich ein Geschenk! Dann komme ich dazu, was für die Uni zu machen. Oder Haushalt. Oder Klarkommen. Ich gewöhne mich leider immer zu schnell an sowas und erwische mich dabei, enttäuscht und unterschwellig genervt zu sein, wenn er schon nach 1,5 Stunden wieder wach ist und ich nicht das schaffe, was ich mir vorgenommen habe. Genau genommen schaffe ich das nie.

Uni zu machen in diesem 2-3-Stunden-Fenster ist ein bisschen irre. „So. Wo war ich. Ah ja. Bourdieu…“ Ich brauche eine halbe Stunde, um mich wieder an die Stelle zu denken, an der ich am Vormittag des vorherigen Tages aufgehört habe. 10 Minuten, um mich wieder in die Texte reinzufuchsen. Und es fällt mich wahnsinnig schwer, sie zu durchsteigen, geschweige denn, sie in Zusammenhang mit meinem Thema zu bringen. TickTickTick… Deine Küche sieht aus wie Sau… TickTickTick… Quäääk…. TickTickTick… Sport müsste ich auch mal wieder machen… TickTickTick… TickTickTick – Die Heranwachsenden müssen „die Fähigkeit zur Unbestimmtheit und strukturellen Umformung und Wandlung“ erwerben, um „Entwicklungs- und Modernisierungsprozesse zu ermöglichen“ – Waaaaasmüssendie? TickTickTick… TICK TICK TICK… Dann wird er wach, mein Kopf dampft und ich muss wieder in einen anderen Gang schalten, dabei schreit alles nach Pause… Kleines Kind wach, versorgen. Zeit im Blick haben, großes Kind abholen, Nachmittagsaction, abends werden alle nölig, dann noch Abendessen und Bett und danach theoretisch das ganze Chaos des Tages beseitigen. Und abends dann noch was Uni machen? Ich schaffe es einfach nicht, mich dann noch durch meine wissenschaftlichen Texte zu kämpfen. Beide Kinder sind zur Zeit nicht vor 21:30 endgültig im Bett. Dann könnte ich erst anfangen und müsste es auch direkt tun, damit es sich lohnt… Das packe ich nicht. Ich erinnere mich an diese Gefühle… Ich hatte das so bei P. auch als ich wieder angefangen hatte, selbstständig von Zuhause aus zu arbeiten. Es ist zu wenig Tag für all das, was zu tun wäre. Vereinbarkeit Kinder und „Karriere“ MY ASS!!!

(Deshalb auch die Stille hier, die ich sehr bedauere.)

Jesper Juul treibt mich auch mal wieder um. Auslöser war seine Kolumne im Standard, die ich erst jetzt entdeckt habe. Ich find den ja immernoch ziemlich toll… Ich habe P., die nach wie vor häufig Heulattacken-Phasen hat, in letzter Zeit häufiger gesagt, dass sie in ihr Zimmer gehen kann, um sich auszutoben und dass sie ja dann wiederkommen kann, wenn sie fertig ist und mag. Ich hielt das für ’ne okaye Methode. Ist sie aber eigentlich gar nicht, denk ich jetzt. Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr mies und heulig drauf seid und euer Partner würde zu euch sagen: „Geh ins Schlafzimmer und heul dich aus. Du darfst wiederkommen, wenn du nicht mehr weinst.“ Irgendwie ist das total das falsche Signal… Sie soll doch nicht denken, dass sie nur akzeptiert wird, wenn sie „genehm“ ist… Und auch nach wie vor extrem richtig und wichtig finde ich das, was er zur „persönlichen Autorität“ bzw. „persönlichen Sprache“ sagt… Dass es nämlich für Kinder vor allem wichtig ist, man selbst zu sein und sich nicht zu verstellen. Er beschreibt oft und gern von seiner Beobachtung, dass Eltern (und Großeltern oder Erwachsene allgemein) Kindern gegenüber Rollen spielen anstatt aufrichtig und echt zu sein. Anstatt z.B. zu sagen „Du, ich hab da jetzt echt keinen Nerv drauf.“ benehmen sie sich so, wie sie meinen, dass sich Eltern Kindern gegenüber benehmen müssten… Dabei sprechen sie von sich in der dritten Person („Nicht die Mama hauen!“ … „Gib der Mama mal die Schere wieder!“ *gruselig*) und 3 Oktaven höher als es ihrer natürlichen Stimmhöhe entspricht. Und obwohl ich das sehe und meine, muss ich mich selbst immer mal wieder daran erinnern, einfach echt zu sein und nicht „mich selbst“ abzukapseln und zum Eltern-Roboter zu werden. Ein passendes, plakatives Beispiel: Gestern hatte ich ein Freundin mit ihrer Tochter und ihrem neuen Partner zu Besuch. Wir haben versucht, uns zu unterhalten, während die Kinder uns lautstark im Wohnzimmer umkreisten und ohne Unterlass auf uns einquatschten. Wir haben abwechselnd – wahlweise mit netten Worten oder Lockmitteln („Zeig ihr doch mal…“) – versucht, die Kinder loszuwerden, damit wir uns einfach mal unterhalten können. Irgendwann sagte ihr Partner zu uns: „Warum sagt ihr ihnen nicht einfach, dass ihr mal eure Ruhe haben wollt? Dann gehen sie doch.“ – „Klappt bei P. nicht.“ habe ich gesagt, es kurz darauf aber ausprobiert (und seitdem mehrmals) und echt Bauklötze gestaunt, weil P. tatsächlich ohne ein Wort verständnisvoll nickt und sich verzieht, um sich allein zu beschäftigen. Manchmal macht man sich’s halt echt unnötig schwer. Weil? Ja, weil wir beliebt sein wollen (auch bei unseren Kindern) und Angst haben, sie vor den Kopf zu stoßen. Vor nichts haben wir größere Angst, als sie zu traumatisieren… Vor nichts fürchten wir uns mehr, als schlechte Eltern für sie zu sein.

Juuls Frage, ob wir uns (bzw. wer sich denn) wirklich aufrichtig starke und selbstbewusste Kinder wünschen würde, finde ich so unglaublich richtig gestellt und spannend, dass es weh tut. Er meint, die meisten Menschen wollen in Wahrheit – ohne sich dessen bewusst zu sein – genau das nicht, sondern liebe, artige, tüchtige und folgsame Kinder. Vorzeige-Exemplare halt… Ja-Sager. Ich will das nicht! Wirklich aufrichtig! Manchmal, denke ich, sollte ich mir das wieder häufiger bewusst machen, wenn ich die „Trotzreaktionen“ meines Kindes mal wieder ätzend und anstrengend-nervig finde…

Einen Widerspruch kann ich aber auch mit Juul nicht lösen: Aufrichtig soll und will ich sein. Ich selbst, meinen Kindern gegenüber. Beim oben genannten Beispiel (10 Heulanfälle in 5 Minuten) bin ich ehrlich extrem genervt und angekotzt. So sehr, dass ich schreien will. Oder Türen schmeißen. Ich möchte kann das Gebrüll manchmal einfach nicht mehr hören ertragen. Es macht mich wahn-si-nnig! Irgendwie scheiße zu reagieren, das wäre die ehrliche Reaktion in den Momenten… Aber natürlich keine Gute. Ich finde nicht, dass sie das verdient hat. Den Fehler macht ja nicht sie. Denn sie ist klein und frustiert, weil irgendwas nicht geht. Und ich bin groß und kann reflektieren und mich zusammenreißen. Anzuerkennen, dass sie pissed ist und sie auch in diesem Moment zu akzeptieren, anzunehmen und ihr beizustehen ist dann doch richtiger. Aber ja eiiiigentlich nicht mehr authentisch. Also was denn nun? Und was ist mit der Süßigkeiten-Flatrate? Juul meint, Erziehung wäre eh ziemlich sinnlos, weil Kinder eh nur vom dauerhaften Vorleben lernen und jedes gewollte Erziehen (im Sinne von dranherumziehen) verschenkte Liebesmüh ist… Keine Belehrungen über gesundes Essen am Essenstisch. Kein Zwang oder Überedeversuche, Gemüse zu essen… Also einfach essen lassen, was und wann sie will? „Noch niemand ist an 3 Wochen nur Nudeln mit Soße essen gestorben.“ sagt er sinngemäß und auch: „Die Eltern sind verantwortlich. Dann dürfen sie halt nichts im Haus haben, was sie nicht gut finden.“ Hm. Vielleicht wahr, aber ziemlich unrealistisch, oder? (Und Herr Juul himself ist in der Hinsicht wohl auch kein nachahmenswertes Vorbild, by the way… Check) Und wie sieht das aus mit iPad-Spielen und Fernsehen? Irgendwie fühlt es sich schon so an, als müsste man den Kids in der Hinsicht ein Maß mit auf den Weg geben. Ich fühl mich dafür verantwortlich… verpflichtet… Ist das falsch? Kann… Muss… Sollte man denn immer richtig sein (wollen)?

Und dann noch die Sache mit dem „Mann sollte die Kinder einfach mitlaufen lassen“… Man würde seine Kinder heute viel zu sehr mit Aufmerksamkeit überhäufen, viel zu viel Kinder-Animation betreiben… Ja, sehe ich auch so. Sehr sogar. Und wenn man auf’m Bauernhof arbeitet oder auf dem Feld, dann mag das vielleicht auch toll funktionieren… Sich die Kinder einfach auf den Rücken schnallen und ab geht’s. A.B.E.R: Das berücksichtigt irgendwie nicht, wie die Realität Vieler heute aussieht. Was machen wir nämlich? Wir sitzen vorm Rechner. Und dabei kann man die Kinder nicht „einfach mitmachen / mitlaufen“ lassen. Man läuft ja nicht. Man sitzt. Und man muss sich konzentrieren. Für’s Kind ist dabei kein Platz. Es gibt nichts zu gucken, nichts zu erleben. Es gibt nur Stille, Geticker und Stören. Computerarbeit und Kinder sind nicht vereinbar. Jedenfalls nicht gleichzeitig.

Hach ja. Schön rumgekreist und vom Weg abgekommen…

Wie die Bilanz nach einem halben Jahr zu viert nun ausfällt?

Medaillenseite 1: Wir sind ziemlich durch. Wir sind spätestens 16 Uhr nachmittags sackmüde, können uns aber meistens nicht dazu entschließen, einfach mal direkt mit den Kindern ins Bett zu gehen. Also tun wir das regelmäßig viel zu spät, denn uns fehlt selbstbestimmte Zeit! Die ziehen wir vom Schlaf ab, wodurch wir natürlich noch müder werden. Wir müssen weitermachen. Immer, immer weitermachen… Auszeiten gibt’s nicht. Oder nicht wirklich. Im Moment wüssten wir nicht einmal wofür wir sie nutzen könnten. Das Quietschen und Quaken des kleinen Kindes bringt uns in den letzten Tagen beinahe um den Verstand. Er ist krank und wahrscheinlich im 26-Wochen-Schub (obwohl ich nicht an das Vorhandensein von Wochenschüben glaube). Die Große macht’s uns auch nicht einfacher durch ihre „Ich kann das aber alleine – ich will aber erster sein – Nein! Das geht so aber nicht – Ihr seid gemein!“-Heul-Tiraden. Abends wünschen wir uns nicht selten, wir könnten die Zeit vordrehen bis zu dem Punkt, an dem die Kinder endlich im Bett sind. *seufz* Mit uns als Menschen, als Denkende, als Aktionisten, als Künstler, als Freunde, als Paar ist im Moment nicht viel los…

Medaillenseite 2: Wir sind ziemlich zufrieden. Wir werden früh von einem glucksenden, ungeheuer niedlichen Baby geweckt. Das erste, was du siehst, ist das verliebteste und ehrlichste Strahlen der Welt. An jedem Morgen ist das erste, was ich tue, meinem kleinen Baby, das direkt neben mir liegt, über den Kopf zu streicheln, ihn aus seinem Schlafsack zu befreien und meine Wange ganz dicht neben seine zu legen. Er streckt sich dann ausgiebig, erzählt ein bisschen und dreht suchend den Kopf umher. Ich flüstere zu K., dass er mal gucken soll, weil sein Sohn ihn begrüßen möchte… Dann rufen wir P., die meist schon seit einer Stunde leise in ihrem Zimmer spielt. Ich höre die tappelnden Schritte, wir ziehen unsere Decken hoch und P. springt mit zu uns in die Kiste. Wir schieben ein Stück vom Rollo nach oben, Sonnenlicht fällt auf’s Bett… K. und ich beobachten, wie unsere Tochter unserem Sohn erzählt, was sie in der vergangenen Nacht geträumt hat und er lacht sich darüber kaputt. Manchmal kriegt man ziemlich feuchte Augen vor Rührung. Und da ist man gerade einmal seit 10 Minuten wach…

Keine Eifersuchtsdramen. Größere gesundheitliche Downs gemeinsam gemeistert. Ziemlich gut auf einem Nenner gelandet. Und immer wieder überrascht, dass wir das doch irgendwie alles hinbekommen und es sich zwar ständig so anfühlt, als würde die Energie uns im Stich lassen, sie es aber halt nie endgültig tut.

„Wir schuften weiter, immer weiter.“

Geschwistergedanken (3)

Bevor T. auf die Welt  kam, gab es bei uns die üblichen Befürchtungen… (Das kann man sogar nachlesen, hier zum Beispiel:

Ich hab mir heute versucht, uns vorzustellen, uns 4. Und ich habe uns überfordert gesehen. Ich bilde mir ein, mich ertappt zu haben. Ich möchte auf jeden Fall ein 2. Kind. Aber vielleicht möchte ich es nicht jetzt. Ich glaube, der Gedanke das mehr oder weniger unfreiwillige zweite Jahr Elternzeit mit einer Schwangerschaft und einem weiteren persönlichen “Großereignis” am Ende (klingt das jetzt sehr furchtbar?) wortwörtlich zu “füllen”, hat mir gefallen und den Wunsch verstärkt… Andererseits denke ich immer noch, dass es auf lange Sicht gesehen eine gute Entscheidung wäre. Die positiven Dinge daran, dass ich schon früh meine beiden Kinder bekommen habe und diese einen kurzen Abstand zueinander haben, würden wir aber erst nach vermutlich recht anstrengenden Anfangsjahren (mit zwei sehr kleinen Kindern) haben… Ich weiß es nicht. Ich will einerseits und finde unsere Gedanken und Argumente überzeugend, andererseits habe ich Angst und bin mir nicht sicher, ob es nicht “zu viel des Guten” wäre. Wir würden es schaffen, wenn es passieren würde. Aber sollten wir es wirklich darauf anlegen?)

K. und ich sind nicht unbedingt das, was man als „stressresistent“ bezeichnen kann. Und wir sind keine Honigkuchenpferd-Eltern. (Was nicht heißt, dass uns nicht in so manchen Alltagssituation die Augen feucht werden, weil irgendwas (mit Kind) so schön oder berührend ist.) Wir gehen einfach nicht absolut, einzig und allein in diesem Familiending auf. Wir haben beide daneben noch unsere persönlichen Baustellen… bzw. ganz einfach das Bedürfnis, uns geistig auf die ein oder andere Art (jenseits der Kinder) herumzutollen und überhaupt und sowieso gebe ich einfach keine gute „Hausfrau und Mutter“ ab.

Wir fragten uns: Wie wird Prinzessinenkind 1 reagieren? Kann man das 2. Mini-We überhaupt auch nur annähernd so lieben wie das 1.? Werden wir das packen? Wie soll das alles gehen?? Unser Freiheitsdrang und das Fremdbestimmtwerden durch noch ein Kind, was niemals das Gefühl haben soll, nur noch ein Stressfaktor mehr zu sein… Immer wieder war mir doch mit P. aufgefallen, dass ich viel zu selten genieße, ein Kind zu haben und mich – wie ein unreifer Teenager – oft nach dem sehne, was gerade nicht ist: Selbstbestimmtheit. Entfaltung. Sein Ding machen.

Kinder haben. Das heißt unter Anderem auch: Fremdbestimmung. Zwei kleine Kinder heißt, das stelle ich gerade fest, dass auch schon Mal Tage und Wochen vergehen können, ohne dass es auch nur fünf Minuten gebe, die man selbstbestimmt irgendetwas tun kann. Zwischenzeitlich kommt man sich vor, wie ein Roboter: Rabbäääääh! Registriere: Kind 1 brüllt… Check-Check-Was ist? Hunger-Pipi-Durst-Langeweile? Quäääk! Registriere: Kind 2 schreit. Check-Check-Was ist? Man kommt gar nicht mehr dazu, in sich hinein zu horchen und festzustellen, was man selber eigentlich will oder braucht. Abends klatscht man aufs Sofa und fragt sich, wann man sich wohl wieder sowas wie „beieinander“ fühlen wird. Letze Woche fand ich mich im Drogeriemarkt, mit plärrendem T. im Bondolino, wütender P. an der Hand (die unbedingt rein-raus aus dem Einkaufswagen spielen wollte), vor einem nicht funktionierenden Kartenlesegerät und mit einer, mich lynchen wollenden Menge ungeduldiger „nur noch schnell was besorgen“-Menschen im Nacken sowas von weeeeeit weg von nur Überforderung. Das war ein TOTAL-TILT. Eigentlich. Aber es muss halt weitergehen. Und das geht es auch, man macht halt einfach weiter…

ABER: Mich hat in meinem Leben bisher wahrscheinlich nichts so nachhaltig verändert, wie das Eltern(da)sein. Und: Ich hatte eigentlich immer zwei Kinder im Kopf. Gerade weil wir keine Kinder-Animateure sein wollen.

Nun ist T. 3 Monate alt. 1/4 Jahr. Er hat 2 Kilo zugenommen und ist 11 cm gewachsen. Während er in den ersten Wochen wahnsinnig (!) viel gebrüllt hat – und zwar immer, wenn er wach war – ist er nun wirklich geradezu entspannt. Er nuckelt immernoch gern an der Brust und verweigert jede Art von Schnuller. Er greift inzwischen ziemlich bewusst nach Dingen, muss immer irgendwas angrabbschen (und wenn’s die eigene Haut ist) und sabbert ohne Ende. Ob auch er wie P. schon mit 4 Monaten seinen ersten Zahn bekommen wird? Gerade heute hat er angefangen, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen und jaaaaa, man feiert Feste wie beim 1. Kind bei jedem kleinen Meilenstein. Er liegt gern auf dem Bauch und will sowohl tagsüber als auch nachts etwa aller 3 Stunden HappaHappa. Er bleibt entspannt, solange er dabei sein darf und man ihn aller 2-3 Minuten mal nett angrinst. Dann grinst er charmant zurück und alle freuen sich.

grins

Die großen Befürchtungen bezüglich der P.’schen Eifersucht haben sich verflüchtigt. Die Geschwisterei ist bisher seltsam unspektakulär. P. knutscht ihren Bruder regelmäßig ab, hatte bisher exakt einen kleinen mini-Eifersuchtsanfall – sie hatte ihm ihr Tuch zum Spielen hingehalten, er hat (wider Erwarten) zugegriffen und sich geweigert, loszulassen – und will ihm regelmäßig Dinge zeigen („Guck mal T., hier ist meine Bibi!“). Sie will ihn ab und zu mal halten und ihm Gute Nacht sagen. Es kommt manchmal vor, dass sie sowas sagt wie „Aber Papa, Mama kann doch T. ins Bett bringen“, wenn sie von ihm was vorgelesen bekommen möchte und er T. aber gerade betten wollte. Als meine Oma hier war und aus Spaß zu ihr sagte: „Komm wir tauschen, du kriegst meine Katze und ich nehme den T. mit.“ ist P. sofort in Tränen ausgebrochen, weil sie ihren Bruder auf gar keinen Fall eintauschen wollte. Das fand ich ja schon sehr herzergreifend… Für sie scheint T. einfach schon total zu uns zu gehören.

Es gibt Momente, in denen ist es eigentlich wie früher. Wenn einer von uns T. am Bauch hat und wir etwas unternehmen, dann fällt nur auf, dass einer von uns Erwachsenen etwas unbeweglicher ist als sonst. Spannend wird das wahrscheinlich erst, wenn T. auch krabbelt-läuft-will. Und die Momente/Tage, wenn einer mit beiden allein ist, sind eine ziemliche Herausforderung. Kind 1 will, Kind 2 wil und man selbst ist nun einmal nur eins.

Ganz offensichtlich hat P. gar keine Probleme damit, dass hier jetzt noch ein Kind wohnt und die Eltern in Beschlag nimmt. Oder?

Naja… Ich weiß nicht, ob ich paranoid bin und ob es nicht besser wäre, gar nicht zu versuchen, in das Verhalten meiner 3-Jährigen etwas in Richtung „Ich leide unter meiner Geschwisterschaft“ hinein zu interpretieren… Mir fällt nach wie vor von Tag zu Tag mehr auf, dass es immer schwerer wird, das eigene Kind zu durchblicken. Wie fühlt sie sich? Was beschäftigt sie? Wie verarbeitet sie ihren Alltag?

Es gibt so Dinge, bei denen ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie damit zusammenhängen oder nicht… Und ob ihr das zu Schaffen macht. Ich glaube, dass das für mich tatsächlich die Problematischste Seite am mehr als ein Kind-Haben ist. DASS ICH ES NICHT WEISS! Ich will es aber wissen! Wie soll ich ihr Verhalten deuten? Hat es was mit T. zu tu, dass sie abends zeitweise bis zu 3 Stunden zum Einschlafen brauchte? Hat es was mit T. zu tun oder ist es eine übliche Phase von 3-Jährigen, wenn sie jetzt extrem zickig ist und ständig wegen Kleinigkeiten losheult? Hatte sie abends ein Problem mit dem Töpfchen, weil sie – geschwisterbedingt – regrediert oder war das einfach Zufall? Ich habe keine Ahnung…

Und ja: Man kann ein zweites Kind lieben. Sehr. Aber auch ja: Das zweite Kind läuft an vielen Stellen mit. Es bekommt nicht so viel exklusive Aufmerksamkeit.

Ich stelle fest, dass ich mit T. geduldiger bin. Rückblickend kommt es mir vor, als hätte ich in Ps Babyzeit ständig vor ihr gehockt und den Hampelmann gemacht, damit sie ’ne Regung zeigt, lacht oder sonstwas. Seien wir erhlich: Vielen Eltern ist in der ersten Zeit mit Baby vor allem eins: Schreeeeeecklich langweilig… (Wenn die wüssten! Hier ein ernst gemeinter Rat an alle Einfacheltern: MACHT, WAS EUCH GEFÄLLT! LEST BÜCHER! MALT BILDER! GEHT INS MUSEUM…) T. wirkt etwas entspannter, weil ich ihn einfach „kommen lassen“ kann… Und ich nicht andauernd auf ihn eingehe/-rede.

Man kennt sich besser aus, achtet auf Signale, kann Müdigkeitsanzeichen zum Beispiel viel besser erkennen. Man verzweifelt nicht an „so Dingen“. Und man himmelt sie trotzdem an…

 

2 Monate

T. ist unglaubliche zwei Monate alt. Er wiegt 5,5 kg und ist 62 cm lang. K. und ich bekommen momentan regelmäßig kleine Zuckerschocks, weil er sooooooo furchtbar niedlich gucken und „hööööarrrr“en kann. Schreien kann er auch immernoch, aber das hält sich mittlerweile echt in Grenzen. Wir können frühstücken und abendbroten und er liegt friedlich im Stubenwagen bei uns und guckt sein Mobile an. Unsere Schultern sind verspannt, weil der Herr ständigen Körperkontakt bevorzugt. Die große Schwester ist nach wie vor sehr verliebt in ihren Bruder. Der wird so viel gekuschelt, gedrückt und geknutscht. An zu wenig Liebe wird es ihm wohl nicht mangeln…

Wir sind so sehr gespannt, wie der kleine Mann später Mal aussieht! Momentan sieht er P. auf jeden Fall manchmal sehr, sehr ähnlich. Es ist so verrückt. Man kennt ja bisher nur einen Menschen, der so aussieht wie P. Sie halt. Und jetzt gibt es da noch einen, der auch so aussieht. Und doch ein bisschen anders. Dieses „Das ist so kraaaaaaaaass“-Gefühl geht immernoch nicht weg.

Ich laufe durch die Wohnung, am Kaufmannsladen vorbei, die Puzzles wegräumend, auf P.s Tripp Trapp zu… „Tja… Das ist wohl deine Wohnung. Das sind die Sachen, die du für deine Kinder besorgt hast…“

Nachdem wir aus dem Zoo zurück gekommen sind, stille ich T., koche Abendessen, wir Abendbroten, räume die Küche auf, kurz bevor wir die Kinder ins Bett bringen. Das läuft routiniert ab. „Tja… Das klappt eigentlich ganz gut.“

Ich liege neben P. in ihrem Bett, kurz nachdem wir die 2. Gute Nacht-Gesichte gelesen haben. „Meeeeeeeine Mami!“ sagt es und drückt sich an mich. „Tja. Das bin dann wohl ich…“

Eine kleine Mini-Hand bohrt sich ein bisschen zu fest in meine Brusthaut, süßlicher Atem steigt mir in die Nase. Er ist vor kaum 3 Sekunden eingeschlafen. „Tja. Das ist dann wohl mein kleiner Sohn…“

Was soll ich sagen? Stille auf meinem Blog bedeutet meist, dass es mir/uns gut geht. Und so ist es auch. Ich bin froh, über unsere Entscheidung für ein 2. Kind. Bisher ist alles super. Es fühlt sich komplett an. Ja, es ist recht viel. Nein, zu irgendetwas Anderem kommen wir gerade nicht. Aber ich weiß, dass es jetzt halt die Zeit dafür ist. Und irgendwann wird tendenziell weniger nurFamilie und wieder mehr anderesZeug da sein. Ich find’s gerade einfach echt gut. Wir kommen zurecht. Ich bin echt selten genervt. Das ist gut. Sehr gut sogar.

Schreien (Update)

T. ist inzwischen 5 (fast 6) Wochen alt. Heute 40 Tage… VIERZIG TAGE ist er schon hier? Wahnsinn…

(Bzw.  genau genommen existiert er seit 307 Tagen oder 43 Wochen und 6 Tagen oder 10 Monaten und  3 Tagen…)

Ich habe ja vor 3 Wochen über die Schrei-Intensität von T. berichtet und wollte das jetzt Mal updaten. Häufig lese ich zu dem Thema sowas wie „Meist hat das exzessive Schreien um die 6. Woche seinen Höhepunkt und geht nach dem 3. Monat deutlich zurück.“ (z.B. hier bei der AWO). Wir sind in der 6. Woche. Ich bin aber eigentlich der Meinung, dass das mit den Wochenangaben Quatsch ist… Ebenfalls die Sache mit Entwicklungsschüben in einer ganz bestimmten Woche. Das widerspricht meinem Menschenverstand… Es kommt ja auch nicht Jede/r mit 40 in die Midlife-Crisis. Davon mal abgesehen, dass nicht Jede/r überhaupt in so eine kommt.

Zunächst einmal: Es ist nicht so geblieben, dass T. immer gebrüllt hat, wenn er wach war und nur durch a) Brustnuckeln oder b) exzessives Herumtragen nicht am Brüllen war. Es gab zunehmend Phasen, in denen er wach war ohne Schreien. Zunehmend auch längere. Wir scheinen aber ein seeeeehr waches Kind zu haben. Wenn uns J&J mit ihrem Säugling besuchen, dann verpennt er von den 4-5 Stunden so 98%, während T. eigentlich komplett wach ist. Er schläft tagsüber wirklich sehr wenig. Im Tuch/Bondolino aber ziemlich sicher.

Ich hatte nach meinem Down – als er 3 Wochen alt war und ich dachte, wir werden jetzt monatelang mit einem Baby, dass entweder brüllt oder an der Brust hängt verbringen – wirklich versucht, wenigstens einige Brust-Pausen hinzukriegen. Einfach um mal zu merken, wann er überhaupt schreit, weil er wirklich an der Brust trinken will. Und die Zeit dazwischen mit Tragen überbrückt. Das war ganz gut so. Und ich habe abgepumpt und ihm in der krassen Abend-Phase die Flasche gegeben, um zu sehen, ob er wirklich Hunger hat. Er hat 70 ml getrunken und danach geschlafen. Es gab aber auch Abende, da hab ich ihn abends recht kurz gestillt und er ist dabei eingeschlafen. Einschlafen ohne Brust ist aber kaum drin.

Und Zuhause Rumhängen mit Baby… Das ist mit ihm irgendwie nicht drin. Wenn ich zu schlapp zum Rausgehen bin und nur mit T. hier i Ruhe sein will (- Stillen – Schlafen – Wickeln -Stillen -) dann ist er sehr viel unleidlicher als draußen. Und dann lass ich ihn auch wieder stundenlang an der Brust rumnuckeln. Dann schläft er mal kurz ein, wacht wieder auf, nuckelt, pennt wieder ein. Sich zu entfernen ist quasi unmöglich. Das ist ein bisschen Folter, wenn man eigentlich einfach nur Mal ein bisschen Kraft tanken möchte. Los! Lauf! Lauf! Lauf! Arrrgh… Anstrengend manchmal.

Wir befinden uns aktuell in T.s 6. Lebenswoche. Er hat echt einen ziemlich erstaunlichen Tag-Nacht-Rhythmus, finde ich. Er schläft tagsüber kaum bzw. total unvorhersehbar. Aber abends schläft er zwischen 19 und 21-22 Uhr ein und dann eine ganze Weile. Nachts kommt er meistens 1-3 Mal. Trinkt kurz, schläft schnell weiter. Morgens hat er spätestens ab 8 keinen Bock mehr auf im Bett rumliegen.

Dann ist er gut drauf, irgendwann wird er dann unleidlich, ich lass ihn trinken. Hm, das ist eine etwas anstrengende Phase. Weil er dann trinkt, aber irgendwie nuckeln will (?)… Jedenfalls trinkt er nicht effektiv oder ich kann es nicht deuten. Ganz komisch. Er ist dann auch sackmüde, pennt aber (wenn überhaupt) nur leicht und wacht immer wieder auf. Sich entfernen geht dann wie gesagt gar nicht. Am besten ist es dann, ihn in Tuch oder Trage zu packen und rumzulatschen. K. übernimmt das dankenswerterweise häufig. So läuft der Tag dann irgendwie… Tagsüber ist es noch ziemlich unkoordiniert. Es ist jedenfalls nach wie vor eher selten so, dass er quäkt, ich ihn anlege, er einfach trinkt, abdockt und dann erstmal zufrieden ist.

Aber manchmal ist es so. Und seit einigen Tagen lacht er mich manchmal auch an. Das entschädigt für einiges.

Allgemein denke ich, dass dieses heftige Schreien in den ersten Wochen schon eher eine Anpassungsgeschichte war. Er ist jetzt schon deutlich ausgeglichener. Guckt auch einfach mal in der Gegend rum (FENSTER!). Das gab’s am Anfang ja gar nicht. Rückblickend ist es, als wäre ihm da alles irgendwie zu viel gewesen. Zur Ruhe kommt er auch jetzt noch schlecht, er scheint irgendwie nicht so gut in den Schlaf zu finden. Obwohl wir uns dafür schon echt mit ihm abschotten, damit er’s ruhig hat… Dann ist er oft drüber und dann wird es noch schwerer… P. ist in der Hinsicht übrigens sehr ähnlich. Und ich denke, dass er seeeeeehr nähebedürftig ist. Alleinsein kann er jedenfalls gar nicht ab. Irgendwo rumliegen stinkt. Deshalb pennt er nachts im Familienbett vielleicht auch besser?

Ich bin sehr gespannt, was er mal für einer wird und wie sich das in den nächsten Wochen entwickelt. Von P.s Anfangszeit hab ich noch im Kopf, dass so um die drei Monate wirklich eine Grenze war… Danach war sie sehr viel wacher und fröhlicher. T. grinst jetzt zwar manchmal kurz, aber allgemein wirkt er immer eher skeptisch, fast griesgrämig. Ich kann mich nicht erinnern, ob das bei P. am Anfang auch so war?

Wie war das bei euch? Waren eure Kinder Frischlinge auch so? Und wann wurden sie zu den glucksenden Babys, die ihre Füße in den Mund stecken und so?

Ach komm, jetzt reiß dich mal zusammen!

oder: ICH habe ja wohl viel mehr Gründe zum Jammern!

Ich sitze T. stillend im Wohnzimmer und höre, dass K.s Nerven beim Anziehen von P. gleich zerreißen werden. Sein genervter Tonfall löst in mir ein ähnliches Unwohlsein aus wie Fingernägelkratzen auf Tafel  *brodel brodel brodel* Hinsichtlich seiner Genervtheits-Zustände sind meine Sensoren irgendwie ziemlich hypersensibel.

Ich liege morgens T. (sowas wie) stillend im Bett und versuche, K. wach zu bekommen. Der hat den 07:45-Wecker mal wieder ausgemacht hat und P. nicht geweckt. Heißt: Wieder zu spät in die Kita. Heißt: K. wird gestresst sein beim Frühstück, beim Anziehen, beim Losgehen, weil es „mal wieder viel zu spät“ ist. Vorher darf ich mich aber noch auf das oscarreife Aufstehdrama des K. freuen. Hinsichtlich seiner Müdigkeits-Zustände sind meine Sensoren irgendwie ziemlich hypersensibel.

Ich hänge T. stillend im Bad auf dem großen Sitzkissen und versuche, P. zum Zähneputzen zu animieren. K. will darüber reden, unter welchen Umständen er zur Geburtstagsparty einer alten Bekannten / zur Bandprobe / zum Umzug eines Freundes gehen könnte. Ich gebe mir Mühe, nicht angepisst zu reagieren. Mal mehr, mal weniger… Sage dann sowas wie „Wenn die Kinder im Bett sind…“ oder „Hm. Musst du wissen.“ oder auch mal „Ja, klar. Ich freue mich wahnsinnig darauf, den Samstagvormittag allein mit beiden Kindern verbringen zu dürfen und dich dann irgendwann nachmittags mit Bierfahne zu empfangen. Das wird sicher toll. Apropos: ICH war übrigens seit fast einem Jahr nicht mehr…“ Und dann sind wir mitten drin, im endlos blöden Rumdiskutieren darüber, wer die größere Arschkarte gezogen / wer hier eigentlich weniger Freiheiten bzw. Freizeitvergnügen, Erholung, Schlaf und mehr Entbehrungen hat. Hinsichtlich seines Ungerechtigkeitsempfindens sind meine Sensoren irgendwie ziemlich hypersensibel.

Ich weiß nicht, ob es vorrangig an der Müdigkeit oder dem ständigen gefordert sein liegt oder an den vielen Ablageboxen mit „unerledigt“-Schildchen in meinem Kopf… Aber ich bin ständig am Brodeln wegen Dingen, die K. tut (oder nicht). Und ich kotze mich selber an, weil ich das eigentlich gar nicht will. Ich will lässig sein. Eine coole Freundin/Frau, mit der man gern zusammen ist. Ich will keinen Stress machen. Ich will, dass er ganz er selbst sein kann. Ich will einfach nicht die Olle sein, die dauernd rumnervt. Ich will doch, dass er sich wohlfühlt mit mir / mit uns / in seinem Zuhause. Und genau das ist vermutlich ein Teil vom Pudelkern. Es macht mich fertig und es versetzt mich in absoluten Stress, ständig den Eindruck zu haben, dass er alles anstrengend findet.

Beispiel Aufstehen… Riesiges Problem für ihn. Er komme halt „nun einmal schwer hoch“, das läge ja auch an seinem eher niedrigen Blutdruck, das sei schon immer so gewesen. Ich versuche wirklich ihn – und damit auch das – so hinzunehmen, wie er ist. Aber es fällt mir an der Stelle echt verdammt schwer. Ich kann nicht verhindern, dass ich denke, dass das in unserem Fall irgendwie echt ein Luxus-Problem ist. P. schläft durch seitdem sie 6 Monate alt ist! Meistens schläft sie bis um 8, nicht selten länger.  Sie schläft in ihrem Bett in ihrem Zimmer. Sie kommt nie in unser Bett. NIE! Das heißt, wir kommen meistens auf 8 Stunden Schlaf. Hm.. okay… Seitdem T. da ist, kommt nur noch er auf 8 Stunden Schlaf. Ich stille T. nachts. Ich wickle ihn (sonst laufen die Windeln aus, er pinkelt echt viel). Und ich schuckle ihn in den Schlaf, wenn er nicht wieder einschlafen kann. Er wird davon nicht wach, eschläft durch. Und trotzdem ist er es, der seiner Müdigkeit irgendwie nervtötend laut zum Ausdruck bringt. Und da kommt mir der Gedanke, der in der Überschrift zu lesen ist: Reiß dich doch mal zusammen, verdammt nochmal! Ich tue es doch auch. Und ich hätte doch objektiv (?) gesehen, viel mehr die „Berechtigung“ zu Jammern. Und ich tue es nicht. Weil ich finde, dass das niemandem was bringt und es alles nur noch nerviger macht. Aaaaber es  macht mich wirklich wütend… so wütend, dass ich es kaum unterdrückt bekomme… dass er (trotz durchschlafen und einiger Vorteile im Vergleich zu meiner Situation) es ist, der „einen auf müde“ – ja so denke ich das dann – macht.

Es brodelt und kocht in mir so stark, dass ich das Gefühl habe, gleich zu platzen. Manchmal passiert das dann auch. Und dann ätze und meckere und frotzele ich rum, maule ihn voll bis auch er wütend wird. Seine Reaktion macht das dann nicht unbedingt besser… Wenn er sein Verhalten dann auch noch verteidigt – im Übrigen eine ziemlich natürlich Reaktion, wenn man angegriffen wird – fühle ich mich dann nämlich noch „benachteiligter“ und fange irgendwann an zu heulen. Soweit ich weiß, hatte ich diese unliebsame Eigenschaft, sich ständig benachteiligt bzw. ungerecht behandelt zu fühlen, schon als kleines Kind, spätestens nachdem mein Bruder geboren war. Denn „unliebsam“, das ist sie echt. Sie taucht ab und zu ganz plötzlich auf wie ein fieses, kleines, dreckiges Monster… Wenn ich in einer Warteschlange stehe. Wenn einer mir in der Bahn den letzten Sitz wegschnappt. Wenn in der Mensa der Typ vor mir die allerletzte Spinattasche bekommt. „DAS IST SOOOO UNGERECHT!!!“ denke ich dann und würde impulsiv am liebsten auf den Boden aufstampfen, um mich danach auf eben diesen zu werfen und laut brüllend zu heulen bis der Typ mir die scheiß Spinattasche überlässt. Oder (zurück in unserem Alltag) meiner einsieht, dass er absolut kein Recht hat, sich zu beklagen und er sich ja so glücklich schätzen kann, mit einer so wunderbaren und aufopferungsvollen Frau wie mir – zu Kreuze kriecht also und hoch und heilig verspricht, sich zu bessern… „Komm ich nehm‘ den Kleinen, Schatz. Leg du dich ins Bett, schlaf dich mal richtig aus und geh heute Abend mit deinen Freundinnen was trinken. Ich mach das hier schon.“ Ääääähm ja.

Ich kenne das von anderen Paaren, die darüber streiten (oder zumindest so denken), wer eigentlich den beschisseneren/schwereren Tag hat… Der Kerl auf der Arbeit oder sie Zuhause mit dem Kind. Die übliche Anerkennungs-Diskussion. Wer macht mehr? Wer leistet mehr? Wer hat mehr Pausen verdient? (Exemplarisch hier bei Stadt-Land-Mama nachzulesen)

Ich habe uns letztens tatsächlich so eine Diskussion führen sehen/hören, wie sie kein Dialogautor eines drittklassigen MDR-Abendfilms über Eltern hätte klischeehafter schreiben können. Er musste einen Artikel schreiben. Ich hatte stundenlang versucht, den schreienden T. zu beruhigen. Es war P.s Geburtstag.

„Es kotzt mich an, dass ich hier stundenlang ein schreiendes Baby schaukele und die nicht einmal deinen Arsch hochbewegst! Für P.s Geburtstag ist noch nichts gemacht… Du interessierst dich einen Scheiß dafür!“

„Ich hab dir gesagt, dass ich das heute fertig machen muss! Mein berufliches Fortkommen ist dir völlig egal, oder?“

„Berufliches Fortkommen?! Du hast ELTERNZEIT! P. hat heute Geburtstag!“

„Ja, tut mir leid. Vorher konnte ich das aber nicht machen, weil ja immer irgendwas war.“

„Oh ja, entschuldige bitte, dass ich deine Hilfe brauche mit einem Neugeborenen.“

„Ein Artikel. Es ist EIN Artikel! Andere arbeiten Vollzeit und nehmen gar keine Elternzeit. Die kriegen das doch auch irgendwie hin!“

„Na toll. Genau. Dann such dir doch eine Andere, die das besser hinkriegt. Übrigens muss ich nächste Woche zur Uni und habe dafür auch noch nichts gemacht.“

… Naja… Und so weiter… Mit Ruhm bekleckert haben wir uns damit nicht. Aber immerhin können wir uns inzwischen gut wieder vertragen.

Ich kenne kaum Paare, bei denen das Thema in dieser oder einer ähnlichen Form nicht irgendwie früher oder später mal auftaucht. Darüber könnte man jetzt ewig schreiben… Andererseits wurde auch schon zigfach drüber geschrieben. Über die Väter, die das Problem hätte, einerseits der starke Mann und andererseits der liebevolle Vater sein zu müssen. Die sich zerrissen fühlten zwischen Job und Familie. Und über die Frauen, die immernoch überwiegend mit dem Kind Zuhause bleiben, aber heutzutage vorher meistens nicht Hausfrauenkram gemacht haben, sondern berufstätig oder in Ausbildung oder sonstwie in der Weltgeschichte unterwegs waren. Da bricht ein ganzer Pfeiler an Anerkennung weg, weswegen viele das Kind zu ihrem Hobby machen würden, von einem Kurs zum nächsten rennen und anstelle sich selbst, ihres Jobs resp. ihres Lebens nun ihr Kind optimierten. Ich bin übrigens der Meinung, dass ich damit mittlerweile gut klarkomme. Also damit, dass die Anerkennung von „draußen“ eher fehlt. Darauf angewiesen zu sein ist etwas, was ich eh gern abbauen möchte und insofern ist Elternsein dahingehend ein gutes Trainingsprogramm.

Mir geht es vorrangig um Teamwork, glaub ich. Ich möchte das Gefühl haben, dass wir zusammen an einem Strang ziehen. Dass wir das zusammen durchziehen und gut machen. Dass wir uns darüber bewusst sind, dass wir uns für diese Art des Lebens mit Kindern entschieden haben. Ich möchte nicht ständig das Gefühl vermittelt bekommen, dass er alles eigentlich ziemlich ätzend findet. Ich fühle mich nämlich dann dafür schuldig. Ich möchte, dass er mir prozentual häufiger das Gefühl gibt, dass er es gut findet, wie es gekommen ist und dass er glücklich ist mit mir, mit uns, mit dem hier. Ich möchte, dass wir unser gemeinsames Leben vorrangig gut finden. Ich reiße mich zusammen, auch wenn es manchmal anstrengend ist, weil ich es prinzipiell gut finde, wie es ist und die weniger guten Seiten als dazugehörig akzeptieren möchte. Die Kinder sind jetzt da, wir haben uns für sie entschieden, das ist jetzt unser Leben. Ich finde es total arschlos und die wertvollen Kräfte raubend, das durch andauerndes Beklagen und anstrengend finden immer und immer wieder in Frage zu stellen. Genau den Eindruck vermittelt mir das nämlich: „Früh“ aufstehen ist scheiße anstrengend. Nicht die Dinge tun können, die man tun will ist scheiße anstrengend. Sich einschränken müssen ist scheiße. Ständig gefordert sein ist scheiße. Böse Zungen könnten jetzt sagen: Dann hättest du dir keine Kinder zulegen dürfen. Und diese böse Zunge ist auch in meinem Kopf, ab und zu.

Dabei sehe, denke und weiß ich, dass er gern Kinder hat. Und er macht auch wirklich viel. Gerade mit P. unternimmt er oft mehr als ich, entlastet mich. Er bringt sie jeden Tag in die Kita, holt sie meistens ab, er kocht und wir haben den Haushalt aufgeteilt. Ich sollte dankbarer sein, oder? Ich bin das ja auch durchaus.

Aber was soll ich tun, wenn mich sein Umgang mit der ein oder anderen Sache einfach wahnsinnig macht???

Ihn länger schlafen lassen? Das kann ich nicht, weil mir da selber einfach die Energie zu fehlt und das sehe ich auch nicht ein.

Sein Geschnaufe, weil alles so aaaaanstrengend ist ignorieren? Das fällt mir sehr schwer, denn es macht die Tage trostlos. Und ich will keine trostlosen Tage. Ich hab auch ’nen echten Hang zum Beklagen und vor allem zu depressiven Phasen. Und trotzdem habe ich mir nach den letzten Wochen der Schwangerschaft vorgenommen, mich zusammenzureißen. Und es klappt auch recht gut. Außer im Bezug auf ihn und diese bestimmten Eigenheiten. Benutze ich ihn gar als Ventil für eventuell angestaute Gefühle wie Ärger, Frust und Erschöpfung?

Ich denke, es trifft sich an den Stellen einfach sehr ungünstig.

Ich neige dazu, Unmutsäußerungen direkt auf mich zu beziehen, auch wenn sie nicht auf mich gemünzt sind. Wenn er im Wohnzimmer mit dem schreienden T. auf und ab läuft und ich in der Küche mein Brötchen aufesse, dann bin ich absolut gestresst und antizipiere, dass er vermutlich total angepisst ist gerade genervt „Tz… Ooooooar…“ macht, weil er meint, ich solle ihm T. doch jetzt mal abnehmen, statt da gemütlich mein Brötchen zu vespern. Wenn er beim P.-Anziehen schier verzweifelt, weil sie ständig wegrennt und nicht „mitmacht“, dann nimmt mein Kopf schon eine Abwehrhaltung ein, bevor mir überhaupt irgendwas vorgeworfen wurde. Ich bin super-empfindlich diesbezüglich. Ich bin sofort gekränkt (ohne das zulassen zu wollen), wenn jemand den Eindruck macht, er sei irgendwie unzufrieden mit mir oder wenn Jemand so wirkt, als würde ich nicht seinen Erwartungen entsprechen… Mein Impuls-Ich ist dann sowas wie beleidigt, glaub ich. „Püh. Die Erwartungen, die du an mich stellst sind ja auch SCHEISSE und nicht gerechtfertigt! Denen will ich gar nicht entsprechend. Ich bin müde, ich habe Hunger und ich hab insgesamt viel mehr zu entbehren als du. Also hab ich hier jedes Recht der Welt, mein Brötchen mal ausnahmsweise in Ruhe zu mampfen und du bist ruhig.“ Dabei hat er noch gar nichts gesagt. Sowas beknacktes. Wie kommt denn sowas bitte zustande?

Und er neigt dazu, Dinge – auch Emotionen – als unveränderlich zu sehen. Wenn er eine Situation total stressig findet, dann sei das halt so, dann könne man daran auch nichts ändern. Ich – der Master of Versuch der Selbstmanipulation – sehe das aber ganz anders. Ich denke, dass man mit Situationen schon auf unterschiedliche Arten und Weisen umgehen kann und dass man das auch durchaus oft selbst bestimmen kann. Natürlich ist es möglich, zu bemerken, dass man sackmüde ist, aber kurz zu überlegen, wie stark und schlimm diese Empfindung nun wirklich ist und sich bewusst – ja, vielleicht auch der Partnerin zuliebe – dafür zu entscheiden, dass man das jetzt mal nicht so raushängen lässt. Stark zu sein, sozusagen. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, das klappt nicht immer. Muss es ja auch nicht. (Wenn ich gerade hormongeschwängert wie sonstwas bin, dann kriege ich halt einen halbstündigen Heulanfall beim Arzt, weil ich einfach nicht schon wieder ins Krankenhaus will. Ob ich will oder nicht.) Das ist echt verrückt. Wenn ich ihm nämlich in einer Situation, in der er nach meinem Dafürhalten übertrieben gestresst reagiert, versuche, ihm den Blick dafür zu öffnen, dass die Situation eigentlich nicht so stressig ist; dass sie im Gegenteil eher durch seinen unschönen Umgang damit stressig wird und vermutlich gar nicht so übel wäre, wenn er einfach etwas „gechillter“ damit umgehen würde, dann scheint er diesen Ansatz gar nicht so richtig zu verstehen. „Wenn ich das aber nun einmal gerade anstrengend finde, dann hilft es mir nicht, wenn du sagst, dass ich nicht gestresst reagieren soll.“ Sackgasse. Man kann jemandem ja auch nur helfen, wenn er sich helfen lassen will. Er will dann offensichtlich frotzeln. Und ich denke, er will eigentlich, dass ich ihm das jetzt abnehme. Während ich mir denke, dass ich doch ein viel größeres Recht hätte, etwas abgenommen zu bekommen.

*seufz*

Menschen sind bescheuert.

„Männer-Fakten über’s Stillen“

Letzte Woche fand ich mich mal wieder auf der Wöchnerinnen-Station „meines“ – mittlerweile kann ich es ja echt so nennen – Krankenhauses wieder.* Zum Warten wurde ich im Stillzimmer platziert. Da liegen immer viele hübsche Info-Heftchen rum. Sowohl K. als auch ich haben die Macke, ALLES lesen zu müssen, was in einer ruhigen Minute in unseren Blickwinkel fällt… Shampooflaschen, Zutatenlisten, Etiketten und also auch Broschüren.

Ich finde es gut und richtig, dass sich viele Menschen auch bloggenderweise mit dem Gender-Thema auseinandersetzen. Das gehört im Normalfall aber nicht so zu meinen Themen… In diesem Fall kann ich einfach nicht anders. Denn gefunden haben wir dieses „Info“-Heft zum Thema Stillen und Muttermilch für junge Familien:

babys an den busen

männer stillen  männerfakten stillen

Und das passende Pendant dazu (in einem Heft):

fakten übers stillen

stillen gender

Herausgeber ist das Netzwerk Junge Familie (Link, Link). „Ziel ist, jungen Familien Wissen und Kompetenzen zu den Themen ausgewogene Ernährung und Allergieprävention zu vermitteln und sie zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren.“

Wirklich gehaltvolle Informationen finden sich in dem Ding nicht. Klar, soll ja wahrscheinlich auch vorrangig „cool“, „fresh“ und „trendy“ wirken. Grundtenor ist das altbekannte „Muttermilch ist das Beste für’s Kind, Flasche geben ist böse.“

Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Diese Broschüre ist die Entsprechung von sixx und RTL Nitro im Broschüren-Format! Als hätten die „Redakteure“ (falls solche daran überhaupt beteiligt gewesen sein sollten) einen Wettbewerb veranstaltet: Wie viel Klischee passt auf 5 Doppelseiten? Ich kann einfach nicht glauben, dass es Menschen gibt, die im Jahr 2013 noch sowas konzipieren und vermutlich davon überzeugt sind, dass das tatsächlich ansprechend auf die Zielgruppe wirkt. Und noch viel weniger möchte ich glauben, dass sie damit vermutlich sogar Recht haben könnten. „Junge Familien“, ich nehme an, dass ich mich (mit 25) durchaus zur Zielgruppe rechnen darf.

Mal davon abgesehen, dass „junge Familien“ offensichtlich nur Mini-Sätze mit einfachstem Vokabular, Ausrufezeichen am Ende und ohne Komma verstehen, sind junge Männer also offensichtlich Affen mit einem dümmlichen „Gröööööööhl.. Ich bin ein MANN!“-Duktus („Wir stehen auf Brüste!“) und Frauen dauershoppende, debil grinsende Schminkweiber. Hallo?! DAS soll also die nachwachsende Generation ansprechen bzw. darstellen? Puuuh… Na vielen Dank auch!

Ich befürchte, dass die Macher von dem Teil nicht nur recht passabel dafür bezahlt worden sind – wurde nicht gerade das Schwarzbuch der Steuerzahler herausgegeben? -, sondern auch noch davon ausgehen, dass das irgendwie sowas wie modern ist. Ist es nicht. Ich finde es echt verwerflich, was da für ein Bild gezeichnet wird. Weil es den Eindruck vermittelt, es wäre „normal“ bzw. irgendwie erwünscht, dass Frauen und Männer genau so (und nicht anders) sind. Es wäre sehr, sehr traurig, wenn „die da oben“ solche Bilder von Menschen im Kopf haben, wenn sie Politik machen. Autsch.

Es gibt im Familien/Nachwuchs/Baby-Infobereich übrigens erstaunlich viele unterschiedliche Frauen-Männer-Versionen. Bei Baby-Apps, auf Webseiten, Schwangerschaftskalender… Überall finden sich die ausführlichen, gefühlsbetonten, in rosa gehaltenen „Infos für werdende Mamis“ mit Blümchen und Herzchen auf der einen und die in blau-schwarz-grau getünchten, wahlweise kumpelhaft-männlich oder straight-knapp formulierten „Informationen für werdende Väter“ auf der anderen Seite.

Hallo? Menschen da draußen: Wollt ihr das? Seid ihr so? Spricht euch das echt an?

Aber ich habe ja auch gehofft, dass die CDU/CSU nicht regierungsfähig sein wird nach dieser Bundestagswahl. Und ich will ja auch nicht glauben, dass eine „Zeitung“ wie die Bild tatsächlich die auflagenstärkste sein soll. Ich fürchte, ich traue den Menschen in diesem Land nach wie vor zu viel zu.

Hach. Da fragt man sich doch… Windmühlen und so… Kopf –> Tisch.

* Ich wollte per Ultraschall klären lassen, ob es sich bei der, trotz Antibiotikum nicht verschwinden wollenden Verhärtung in meiner linken Brust um einen Abszess handelt. Nach 3 Stunden Wartezeit wurden wir unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt, weil eine Not-Sectio dazwischen kam und meine Brust nicht lebensgefährlich aussah. Es war Freitag Abend. Montag bin ich zu meiner Gyn. Die war auch ein bisschen ratlos. Flüssigkeit sei schon drin, aber das müsse ja kein Eiter sein. Aufstechen würde sie das nicht wollen. „Wissen Sie, das wird dann ein elendiges Geschnitze und dann trifft man das vielleicht nichtmal…“ – Ich sollte ruhigstellen, kühlen, Baby versuchen nicht da direkt anzulegen. Heute ist es nicht mehr ganz so schmerzhaft, es sieht auch nicht mehr so rot aus. Die Stelle ist aber noch da und tut auch beim Stillen noch ziemlich weh. Subjektiv hilft Kühlen am besten… Gyn meinte, dass das auch eine Zyste oder sonstwas sein könnte. Beobachten und melden, wenn’s schlimmer wird.

„T. ist 4 Wochen alt“

4 Wochen ist T. jetzt also schon auf der Welt… Gedankenkarussell:

Heute vor 4 Wochen + 1 Tag:

Ich hasse diesen Zustand und ich glaube, ich werde heulen, sobald ich die Geburt hinter mir habe. Und zwar 5 Tage lang. Vor Erleichterung! Ich will nienienie wieder schwanger sein! Ich fühle mich eingesperrt, festgenagelt, unausgeglichen und scheiße. Ich ertrage dieses Pulverfass nicht, ja weil ich halt scheiße ungeduldig und schon unschwanger ständig super-nervös bin. Weil es mich ankotzt, unbeweglich zu sein und weil es mich ankotzt, dass ich mich auf nichts anderes konzentrieren kann! (…) Diese scheiß Ungewissheit! Dieses scheiß Vorgeplänkel! Diese scheiß Stimmungsschwankungen! Dieser scheiß-ätzende körperlich eingeschränkte Zustand! Dieses sich schlapp fühlen! Bääääääh!!!

Während der Wehen:

Es. soll. auf. hören!!! Ich will nicht mehr! Ich kann nicht mehr! Es tut so weeeeeeh… Ich will sterben. Auf der Stelle… Aber ich will mein Baby. Ich hab keine Ahnung, wie das klappen soll. Ich schaffe das nicht… Ich stehe das nicht durch… *wimmer wimmer*

Kurz nach der Geburt:

ICH HABE ES GESCHAFFT!!! ES IST VORBEI!!! OH MEIN GOTT!!!! ES IST VORBEI! ICH HABE ES GESCHAFFT!!!!! ICH HABE ES GESCHAFFT!!!!! ER IST DA!!!! OH GOTT!!!!!

Am Tag nach der Geburt:

Wir haben es wirklich geschafft. Er ist gesund, ich bin nicht mehr schwanger und ICH BIN EINE VERDAMMTE SUPERHELDIN! Ich muss nie wieder ein Kind bekommen! Das Thema GEBURT ist für mich DURCH… Und hach… Er ist so süß und weich und… okay, er ist ganz schön propper… Aber trotzdem: MEIN BABY IST DA! ENDLICH IST ER DA!

In den ersten Wochen 1:

Muss er jetzt schon regelmäßig pullern/kackern? Wird er denn überhaupt satt? Ich hab doch noch gar keine Milch. Ist das okay, wenn der Nabel so eitert und der Schnurrest so schwarz aussieht? Sind die Blutergüsse auf dem Kopf normal? Er hat ganz ganz rote Flecken in den Augen? Ist das okay oder ein Grund zu Beunruhigung? Ah! Er hat verklebte Augen, bestimmt eine Bindehautentzündung! Woher weiß mann denn, dass das Kind was sieht? Oh Mann… Er ist bestimmt blind! Die Augen rollern rum und seine sehen ganz gruselig aus, wegen der Blutungen drinnen. Scheiße… Er hat richtig richtig viele Pickel und Rötungen überall. Ist das noch Babyakne? Oder Neurodermitis? Eine Kinderkrankheit? Eine Unverträglichkeit? *

In den ersten Wochen 2:

Warum schreit er?

Warum schreit er?

Warum schreit er?

Warum schreit er eigentlich quasi immer, wenn er wach ist?

Warum schreit er?

Warum schreit er?

Warum schreit er andauernd?**

Heute:

Diese doofe Akne! T. sieht total bemitleidenswert aus. Und irgendwie ist er gerade echt nicht „süß“… Also zumindest nicht, wenn ich ihn so ganz nah sehe… Wenn K. ihn auf dem Arm hat, dann sehe ich diese fiesen Rötungen und Pickel nicht so vorrangig. Dann kann ich besser anhimmeln. Wenn er so nah ist – und das ist er ja meistens, dann kann ich nicht daran vorbeischauen. Meine Fresse… Was bin ich oberflächlich, oder? Das ist ja furchtbar… Störe ich mich jetzt echt daran, dass mein Kind nicht hübsch (also babywerbungshübsch) ist?? Ich mach mir einfach Sorgen. Und ich kann und will einfach nicht mehr irgendwelche Symptome deuten. Ich hab das echt satt. Unsere Körper sollen uns in Ruhe lassen… … … Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass er in 6 Monaten sitzt und irgendwelche bewussten Geräusche von sich gibt… Dass ich irgendwann mal mit ihm reden werde wie mit P. jetzt. Wie er wohl wird? Ich kann es mir nicht vorstellen, wenn ich dieses kleine hilflose, schreiende Bündel so sehe… Wenn ich versuche, irgendwie mit ihm zu kommunizieren und nicht einmal weiß, ob davon irgendwas bei ihm ankommt. Hach, dieser Moro-Reflex… Der ist so niedlich. Und wenn er sich so einkugelt. Immernoch. Obwohl schon weniger.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er wirklich mal ein sitzendes, krabbelndes, stehendes, laufendes, sprechendes, denkendes, die Kita besuchendes Kind werden wird. Mein Sohn… Verrückt.

 

Hm. Ich glaube, aus mir wird in diesem Leben einfach keine Honigkuchenpferd-Wolke 7-Mammmiiiii mehr werden.

 

*

Pinkeln wäre schon gut, Kackern kann auch ein bisschen dauern/unregelmäßig sein. Von 6x am Tag bis aller 6 Tage scheint okay zu sein. Am Anfang brauchen die Babys eigentlich kaum was. Trotzdem viel Anlegen. Für den Milcheinschuss. Glibber-Nabel ist ziemlich normal. Ein verformter Schädel und „Hämatome“ auf dem Kopf können durch die Presswehen/den Weg durch den Geburtskanal kommen. Die roten Flecken im Auge kommen davon, dass er quasi mitgepresst hat, da sind Äderchen in den Augen geplatzt. Das kann 6-8 Wochen dauern bis das ganz weg ist. Auch verklebte Augen haben viele Babys. Das ist nicht schlimm. Die Tränenkanäle sind oft noch nicht offen, da passiert das mal. Mit abgekochtem Wasser und/oder Muttermilch von außen nach innen streichen. Die Unterlieder massieren. Kann eine Weile dauern, bis es weg ist. Auf ’ne Bindehautentzündung deutet es hin, wenn es stark gerötet ist. Ob ein Kind „normal“ sehen kann (und hören), kann man anfangs nicht wissen. Ich kann aber sagen, dass ich diese Sorge jetzt (nach 4 Wochen) nicht mehr habe. Er schielt deutlich weniger und guckt „normal“, wach und offen. Die Babyakne kann echt fies aussehen, ist aber auch normal (4 von 10 Säuglingen). Kann einige Wochen dauern bis es weggeht. Salben verschlimmern es eher, es hilft eigentlich nur: GEDULD.

**

In den ersten Tagen konnte ich das noch entspannt unter „Naja, er muss halt erstmal ankommen“ ablegen. Ich konnte ja zum Glück fast bis zum Ende der Schwangerschaft gut schlafen und hab da auch drauf geachtet. Ich hab mir einen Schlaf-Depot angelegt. Das hat sich dann bezahlt gemacht. Die Geburt hat mich kaum mitgenommen (also bezüglich des sich fertig fühlens) und ich kam lange echt gut klar. Hatte dann aber zunehmend mehr das Gefühl, dass er schon echt viel brüllt… Wollte die Gedanken aber nicht zulassen, meine Verstrahltheit hielt auch angenehm lange an. Das brachte mich kaum aus der Ruhe. Ich hab ihm immer die Brust gegeben und da das am Anfang auch echt Sinn macht, hab ich mir angenehm wenig Köpfe darüber gemacht. Und dann kamen sie doch. Hat er vielleicht Hunger? Tut ihm was weh? Braucht er Nähe? Naja… Ich hab das ja ausführlich an anderer Stelle beschrieben. Das mit dem Hunger haben wir ausgeschlossen. Der Nuckel klappt seit heute und ich habe die Hoffnung, dass ich mich dadurch weniger wie eine wandelnde Brust fühle. Außerdem hab ich für mich beschlossen, zu akzeptieren, dass mein Kind einfach recht nähebedürftig zu sein scheint.

 

Oh toll… Mastitis.

(T. ist 3 Wochen + 1 Tag alt.)

Klar, nach der Schwangerschaft mit all ihrem Wasser, den Schmerzen am Iliosakralgelenk, den Plattfüßen, der Kieferhöhlenentzündung im Juni, den Nierenkoliken, dem Nierenstau, den Harnwegs- und den grippalen Infekten, der Hypernervosität meinerseits, der 10 Stunden-Geburt und der Nierenstein-Operation eine Woche später wäre es ja auch echt viel zu langweilig, wenn jetzt alles okay wäre.

Seit einer Woche habe ich Schmerzen in der Brust. Also eigentlich gingen sie direkt über von den „normalen“ anfänglichen Schmerzen beim Stillen in das jetzt. Seit einer Woche ist es links ziemlich unerträglich, weil total druckempfindlich und Aua… Ich könnte Heulen vorm Stillen, weil ich weiß, dass jetzt wieder dieser scheiß-fiese Schmerz kommt. Zuerst dachte ich an einen Milchstau. Es fühlt sich an, wie ein großer blauer Fleck. Ich kann keine Knötchen oder so tasten. Sie ist auch nicht sonderlich rot oder geschwollen, obwohl sie deutlich größer als die andere ist und auch deutlich schneller „überläuft“. Nach dem Trinken ist sie weich, keine Verhärtungen. Das war komisch. Ich hab alles probiert, was man so rät in dieser Situation: Gut sitzender BH, Wärmen vor dem Stillen, Kühlen nach dem Stillen, Arnica, Retterspitz-Umschläge, Quarkwickel, Massieren/Ausstreichen unter der Dusche. Nichts hilft. Gestern waren die Schmerzen durchgehend da und so fies, dass ich vorm Schlafen eine Ibupofen einwerfen musste.

Heute Vormittag also zur Gyn. Die guckte sich Brust nur kurz an, zeigt auf das kleine, feine Adersystem, das rund um die Brustwarze deutlich zu erkennen ist und diagnostiziert: Brustentzündung. „Das wird durch Bakterien aus dem Mund des Kindes ausgelöst, die durch feine Risse in der Brustwarze in die Brust gelangen und dort eine Entzündung auslösen.“ Und weil ich ja ein Immunsuppressivum nehme, ist das wohl kein Wunder und sollte auch schleunigst behandelt werden. Mit… Ratet mal? Aaaaaaantibiotikum! Welche Freude! Hatte ich ja schon seit ganzen 2 Wochen nicht mehr.  *ironie off*

Mal ehrlich: DAS IST DOCH SCHEISSE!  Nach wie vor ist mein Kopf eigentlich relativ entspannt und ich bin ziemlich ausgeglichen. Trotz der nervigen Schwangerschaft, der anstrengenden Geburt und dem ganzen Krankheitsätz.. Ich hab ’nen Stress-Darm, ich erkenne sofort, wenn ich gestresst bin… Und im Moment bin ich es eiiiigentlich nicht. Warum kann mein gottverdammter Körper eigentlich nicht einfach mal auch einen Moment lang… … … zufrieden sein und mich in Ruhe lassen?? WARUM MUSS ICH EIGENTLICH DAUERND SCHMERZEN HABEN??? Das ist doch echt nicht mehr feierlich… Und irgendwie ist es auch echt nicht fair, finde ich. Und es geht dermaßen an die Substanz… so auf Dauer.

Den Uni-Beginn nächste Woche hab ich jetzt für mich erstmal gecancellt und hoffe, dass die Profs Verständnis für meine missliche Lage haben und ich so 2-3 Wochen Schonfrist rausholen kann.

Langsam kann ich den Blog umtaufen, glaub ich. Mittlerweile geht’s ja hier mehr um meine Krankheiten als um meine Gedanken *seufz* Ach Menno :-(

Schreien-Nuckeln-Aua!

schrei

(T. ist 19 Tage alt. Fast drei Wochen.)

Es kommt uns momentan so vor, als würde unser Baby eigentlich immer brüllen, wenn er wach ist. Das geht ganz schön an die Substanz. Und es ist uns nicht instinktiv total automatisch klar, wie wir damit sinnvollerweise umgehen könnten. (Einen lesenswerten Artikel über die (Un)Möglichkeit der Erziehung nach Bauchgefühl findet ihr hier.)

Zum brüllenden Kind und dem entsprechend „richtigen“ Umgang mit ihm gibt’s so ziemlich jede Ansicht. Voraussetzung ist, dass das Kind gestillt ist und keine vollgekackte Windel hat.

1. Schreien = Bedürfnis nach Nähe/Stillen. Am besten ganz viel Kuscheln und auch die Brust anbieten, zur Befriedigung des Saugbedürfnisses.

2. Schreien = Ausdrucksmittel. Am besten das Brüllen begleiten und das Baby nicht einfach durch diverse Beruhigungsmaßnahmen mundtot machen. Es muss sich ausdrücken dürfen.

3. Schreien = Reizüberflutung. Am besten Baby von den Reizen abschirmen, Ruhe… Viel im Tragetuch haben.

4. Schreien, weil Gewöhnen an die Welt hier draußen. Am besten den Mutterleib durch Schuckeln, Pucken und Sch-Sch-Sch imitieren.

5. Schreien = mehr Hunger, weil Wachstum. Am besten das Baby immer und immer wieder anlegen. So wird die Milchmenge gesteigert.

6. Schreien = Müdigkeit. Am besten das Baby zum Schlafen bringen.

7. Schreien = „Dreimonatskoliken“. Am besten behandeln… Wärme, Kümmelzäpfchen, …

schrei2

Für mich heißt das eigentlich nur: Man weiß es nicht. Von Dreimonatskoliken halte ich nichts. Ich glaub da nicht dran. Ich glaub nichtmal, dass es das wirklich gibt. Bedürfnis nach Mama/Nähe: Ja. Ausdrucksmittel/Verarbeitung/Reizüberflutung/nicht zur Ruhe kommen: Ja, möglich. Müdigkeit? Auch möglich. Hunger? Bin mir nicht sicher…

Problem: Alle Gründe verlangen nach anderen Taktiken. Einem reizüberfluteten Baby bringen weitere Beruhigungversuche nichts. Wenn ich meine, dass mein Baby verarbeiten muss, dann wäre es ja falsch, ihm mit der Brust den Mund zu stopfen. Wenn ich meine, mein Baby braucht meine Nähe und muss sein Saugbedürfnis befriedigen, ist das Anbieten der Brust zur Beruhigung (oder von mir aus auch eines Schnullers, den T. übrigens komplett verschmäht, ja, auch verschiedene Formen) die richtige Wahl. Tja. Toll. Und nun?

Wenn T. aufwacht, brüllt er eigentlich sofort los. Man liest hier und da ganz gerne mal, es müsste gar nicht zum Brüllen kommen, weil die Kinder schon gut ’ne halbe Stunde vorher „Warnsignale“ aussenden. Auf die müsse man nur reagieren und dann wär’s das auch schon. Haha. Mein Kind signalisiert nichts. Es wacht auf und brüllt sich oft sofort von 0 auf 100. Genau das ließen seine Herzfrequenzen im Bauch übrigens schon vermuten. Er ist ein ganz schöner Choleriker…

Er wacht also auf und meistens lege ich ihn direkt an. Er trinkt dann sehr, sehr hektisch 10-15 Minuten vielleicht. Danach nuckelt er eigentlich nur noch. Dabei dümpelt er immer mal weg, reißt dann wieder die Augen auf, nuckelt weiter, dümpelt weg, schläft vielleicht auch mal ein, wacht aber 10 Minuten später wieder auf und will weiter nuckeln. Er schreit meistens sofort, wenn ich ihm die Brust entwende.

Manchmal lässt er sich durch Schuckeln beruhigen. Selten irgendwann dann auch ablegen… Meistens wacht er nach 30-60 Minuten dann wieder auf. Manchmal nuckelt er auch am Finger. Durch’s Pucken wird er deutlich ruhiger. Manchmal schläft er dabei in Verbindung mit Schuckeln zügig ein. Im Tuch, im Auto schläft er zuverlässig.

Ab und zu (!) ist er auch wach ohne zu schreien. Allerdings maximal 10-15 Minuten. Dann guckt er wirklich ziemlich aufmerksam rum, uns an, ins Licht, sein Sternchenbild an… Dann verzieht er irgendwann das Gesicht und schreit los. Wenn ich ihn dann anlege, nuckelt er sofort los – manchmal trinkt er auch wieder – und schreit nicht mehr. Manchmal schläft er dann beim Nuckeln ein. in der ersten Woche recht zuverlässig. Mittlerweile kann sich das Stunden hinziehen.

Was mich irritert:

Ich habe das Gefühl, dass er schon recht eindeutig nach der Brust sucht, wenn er schreit/brüllt. An der Brust beruhigt er sich meist unmittelbar. Er kann stundenlang nuckeln. Manchmal kann ich die Brust irgendwann aus seinem Mund ziehen und er pennt trotzdem ein bzw. weiter. Oft wacht er dann aber auch nach 5 Minuten wieder auf uns sucht sofort wieder. Er ist dann sofort total nervös-hektisch-aufgeregt und wenn er sie nicht gleich in den Mund bekommt, brüllt er sofort wie am Spieß.

Ich habe kein prinzipielles Problem damit, ihn anzulegen, wenn er das braucht und sich da beruhigt.

Aber ein paar Probleme macht das doch:

1. Meine Brüste tun inzwischen wahnsinnig weh durch das ständige Genuckel. Ich mache alles, was man dagegen tun kann. Aber es nützt nichts. Sie haben einfach keine Regenerationsmöglichkeit. Das Stillen wird so zur Qual und ich erwische mich regelmäßig bei dem Gedanken, ob es nicht ohne doch irgendwie einfacher wäre… und schmerzfreier! Davon hatte ich in den letzten Monaten nämlich echt mehr als genug.

2. Einen Rhythmus, der ja bei unruhig-nervös-sensiblen Babys angeblich so unendlich wichtig wäre, ist so de facto unmöglich! Ich richte mich ja mit dem Anlegen usw. komplett nach ihm und seinem Nuckel-Beruhigungs-Bedürfnis.

3. Ich habe eine dreijährige Tochter! Ich kann eigentlich nicht jetzt drei Monate lang mit meinem Baby an der Brust im Bett verbringen. Echt nicht.

4. Ich habe durch das dauernde Genuckel wirklich absolut keine Ahnung, wann er denn wirklich hunger/durst hat und tatsächlich trinken will (und nicht nuckeln). Das ist doof!

Ich versuche wirklich ganz ganz dolle, nicht alles einfach nur anstrengend zu finden. Und noch gelingt mir das erstaunlich gut. Aber es fällt mir zunehmend schwerer, es nicht doof und irgendwie „fies“ zu finden, dass mein kleines Kind eigentlich im wachen Zustand nur am Brüllen ist. Außerdem ist es dadurch mit der Erstgeborenen nicht unbedingt leichter. Verständlicherweise findet sie ihren kleinen Bruder dadurch nämlich zuallererst mal anstrengend. Wenn T. brüllt versteht hier nämlich niemand mehr ein Wort.

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Ich frage mich, ob ich das irgendwie falsch wahrnehme und das übertrieben sehe. Aber K. nimmt es ja auch so wahr… Kaum ein wach ohne Brüll… Also lang anhaltendes Brüll. Und es gibt nur einen Ausknopf. Und bei dem bin ich mir nicht sicher, ob ich es richtig finde, ihn immer einfach zu drücken.

Was meint ihr denn?

Geschwistergedanken (2): Hurra (?), wir sind jetzt 4

Inzwischen haben wir schon einige Stress-Momente gehabt. T. ist jetzt seit 2 Wochen auf der Welt. Die Stress-Momente habe ich daran bemerkt, dass sich das Stress-Gefühl überhaupt durchsetzen konnte, obwohl ich nach wie vor ziemlich hormonbeladen war/bin. Im Krankenhaus vor meiner Nierenstein-OP hab ich zum Beispiel angefangen zu heulen, weil die Urologin nach dem Namen meines ersten Kindes fragte… weil ich mir so einen Kopf darum gemacht habe, wie sie damit zurechtkommt, dass ich schon wieder nicht da und vor allem schon wieder im Krankenhaus bin. Mit T. und ohne sie. Letztendlich hat sie davon gar nichts mitbekommen… (K. meinte dann im Gespräch zu mir: „Naja, aber die Geburt ist ja jetzt schon ’ne Woche vorbei, das sind doch dann eigentlich nicht mehr die Geburtshormone, oder?“ – „Ähm. Im Normalfall breche ich aber nicht beim Arzt in Tränen aus, weil er mich fragt, wie mein Kind heißt…“ Soviel also dazu… Schwangerschaftshormone, Geburtshormone, Still-Hormone, Babyblues, … Watweeßick, „normal“ fühle ich mich jedenfalls noch nicht wieder.)

Der Stress-Peak ist hier definitiv abends. T. hat nämlich zwischen 18 und 22 Uhr seine „Clusterfeeding„-Zeit und es ist so ziemlich unmöglich, gemeinsam zu essen. Er ist irgendwie wach, ab und zu dann doch schon schläfrig, findet aber nicht endgültig in den Schlaf, will an die Brust, dockt aber immer wieder ab, quietscht, sucht dann aber gleich wieder, wird wütend (scheint die Brust nicht zu finden?)… Puh, ein bisschen anstrengend, diese Zeit. Ich versuche manchmal, ihn am Tisch weiter zu stillen. Dabei kann ich zwar nicht wirklich was essen, aber immerhin sind wir so alle zusammen und unser Ritual geht nicht ganz flöten… Gemeinsames Abendessen finde ich sehr wichtig. An einigen Tagen konnte ich T. auch schon mit ins Bad nehmen und wickeln/waschen, wenn K. das P. bettfertig macht. Anstrengend – neben einem zunehmend müder und entsprechend zickiger werdenden großen Kind und einem Tag-verarbeitenden Säugling – ist für mich aber auch vor allem, dass K. genau dann auch die Puste ausgeht und er (verständlicherweise) eigentlich nur noch fertig werden will… Er hat dann nur noch wenig Geduld für die Dauer-Sperenzchen einer 3-Jährigen übrig, die jede Aktion gefühlt ins Unendliche ausufern lassen… und die Nerven echt ziemlich überstrapazieren. Insbesondere dann, wenn nebenher immer ein Baby brüllt. Dann muss ich ganz viel ein- und ausatmen, um nicht selbst in Stress und Ätz zu verfallen und mich T. ohne Hektik zu widmen und K. so quasi seinem Schicksal zu überlassen… Mir bleibt aber nichts anderes übrig. Und ich kann mich in diesen Momenten nicht noch um ein 3. Kind kümmern. Da muss er wohl durch… Am ehestens knallt’s dann trotzdem zwischen K. und mir, weil ich (wohl vor allem aufgrund meiner Müdigkeit) seine kaum vorhandene Stressresistenz in diesen Momenten nur gaaaanz, ganz schwer ertragen kann. Mehr Teamwork und an einem Strang ziehen, bitteschön!

Das P. geht dann ins Bett, ich lese ihr vor (mit Kind 2 an der Brust) und haue mich dann auf’s Sofa (mit Kind 2 an der Brust). Ohne iPhone wäre ich – zugegeben – wohl schon ziemlich frustriert, aber dank der Entertainment-Wundermaschine lese ich viel und kommuniziere (mit Kind 2 an der Brust), höre Nachrichten und Hörspiele (mit Kind 2 an der Brust) und google bescheuerte Fragen und Themen (mit Kind 2 an der Brust). Das geht ja zum Glück alles einhändig heutzutage. Gegen 22/23 Uhr pennt T. dann und kommt meist erst gegen 2 Uhr das nächste Mal. Ich versuche, halbwegs zeitig ins Bett zu gehen. Manchmal schläft K. den ersten Teil der Nacht mit T. auf dem Sofa und ich hau mich allein ins Bett und schlafe ein paar Stunden ohne offenes T-Shirt und Verrenkung um’s Baby… K. bringt ihn mir dann zur ersten Nachtmahlzeit frisch gewickelt gegen 2 Uhr ins Bett. Das ist eigentlich ’ne ganz gute Taktik, find ich…

P. findet es inzwischen auf jeden Fall super, beim Babwickeln mitzumachen. Sie guckt dann immer, ob der Streifen vorn auf der Windel gelb oder blau ist. Sie weiß, dass blau heißt, dass die Windel vollgepullert ist und er ’ne neue braucht. (Ich bete gerade, dass die 2er-Windeln auch so ’nen dämlichen Indikatorstreifen haben…) Außerdem sucht sie morgens ab und zu die Sachen für T. raus. Sie hält seine Händchen beim Wickeln fest, so wie K. ihr das gezeigt hat. Sie weiß, dass ihn das beruhigt. Sie fragt „Warum quäkert er?“, wenn er schreit. Sie sagt zwar noch immer ab und zu „Das ist anstrengend. Das ist mir zu laut!“, aber immerhin nicht mehr bei jedem Schreien… Sie kann da inzwischen wohl auch schon ganz gut weghören. Sie gibt ihren Baby-Puppen abends vorm Schlafengehen die Brust. Sie hat verstanden, dass Babys noch keine Salzstangen und Zuckerperlen essen dürfen, weil: „Der hat noch gar keine Zähne!“. Sie bringt mir Wasser und drückt auf den Lichtschalter, wenn ich wegen der Stillerei an’s Sofa genagelt bin. Sie scheint es toll zu finden, wenn sie eine Aufgabe bekommt und mir helfen kann. Wir werden abends auch nicht mehr aus dem Zimmer geschmissen. Ich bekomme es mittlerweile – T. ist 2 Wochen alt – hin, ihr vorzulesen und ihn gleichzeitig zu stillen. K. war auch schon mit T. und P. in der Wanne. T. schaut immer ganz aufmerksam, wenn seine große Schwester neben ihm ist und erzählt oder auf ihn einredet. Manchmal kommt P. auch von selbst an, streichelt ihn, will ihn anfassen oder ihm einen Kuss geben. Noch ist das zwar eher zurückhaltend, aber trotzdem sehr herzerwärmend…

Ich bin sehr viel zuversichtlicher, dass sich das alles irgendwie einspielen wird zwischen P. und T und uns so insgesamt… Ich frage mich aber trotzdem immernoch, was es mit P. macht, dass ich sie weder zur Kita bringen noch sie abholen oder auf Spielplätzen mit ihr rumtoben kann. Was macht das mit ihr, dass fast jede Action außerhalb der Wohnung von K. oder ihrer Omi übernommen werden? Dass das plötzlich ein kleines Etwas ist, was Zeit und Liebe in Anspruch nimmt. Ist es ein halbwegs hinreichender Ausgleich, dass ich versuche, sie wenigstens früh zu wecken, mit ihr zu frühstücken, sie anzuziehen und abends ihre Geschichten vorzulesen und sie in die Decke zu mummeln? Nimmt sie das überhaupt besonders wahr? Oder nehmen Kinder in dem Alter die Dinge einfach so, wie sie sind? Vermissen sie schon jemanden, der eher wenig Zeit mit ihnen verbringt? Spürt sie schon sowas wie Eifersucht T. gegenüber? Äußern tut sie das jedenfalls bisher nicht so direkt… Und zu T. ist sie auch recht liebevoll… Heute haben wir sie alle zusammen von der Kita abgeholt und danach den Nachmittag zu viert „draußen“ verbracht. T. ist in der Trage ja quasi unsichtbar und für P. alles ein bisschen so wie früher.

Ein bisschen Angst und Bange wird’s mir, wenn ich daran denke, dass die Uni in zwei Wochen wieder losgeht… Und dass K. ja irgendwann auch wieder arbeiten gehen muss. Wie der (echte) Alltag ohne Urlaub/Elternzeit/frei haben dann aussehen wird und wie ich es hinkriege, ein Baby und eine dreijährige morgens rausgeh- und abends bettfertig zu machen… Wie ich mich auf irgendwelche philosophisch-gesellschaftstheoretischen Uni-Themen einlassen können soll… Wie ich für Prüfungen lernen und Hausarbeiten schreiben können soll… Wie ich überhaupt irgendwas machen soll, außer mein Baby, mich und meine Tochter über den Tag zu bekommen… Das ist mir noch sehr, sehr schleierhaft. Es bleibt uns aber nichts anderes übrig als uns einfach reinzustürzen und zu sehen, was passieren wird. Vielleicht klappt’s ja auch einfach. Irgendwie. Ächem… Ja… Ich bin gespannt.

Und naja… Ich kann nicht wirklich viel gegen meine ab und zu aufkommenden „Buhuuuhuhuuuu“-Gedanken machen. Ich fühle mich für P. einfach ziemlich unzulänglich im Moment. Als wäre ich gar nicht so richtig für sie da und dadurch irgendwie auch nicht so wirklich von… nun ja… von „Belang“. Ängste kriechen in mir hoch, dass sie mich vorübergehend sowas wie „abschreiben“ könnte… Mama ist jetzt halt nicht mehr so wirklich da, egal, dann nehm‘ ich halt Papa oder Oma. Mit Mama ist ja eh nicht zu rechnen, die hat ja eh nie Zeit. Mir ist natürlich eigentlich (vom Kopf her) schon klar, dass das Quark ist. Ich bin wahrscheinlich das Backup. Weil wir in den letzten Jahren ein gutes Verhältnis und eine gute Bindung aufgebaut haben, steckt sie die ganze neue Sache hier vermutlich so gut weg und kann auch ohne Probleme viel Zeit mit Papa und Omi verbringen ohne durchzudrehen. Und eben auch ohne dass unser Verhältnis komplett krachen geht. Oder?

Und was kann ich schon groß tun? Ich kann nur versuchen, sie in die T.-Pflege mit einzubeziehen, sie wenigstens 1-2 Mal in der Woche mit abzuholen, wenigstens einmal am Tag mit ihr Zeit zu verbringen (und wenn’s nur kurz ist), ihr in der Zeit viel Nähe und Kuscheln zu geben und einige unserer festen Rituale und Abläufe beizubehalten. Dabei laufe ich aber Gefahr, die Zeit mit ihr „zu schwer“ zu machen, glaub ich. Also die Situationen von meiner Seite her emotional zu sehr aufzuladen… (Es ist dabei zwar nicht das, was vielleicht vielen passiert… Die „Ich bin jetzt mal nicht so streng“-Schiene – siehe hier, irgendwo in der Mitte des Artikels… Es ist irgendwie anders…) Ich habe so ein starkes Bedürfnis, ihr in den kurzen gemeinsamen Zeiten ganz viel Liebe zu geben. Also ihr zu zeigen, dass ich sie wirklich lieb habe und ihr unbedingt zu beweisen, dass sich nichts daran geändert hat, nur weil nun das Baby da ist. Es gelingt mir nur schwer, mich einfach halbwegs normal ihr gegenüber zu verhalten. Das passiert wohl auch wieder aus Angst. Es ist das Resultat meiner Befürchtungen, sie könnte… hm… vergessen, dass ich für sie da bin und sie lieb habe… oder aus Angst, sie könnte aufgrund meiner akuten Kaum-Verfügbarkeit einen Mama-Liebesmangel haben und darunter leiden. Eigentlich würde ich mit ihr gern dauernd darüber reden, wie die Situation ist und wie das für sie gerade ist. Dann muss ich mich aber daran erinnern, dass meine Tochter erst drei Jahre alt ist und nicht wirklich reflektieren, durchdenken, angeben kann, wie die Situation für sie so ist… Dass sie eher irritiert darauf reagiert, wenn man ihr „wie findest du das denn?“-Fragen stellt. Sie kann ja noch nicht über’s Denken und Empfinden nachdenken… Was soll sie schon groß sagen? Ich denke, dass sie sowas noch echt überfordert… Und übertriebene Liebesbekundungen und Nähe-Aufrdängelei würde es wahrscheinlich auch… Also schlucke ich meinen Kloß im Hals weitgehend runter, drücke sie nur kurz und versuche, so normal wie möglich zu und mit ihr zu sein. Und Mann… Das fällt mir echt ganz schön schwer! Genau wie das nicht überinterpretieren… Es ist einfach total schwer einzuschätzen, ob sie an Nachmittag xyz nun gerade so zickig und anstrengend nah am Wasser ist, weil sie übermüdet, überreizt, einfach nur doof drauf, ganz normal dreijährig drauf oder emotional verletzt und überfordert durch die neue Situation mit plötzlich kleinem Bruder ist… Ist es eine gute Idee, das zu thematisieren? Mit einer dreijährigen? Und wenn ja, wie? Und dann fühl ich mich manchmal so unfähig, weil ich zu doof bin, die Signale meiner eigenen Tochter zu deuten… Obwohl ich ja weiß und auch einsehe, dass auch die eignen Kinder nun einmal dahingehend kein offenes Buch sind. Aber ich ärgere mich so ein bisschen darüber. Ich würde sie gern besser und eindeutiger lesen und verstehen können und frage mich, wie der richtige Weg ist, um das zu erreichen. Irgendwann will ich gern mal etwas besser einschätzen können, ob meine Tochter nun gerade komisch reagiert, weil sie ein ernsthaftes Problem hat oder ihr nur ein undramatischer Pups (im Kopf) quer sitzt.

Es fällt mir übrigens ganz allgemein sehr schwer, Menschen einfach mal in Ruhe zu lassen und nicht krampfhaft zu versuchen, in ihre Köpfe und/oder Herzen zu steigen. Ich neige da durchaus auch zum (ungewollten) Bedrängen. Ich will unbedingt wissen, was in ihnen vorgeht, wie es ihnen geht und dann am liebsten auch noch ganz viel klug-hilfreichen Senf dazu abgeben. Dabei vergesse ich oft, dass viele (wenn nicht sogar die meisten?) Menschen gar nicht ständig reflektieren wollen. Viele Menschen grübeln nicht ständig darüber nach, wie es ihnen geht, wie ihr Leben gerade so abläuft und wie/wodurch es ihnen vielleicht besser gehen könnte. Vielleicht können das manche auch einfach nicht… Davon mal abgesehen, dass die meisten Menschen (irgendwie ja auch zu Recht) eher allergisch auf gut gemeinte Ratschläge reagieren. Ich bin damit jedenfalls schon sehr oft gegen Wände gelaufen und hab auch schon einige eingerissen.

Ich befürchte, dass es für mich eine echt harte Probe werden dürfte, mein armes Kind nicht ständig krampfhaft zum Reden über seine Gedanken, Gefühle und Probleme bringen zu wollen. Das würde nämlich vermutlich ganz gewaltig nach hinten losgehen und dürfte wohl am ehesten dazu führen, dass sie mir gar nichts erzählen werden…

Woher kommt nur diese „Gier“ nach anderer Leute Probleme und Seelenstrips? Letztendlich betreibe ich auf dem Blog hier ja nichts anderes als Selbstentblößung. Gefühle, Gedanken, Reflektion… Es gibt kaum was, was mich mehr interessiert… Auch bei Filmen oder Büchern interessieren mich die tiefen, ehrlichen Gedanken- und Gefühlswelten immer am meisten. Komisches Faible… Ist das reine Neugier? Eine Variante des Voyeurismus? Ich weiß es nicht… Aber es war… ich war dahingehend nie anders. Ich hab schon als Teenie am liebsten mit Menschen stundenlang über ihre Baustellen geredet und versucht, Lösungen dafür zu finden.

Zurück zum Thema: T. ist jetzt seit zwei Wochen auf der Welt. Schon jetzt kann ich ganz gut nachvollziehen, was es bedeutet, sich zerrissen zu fühlen. Von dem Gefühl berichten Mehrfacheltern ja oft. Man fühlt sich zerrissen, weil man plötzlich mehr als einem Kind (mit jeweils ganz unterschiedlichen Bedürfnissen) gerecht werden muss und auch möchte. Ich will für T. da sein und weiß, dass ich mich schonen muss, damit die Krankenhaus-/Krankheitskacke endlich Mal ein Ende hat. Dadurch muss ich aber dabei zusehen, wie meine Tochter den größten Teil der Tage mit anderen Menschen verbringt. Mit der Kindergärtnerin, mit ihrem Vater, mit ihrer Omi… Seufz… Das macht mich betroffen, weil ich nicht weiß, ob das für sie schlimm ist, ob und was es für Auswirkungen auf sie bzw. für uns haben wird.

Ich hoffe sehr , dass ich irgendwann mehr mit „meinen Kindern“ anstatt mit dem einen und dem anderen kommunizieren und umgehen werde und es schaffe, dabei trotzdem die persönliche Individualität der beiden zu respektieren und zu bewahren.

Tja. Das ist wohl ein weiterer dieser schwierigen Balanceakte, die man auf die Reihe kriegen muss, wenn man ein Stück Eltern ist…