Ich geh einfach nicht mehr raus!

Ich blogge gerade nicht. Warum eigentlich?

Die Gedankenmaschine läuft und läuft. Grübelzwang und so. Aber was wirklich prächtiges kommt nicht heraus dabei. Der Alltag ha(ss)t mich. K. hat wieder die eine Woche im Monat auswärts gearbeitet. Das schafft mich. Ich bin morgens zu müde zum Aufstehen und abends nicht bereit früh genug ins Bett zu gehen. Jeder Tag ist genau wie der Tag vorher. Es passiert (weitgehend) nichts außer der Reihe. Ja, sicher. Es gibt schlimmeres. Aber sie kotzt mich gerade mal wieder an diese Welt, wegen… ach… wegen Syrien und Griechenland und dem Iran, wegen sexistisch-rassistischen Arschlöchern und unlösbaren Konflikten überall. Wegen: Ich wäre lieber ein Schwein und hätte keine Wahl.

Dazwischen ist das Kind mal süßsüßsüß und mal zum Kotzen. Grenzen testen vs. Sprechen lernen. Die Gefühlsachterbahn ist da schlimmer als zu hochpubertären Zeiten, finde ich. Ich liebe sie. Das merke ich immer häufiger und klarer. Sie macht mich stark und schwach zugleich. Aber für sie ziehe ich durch. Ich wette, sonst hätte ich jetzt wieder mal eine „Ich geh einfach nicht raus… So zwei oder drei Monate“-Phase. Durch sie hab ich’s nicht.

Scheiß Luxusprobleme! Ich weiß. Und das ist es ja gerade. Ich will mich nicht beschweren. Tolle Wohnung, ertragbare Stadt, ertragbares Land, tolles Kind, in Ordnunge Beziehung, Essen im Kühlschrank. Aber zwischen alldem sind viel zu große Fragezeichen und die überrennen mich. Darf ich das genießen obwohl es anderen dreckig geht? „Nicht auf Kosten anderer“ geht hier ja kaum… Und da sind wir wieder im: Karussell. Ich bin raus.

(Waaah! Der Pizzabote gerade sah aus wie Anthony Hopkins)