KiTa-Eingewöhnung: Woche 4 + Wochensoße

Das P. war letzte Woche krank und nur halb in der KiTa, also ist diese Woche die eigentliche vierte Woche der Eingewöhnung gewesen. K. hat sie hingebracht und meistens auch abgeholt, ich kann also nur von Erzählungen berichten und davon auch nicht unendlich viel. Aber: Es läuft gut.

Wir bringen das P. um 9 in die Krippe. Wir kommen an, ziehen sie aus. Sie stiefelt zum Krippenraum und seit dieser Woche geht sie auch direkt relativ freudestrahlend los und fängt an zu spielen. Geheult wird nicht mehr, Tschüss gesagt auch nicht. Eltern verzieht euch, ich will spielen. Super also.

Mittags will sie meistens Nachschlag (wie überraschend!), sie bleibt beim Essen am Tisch sitzen (im Gegensatz zu den ersten Wochen) und sie trinkt alleine aus der Tasse und stellt die sogar auch wieder hin (wäre schön, wenn das Zuhause auch so wäre). Mit dem Löffel essen klappt noch nicht so, das sollen wir mal „üben“. Jaaaa, machen wir. Klappt hier immerhin schon beim „Dogat?!“.

Momentan holen wir sie nach wie vor kurz vor 12 (also kurz vorm Mittagsschlaf ab), sie wird schon „ritualmäßig“ mit gewickelt und ins Bettchen gestellt, denkt aber noch nicht ans Schlafen und hat den Sinn und Zweck, glaub ich, auch noch nicht so richtig verstanden. Die EZinnen sind aber zuversichtlich, dass das werden wird. Muss ja auch.

Wir gehen nach Hause und legen sie ins Bett, sie quatscht noch ’ne Stunde vor sich hin und pennt dann irgendwann so von 13 bis 15 Uhr. Ich weiß nicht, wie das in der Krippe funktionieren soll, weil die EZinnen ja im Raum bleiben. Hier macht das P. auch keine Anstalten zu schlafen, wenn jemand im Zimmer ist. Aber das ist ja zum Glück dann deren Problem, haha, und nicht meins.

Nächste Woche wird der Mittagsschlaf dann aktiv angegangen und JA! ich freue mich drauf, wenn wir bei 5 Stunden am Tag angekommen sind und ich tatsächlich effektiv zu was komme in den Vormittags- und Mittagsstunden. Es ist ja schon ziemlich und wird sowieso bestimmt alles guuuuut.

Und sonst so?

Hmmm… Streit gab’s. Vertragen gab’s. Jetzt ist es wieder gut soweit. Ich bin außerdem krank und fühle mich so ziemlich ausgekotzt, das nervt.

Irgendwie hab ich gerade mal wieder ein Gewitter im Gehirn. Die Tage verkorksen so vor sich hin, ich bin nur in der Lage sinnlosen Mist zu tun und habe aber auch gerade gar keine Lust auf Sinnvollitäten. (Zum Glück ist das von der Auftragslage her auch gerade so mehr oder weniger drin…) Ich denke „zu viel“ nach, über nicht lösbare Weltprobleme und vergesse darüber mein Leben zu leben… So oder so ähnlich. Irgendwie verschwimmt gerade alles, Woche um Woche geht und alles fühlt sich ein bisschen eklig an. Ich komme auch mit dem scheiß-kalten Wetter nicht klar, echt nicht.

Das P.: Entwickelt sich rasant. Wirklich verrückt. Sie hat total viele Haare bekommen und mittlerweile ’ne ordentliche Matte. Sie quatscht die ganze Zeit vor sich hin und die ein oder anderen Worte versteht man auch schon. In diesem Monat sind unter anderem neu dazu gekommen:

– „anna“ = Windel
– „duggu“ = dunkel
– „darra“ = Gitarre
– „Dogat“ = Joghurt

Manchmal wirkt es wirklich, als wolle sie uns etwas ganz bestimmtes sagen und ist dann richtig frustriert, weil wir sie offensichtlich nicht verstehen. Ansonsten geht mir das „Giii“-Keks-Dilemma echt auf den Keks (im wahrsten Sinne). Ich bin auch manchmal einfach zu schwach und gebe nach, das P. ist aber maßlos. Am Wochenende z.B. hatte ich soooo sehr keinen Bock auf diese Endlos-„Diskussion“ und das Gebrüll und Geschrei, dass ich ihr einfach die verdammte Keks-Packung hingestellt habe und zu ihr meinte: „So. Bitte. Da hast du Keks. Iss und iss bitte so viel bis du kotzt.“ (Echt jetzt) Sie hat die alle aufgegessen und wollte danach noch mehr. Waaaas geeeeeht dennnn???

Übrigens habe ich auch festgestellt,dass sie mittlerweile an die obersten Schubladen des Apothekerschranks im Flur kommt. Vor einigen Tagen schleicht Madame sich also dahin, während ich in ihrem Zimmer döse, schnappt sich die Keks-Schachtel aus der Schublade setzt sich hin und fängt an die wegzuknuspern. Ich wundere mich nach ein paar Minuten, warum es so still ist, gehe in den Flur und? Das P. erschreckt sich TIERISCH, guckt schuldbewusst, hält kurz inne, dreht mir den Rücken zu und kaut weiter ihre Kekse weg. Ist das zu fassen? Sie weiß das g-a-n-z- genau, dass Mama das höchstwahrscheinlich nicht toll finden wird. Aber versuchen kann man’s ja…

Sonst passiert hier an allen Ecken gerade das, was man wohl „Grenzen testen“ nennt. Wenn ihr was nicht passt, dreht sie durch. Aber RICHTIG. Die EZ1 hat uns auch schon bescheinigt: „Sie hat auf jeden Fall eine starke Persönlichkeit„. Ich persönlich finde trotzdem, dass sie sich mit der Phase schon noch hätte Zeit lassen können… Aber naja. Nächste Woche dann also 16 Monate. Bald 1,5 Jahre… Woooooooow.

Und ach ja: Ich verspüre immer häufiger, dass ich es gut fände, wenn ein zweites Kind da wäre. Ein Geschwisterchen. Ich habe aber absolut keinen Nerv gerade auf alles, was davor steht: Schwanger werden wollen, hibbeln, schwanger sein, die Sorgen und Ängste, Geburt, Neugeborenes (also alles das, was über „süüüüüüß“ hinaus geht)… Tatsächlich haben wir vor einigen Tagen schon einmal leise über eine Adoption nachgedacht… Kennt sich jemand damit aus? Was haltet ihr davon? Geht das so „einfach“ (nein, natürlich nicht)… Es ist wirklich nur mal ein Gedanke in eine andere Richtung… Wegen meinen Krankheiten hab ich einfach auch Schiss. Das P. scheint es gut getroffen zu haben, aber wer weiß, wie es beim zweiten Kind werden würde…

KiTa-Eingewöhnung: Tag 4

Haltet mich für bekloppt, ABER: Mir ist die Uhrzeit, zu der wir aktuell täglich in der KiTa antanzen müssen (NEUNUHRDREISSIG) echt entschieden zu früh. Wir kommen zu spät, und zwar bis jetzt täglich. Heute fetzige 15 Minuten. Kommentar EZ1: „Und wir dachten schon ihr kommt nicht mehr“ Narf. Mistmistmist. Ich komme immer und überall zu spät (liegt unter anderem am Chrohn (und an mir, weil ich wirklich keine Lust habe jedem auf die Nase zu binden, warum genau man, wenn man Morbus Chrohn hat ständig zu spät kommt)).

Angekommen
Gut, Kind hat gewunken und sich gleich ins Getümmel gestürzt

Ausprobiert
Trampolin, Bällebad, Rutsche

Teilgenommen
Obstfrühstück, „Dreiradrunde“ vorm Mittagessen

Größte Hürde
Ich (= Mama) musste aufs Klo ((Was für eine Überraschung!)) = 1. unfreiwilliger Trennungsversuch

Funktioniert 1
Klogang Mama hat P. gar nicht gemerkt

Funktioniert 2
EZ2 nimmt P. auf Arm

Funktioniert 3
P. lässt sich von der komischen FSJlerin trösten

Gewütet
Die EZinnen kennen jetzt auch P.s Wut-Ich (Grund: Zu langsame Vergabe der Apfelstücke)

Schade
P. wollte gerne mit Mittag essen, wir mussten gehen

Plan für morgen
Ich gehe nur kurz mit in den Gruppenraum, dann raus, wenn P. gut gelaunt.

Alles in allem
Wir sind gespannt :) Alles in allem scheint’s gut zu laufen und ich denke, dass wir das schneller als gedacht hinbekommen.

KiTa-Eingewöhnung: Tag 2 + 3

Es läuft gut :)

Kita Eingewöhnung Berliner ModellTag 2:

Das P. war schon sehr viel interessierter als beim ersten kurzen Besuch. Die Erzieherinnen waren jetzt auch „richtig“ für uns da. Gut: Die beiden Krippentanten sind sehr lieb, nehmen die Kinder hoch, wenn sie weinen und sprechen viel mit ihnen. Ich hätte mir gewünscht, dass vielleicht eine etwas quirligere junge Erzieherin dabei ist (die FSJlerin ist leider etwas anstrengend – Sie hat so dieses „rund um die Uhr-Ermahnen“ drauf: „Niklas, nicht da runter springen, Lukas zieh die Schuhe an, Laura iss den Apfel auf…“ und dazu noch eine recht anstrengende Stimme… Hm, nun ja. Sie will ja Frühpädagogik studieren und wird da hoffentlich dazu lernen ;) ). In der Übergangsgruppe (2,5 bis 3 Jahre), die heute kurz im Krippenbereich zu Besuch war, arbeitet ein sehr junger Mann als Erzieher – der ist mir sehr sympathisch. By the way: Unglaublich, was 25 Kleinkinder auf einem Haufen für einen unfassbaren Lärm veranstalten können!!! Das P. hat verständlicherweise noch sehr an mir geklebt, sich aber alles ganz genau angeguckt und auch am „Obstfrühstück“ mehr oder weniger aktiv teilgenommen. Wir waren für eine Stunde da und am Ende hat P. den anderen Kindern energisch zugewunken.

eingewöhnung krippeTag 3:

Heute also noch einmal für eine Stunde gemeinsam gucken. P. schien zu wissen, wo wir sind (oder jedenfalls: Dass wir irgendwo sind, wo wir schon einmal waren). Geklammert hat sie schon deutlich weniger und auch kleine Streifzüge durch den Krippenraum gestartet. Dazwischen kam sie zwar regelmäßig zum „abklatschen“ bei mir vorbei, war aber schon weniger ängstlich. Die Erzieherinnen versuchen aktiv Kontakt aufzunehmen, testen immer mal kleine Berührungen usw. – finde ich gut, diese softe Methode der Eingewöhnung in die KiTa. Man merkt, dass alle sehr darauf bedacht sind, das Kind nicht zu überfordern. Am Ende hat sich das P. auch kurz hochnehmen lassen und wehrt sich auch nicht mehr, wenn eine der Erzieherinnen ihre Hand nimmt.

Es ist total interessant (und zuweilen auch schwierig) als „objektiver“ Beobachter in den Krippen-Alltag reinzuschnuppern. Manche Situationen sind natürlich auch „hart“ für’s Mutterherz: Das Kind steht zum Beispiel neben der Erzieherin und hält ihr freudestrahlend ein Gummipferdchen hin (ist ihr Lieblingsspiel: Bitte – Danke = Geben & Nehmen). Die Erzieherin ist aber gerade mit dem Rotz eines anderen Kindes beschäftigt. Da zuckt es tierisch in der eigenen Hand und man kommt kaum umhin zu denken: „HALLOHOOO?! MEIN KIND WILL KONTAKT ZU DIR AUFNEHMEN! KÖNNTEST DU SIE BITTE NICHT IGNORIEREN?!?!“, weil P. langweilig war fing sie dann an durch ein Regal zu klettern und… IST RUNTERGEFALLEN. Tjaja… Es ist nicht sooo leicht zu akzeptieren, dass das eigene Kind in einer Krippengruppe nur eins von einigen ist. Aber: Das ist ja auch das gute daran. Prinzessinentum gleich ausmerzen ;)

Bisher bin ich wirklich sehr glücklich mit diesem Berliner Eingewöhnungsmodell. Von Verwandten durfte ich mir seit der Bekanntgabe des KiTa-Starts ja schon zigfach die fiesen Ost-KiTa-Storys anhören: „Also uns wurden die Kinder damals gleich aus den Händen gerissen und die Eltern wurden gebeten, die Tür von außen zu schließen. Ist das heute etwa nicht mehr so?“ Mir bringt es auch persönlich in meinem Umgang mit P. einiges, was ich schlecht beschreiben kann. Sie zu sehen, in einem fremden Umfeld und wie selbstständig sie doch schon ist mittlerweile… Zu sehen, wie „Fachpersonal“ mit Kleinkindern umgeht (auch nicht so anders als ich) gibt mir Sicherheit und ein gutes Gefühl für Zuhause.

Auch gut: An der Tür zum Gruppenraum gibt es eine kleine Infotafel, auf der jeden Tag kurz erläutert wird, was tagsüber so gemacht wurde und was es so Neues gibt. Heute stand da: „Unser Eingewöhnungskind P. hat mit uns zusammen gespielt“ – da wurde es mir doch glatt etwas feucht in der Augengegend…

Morgen also: KiTa-Start

Morgen beginnt also die KiTa-Eingewöhnung für das P. – einen Monat lang wird das Weggehen von mir „geübt“ (Berliner Eingewöhnungsmodell), danach haben wir in etwa 5 Stunden Vormittagsbetreuung geplant. Uffreschend!

Eingewöhnung in die KiTa

Fragen / Befürchtungen meinerseits:

– Wird sie mit Kindern, Erziehern und Bazillen klar kommen? (natürlich, früher oder später)

– Werde ich mit Erziehern und Bazillen klar kommen? (vermutlich, früher oder später)

– Wie wird die Eingewöhnung genau ablaufen (Wie oft werde ich zu spät kommen?)

– Werde ich selbstständig genug Geld verdienen? (irgendwie sicher)

– Reichen mir dafür die 5 Stunden tatsächlich? (muss)

– Wie wird das mit dem Schlafen werden? Bisher schläft sie ja nur mit Flasche ein. (wird schon)

Hoffnungen meinerseits:

– Vielleicht geht ja auch alles ganz schnell und unkompliziert. (eher nicht)

– Trennungsschmerz und gebrochene Herzen hoffentlich in Grenzen. (wahrscheinlich)

– Vielleicht etwas Entlastung, um die Zeit mit dem P. viel mehr genießen zu können. (mehr oder weniger)
Wünscht uns Glück ;)