Kindermund (16): „Du bist eine Arschfrau!“

P.s Kabarett im Juli ’13 – P. war 2 Jahre und 9 Monate alt.

(1)

„Mama, stimmt’s, Papa ist auf Arbeit? Der muss Geld kaufen!“

(2)

„Wir haben dich beide lieb.“ – (entrüstet) „Nee, ich hab mich ganz alleine lieb!“

(3) 

„Mama, wo ist Papa? In die Toilette gefallen?“

… als sie K. zuletzt im Bad gesehen hat, sie dann spielen ging, er unbemerkt runter in sein Zimmer und sie ihn dann schließlich im Bad suchte…

(4) 

„Guck, der Mann da, er hat einen dicken Bauch!! Da ist ein Baby drin!“ (brüllend, natürlich…)

(5)

„Du bist doch kein Arschmann! Du bist eine Arschfrau!“

… als sie mitbekam, wie ich zu K. sagte: „Ich bin echt im Arsch, Mann!“

(6)

Kakaosalz = Kakaopulver

Mopäl = Hotel

 

Kindermund (15): „Weil ich einen Mund habe!“

P.s Plapperei im Juni ’13 (32 Monate alt):

(1) Schlagfertigkeit:

„P., kannst du auch einfach mal nichts sagen?“

—– „Nein!“

„Warum denn nicht?“

—– „Weil ich einen Mund habe!“

„Warum machst du denn so einen Quatsch?“

—— „Na, weil ich ein Kind bin!“

„Warum willst du denn nicht aufs Töpfchen?“

—– „Weil ich keine Zeit habe. Ich gehe Morgen!“

(2) Cholerik:

Sie verkloppt ständig irgendwelche Gegenstände, wenn sie dagegenrennt / sich stößt und schreit dann hysterisch: „Böse, böse, böse Tür! Du bist ganz böse!“

(3) Animismus:

Nach dem Heimkommen hängt sie ihren Sonnenhut an den Haken ihrer neuen Kindergarderobe. Dort hängt schon eine andere andere Mütze. P. bemerkt:

„Is häng die zu ihrer Freundin.“

(4) Imaginäre Freunde:

Wir sitzen beim Abendessen. P. isst Joghurt. Sie erklärt uns, neben Tisch würde ein kleiner schwarzer Elefant sitzen. Dem wolle sie was von dem Joghurt abgeben. Sie steigt vom Stuhl, hockt sich neben dem Tisch, streichelt „den Elefanten“ und streckt die Hand mit dem Löffel aus. Dann erklärt sie uns:

„Der Joghurt smeckt dem nis. Da muss is den jetzt aufessen.“

(5) Wortneuschöpfungen:

  • „Sagette“ (Kassette)
  • „Fledern“ (die Flügel einer Fee)
  • „Gitage“ (Etage)
  • „Pattung“ (Verpackung)
  • „Küchnerin“ (Köchin)

Kindermund (14): „Fingerneger“

Der Mai war – wie ich finde – Kindergequatsche-mäßig bei P. ziemlich spektakulär. Sie spricht jetzt viel deutlicher („Ich möchte mir das bitte einmal anschauen, Papa.“) und sehr viel sehr tollen Kinderkram.

(1)

Anfang Mai, es ist warm, wir gehen nach der Kita ein Eis im nahgelegenen Eiscafé essen. (Okay, 2 Eis.) P. verlangt nach der 2. Kugel „Is will noch mear, Mama!“

Ich: „Du hattest schon 2 Eis, ich finde, das reicht.“

P: „Ich finde das normal!“

(2)

Wir sind bei Freunden zum Grillen. Es gibt geschnittenes Brot und dazu Knoblach-Butter, die sich in einer wurstförmigen Verpackung befindet.

„Mama, is will auch Brot mit Vanille-Wurst!“

(3)

„Papa, du bist ein Süßer und ich bin eine Süße und Mama ist auch eine Süße!“

(4)

Sie schaut auf ein Bild von einem Elefanten, der mit dem Rüssel eine Gitarre anschlägt:

„Der hat gerüsselt die Gitarre an!“

(5)

Im Urlaub fuhren wir mit dem Fahrrad durch einen Wald, der von K. „Zauberwald“ genannt wurde. Seitdem ist alles mit mindestens 2 Bäumen ein Zauberwald. Und alles in der Umgebung zaubert gleicht mit:

„Oar, ein Zauberwaaaaaaald! Und ein Zauberstein! Und ein Zauber-Mülleimeeaar!“

(6)

Die All-Time-Aussagen von P. waren:

„Böse/r xyz!“ / „Olle/r xyz!“

„Das geht goar nis!“

„Das is zu ängääää!“ (= Das ist mir zu eng!)

„Is will das wohl!“

„Doch!“

(7)

Ich finde auch ihre „-chen“-Endung so super… Sie sagt -„sjen“… Also:

„Brötsjen“ / „Mäusjen“ / „Häusjen“

(7)

Und ratet mal… Was sind/ist denn:

  • Holzschlangen = ?
  • Strandkörper = ?
  • Fingerneger = ?
  • auslichtern = ?

(P. war 31 Monate – also ca. 2,5 Jahre – alt.)

Kindermund (13): „Töppse“

Es ist Mitte Mai, der Frühling kriecht raus und der winterliche April liegt schon seit geraumer Zeit hinter uns. Besonders hervorzuheben ist aus unserer/meiner Sicht, dass mit dem April die schrecklichen drei ersten Monate des Jahres 2013 vorbei waren.

Das war aber auch eine verdammte Scheiß-Kombi! Kind DAUERKRANK, Muddern frisch geschwängert und dementsprechend „grenznah“ (in jeder Hinsicht), K. viel arbeiten, ich Semesterferien und Hausarbeits-Stress, Omi ebenfalls zu krank, um Kind abzunehmen. Nee, schön war das nicht und gestresst waren am Ende alle. Mir hat das mal wieder gezeigt, wie sehr sich meine Stimmung bzw. die Gesamtstimmung auf die eigenen Kinder auswirkt! Denn: Kaum war ich wieder im Lot (Hausarbeit abgegeben, Uni wieder angefangen, mit Umstand arrangiert und die ein oder andere erzieherische Wahl getroffen), war auch das P. wieder mehr als gut gelaunt und mehr als Zucker.

Alles schöner im April also. Dementsprechend erheiternde Sprüche kamen aus P.s Mund gepurzelt… (Ich ärgere mich noch immer, dass ich die besten irgendwie immer verpasse und sie mir dann nicht mehr einfallen wollen…)

(1)

Guckt sich ein Feuerwehr-Buch an, hält kurz inne und sagt dann erleuchtet:

„Is bin eine Feuer-P.!“

(2)

Wir spielen ein Angelspiel. Sie zieht einen dicken Fisch heraus und ruft euphorisch:

„Das ist ja wahnsinn, Mama!“

(3) 

Alles, was kleinformatig ist, ist bei P. „Ohhhh, ein Baby-…“. Dabei hat sie einen betont entzückten Tonfall drauf…

„Ohhhh, ein Baby-Brot!“ – „Ohhhhh, ein Baby-Stock!“ – „Ohhhhhh, eine Baby-Socke!“

(4) 

Ganz auffällig ist auch, wie sehr sie Gegenstände personifiziert. Am schönsten war ihr Spruch als sie kondensiertes Wasser an der Klappe des Herdes herabtropfen sah:

„Guck mal Mama, der Herd! Der weint!“

(5)

Dazu passt auch, dass sie beim Aufmachen der Brotdose meinte:

„Die gähnt!“

(6)

Als ich sage, dass ich mich ausruhen möchte, dann aber doch etwas anderes mache, sagt sie zu mir streng:

„Das ist nicht richtig, dass du dich nicht ausruhst!“

(7)

Sehr entzückend war auch: Wir haben Dumbo geguckt und an einer Stelle, an der Dumbo weint, wollte P. ihm unbedingt helfen, stellt dann aber enttäuscht fest:

„Aber is kann da nis rein, in den Feansehn. Is bin zu dick!“

(8)

Und auch wieder Worträtsel:

„Töppse“ = ?

„Mülls“ = ?

Kindermund (10) und Januar-Rückblick

Da hatte doch letztens eine von euch nach dem Verbleib der P. gefragt, womit sie natürlich Recht hat. Ich hab da so ein bisschen ‚Sorge‘ (Missmut?) rausgehört, aber keine Angst: Im echten Leben wird das P. keineswegs so vernachlässigt wie hier. Eher im Gegenteil. Da ist für die Beele gar nicht so viel Platz, weil das P. natürlich die Hauptrolle spielt. Das muss ich dann halt hier kompensieren ;)

Im Januar hat Fräulein P. ihr ‚Trotzverhalten‘ (ich habe da ein tolles Buch zur Entwicklung von Kleinkindern gefunden) auf jeden Fall gut ausgebaut. Sie macht richtig Drama, oft ist es auch ziemlich bewusst eingesetzt, glaub ich. Ich hab sie jetzt schon häufig dabei ‚erwischt‘ wie sie sich die Hand vor’s Gesicht schiebt und dramatisch zu heulen scheint, in Wirklichkeit aber grinst. Ta!

Sehr zucker ist sie aber auch. K und ich sitzen jetzt häufig einfach da und gucken ihr beim Spielen zu, weil das schon so sehr fantasievoll ist :) Das ist echt schön. Sie quatscht ohne Punkt und Komma, singt den ganzen Tag und ist permanent in Action. Ich frage mich echt, woher sie die ganze Energie nimmt ;)

Sprachperlen im Januar:

  • Eine Taschenlampe, die sie sehr begeistert hat, heißt:
    „Laschentampe“ 

  • Der Name ihres kleinen Maulwurf-Kuscheltiers:
    „Mauler“ und morgens dementsprechend: „Mauleeeeaaa! Komma heeeaaarr!“
  • eine tolle Sprachperle von der Tochter einer Freundin im selben Alter war übrigens:)
    „Feuer-Fernseher“   {{Kamin}}
  • Befehlston geht auch schon gut:
    Fernsehen gucken, hab ich gesagt!“
  • Pumpe    {{Punkte}}

Lustiges im Januar:

  • lacht sich über Priesemut (den Frosch), der in einer Geschichte zu Nulli „Du oller Hasenköttel“ sagt, schlapp
  • Sie gibt erst mir, dann K. ein imaginäres Bonbon in die Hand. K. steckt es sich in den Mund. Das P. schaut ihn entsetzt an und sagt dramatisch: „Nein Papa! Da is noch eine Saale dran! Musst du auspacken!

„Hach“ im Januar:

  • Das P. kommt jetzt jeden Morgen mit Decke, Kuscheltieren und Kissen ins Schlafzimmer. Vorgestern hat sie mir aufgeregt erzählt: „Mama! Is habeträumt! Von ein Stern!

Neues im Januar:

  • richtiges, echtes Kuscheln :-}
  • sie zählt („zwei Brote“)
  • Klo ist (Aufklebern sei Dank) doch langsam ganz okay
  • wegrennen beim Anziehen, sich weigern, weiterzulaufen
  • kein Bock auf Essen (es sei denn, es ist süß)
  • P.s Essen besteht derzeit zu 90% aus Gurke
  • ByeBye, Mittagsschlaf!
  • Phantasie-Spiele (imaginäres Essen kochen)
  • Schauspielerei

Gernemach im Januar:

  • exzessives Malen und Schneiden
  • Matschen mit Knete, Essen, Frischkäse, Fingerfarbe

Lieblings-Figuren im Januar:

Danke übrigens an mamamiez für die Idee mit dem „Sag doch mal“-Spiel! Das mach ich mit P. – die übrigens auch Paraptika statt ‚Paprika‘ sagt – jetzt auch täglich und es macht echt arschviel Spaß :)  Tolles Wort zum Üben ist übrigens: „Paprikabraten“ *lach*

(Das P. war im Januar 2013 27 Monate alt)

Kindermund (9) & Dezember

Weihnachten war schön und familienreich-anstrengend, Hallo 2013, weiter im Text. Bei all dem Zauber bin ich tatsächlich mal froh, dass der Alltag wieder einkehrt. (Naja, fast… ;-) ) Denn jahaaa: Das Studium, mit dem ich im Oktober angefangen habe, ist echt super. Zum ersten Mal in meinem Leben mache ich eine Sache, bin damit zufrieden und denke mir nicht: „Hätte ich nicht lieber doch diesdasjenes machen sollen? Wäre das nicht besser?“ Mir gefallen die Leute, die Inhalte, die Uni. Alles super.

Das P. hat im Dezember auch echt viel Spaß gemacht. Ich komme mit dem Kleinkind-Alter, in dem man schon kommunizieren kann, wirklich besser zurecht als mit der Säuglingszeit. Sie reeeedet wie ein Fass und kann mittlerweile mehr Liedtexte aus dem Kopf als K. und ich zusammen ;-)

Der Dezember war für P. unglaublich aufregend, glaube ich. Durch den ganzen Glitzer-Adventskalender-Geschenke-Weihnachtsfeier-Kram gab es einfach ständig etwas zum Staunen. Es ist wahr: Weihnachten versteht Mensch erst dann, wenn eigene Kinder da sind. Dann macht das echt Spaß.

Die Kindermund-Perlen im Dezember:

Am 06.12. steckt ein kleines Geschenk im Kinderschuh. P. kommt raus und quietscht freudig:

  • Ooooooh! Is‘ hab debutstag! Desenkeeeee!

P.  teht vor der Wohnungstür beim Anziehen, guckt sich hektisch um und fragt besorgt:

  • Wo is‘ meine Bonbon-Mütze?“ {Bommel-Mütze}

bonbon-muetze

Ich laufe mit ihr an einer größeren Straße entlang. Ein Bus kommt um die Ecke, P. ruft entzückt:

  • Ohhh! Mama guck! Ein Kack-Bus!

Bildschirmfoto 2013-01-04 um 11.49.13

(Es stellte sich heraus, dass K. mit ihr einige Tage vorher unterwegs war und ihnen der Bus vor der Nase weggefahren ist…)

Sie will auf den Arm und sagt:

  • Hoch! Hoch soll er leben!“ ;-))

Sie sucht etwas. K. sagt: „Das hast du bestimmt irgendwo hingeschmießen“, P. fragend:

  • Weggeballert?

Silvester. Wir spielen Scrabble. Sie sitzt auf K.s Schoß, will mitspielen. Sie steckt die Buchstaben auf der Bank eine Weile hin und her und sagt schließlich gewichtig:

  • So Papa. Pass mal auf. Is mach das jetzt!

Opa T. sagt zur ihr: „Frag mal den Papa, ob die Nudeln aus Hartweizengrieß sind.“ Sie verzieht das Gesicht und sagt wütend:

  • NEIN! Papa Kristian! Das sein Nam!

(Seitdem hat K. den Spitznamen Hartweizen-Kristian weg ;) )

Dann sind so Dinge, die hier mittlerweile an der Tagesordnung:

  • Sie guckt wichtig und sagt: „Mama?! Weißt du?!“ Danach kommt aber nichts, sondern sie spielt einfach weiter…
  • Wir gucken Fernsehen, ich rede kurz mit K. und sie sagt bestimmt: „Nein! Mama! Nis‘ reden! Will fernsehen!
  • Sie versucht das Papier des Ü-Eis abzufummeln und sagt nach kurzer Zeit verzweifel: „Bitte Mama! Bitte, bitte, du helfel mior!
  • Ich komme mit einer Einkaufstüte nach Hause und sie ruft: „Oooooor! Guck mal! Was da drin is‘?!
  • Antwortet mit: „Mama! Na kloar!“ und guckt dazu so ‚Komm schon! Was soll die blöde Frage?‘-mäßig, wenn wir ihr blöde Elternfragen stellen.