Ach komm, jetzt reiß dich mal zusammen!

oder: ICH habe ja wohl viel mehr Gründe zum Jammern!

Ich sitze T. stillend im Wohnzimmer und höre, dass K.s Nerven beim Anziehen von P. gleich zerreißen werden. Sein genervter Tonfall löst in mir ein ähnliches Unwohlsein aus wie Fingernägelkratzen auf Tafel  *brodel brodel brodel* Hinsichtlich seiner Genervtheits-Zustände sind meine Sensoren irgendwie ziemlich hypersensibel.

Ich liege morgens T. (sowas wie) stillend im Bett und versuche, K. wach zu bekommen. Der hat den 07:45-Wecker mal wieder ausgemacht hat und P. nicht geweckt. Heißt: Wieder zu spät in die Kita. Heißt: K. wird gestresst sein beim Frühstück, beim Anziehen, beim Losgehen, weil es „mal wieder viel zu spät“ ist. Vorher darf ich mich aber noch auf das oscarreife Aufstehdrama des K. freuen. Hinsichtlich seiner Müdigkeits-Zustände sind meine Sensoren irgendwie ziemlich hypersensibel.

Ich hänge T. stillend im Bad auf dem großen Sitzkissen und versuche, P. zum Zähneputzen zu animieren. K. will darüber reden, unter welchen Umständen er zur Geburtstagsparty einer alten Bekannten / zur Bandprobe / zum Umzug eines Freundes gehen könnte. Ich gebe mir Mühe, nicht angepisst zu reagieren. Mal mehr, mal weniger… Sage dann sowas wie „Wenn die Kinder im Bett sind…“ oder „Hm. Musst du wissen.“ oder auch mal „Ja, klar. Ich freue mich wahnsinnig darauf, den Samstagvormittag allein mit beiden Kindern verbringen zu dürfen und dich dann irgendwann nachmittags mit Bierfahne zu empfangen. Das wird sicher toll. Apropos: ICH war übrigens seit fast einem Jahr nicht mehr…“ Und dann sind wir mitten drin, im endlos blöden Rumdiskutieren darüber, wer die größere Arschkarte gezogen / wer hier eigentlich weniger Freiheiten bzw. Freizeitvergnügen, Erholung, Schlaf und mehr Entbehrungen hat. Hinsichtlich seines Ungerechtigkeitsempfindens sind meine Sensoren irgendwie ziemlich hypersensibel.

Ich weiß nicht, ob es vorrangig an der Müdigkeit oder dem ständigen gefordert sein liegt oder an den vielen Ablageboxen mit „unerledigt“-Schildchen in meinem Kopf… Aber ich bin ständig am Brodeln wegen Dingen, die K. tut (oder nicht). Und ich kotze mich selber an, weil ich das eigentlich gar nicht will. Ich will lässig sein. Eine coole Freundin/Frau, mit der man gern zusammen ist. Ich will keinen Stress machen. Ich will, dass er ganz er selbst sein kann. Ich will einfach nicht die Olle sein, die dauernd rumnervt. Ich will doch, dass er sich wohlfühlt mit mir / mit uns / in seinem Zuhause. Und genau das ist vermutlich ein Teil vom Pudelkern. Es macht mich fertig und es versetzt mich in absoluten Stress, ständig den Eindruck zu haben, dass er alles anstrengend findet.

Beispiel Aufstehen… Riesiges Problem für ihn. Er komme halt „nun einmal schwer hoch“, das läge ja auch an seinem eher niedrigen Blutdruck, das sei schon immer so gewesen. Ich versuche wirklich ihn – und damit auch das – so hinzunehmen, wie er ist. Aber es fällt mir an der Stelle echt verdammt schwer. Ich kann nicht verhindern, dass ich denke, dass das in unserem Fall irgendwie echt ein Luxus-Problem ist. P. schläft durch seitdem sie 6 Monate alt ist! Meistens schläft sie bis um 8, nicht selten länger.  Sie schläft in ihrem Bett in ihrem Zimmer. Sie kommt nie in unser Bett. NIE! Das heißt, wir kommen meistens auf 8 Stunden Schlaf. Hm.. okay… Seitdem T. da ist, kommt nur noch er auf 8 Stunden Schlaf. Ich stille T. nachts. Ich wickle ihn (sonst laufen die Windeln aus, er pinkelt echt viel). Und ich schuckle ihn in den Schlaf, wenn er nicht wieder einschlafen kann. Er wird davon nicht wach, eschläft durch. Und trotzdem ist er es, der seiner Müdigkeit irgendwie nervtötend laut zum Ausdruck bringt. Und da kommt mir der Gedanke, der in der Überschrift zu lesen ist: Reiß dich doch mal zusammen, verdammt nochmal! Ich tue es doch auch. Und ich hätte doch objektiv (?) gesehen, viel mehr die „Berechtigung“ zu Jammern. Und ich tue es nicht. Weil ich finde, dass das niemandem was bringt und es alles nur noch nerviger macht. Aaaaber es  macht mich wirklich wütend… so wütend, dass ich es kaum unterdrückt bekomme… dass er (trotz durchschlafen und einiger Vorteile im Vergleich zu meiner Situation) es ist, der „einen auf müde“ – ja so denke ich das dann – macht.

Es brodelt und kocht in mir so stark, dass ich das Gefühl habe, gleich zu platzen. Manchmal passiert das dann auch. Und dann ätze und meckere und frotzele ich rum, maule ihn voll bis auch er wütend wird. Seine Reaktion macht das dann nicht unbedingt besser… Wenn er sein Verhalten dann auch noch verteidigt – im Übrigen eine ziemlich natürlich Reaktion, wenn man angegriffen wird – fühle ich mich dann nämlich noch „benachteiligter“ und fange irgendwann an zu heulen. Soweit ich weiß, hatte ich diese unliebsame Eigenschaft, sich ständig benachteiligt bzw. ungerecht behandelt zu fühlen, schon als kleines Kind, spätestens nachdem mein Bruder geboren war. Denn „unliebsam“, das ist sie echt. Sie taucht ab und zu ganz plötzlich auf wie ein fieses, kleines, dreckiges Monster… Wenn ich in einer Warteschlange stehe. Wenn einer mir in der Bahn den letzten Sitz wegschnappt. Wenn in der Mensa der Typ vor mir die allerletzte Spinattasche bekommt. „DAS IST SOOOO UNGERECHT!!!“ denke ich dann und würde impulsiv am liebsten auf den Boden aufstampfen, um mich danach auf eben diesen zu werfen und laut brüllend zu heulen bis der Typ mir die scheiß Spinattasche überlässt. Oder (zurück in unserem Alltag) meiner einsieht, dass er absolut kein Recht hat, sich zu beklagen und er sich ja so glücklich schätzen kann, mit einer so wunderbaren und aufopferungsvollen Frau wie mir – zu Kreuze kriecht also und hoch und heilig verspricht, sich zu bessern… „Komm ich nehm‘ den Kleinen, Schatz. Leg du dich ins Bett, schlaf dich mal richtig aus und geh heute Abend mit deinen Freundinnen was trinken. Ich mach das hier schon.“ Ääääähm ja.

Ich kenne das von anderen Paaren, die darüber streiten (oder zumindest so denken), wer eigentlich den beschisseneren/schwereren Tag hat… Der Kerl auf der Arbeit oder sie Zuhause mit dem Kind. Die übliche Anerkennungs-Diskussion. Wer macht mehr? Wer leistet mehr? Wer hat mehr Pausen verdient? (Exemplarisch hier bei Stadt-Land-Mama nachzulesen)

Ich habe uns letztens tatsächlich so eine Diskussion führen sehen/hören, wie sie kein Dialogautor eines drittklassigen MDR-Abendfilms über Eltern hätte klischeehafter schreiben können. Er musste einen Artikel schreiben. Ich hatte stundenlang versucht, den schreienden T. zu beruhigen. Es war P.s Geburtstag.

„Es kotzt mich an, dass ich hier stundenlang ein schreiendes Baby schaukele und die nicht einmal deinen Arsch hochbewegst! Für P.s Geburtstag ist noch nichts gemacht… Du interessierst dich einen Scheiß dafür!“

„Ich hab dir gesagt, dass ich das heute fertig machen muss! Mein berufliches Fortkommen ist dir völlig egal, oder?“

„Berufliches Fortkommen?! Du hast ELTERNZEIT! P. hat heute Geburtstag!“

„Ja, tut mir leid. Vorher konnte ich das aber nicht machen, weil ja immer irgendwas war.“

„Oh ja, entschuldige bitte, dass ich deine Hilfe brauche mit einem Neugeborenen.“

„Ein Artikel. Es ist EIN Artikel! Andere arbeiten Vollzeit und nehmen gar keine Elternzeit. Die kriegen das doch auch irgendwie hin!“

„Na toll. Genau. Dann such dir doch eine Andere, die das besser hinkriegt. Übrigens muss ich nächste Woche zur Uni und habe dafür auch noch nichts gemacht.“

… Naja… Und so weiter… Mit Ruhm bekleckert haben wir uns damit nicht. Aber immerhin können wir uns inzwischen gut wieder vertragen.

Ich kenne kaum Paare, bei denen das Thema in dieser oder einer ähnlichen Form nicht irgendwie früher oder später mal auftaucht. Darüber könnte man jetzt ewig schreiben… Andererseits wurde auch schon zigfach drüber geschrieben. Über die Väter, die das Problem hätte, einerseits der starke Mann und andererseits der liebevolle Vater sein zu müssen. Die sich zerrissen fühlten zwischen Job und Familie. Und über die Frauen, die immernoch überwiegend mit dem Kind Zuhause bleiben, aber heutzutage vorher meistens nicht Hausfrauenkram gemacht haben, sondern berufstätig oder in Ausbildung oder sonstwie in der Weltgeschichte unterwegs waren. Da bricht ein ganzer Pfeiler an Anerkennung weg, weswegen viele das Kind zu ihrem Hobby machen würden, von einem Kurs zum nächsten rennen und anstelle sich selbst, ihres Jobs resp. ihres Lebens nun ihr Kind optimierten. Ich bin übrigens der Meinung, dass ich damit mittlerweile gut klarkomme. Also damit, dass die Anerkennung von „draußen“ eher fehlt. Darauf angewiesen zu sein ist etwas, was ich eh gern abbauen möchte und insofern ist Elternsein dahingehend ein gutes Trainingsprogramm.

Mir geht es vorrangig um Teamwork, glaub ich. Ich möchte das Gefühl haben, dass wir zusammen an einem Strang ziehen. Dass wir das zusammen durchziehen und gut machen. Dass wir uns darüber bewusst sind, dass wir uns für diese Art des Lebens mit Kindern entschieden haben. Ich möchte nicht ständig das Gefühl vermittelt bekommen, dass er alles eigentlich ziemlich ätzend findet. Ich fühle mich nämlich dann dafür schuldig. Ich möchte, dass er mir prozentual häufiger das Gefühl gibt, dass er es gut findet, wie es gekommen ist und dass er glücklich ist mit mir, mit uns, mit dem hier. Ich möchte, dass wir unser gemeinsames Leben vorrangig gut finden. Ich reiße mich zusammen, auch wenn es manchmal anstrengend ist, weil ich es prinzipiell gut finde, wie es ist und die weniger guten Seiten als dazugehörig akzeptieren möchte. Die Kinder sind jetzt da, wir haben uns für sie entschieden, das ist jetzt unser Leben. Ich finde es total arschlos und die wertvollen Kräfte raubend, das durch andauerndes Beklagen und anstrengend finden immer und immer wieder in Frage zu stellen. Genau den Eindruck vermittelt mir das nämlich: „Früh“ aufstehen ist scheiße anstrengend. Nicht die Dinge tun können, die man tun will ist scheiße anstrengend. Sich einschränken müssen ist scheiße. Ständig gefordert sein ist scheiße. Böse Zungen könnten jetzt sagen: Dann hättest du dir keine Kinder zulegen dürfen. Und diese böse Zunge ist auch in meinem Kopf, ab und zu.

Dabei sehe, denke und weiß ich, dass er gern Kinder hat. Und er macht auch wirklich viel. Gerade mit P. unternimmt er oft mehr als ich, entlastet mich. Er bringt sie jeden Tag in die Kita, holt sie meistens ab, er kocht und wir haben den Haushalt aufgeteilt. Ich sollte dankbarer sein, oder? Ich bin das ja auch durchaus.

Aber was soll ich tun, wenn mich sein Umgang mit der ein oder anderen Sache einfach wahnsinnig macht???

Ihn länger schlafen lassen? Das kann ich nicht, weil mir da selber einfach die Energie zu fehlt und das sehe ich auch nicht ein.

Sein Geschnaufe, weil alles so aaaaanstrengend ist ignorieren? Das fällt mir sehr schwer, denn es macht die Tage trostlos. Und ich will keine trostlosen Tage. Ich hab auch ’nen echten Hang zum Beklagen und vor allem zu depressiven Phasen. Und trotzdem habe ich mir nach den letzten Wochen der Schwangerschaft vorgenommen, mich zusammenzureißen. Und es klappt auch recht gut. Außer im Bezug auf ihn und diese bestimmten Eigenheiten. Benutze ich ihn gar als Ventil für eventuell angestaute Gefühle wie Ärger, Frust und Erschöpfung?

Ich denke, es trifft sich an den Stellen einfach sehr ungünstig.

Ich neige dazu, Unmutsäußerungen direkt auf mich zu beziehen, auch wenn sie nicht auf mich gemünzt sind. Wenn er im Wohnzimmer mit dem schreienden T. auf und ab läuft und ich in der Küche mein Brötchen aufesse, dann bin ich absolut gestresst und antizipiere, dass er vermutlich total angepisst ist gerade genervt „Tz… Ooooooar…“ macht, weil er meint, ich solle ihm T. doch jetzt mal abnehmen, statt da gemütlich mein Brötchen zu vespern. Wenn er beim P.-Anziehen schier verzweifelt, weil sie ständig wegrennt und nicht „mitmacht“, dann nimmt mein Kopf schon eine Abwehrhaltung ein, bevor mir überhaupt irgendwas vorgeworfen wurde. Ich bin super-empfindlich diesbezüglich. Ich bin sofort gekränkt (ohne das zulassen zu wollen), wenn jemand den Eindruck macht, er sei irgendwie unzufrieden mit mir oder wenn Jemand so wirkt, als würde ich nicht seinen Erwartungen entsprechen… Mein Impuls-Ich ist dann sowas wie beleidigt, glaub ich. „Püh. Die Erwartungen, die du an mich stellst sind ja auch SCHEISSE und nicht gerechtfertigt! Denen will ich gar nicht entsprechend. Ich bin müde, ich habe Hunger und ich hab insgesamt viel mehr zu entbehren als du. Also hab ich hier jedes Recht der Welt, mein Brötchen mal ausnahmsweise in Ruhe zu mampfen und du bist ruhig.“ Dabei hat er noch gar nichts gesagt. Sowas beknacktes. Wie kommt denn sowas bitte zustande?

Und er neigt dazu, Dinge – auch Emotionen – als unveränderlich zu sehen. Wenn er eine Situation total stressig findet, dann sei das halt so, dann könne man daran auch nichts ändern. Ich – der Master of Versuch der Selbstmanipulation – sehe das aber ganz anders. Ich denke, dass man mit Situationen schon auf unterschiedliche Arten und Weisen umgehen kann und dass man das auch durchaus oft selbst bestimmen kann. Natürlich ist es möglich, zu bemerken, dass man sackmüde ist, aber kurz zu überlegen, wie stark und schlimm diese Empfindung nun wirklich ist und sich bewusst – ja, vielleicht auch der Partnerin zuliebe – dafür zu entscheiden, dass man das jetzt mal nicht so raushängen lässt. Stark zu sein, sozusagen. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, das klappt nicht immer. Muss es ja auch nicht. (Wenn ich gerade hormongeschwängert wie sonstwas bin, dann kriege ich halt einen halbstündigen Heulanfall beim Arzt, weil ich einfach nicht schon wieder ins Krankenhaus will. Ob ich will oder nicht.) Das ist echt verrückt. Wenn ich ihm nämlich in einer Situation, in der er nach meinem Dafürhalten übertrieben gestresst reagiert, versuche, ihm den Blick dafür zu öffnen, dass die Situation eigentlich nicht so stressig ist; dass sie im Gegenteil eher durch seinen unschönen Umgang damit stressig wird und vermutlich gar nicht so übel wäre, wenn er einfach etwas „gechillter“ damit umgehen würde, dann scheint er diesen Ansatz gar nicht so richtig zu verstehen. „Wenn ich das aber nun einmal gerade anstrengend finde, dann hilft es mir nicht, wenn du sagst, dass ich nicht gestresst reagieren soll.“ Sackgasse. Man kann jemandem ja auch nur helfen, wenn er sich helfen lassen will. Er will dann offensichtlich frotzeln. Und ich denke, er will eigentlich, dass ich ihm das jetzt abnehme. Während ich mir denke, dass ich doch ein viel größeres Recht hätte, etwas abgenommen zu bekommen.

*seufz*

Menschen sind bescheuert.

Fassung? Verloren!

Verdammt. VerdammtVerdammtVerdammt. Vorhin habe ich mich (für mein Dafürhalten) zum ersten Mal P. gegenüber so richtig die Fassung verloren. Ich fühle mich furchtbar. Wie muss sie sich erst fühlen? Ach Mann… :-(

Folgende Situation:

Nach dem gemeinsamen Spielen im Indoor-Spielplatz mit unseren befreundeten Kids sind wir immer erst recht spät zu Hause. Das P. hatte vorgestern Nacht eine Magenverstimmung (nachts ein komplett vollgek*tztes Kind aus dem Bett holen, Bett neubeziehen, heulendes Kind + dessen Haare waschen macht so richtig Laune). Also hat sie gestern nicht viel gegessen. Heute war sie wieder in der Kita, ihr ging es gut.

Wir kamen also nach Hause, sie war schon ziemlich nölig, weil sie im Kindergarten nur noch selten mittags schläft. Ich hab mich ans Kochen gemacht, sie durfte Maulwurf gucken. Soweit so gut.

Seit neuestem isst P. gern Fruchtzw*erge. (Davon kann man halten, was man will, wir hatten jetzt gerade auch mal welche da) Abends gibt es die hier eigentlich nicht. Sie hat sich einen aus dem Kühlschrank geholt und wollte den Essen. Ich hab mich auf den Kompromiss eingelassen: Erst Kartoffeln, dann der Fruchtzw*rg.

Großer großer Fehler!

Sie brüllt, sie schreit, sie zetert, sie flippt aus… Verständlich, klar. Aber irgendwann zehrt es trotzdem an den Nerven… Ich wollte hier aber nicht von dem Deal abweichen. „Wenigstens ein Stück Kartoffel kosten, dann kannst du deinen ‚Gark‘ essen.“ – nichts zu machen.

P. schmeißt sich auf den Boden und brüllt, brüllt, brüllt. Dann klettert sie zu mir auf den Schoß. Ich bleibe noch immer ruhig. Sie schnieft und guckt mich tränenüberströmt an: ‚Guuuuaaaaaaaaark!‘ – Ich: ‚Erst ein kleines Stück Kartoffel kosten, nur ein klitzekleines Stück!‘ Sie haut mich. Ich setz sie runter. Sie haut mich wieder.

Ich bin richtig genervt. Ich sage zu ihr, dass sie mich nervt. Und dass es mich nervt, dass sie nicht ein kleines Stück von der verkackten Kartoffel essen will, dann kann sie doch ihren verdammten Quark haben. Dann gibt es jetzt keinen Quark. Pech gehabt. Noch größeres Theater. Ich befinde mich in der Zwickmühle, meine Neeeerven… Der Geist ist willig, aber die Mutter ist schwach.

Immernoch Gebrüll. Ich sage, dass sie doch einfach in ihr Zimmer gehen soll. Oder ob sie nicht doch einfach ein Stück… und dann kriegst du doch deinen ver*ickten sch*iß Quark!“ – ‚RÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!!!!!!!! Neeee-äh-äh-äh-iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!!!!!‘ Und ich? Kann’s nicht mehr hören. Mehrere Sicherungen knallen durch.

Ich stehe auf, nehme die Gabel mit dem Stück Kartoffel, halte ihren Kopf fest und versuche ihr die Gabel in den Mund zu stopfen. P. wehrt sich (natürlich), ich heule fast. Sie sowieso. Sie würgt die Kartoffel raus und…

… kotzt die komplette Küche voll.

Fazit: 

Ich fühle mich schrecklich. Richtigrichtig schrecklich. Das war einer meiner bisher finstersten Mutter-Momente. Ich schäme mich. Ich weiß nicht, wie ich nach so einer Aktion mit meiner 2-jährigen Tochter umgehen soll. Sie war ziemlich verstört. Klar, sowas kennt sie von mir ja nicht…

Ich habe überlegt, ob ich was dazu schreibe, denn ich bin da wirklich nicht stolz drauf. Aber ich hab’s gemacht. Weil auch das dazu gehört. Und weil’s passiert ist. Ich bin keine verdammte Super-Mom…

Und übrigens weiß ich noch immer nicht: Hätte ich sie den Quark dann essen lassen sollen anstatt auf  „wenigstens kosten“ zu bestehen? Hätte ich lieber das Abendessen beenden sollen?

P.S.: Ich hätte hier gern die Regel, dass sie das Essen wenigstens probiert. Dann muss sie es auch nicht essen, wenn sie nicht mag… Ich hab hiermit enorme Probleme, weil sie sich meistens einfach weigert. Mich kotzt das tierisch an. Aber nur zur Klärung: Mein Kind muss prinzipiell nichts essen, was sie nicht will! Und schon gar nicht aufessen. Davon halte ich nichts.

Herdprämie, Heimchen, … – What the FUCK??? – Vol. 2

„Damals“ (im November) habe ich hier meine Meinung zum Betreuungsgeld rausgebrüllt. Aus aktuellem Anlass will ich das Thema doch noch einmal aufrollen. Weil: Was denken „die“ sich eigentlich?

Zugegeben… Die Meinung in meinem ersten Artikel darüber würde ich mittlerweile nicht mehr wirklich so unterschreiben. Aber vor allem die Art wie FRAUEN (natürlich nur Frauen!) in „Mütter-Klassen“ eingeteilt werden, macht mich nach wie vor kirre.

Mal sehen… Wen präsentieren uns Politik und Medien denn da? (Achtung! Satire!)

1. Die „Hartz IV-Eltern“

Die „Hartz-IV-Eltern“ leben aus Bequemlichkeit auf Kosten des Staates und sind prinzipiell gar nicht in der Lage, sich um ihre Kinder zu kümmern. Eigentlich sollten die gar keine Kinder bekommen dürfen. Ein diesbezüglicher Gesetzes-Entwurf liegt bereits vor. Deshalb werden „die“ jetzt auch der Einfachheit halber aus dem Betreuungsgeld ausgeschlossen: Kein Geld für euch, Schmarotzer! Seht halt zu, wie ihr (und eure Kinder !) allein klarkommen oder sucht euch mal einen „anständigen Job“! Dann können wir weiterreden.

2. Das Heimchen

Das Heimchen steht unter der Fuchtel ihres übermächtigen Mannes und geht vollkommen in der Kinderbetreuung auf. Sie erwartet vom Leben nichts und wünscht sich die „gute alte Zeit“ der 1950er-Jahre zurück, in der die Verhältnisse noch so schön geklärt und übersichtlich waren. Die 100 Euro steckt ihr der Mann jeden Monat in den Reizwäsche-BH, den sie immer unter Bluse und Schürze trägt, während sie ihm nach der Arbeit eine warme Mahlzeit serviert und das Kind ruhig hält, damit er sich entspannen kann. Sie spart das zusätzliche Geld in einem Porzellan-Schweinchen, um sich am Ende des Jahres eine schöne Handtasche davon zu kaufen.

3. Die Karrierefrau

Kinder gehören zum Leben dazu, sonst hätte sich die Karrierefrau gefühlt wie eine Versagerin. Sie arbeitet bis zum Zwangs-Mutterschutz, will die Geburt schnell hinter sich bringen, besorgt sich für die erste Zeit Putzfrau und Nanny und will spätestens wieder arbeiten gehen, wenn das Kind „aus dem Gröbsten raus“ ist. Weil auch die Karrierefrau für ihren Sprössling so schnell keinen Krippenplatz bekommt, schickt sie ihr Kind erst mit 3 (statt der geplanten 2) Monaten in eine private Kindertagesstätte, für die sie 1200 Euro im Monat bezahlt. Sie schaut verächtlich auf die Heimchen (siehe 2.) und Hart IV-Eltern und kann die Diskussion über die „Herdprämie“ überhaupt nicht verstehen.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Politiker und Medien ein wenig zu viel RTL-Nachmittagsprogramm gucken… Oder woher nehmen die dieses klischeehafte Gesellschaftsbild?

Wer irgendwie nicht in der Debatte um das Betreuungsgeld vorkommt, sind ganz normale Eltern.

Zum Beispiel Mütter und/oder Väter, die vielleicht einen guten Job haben könnten, die sich aber FREIWILLIG dafür entscheiden über das erste Jahr hinaus für eine gewissen Zeit mit ihrem Kind Zuhause zu bleiben, um es zu betreuen. Die Eltern werden TROTZDEM (oder gerade deshalb!) den Kontakt zu anderen Kindern suchen und sich um die Freizeitgestaltung Gedanken machen! Für die Eltern sind 100 Euro oft aber einfach ein bisschen sehr egal. Ein kleiner, netter Bonus, der aber an der „Gesamtsituation“ nichts verbessert oder -schlechtert.

Oder Eltern, die gerne arbeiten gehen wollen und die vielleicht sogar einen Betreuungsplatz haben könnten, die ihr Kind mit 13 Monaten aber noch nicht wirklich als „reif“ für die Fremdbetreuung empfinden. So ging es mir zum Beispiel. Klar, ich hätte zu 100 (150) Euro mehr im Monat vielleicht nicht unbedingt „nein“ gesagt, finde aber dass es 1. sehr viel wichtigere Punkte gibt, und 2. die riesige Diskussion (und die Art, wie sie geführt wird) zum Kotzen.

Oder andere Elternteile, die vielleicht gerne arbeiten wollen oder sich selbstständig machen möchten, studieren wollen und die sich krumm machen, um irgendeinen (!) Betreuungsplatz zu finden (von einem, der ihren Vorstellungen entspricht ganz zu schweigen), deren Kind aber überall abgelehnt wird, weil es einfach nicht ausreichend Plätze für Kleinkinder gibt. Auch die würden sich über 100 Euro zusätzlich im Monat irgendwie „freuen“, wären aber unter Garantie glücklicher, wenn das viele Geld in den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote gesteckt werden würde.

Die Politik gibt Eltern 100 Euro, die lachhaft sind, um ihre „Arbeit als Eltern“ zu „würdigen“. Die Medien verreißen die Eltern, die mit ihren Kindern Zuhause bleiben als „rückständig“. Was soll das?

Mal im ernst: Es geht um H-U-N-D-E-R-T Euro. Was soll das bringen und was soll das sein?

  • Eine „Entschädigung“ für Eltern, die leider keinen Krippenplatz bekommen, weil es einfach zu wenig gibt und die deshalb ihr Kind Zuhause betreuen MÜSSEN? Warum dann nur 100 Euro? Was ist das für ein lächerlicher Betrag für eine „kompetente Rundum-Betreuung“?
  • Eine „Verdienstausfallsentschädigung“, um das (durch den nicht vorhandenen Betreuungsplatz) fehlende Einkommen eines Elternteils auszugleichen? Dann wären 100 Euro ebenfalls lachhaft.
  • Ein „Zusatz-Geld“ für Eltern, die ihre Kinder gern Zuhause betreuen wollen? Was soll man denn mit 100 Euro machen? Was soll das an der grundlegenden Situation der Eltern ändern?
  • Eine „Prämie“ für „den Dienst am Kind“??? Warum? Und auch hier: 100 Euro???!!!

Woher kommen die 100 (150) Euro eigentlich? Wie begründen die sich? Was ist die Rechtfertigung für den lächerlichen Betrag?

Und um auf das aktuelle Thema „Kein Betreuungsgeld für Hartz-IV-Eltern“ zurückzukommen:

Eltern, die momentan (aus welchen Gründen auch immer !) auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, sollen ja jetzt von der Unterstützung durch 100 Euro zusätzliches Betreuungsgeld ausgeschlossen werden, weil „gerade Kinder aus bildungsfernen Schichten von den Betreuungsangeboten profitieren“. Letztere Aussage mag ja irgendwie noch nachvollziehbar und gar nicht so doof sein. Nur erklärt das nicht, woher „Hartz IV-Eltern“ (allein diese Bezeichnung regt mich schon so auf!) einen Betreuungsplatz zaubern sollen. Zunächst einmal kann sich eine „Hartz-IV-Familie“ eventuell eine Betreuung durch eine KiTa oder Tagesmutter gar nicht leisten. Davon mal abgesehen sind KiTa-Plätze knapp und auch die KiTa-Leitungen nicht vor elitärem Denken gefeit: Das Kleinkind welcher Familie wird eine Kindergarten-Leitung wohl bevorzugt aufnehmen? Das Kind von Hartz-IV-Empfängern, Arbeitern oder Ärzten? (Entschuldigt die Klischees! Dient hier der Verdeutlichung der prekären Situation!) Davon mal abgesehen, dass Eltern in der KiTa eigentlich einen Arbeitsvertrag vorlegen müssen, um den Anspruch auf einen Betreuungsplatz zu rechtfertigen…

Davon, dass in Deutschland nach wie vor über 300.000 KiTa-Plätze fehlen und das Geld NATÜRLICH besser hier angelegt wäre, will ich jetzt gar nicht erst anfangen… Dafür bräuchte man ja kompetente Erzieher_innen. Aber irgendwie will niemand mehr Erzieher_in werden… Komisch. Dabei sind 900 Euro Entlohnung nach Tarifvertrag für einen knochenharten 7 to 5-Job ohne Plan B für (zwangsläufig eintretende) Krankentage doch ein tolles Angebot (O.o)

Mein Fazit:

Für mich ist (wäre) das Betreuungsgeld neben all den oben aufgeführten Gründen besonders lachhaft, weil ich es vor allem so sehe: Die Politik verabschiedet ein prinzipiell sehr gutes Gesetz: Ein gesetzlicher Anspruch auf einen Betreuungsplatz für ALLE Kinder ab einem Jahr. Tolle Sache. Danach diskutiert die Politik über die Einführung einer Sozialleistung, die – schon BEVOR das erste Gesetz in Kraft tritt – mittelfristig das Problem lösen soll, dass der Platzanspruch ab 1 de facto nicht realisierbar ist. Das ist einfach absurd!

Ein besserer Weg wäre meiner Meinung nach, die ganze Energie, das viele Geld und die Zeit in eine Neuverhandlung der Bestimmungen in den Tarifverträgen für pädagogische Fachkräfte zu investieren. DAS ist der eigentliche Punkt! Die Aussicht, in einer Kindertagesstätte zu arbeiten muss wieder attraktiv werden – vor allem auch für Akademiker_innen! DANN wollen wieder mehr hochqualifizierte Leute in diesem Bereich arbeiten und DANN können mehr KiTas gebaut werden und DANN können mehr Kinder mit einem sinnvolleren Betreuungsschlüssel kompetent betreut werden und DANN gehen Eltern wieder ruhigeren Gewissens arbeiten und: Wer sein Kind trotzdem Zuhause betreut, hat sich DANN dafür vollkommen freiwillig entschieden.

So.

Wenn schon Kacke, dann aber…

Ist doch nicht zu fassen!

Nicht nur, dass ich krank bin, die letzte Woche nicht arbeiten konnte, P. die letzten Tage ebenfalls kränkelte, nachts nicht schlief, K. seine Dienste abgeben musste, aber auch selbst mit den Nerven fertig ist und mir deshalb nicht so viel abnimmt, wie ich es gern hätte… Wir sind ALLE total kaputt.

Neeeeeeeein! Das wäre eindeutig zu einfach.

Gestern durfte ich dann feststellen, dass mir mein (8 Monate altes, einzelangefertigtes tolles neues Lieblings-)Fahrrad geklaut wurde. Ich hab’s sonst IMMER in den Keller gebracht. Am Dienstag nach dem Einkaufen habe ich es mit Tüten und meinem Krank-Zustand aber nicht geschafft und dann vergessen, dass ich es noch runterbringen wollte. Ich hab das verdammte Fahrrad tatsächlich zu ALLERERSTEN Mal über Nacht im eingezäunten Hof an die Fahrradständer angeschlossen – mit einem dicken, fetten STAHL-SCHLOSS. Und jetzt ist es weg. (Hab ich nicht letztens erst darüber gegrübelt, warum so viele Menschen so niederträchtig sind?)

Aber niiiiiicht, dass das reichen würde.

Wir waren heute noch einmal beim Kinderarzt und das P. hat: Mittelohrentzündung. Das heißt, es gibt jetzt Antibiotika. Das heißt, es geht nächste Woche nicht in die Krippe. Das heißt, ich bin eine weitere Woche alleine mit einem quängelnden, schreienden, brüllenden Kleinkind Zuhause. Das heißt, ich kann eine weitere Woche nicht arbeiten. Das heißt, ich werde demnächst auswandern.

Könnt ihr mir bitte bitte bitte alle Geheimtipps verraten, wie man – vor allem wenn man a) selber krank und b) innerlich total gestresst ist, weil man sein Arbeitspensum als Freiberuflerin nicht einmal annähernd schafft – ein 1,5-jähriges dauerkrankes, nölendes, schreiendes Kind erträgt?

Versteht mich nicht falsch! Sie tut mir wahnsinnig leid, man merkt ja richtig, dass es ihr nicht gut geht. Sie ruft nachts nach mir und ich hole sie in unser Bett. Sie wacht früh auf und weint, lässt sich nicht beruhigen. Das kenne ich gar nicht von ihr! Ich versuche wirklich ihr gerecht zu werden, sie zu beschäftigen, abzulenken, mit ihr zu spielen…  kuschele viel mit ihr oder halte sie einfach nur fest, wenn sie weint… Aber… Oh Mann! Ich finde es wirklich wahnsinnig anstrengend… Sie will wirklich jede Sekunde etwas anderes, weiß aber oft selbst nicht, was sie eigentlich möchte oder sie will unmögliches. Ich hab aber gerade einfach nicht die Kraft die ganze Zeit zu springen, hin und her, hier und da… Dann fängt sie sofort an zu brüllen, zu schreien, zu weinen, zu ningeln, wenn ihrer Forderungen nicht sofort Folge geleistet wird. Meine Ohren klingeln, mein Kopf pulsiert…

Ich weiß nicht, wie oft K. und ich in den letzten Tag gedacht und/oder gesagt haben: „Ich halte es nicht mehr aus!!!“ Was macht man denn, wenn man es mal WIRKLICH (kurzfristig) nicht mehr aushält? Dafür gibt es einfach keinen Plan, oder?

*seufz*

DasGehtVorbeiDasGehtVorbeiDasGehtVorbeiDasGehtVorbei….

Land unter!

(Jammer!)

Wir haben unser Osterwochenende in Berlin gut überstanden und den Kopf fein frei gekriegt. Am Sonntag hatte ich schon tierische Halsschmerzen und böse Befürchtungen, weil: Unsere Gastgeberfamilie war auch krank. Wir folgten also.

Ostermontag-Nachmittag haben wir uns dann vermutlich im (vollkommen überbuchten) Inter Connex von Berlin nach L. den Rest geholt und siechen nun vor uns hin.

Ich fühle mich total kacke. Hals weh, Husten weh, Nase weg, Kopf weh und ich leide wie es sonst nur Kerle können (ist das jetzt sexistisch bzw. gender-mäßig ungut? Wahrscheinlich… Aber dafür wisst ihr sicher, was ich damit meine…).

Gestern Abend hatte das P. dann auch noch fast 40 Fieber, das hielt die ganze Nacht. Sie hat de facto NICHT geschlafen und wir waren heute Morgen dementsprechend durch. K. hat seine Dienste abgeben müssen, weil ich (Loser, ich) es nicht hinbekomme, mich in meinem Zustand „adäquat“ um mein Kind zu kümmern. Ich will einfach meine Ruhe. Durch die abgegebenen Dienste fehlt dementsprechend nicht nur mein, sondern auch sein Einkommen für eine ganze Woche. Hoch lebe die Freiberuflichkeit!

Aber immerhin hat er mal seine Dienste abgeben… ICH finde zwar, dass er ein ziemlich großes Drama daraus macht (für jemanden, der quasi NIE „krank macht“ im Gegensatz zu seinen Kolleg_inn_en), aber: er nimmt mir das kränkelnde Kind ab.

Sonst hier das grippale Standard-Programm: Viel trinken, viel Ruhe, viel Schlaf, Paracetamol-Zäpfchen für P., -Tabletten für mich, erstmals Nurofen-Saft für sie. Und dann wird das wieder. Hoffentlich. Das Wochenende habe ich allerdings allein mit Kind vor mir. Ich bete, dass es mir bis dahin besser geht.

(Zusatz)

Da er sich um die Kleine kümmert, komme ich neben meinem Leiden zu diversen Dingen, die man sonst im Kleinkindalltag gar nicht erst versucht: Lesen, Denken und Schreiben. (Ja! Ich fühle mich schlecht dabei! Zum LesenSchreibenDenken reicht’s, aber um das Kind zu bespaßen nicht…)

Worüber ich dabei so nachdenke, suppe ich mal im nächsten Post.

Motzkoffer Deluxe!

Mein Kind befindet sich seit geraumer Zeit in der „Motzphase“. Das hab ich so nicht bestellt, und ich würde diese Funktion gerne reparieren lassen. Es ist an-stren-gend. Und so schnell, wie P. momentan ausrastet, kann ich einfach weder denken, noch gucken und schon gar nicht adäquat reagieren. Wie soll man denn da bitte noch pädagogisch wertvoll handeln???

Hier einige Ausrast-Auslöser des gestrigen Tages:

1. Frühmorgens, weil ich die Knöpfe von ihrem Body zumachen wollte.

2. Beim Abholen in der KiTa, weil ich das „falsche“ Essen mit hatte (Knusperbrot mit ohne Zucker).

3. Beim Einkaufen:

a) weil sie auf einer viel zu hohen Balustrade laufen wollte
b) weil ich die Tür der öffentlichen Toilette zugemacht habe
c) weil ich den Auto-Einkaufswagen nicht ohne Unterbrechung bewegt habe (um halt etwas EIN-ZU-KAUFEN…)
d) weil sie nicht mehr im Auto-Wagen sitzen wollte
e) weil sie wieder zurück in den Auto-Wagen wollte
f) weil wir den Auto-Wagen abgestellt haben
g) weil wir den Auto-Wagen nicht mitgenommen haben
h) weil sie auf den Arm wollte, ich aber einpacken musste

4. Auf dem Nachhauseweg:

a) weil sie auf den Arm wollte und nicht laufen
b) weil sie laufen wollte und nicht auf den Arm
c) weil sie sich vor Wut auf die Knie hat fallen lassen und das (Überraschung!) weh tat
d) weil sie mit der Bahn (auf der anderen Straßenseite) fahren wollte
d) weil wir dann in eine Bahn eingestiegen sind
e) weil die Türen der Bahn zugegangen sind
f) weil die Türen der Bahn aufgegangen sind (wtf?!)
g) weil ein Kind in der Bahn einen Riegel hatte (und sie nicht)
h) weil sie nicht durch die fahrende Bahn laufen durfte
i) weil wir aus der Bahn ausgestiegen sind
j) weil sie auf den Arm wollte und nicht laufen
k) weil sie laufen wollte und nicht auf den Arm
l) weil sie dann doch auf den Arm wollte (erwähnte ich, dass ich Einkaufstüten zu tragen hatte?)
m) weil eine Frau mit Baby auf dem Arm uns überholt hat
n) weil sie dann, als wir in unsere Haustür sind, das Baby nicht mehr gesehen hat (30 Minuten Wutgeschrei)

5. Zuhause:

a) weil sie die Schuhe anlassen wollte
b) weil sie die Jacke anlassen wollte
c) weil sie die Jacke ausgezogen haben wollte
d) weil sie Kekse wollte
e) weil sie saure Gurken wollte
f) weil sie mit der Kühlschranktür spielen wollte
g) weil sie auf ihrem Hochstuhl rumklettern wollte
h) weil sie Kekse wollte

undsoweiterundsofort

*Haare rauf*

Böse angezählt vom KV (und das kam so)

Mir geht’s momentan meistens kacke, manchmal „geht so“ – not worth to beschreib en Detail.

Die Eingewöhnung in der KiTa ist abgeschlossen – die Betreuungszeit wurde heute von 9 bis 14 Uhr beschlossen. Schlafen hat letzten Donnerstag auf Anhieb (und wider Erwarten) wunderbar funktioniert.

Da P. fängt an zu sprechen und zu verstehen. Auf einmal ganz schön viel. Am Wochenende, ziemlich genau am Sonntag, ist mir richtig bewusst geworden, dass sie sich gerade wieder total verändert (hat). Sie hat lange Haare bekommen und läuft und redet und macht nach und isst mit dem Löffel und trinkt aus dem Becher und, und, und… K. hat das vor kurzem auf den Punkt gebracht:

Es gibt Zeiten, da ist so ein Kind nur anstrengend. Und in den Zeiten ist es auch optisch ziemlich unsüß. Dann gibt es andere Zeiten, da könnte man das Kind auffressen, weil es so verschmust, verspielt, wissbegierig und schön ist. Gerade ist eine der anderen Zeiten. Und dann ist es ist auch wieder toll ein Kind zu haben.

Am Wochenende waren wir mit P. übrigens zum ersten Mal rodeln – bei so etwa 3 cm Schnee. Haha. Aber es hat geklappt, wenigstens hinten am großen „Berg“. Oh! Doch was erzählenswertes (halbwegs). Ich wurde nämlich von K. ganz böse angezählt. Und das kam so (ACHTUNG! POLEMIK! ;) )

K. beschließt am Sonntag total kurzfristig (so um 10 Uhr morgens), dass er mit P. doch mal den Schlitten einweihen könnte (so um 16 Uhr nachmittags). Ich wollte eigentlich Zuhause bleiben um mal in Ruhe zu „arbeiten“ (im Internet rumzuschnarchen). Kurzerhand habe ich mich aber doch für’s Mitgehen entschieden (nach 3 Tagen mal Frischluft ist ja auch nicht so verkehrt).

Der Schlitten für P. ist neu und unbenutzt (Geschenk von Oma zu Weihnachten). Im Geschenkpaket inbegriffen war so ein Rücken-Dranmach-Dings und ein Fußsack (braucht man heutzutage). Da(s) konnte(n) wir (er) natürlich nicht (mal eher) wissen (dran denken). Naja. Dann ohne Rückenteil. Wird schon so gehen. Jedenfalls hat der (meiner Meinung nach sowieso ständig viel zu überbesorgte) „Kindsvater“ mir dann MEHRFACH (allerdings) gesagt, dass ich aufpassen soll, wenn ich den Schlitten ziehe (wozu ich effektiv eh kaum kam, weil er es sicherheitshalber lieber selbst gemacht hat). Das wäre enorm wichtig, erklärte (befahl) er mir, weil nämlich: Das P. sitzt da gar nicht gut und sicher drauf (sie saß total okay drauf) und sie hält sich auch kaum fest (musste sie auch nicht, lag ja eh kaum Schnee, deshalb hat ER sie eh die meiste Zeit getragen und ICH habe den Schlitten getragen (-.-)).

Am Rodelberg (Hügelchen) angekommen, haben wir festgestellt, dass ganz schön was los war (das gesamte Viertel wollte scheinbar mit seinen „Bälgern“ den Minimalschnee nutzen). Wir sind dann 1 – 2  Mal den Hang runtergerutscht, das P. war auch bei recht guter Laune (abgesehen vom Keks-Geschrei) BIS (und jetzt kommt’s!): Die unvorsichtige Mutter (ich) mit dem armen P. den Berg runterrast (runter-schildkrötet würde es auch besser treffen). Kaum dass beide gut unten angekommen sind (nach 5 Minuten) will sie zurück auf den Berg stürmen (schlurfen). Dabei gibt sie natürlich NICHT (sehr wohl) hundertprozentig  darauf Acht, dass das Kind auch sicher auf dem Schlitten sitzt, OBWOHL (der nervtötend überbesorgte) K. sie doch vorher EXTRA MEHRMALS darauf hingewiesen hatte. Auf das ruckartig-hastige (völlig normale) Losziehen des Schlittens KONNTE das Kind verständlicherweise NICHT vorbereitet sein (P hat sich einfach zur Seite gedreht, weil da ein anderes Kind mit seinem Schlitten ankam). Das Kind wurde daraufhin unsanft (ganz, ganz, ganz leicht) von dem hohen Schlitten (aus MAXIMAL 30 cm Höhe) mit dem Kopf (mit der dick gepolsterten Schneeanzug-Wange) vom Schlitten gerissen (gerüttelt) und ist infolge dessen hart (seicht) auf den Boden GEKNALLT (lang gestriffen). Dabei hat es sich bestimmt mittelschwere (keine), eventuell bleibende Verletzungen zugezogen (ein bisschen Schnee ins Gesicht bekommen) und außerdem eine traumatisches Erlebnis erfahren müssen (sich erschrocken, weil es kalt im Gesicht war). Daraufhin war die Stimmung natürlich im Eimer (und K. war vorrangig pissig, weil sich P. nur von mir trösten lassen wollte und nicht von ihm. Haha!)

So jetzt wieder im Klartext:

Was mich daran angekotzt hat war, dass er ein totales Drama daraus gemacht hat und mich mit Vorwürfen à la „Ich hab’s dir doch gesagt und du passt dann MAL WIEDER nicht auf und dann passiert es natürlich doch!“ behaftet hat. Erstens: „Mal wieder“ (Ja klar, ich bin total UNFÄHIG auf mein Kind aufzupassen). Zweitens: Ich stelle mir vor, dass man in so einer Situation (und es war ECHT nicht schlimm) einfach gemeinsam das Drama-Kind beruhigt, ein bisschen in sich rein lacht und dafür sorgt, dass die Stimmung bald wieder okay ist. Stattdessen benimmt K. sich (für meine Begriffe) selbst wie ein Kind und zieht so eine „Das hast du nun davon, weil du nie auf mich hörst“-Nummer ab (-.-) Ich fand das mehr als albern und außerdem blöde, weil ich folgendes schon kommen sehe: In ein paar Jahren hat P. das „Spiel“ gecheckt und wird in solchen Momenten noch extra „Aua“ schreien und K. und mich dann schön gegeneinander ausspielen… Das habe ich ihm versucht zu erklären, er wollte das aber einfach nicht verstehen, weil er sich stur an der doofen Situation mit dem Schlitten festgehalten hat (um die es mir schon gar nicht mehr ging – typischer Frauenfehler).

Ich habe aber einfach keine Lust jedes kleine Drama von P. mit zu unterstützen und auch selbst eine große Nummer aus jedem „Aua-Weh“ zu machen – ich „hasse“ diese Art von Eltern! „Oh Gott, Junior, komm her, hast du Aua gemacht? Hast du Aua gemacht? Wenn ich den erwische, der dir das angetan hat…“

Ich finde, dass ein Kind mal hinfallen kann. Und ich finde, dass ein Kind sich mal die Finger einklemmen oder verbrennen kann. Vielleicht muss es das sogar. Es darf sich verschlucken, sich überfressen, sich ein Horn holen und stolpern… Und es darf (verdammt nochmal) beim Rodeln Schnee ins Gesicht bekommen! Solche Dinge passieren. Das gehört doch irgendwie auch dazu, oder?

Bin/war ich da zu „unsensibel“??

KEKSE my ASS!

Arrrrrrrrrrrrgh!!! Der, der die Kekse erfunden hat soll sich SOFORT im Sekretariat melden! Sie/Er/Es ist nämlich dafür verantwortlich, dass K. und ich um ungefähr 3 Millionen Nervenzellen ärmer sind, seitdem…

Das P. in der „Keks-Phase“ (ist)!

Es gab mal eine Zeit, da hatte das P. noch keine Zähne. Die Zeit dauerte bei uns bis zum 4. Monat.

Es gab mal eine Zeit, da war das P. tendenziell untergewichtig und wir haben uns über jeden Krümel gefreut, den sie gegessen hat und über jede 100 Gramm, die sie zugenommen hat.

Prinzipiell bin ich der Meinung, dass wir einige Sachen gut gemacht haben – also für uns „gut“. Wir haben ihr zum Beispiel keinen Schnuller angewöhnt, also werden wir ihr nie einen Schnuller abgewöhnen müssen. Wir haben ihr von Anfang an nur Naturjoghurt und Quark gegeben, nicht diese süße Pampe – sie liebt das Zeug! Sie schläft durch, schon fast von Anfang an. Und zwar 12 Stunden am Stück. Von 20 Uhr bis 8. Wir können uns nicht beklagen. Sie sitzt beim Essen am Tisch. Und so weiter. Irgendwas müssen wir also irgendwie richtig gemacht haben.

Und wir haben einige Sachen verkackt! Ich hab sie ganz am Anfang (ja! Vor allem aus Faulheit) an der Br.st nuckeln lassen, zur Beruhigung und zum einschlafen. Total gute Idee, wenn man ein mega-empfindlicher Hauttyp ist. Resultat: Dauergerötete, off.ne, jucke.de Br.stwarzen. Als ich nicht mehr konnte (sie war drei Monate alt), wollte ich ihr ab und zu Pulvermilch geben.Resultat: Krankenhaus, weil sie den Scheiß nicht vertragen hat. Als ich mit 12 Monaten endgültig abgestillt habe, war sie so an das einschlafen an der Brust gewöhnt (und ich wieder so schwach), dass sie nur beim Nuckeln an der Flasche eingepennt ist. Haben wir ihr abgewöhnt, jetzt schläft sie so.

Aber die Kekse: Was für ein ätzendes Scheiß-Thema!!! Es macht mich WAHNSINNIG!!!

Sie steht auf und sagt als erstes: „Giii?“. Kriegt sie nicht. Kurzes Ningeln, weiter erstmal nichts. Nach dem Wickeln läuft sie in die Küche zu dem Schrank, in dem irgendwann mal die Kekse gelagert wurden und verlangt nach: „Giii?“ Kriegt sie nicht. Wutanfall. Ausraster. Hysterischer Schreikrampf vom feinsten. Beruhigung? No way! Wir bringen sie (ja, manchmal DESHALB brüllend) in die KiTa – und sind total erledigt. Eigentlich müsste ich in der Zeit arbeiten, aber ich erhole mich oft einfach und „wappne mich“ für den Rest des Tages. Wir holen sie wieder ab, kaum ist sie Zuhause: „Giii?! Giii!? Giiii?!“ Kriegt sie nicht – ich habe mir vorgenommen, dass sie nur noch einmal am Tag (zum Vesper) sowas bekommt. Dann ist kurzzeitig die Welt in Ordnung. Aber nur solange bis sie (meiner Meinung nach) genug hat. Das sieht sie grundsätzlich anders und auch dann gibt es wieder Stress. Man kann sie nicht ablenken, nicht mit ihr spielen, sie beruhigt sich nicht allein, sie ist erst ruhig, wenn sie einen ver*ickten Keks bekommt. Also nicht einen, sondern zwei Packungen oder so.

Was kann ich denn da machen???

Eine zeitlang sind wir gut gefahren, indem wir das einfach komplett ignoriert haben und wir dann einfach was anderes mit ihr gemacht haben. Geht nicht mehr. Sie dreht total am Rad. Sollen wir das einfach ertragen und beten, dass es so schnell wie möglich vorbei ist? Ich gebe (gerade in letzter Zeit, mir geht es einfach nicht gut gerade) immer häufiger nach, obwohl ich das nicht will. Aber ganz ehrlich? Ich ertraaaaaaaaaage dieses Gebrülle einfach auf Dauer (und JEDEN TAG) nicht :(

Mein Körper macht mich krank!

(Wer keine Lust auf einen Jammer-Post hat, der sollte an der Stelle nicht weiterlesen…)

ES KOTZT MICH AN! MEIN KÖRPER MACHT MICH KRANK!

Und dieser Satz stimmt in vielerlei Hinsicht…

Ich bin 23 Jahre alt und habe manchmal das Gefühl im Körper einer 80-jährigen zu stecken. Was haben sich meine Erzeuger eigentlich gedacht, als sie auf die Idee kamen gemeinsam ein Kind zu bekommen???

Ich fühle mich langsam wie ein beschissen paranoid-hypochondrischer Vollidiot. Ich bin permanent mit den Unzulänglichkeiten meines Körpers beschäftigt. Dauernd ist irgendwas. Ich fühle mich nie, nie, nie vollkommen leistungsfähig. Und ich kann mir das selbst nicht „verzeihen“.

Punkt 1: Neurodermitis

Habe ich seit meiner Geburt. Als Kind bin ich regelmäßig wie eine Mumie rumgelaufen, mit verbundenen Armen. Mit 5 oder so war ich zum ersten Mal 6 Wochen alleine zur Kur an der Nord- oder Ostsee und hab mich gefühlt wie im Heim. Im Sommer jucken meine Armkehlen und Kniebeugen und die Haut über meinen Augen und unter meinem Hals schuppt sich ab. Im Sommer-Ferienlager wurde ich liebevoll als „Schimmelpilz“ bezeichnet, weil sich meine Haut bei kurzer Sonneneinstrahlung sofort einen Sonnenbrand einfängt und sich daraufhin schält. Im Winter kratzen zu warme Klamotten. Im Herbst und Frühling habe ich Probleme wegen Heuschnupfen.

Punkt 2: Allergien

Ich bin allergisch. Gegen so ziemlich alles. Tierhaare jeder Art, Schimmelpilze, Pollen, haufenweise Baum- und Strauchkram, Penicillin und wahrscheinlich gegen diverse Nahrungsmittel wie Nüsse und die ganzen Klischees. Daran hab ich mich gewöhnt. Das hat zur Folge, dass ich meine Lieblingsjahreszeit (Frühling) nie genießen kann, weil ich entweder total verquollen und verrotzt bin oder todmüde von den histaminblockierenden antiallergischen Pillen. Und ich kann viele gute Freunde nicht Zuhause besuchen, weil ich nach spätestens 10 Minuten weder gucken, sprechen noch atmen kann.

Punkt 3: Morbus Crohn

Vor etwa zwei Jahren kam die Diagnose Morbus Crohn. Mein Darm ist sozusagen überempfindlich und reagiert erstens total auf minimalsten Stress (WIRKLICH minimal) und verteidigt sich gegen sich selbst, sozusagen. Obwohl das nicht nötig wäre. Er greift also die eigentlich gesunden und wichtigen Zellen und Schleimhäute im Darm an. Ich hatte schon immer einen recht nervösen Darm. Wenn ich aufgeregt oder gestresst war, hab ich Durchfall bekommen (Ist das jetzt zu intim? Dieses Thema ist bei mir leider Alltag. Und es kotzt mich übrigens tierisch an, dass so unglaublich viele Leute das so unglaublich lustig oder eklig finden *schnaub*). In der Pubertät hat sich das gesteigert. 2008. Stress mit Leben und Band und Beziehung. Darm verrückt. Das hat dann nicht mehr aufgehört. Nachdem dir ewig Ärzte und Bekannte erzählen, dass du mal einen Gang runter schalten sollst, wird dann doch mal geguckt. Also: Chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Mein Lampenfieber wurde schlimmer und irgendwann bin ich ein halbes Jahr so gut wie gar nicht mehr vor die Tür gegangen, weil ich ständig Schiss habe, in irgendeiner unmöglichen Situation plötzlich aufs Klo zu müssen. Das nervt total. Keine entspannten Spaziergänge mit Freunden, Essen gehen ist auch eher uncool und eigentlich bin ich deswegen dauernervös. Ob Schub oder nicht. Diese Krankheit macht einen irgendwie ein bisschen bekloppt. Die „normalste Sache der Welt“ wird zum Über-Thema. Ich habe keine Ahnung mehr, wie es ist, wenn die Ausscheidungen des eigenen Körpers einfach stinknormal und eben KEIN Thema sind.

Punkt 4: Hashimoto-Thyreoiditis

Wahrscheinlich der neuste Streich meines fantastischen Körpers *schrei* Und siehe da: Eine weitere Autoimmunerkrankung. (Fällt das denn eigentlich niemandem auf? Diese scheiß Krankheiten sind ALLESAMT Autoimmunerkrankungen… Mein Körper ist sein größter Feind!) Die Schilddrüse diesmal. Da werden irgendwie zu viele oder zu wenig Schilddrüsenhormone produziert und das beeinflusst so ziemlich viel, was das eigene Befinden angeht. Die Werte sprechen eindeutig dafür. Ich fühle mich beschissen. Schlapp, müde, antriebslos, total kaputt. Ich habe Herzrasen, ständig ein glühendes Gesicht und kalte Hände und fühle mich grundlos total zittrig-panisch. Die Ärzte sagen: „Eine spezifische Behandlung ist derzeit nicht erforderlich“. Na großartig! Pech gehabt, oder wie? Und WIEDER so eine beschissene Krankheit, die keiner so richtig ernst nimmt. So nach dem Motto: „Schlafen Sie sich mal richtig aus, dann wird’s schon wieder gehen.“ Geht es nicht. Diese Zustände sind UNAUSHALTBAR! Und ich kann sehr wohl „Ich fühle mich ganz normal müde und geschafft“ von diesen ständig wiederkehrenden Symptomen unterscheiden! Ich fühle mich total ausgelaugt und bin absolut nicht arbeitsfähig. Damit soll ich nun halt klarkommen, obwohl es ganz offensichtlich einen Auslöser gibt? Ich raff’s nicht.

Punkt 5: Und dann war da noch…

Ich war letzte Woche Freitag dann doch mal beim ALLGEMEINARZT (zu der Spezies sag ich jetzt mal nichts)… Seit etwa einem Monat schwillt etwas unter meiner linken Kieferhälfte beim Essen extrem an. Vorbelastungen (Krebs) in der Familie inklusive. Madame Ärztin glotzt mich also besorgt an, tastet hier und da und sagt: „Ja, schon sehr geschwollen“ (Ach nee, danke!) Ich soll das untersuchen lassen… Röntgen und was weiß ich… Ach nee, doch gleich CT. Ob ich mir jetzt Sorgen machen muss, frage ich sie. „Naja. Ich kann nichts ausschließen. Schönes Wochenende!“ Ich war total im Arsch und hab mich die nächsten Monate im Krankenhaus verbringen sehen. Irgendwann ist ja auch mal gut, oder? DREIUNDZWANZIG, verdammt!!! Jedenfalls sitze ich montags übernervös in der Radiologie und soll in die Röhre (PANIK! Siehe: Morbus Crohn – 15 Minuten in einer Röhre ohne Klozugang – kommt ihr langsam mit? (Falls an der Stelle überhaupt noch wer lesen sollte…)). Zum Glück musste ich da NICHT rein, weil: Ein Ultraschall hat gezeigt, dass das SPEICHELDRÜSENSTEINE sind. SPEICHELDRÜSENSTEINE? Wtf!!?? Was es nicht alles gibt. Wieder was gelernt. Die müssen jetzt jedenfalls raus und woher die kommen, dass kann mir irgendwie auch keiner erklären. Mir auch egal, Hauptsache es ist nicht das schlimmstmögliche.

Gut also. Ich haue mir jeden Morgen haufenweise Zeug rein… Mesalazin, Azathioprin gegen den Crohn, Kurkumin, Hericium-Vitalpilz (krasses Zeug!) und Vitamin D vom Antroposophen (ja! So weit ist es schon gekommen!) und Selen als erste Maßnahme für/gegen die Schilddrüse…

Besser geht’s mir trotzdem nicht.

(Obwohl: Nachdem ich 2 Monate diese Pilz-Kapseln genommen habe, ging es mir deutlich besser. Jetzt sind die alle und es geht wieder schlecht. Ist das jetzt Einbildung??)

Falls das irgendjemand gelesen haben sollte:
Hat irgendjemand irgendeine Idee, was da los ist???

Müssen die echt ALLES kommentieren?

„Selber laufen wäre aber besser, wissen Sie, ne?“ raunzt mir die EZ2 zu, als wir uns kurz vor der KiTa treffen und ich das P. in der Manduca auf dem Rücken habe. „Da bewegt sich das Kind und Sie ersparen sich die Rückenschmerzen, ahaha“

Ich: „Ahhaha… Jaaaaaaa“ *Stirn runzel* Dabei hätte man es ja belassen können. Aber nee, nee, nee… EZ2 holt aus:

„Wissen Sie, es ist ist wirklich besser, die Kinder selbst laufen zu lassen. Dann kommt der Kreislauf in Schwung. Und sie ist doch auch schon zu groß für das Ding, oder? Da tut Ihnen ja sicher der Rücken weh, oder nicht?!“ Suggestiv-Frage.

Ich: „Aaaach, die war heute so schrecklich gelaunt und ja ja, sooonst, da lasse ich sie ja auch laufen, klar, immer. Und nööö, Rücken tut da eigentlich nicht weh. Sind ja immer nur die kurzen Strecken, wissen Sie?“

EZ2 weiß es besser: „Na sicher, das merken Sie ja nicht JETZT… Das rächt sich alles später, ganz bestimmt. Da werden Sie dann an meine Worte denken.“

Ich: „Hmhmn.“

Baaah, das nervt. Versteht mich nicht falsch. Ich mag die EZ1 und EZ2, solange sie sich mit meiner Tochter beschäftigen. Das können die gut. Mittlerweile mag ich auch die komische FSJlerin. Solange sie sich mit meiner Tochter beschäftigt und ich ihre Knatsch-Stimme nicht länger als 5 Minuten beim hinbringen und abholen ertragen muss.

Was ich nicht mag sind ungebetene Kommentare meiner Verfahrensweisen, MEIN Kind betreffend. Und was ich noch weniger mag ist meine absolut unzureichende Schlagfertigkeit frühmorgens kurz nach 9.

Ich trage mein Kind gerne, solange es noch geht. Und ich lasse mein Kind laufen. Ich versuche meinem Kind das Essen mit dem Löffel beizubringen. Sie hat nicht wirklich Bock drauf, ich habe keinen Bock auf Stress. Also lassen wir das langsam angehen. Mein Kind schläft bisher nur, wenn sie allein im Zimmer ist. Auch das wird sich ändern. Ja, ich ignoriere die Wutausbrüche und „auf den Boden werf-Aktionen“ der P. oft, aber nicht immer. Und manchmal geb ich meinem Kind einen verdammten Keks, wenn ich das Genöle nicht länger aushalte. NA UND?

Mann ey. Ich fühle mich automatisch wie auf dem Schulhof. EZ2 ist die Lehrerin und ich bin die Schülerin: „Ja, ich habe in der Pause hinter dem Schulhaus geraucht und unerlaubt das Schulgelände verlassen. Das tut mir leid und es wird nicht wieder vorkommen.“