Müssen die echt ALLES kommentieren?

„Selber laufen wäre aber besser, wissen Sie, ne?“ raunzt mir die EZ2 zu, als wir uns kurz vor der KiTa treffen und ich das P. in der Manduca auf dem Rücken habe. „Da bewegt sich das Kind und Sie ersparen sich die Rückenschmerzen, ahaha“

Ich: „Ahhaha… Jaaaaaaa“ *Stirn runzel* Dabei hätte man es ja belassen können. Aber nee, nee, nee… EZ2 holt aus:

„Wissen Sie, es ist ist wirklich besser, die Kinder selbst laufen zu lassen. Dann kommt der Kreislauf in Schwung. Und sie ist doch auch schon zu groß für das Ding, oder? Da tut Ihnen ja sicher der Rücken weh, oder nicht?!“ Suggestiv-Frage.

Ich: „Aaaach, die war heute so schrecklich gelaunt und ja ja, sooonst, da lasse ich sie ja auch laufen, klar, immer. Und nööö, Rücken tut da eigentlich nicht weh. Sind ja immer nur die kurzen Strecken, wissen Sie?“

EZ2 weiß es besser: „Na sicher, das merken Sie ja nicht JETZT… Das rächt sich alles später, ganz bestimmt. Da werden Sie dann an meine Worte denken.“

Ich: „Hmhmn.“

Baaah, das nervt. Versteht mich nicht falsch. Ich mag die EZ1 und EZ2, solange sie sich mit meiner Tochter beschäftigen. Das können die gut. Mittlerweile mag ich auch die komische FSJlerin. Solange sie sich mit meiner Tochter beschäftigt und ich ihre Knatsch-Stimme nicht länger als 5 Minuten beim hinbringen und abholen ertragen muss.

Was ich nicht mag sind ungebetene Kommentare meiner Verfahrensweisen, MEIN Kind betreffend. Und was ich noch weniger mag ist meine absolut unzureichende Schlagfertigkeit frühmorgens kurz nach 9.

Ich trage mein Kind gerne, solange es noch geht. Und ich lasse mein Kind laufen. Ich versuche meinem Kind das Essen mit dem Löffel beizubringen. Sie hat nicht wirklich Bock drauf, ich habe keinen Bock auf Stress. Also lassen wir das langsam angehen. Mein Kind schläft bisher nur, wenn sie allein im Zimmer ist. Auch das wird sich ändern. Ja, ich ignoriere die Wutausbrüche und „auf den Boden werf-Aktionen“ der P. oft, aber nicht immer. Und manchmal geb ich meinem Kind einen verdammten Keks, wenn ich das Genöle nicht länger aushalte. NA UND?

Mann ey. Ich fühle mich automatisch wie auf dem Schulhof. EZ2 ist die Lehrerin und ich bin die Schülerin: „Ja, ich habe in der Pause hinter dem Schulhaus geraucht und unerlaubt das Schulgelände verlassen. Das tut mir leid und es wird nicht wieder vorkommen.“

KiTa-Eingewöhnung: Woche 3

Echt? 3 Wochen schon rum? Na dann wollen wir mal:

Alles paletti soweit. Seit Mittwoch isst das Fräulein regelmäßig mit. Ich werde von den EZinnen meistens mit „Alles bestens, sie hat zwei Mal Mittag gegessen“ begrüßt. Könnte nicht besser, oder?

Wir sind mittlerweile bei: Hinbringen um 9, direkt gehen und abholen kurz vorm Mittagsschlaf (aber gewindelt wird schon mit) gegen 11:30.

ököködaödöa

Am Dienstag (oder so) bekam ich ein vollkommen verrotz-heultes Kind in die Arme gedrückt. Kommentar dazu? „Alles bestens, sie hat zwei Mal Mittag gegessen“… Ääääääähm. Okay.

Ins Bett legen lässt sie sich noch nicht, aber windeln geht okay. Meistens. Und sie sitzt „brav“ beim Essen am Tisch. Nach einigen Anläufen jedenfalls.

Zwei Mal hat sie mich einfach beim Abholen übersehen. Und mehrmals hat sie ihre Bezugsperson EZ1 „Mama“ gerufen und geflennt und gebrüllt als wir den Krippenbereich verlassen wollten. Ich schätze, das ist ein gutes Zeichen. Tut trotzdem weh im Mama-Herz. „Wo ist denn die Mama?“ frage ich, sie auf dem Arm über die Straße wuchtend – „Daaaaaa“ ruft das Kind und zeigt in eine unbestimmte – aber in jedem Fall WEIT WEIT ENTFERNTE Richtung. *schluchz*

Die anstrengende FSJlerin ist gar nicht mehr so anstrengend und meckert auch nicht mehr rum. Oder ich bekomme es nicht mehr mit.

Nächste Woche wird dann Projekt Mittagsschlaf in Angriff genommen. Und eine tatsächlich wird die täglich mehrstündige Arbeitszeit immer greifbarer.

Was mir negativ aufgefallen ist:

Die gehen irgendwie nicht raus. Ich hoffe, dass das anders ist, wenn es wärmer und trockener ist. Ich bin ein bisschen neidisch auf eine andere Mama, deren KiTa-Gruppe jeden tag raus geht. Naja.

Das Essen ist echt kacke. Im wahrsten Sinne. Linsensuppe, die nach Blumenkohl riecht, am Montag. Und Mittwochs war in der Schüssel so Zeugs, das sah aus wie Katzenfutter oder -kacke. Ich weiß nicht. Hätte ich jedenfalls nicht essen wollen. Freitag gab’s Fisch mit Kräutersoße und Kartoffeln. Das ist okay. Mir wird trotzdem immer ein bisschen schlecht, wenn ich da rein komme.

Das gibt es so ein paar EZinnen im größeren Bereich… Maaaann ey, da bekomme ich schon nach 10,5 Minuten Kopfschmerz-Anfälle. Diese typisch-anstrengend-nichtssagenden Scheiß-Sprüche in dieser typisch-anstrengenden Knatsch-Tonlage: „Maria! Emma! Leonard! Bei euch piept’s wohl??? Es ist kurz nach halb! Jetzt aber Abmarsch!“

((Ob sich die Wahrscheinlichkeit eines Amoklaufs drastisch erhöht, wenn Kinder in Kleinkindertagen tagtäglich von solchen Hexen tyrannisiert wurden?? Sollte man mal untersuchen. Merke: Vielleicht kann ich das in mein Studium einbringen…))

Und sonst so?

Auf jeden Fall kann nur alles besser werden nach dieser ätzend-anstrengenden Woche: K. hat komplett 7 Tage hintereinander am Stück in einem anderen Bundesland gearbeitet.

Liebe Voll- und Teilzeit-Alleinerziehende: Ihr habt wirklich meinen allergrößten Respekt! Ich könnte das nicht. Wie zur Hölle macht ihr das???

Scheiß Laune hatte ich gestern, woooohar! Aber wie! Aber ich habe eine sehr, sehr, sehr, sehr interessante Doku in der Glotze gesehen – es ging um die Inuit und ich habe schon lange nicht mehr so eine bemerkenswerte Sache über das Fernsehen erfahren. Wer’s wissen will, darf in den Kommentaren fragen und ich erzähl’s gerne. Führt hier sonst zu weit ;-p

Heute ist die Laune besser, weil: Ich war mit P. im Zoo und trotz einiger Wutanfälle war es gut und weitgehend angenehm. Heute Abend kommt K. wieder und wir haben diese miese Woche hinter uns. Und ich habe endlich mal wieder was genäht und noch mehr davon vor. Soweit, so normal.

KiTa-Eingewöhnung: Woche 2

KiTa LeipzigSoooooo… Woche 2 ist überstanden. Die Tage hat vor allem K. das P. in die KiTa gebracht. Und das gibt’s zu berichten:

 

 


Montag

  • Wirkung Wochenende spürbar bei allen Kindern, auch bei P.
  • EZ1 + 2 im Stress
  • K. und ich haben P. zusammen hingebracht und abgegeben
  • Situation zu ungewohnt
  • trotzdem erster längerer Trennungsversuch
  • FRÜHSTÜCKEN gegangen – zu ZWEIT :) Luxus.
  • 10:15 P. abgeholt: Total verquollen und verheult
  • Zuhause: Koma

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag

  • K. bringt das P. in die KiTa
  • P. weiß an welcher Haltestelle wir morgens aussteigen
  • Trennungsversuch 09:00 bis 10:15 (vor Obstfrühstück)
  • Eingewöhnungskind 2 brüllt KiTa zusammen
  • P. macht sich gut, langsam Verbindung zu EZ 1 + 2
  • FSJlerin verschwunden (ich hab nicht gefragt wohin)

Freitag

  • kalt, Schnee, Regen – bäh
  • P. scheint sich auf KiTa zu freuen
  • Nur kurz geweint bei „Übergabe“
  • Trennung 09:00 bis 10:45 + erster Versuch Mittagessen
  • Mist: Ich komme nach Absprache zur Sicherheit 10:15, falls Mittag nicht klappt
  • P. hört Tursummer als sie Runde mit EZ1 durch KiTa -> sieht mich (-_-)
  • ich bin mit im Gruppenraum beim Mittagessen und fasziniert:

Krippe Leipzig, Kindergarten LeipzigNach zwei Wochen hat sich wirklich einiges getan. P. macht alle möglichen Sachen ziemlich selbstverständlich mit (z.B. beim Essen am Tisch sitzen, versucht mit Löffel zu essen und trinkt selbst aus der Tasse). Ja: Ich bin sowas wie stolz, aber vorrangig froh. Sie scheint sich wohl zu fühlen. ich bin gespannt welche Auswirkungen das Wochenende jetzt auf die nächste Woche haben wird.

KiTa-Eingewöhnung: Tag 1

Heute war noch weitgehend unspektakulär: Nur kurz für kaum eine halbe Stunde reingelunzt, noch einmal alles erklärt und gezeigt.

Eingewöhnung KiTa

Aha:

– heute waren etwa neun Kinder da: angenehm kleines Grüppchen (vielleicht fehlten noch einige, weil kurz nach Neujahr?)

– zwei Erzieherinnen regulär, eine FSJlerin (Eindruck: noch gleich null, aber jedenfalls nicht „achduscheisse“)

– nette Räumlichkeiten (kein Traum, aber Platz und Bällebad mit Rutsche, kuschliger Schlafraum)

– „Doku-Mappen“ für Fotos vom Kind und Bastelarbeiten (BASTELARBEITEN ;) Aber ja: Schöne Sache)

– Mittagessen kurz vor 11 (für uns erst ab Mitte des Monats oder so)

Berliner Eingewöhnungsmodell means:

– erste Tage 30 bis 60 Minuten zusammen Gruppe und Räumlichkeiten kennenlernen

– Kind fühlt wohl: Immer häufiger für nach und nach immer längere Zeiträume den Raum verlassen

– Wenn Kind weint: Reingehen, deshalb immer in der Nähe bleiben

– irgendwann dann: Kind isst mit

– irgendwann später dann: Kind „beteiligt sich“ am Mittagsschlaf (12 bis 14 Uhr)

Baby Flasche abgewöhnenMOMENT! Thema Mittagsschlaf: Das P. schlief bisher ja nur mit Flasche (Inhalt: Babymilch). Ich hatte deswegen schon länger ein eher ungutes Gefühl, weil mir schon klar war, dass das eher eine Sache für uns als für das P. ist. Stichwort Bequemlichkeit… Bisher verlangte sie nach der Milchflasche, sobald sie mit Spieluhr und Schnuffelmännchen bestückt im Bettchen lag. An ein Weglassen war also nicht zu denken. In der KiTa gibt es aber logischerweise keine Flasche zum Schlafen. Guter Anlass eigentlich. Ich habe beschlossen: Ich werde dem Kind die Flasche abgewöhnen. Ab JETZT! Heute Mittag hat das P. keine Flasche bekommen. Und sie war empört. Natürlich war sie das! Schließlich ist sie ja so programmiert: Bett + Flasche = Schlafen. Bett – Flasche = ?!?! Was wollt ihr von mir?? …

… Fürchterliches Gebrüll (5 Minuten)
… Herzzerreißendes Weinen (10 Minuten)

hier dachte ich: Soll ich jetzt Reingehen? Ich fand ich aber hirnrissig. Da würden wir ja wieder bei Punkt 1 anfangen… Beruhigen würde sie das jedenfalls nicht… dann also:

… Gemecker (10 Minuten)
… Gebrabbel (5 Minuten)


… STILLE! (120 Minuten)

Lief auf jeden Fall besser als befürchtet. K. wollte ihr die Abendflasche aber „lassen“, weil das abends doch immer so schön kuschelig-harmonisch läuft. Möööp. Nö! Wenn schon, dann richtig. Außerdem dürfte das Weglassen der Mittagsflasche nicht unbedingt einfacher werden, wenn die Abendflasche nach wie vor genehmigt wird. Ich also: Konsequent. Und siehe da: Bad, Zähne putzen, Schlafanzug, Geschichte vorlesen -> Bett.

… Irritierter Blick (5 Sekunden)
… Gequietsche (1 Minute)


… STILLE! (hoffentlich bis morgen früh)

Ich freue mir sehr! Damit habe ich nicht gerechnet und ich hoffe mehr als sehr, dass das KEINE Ausnahme gewesen ist. Ach ja. Das P. wird groß. Seit einigen Tagen hält sie ihren Trinkbecher (fast) alleine und trinkt sogar fast ohne Kleckern. Schön ist das.

Morgen also: KiTa-Start

Morgen beginnt also die KiTa-Eingewöhnung für das P. – einen Monat lang wird das Weggehen von mir „geübt“ (Berliner Eingewöhnungsmodell), danach haben wir in etwa 5 Stunden Vormittagsbetreuung geplant. Uffreschend!

Eingewöhnung in die KiTa

Fragen / Befürchtungen meinerseits:

– Wird sie mit Kindern, Erziehern und Bazillen klar kommen? (natürlich, früher oder später)

– Werde ich mit Erziehern und Bazillen klar kommen? (vermutlich, früher oder später)

– Wie wird die Eingewöhnung genau ablaufen (Wie oft werde ich zu spät kommen?)

– Werde ich selbstständig genug Geld verdienen? (irgendwie sicher)

– Reichen mir dafür die 5 Stunden tatsächlich? (muss)

– Wie wird das mit dem Schlafen werden? Bisher schläft sie ja nur mit Flasche ein. (wird schon)

Hoffnungen meinerseits:

– Vielleicht geht ja auch alles ganz schnell und unkompliziert. (eher nicht)

– Trennungsschmerz und gebrochene Herzen hoffentlich in Grenzen. (wahrscheinlich)

– Vielleicht etwas Entlastung, um die Zeit mit dem P. viel mehr genießen zu können. (mehr oder weniger)
Wünscht uns Glück ;)