Kleine ‚Girassungs‘

(„Girassungs“ heißt ‚Überraschung‘ auf p.nisch.)

Manchmal möchte ich meiner Tochter gern eine Freude machen. Ich würde ihr dann gern ein Überraschungsei, ein Stück Schoki oder sonstwas geben. Als kleine Überraschung/Freude/Erheiterung… Mir ist manchmal einfach danach. Manchmal würde ich ihr auch gern ein kleines lustiges Video zeigen oder ähnliches.

Aber meistens macht das einfach keinen Spaß.

Am Freitag war ich zum Beispiel einkaufen und hab ihr so ein Ei auf den Maltisch gelegt. Als ich sie von der Kita abgeholt habe, habe ich angekündigt, dass Zuhause eine kleine Überraschung auf sie wartet. ‚“Girassungs?“ fragt sie und freut sich. Damit kann sie seit dem Geburtstag schon etwas anfangen.

Hier wird wieder das Thema „Maß“ gestriffen: Sie entdeckt die Freude, freut sich, spachtelt sie freudig erregt weg – was bei P. ausschließlich in Form von STOPFEN passiert – und fordert (mit noch vollem Mund): „PMOCH MEEEEHA, PFMAMA? PMOCH MEHA PIRAFFUNG?!“ Ich sage dann sowas wie: „Die Schokolade war  die Überraschung, mein Schatz. Mehr gibt es nicht.“ Mittlerweile sage ich ihr oft auch schon vorher, dass es nur dieses eine gibt.

Und dann verfällt sie – na klar – in einen mittelschweren Tobsuchtsanfall, heulen und kreischen und (neuerdings): „Donnerwetter!“ schimpfen und theatralisch den Arm vor die Augen schmeißen inklusive. Und ich bin nicht genervt aber, na sagen wir mal: Ich finde es schade, dass das das Resultat ist.

Also: Einfach lieber sein lassen, weil sie da noch zu jung für sind? Oder den Tobsuchtsanfall als gegeben hinnehmen, weil Lerneffekt?

 

(Das P. ist 25 Monate alt)