Fassung? Verloren!

Verdammt. VerdammtVerdammtVerdammt. Vorhin habe ich mich (für mein Dafürhalten) zum ersten Mal P. gegenüber so richtig die Fassung verloren. Ich fühle mich furchtbar. Wie muss sie sich erst fühlen? Ach Mann… :-(

Folgende Situation:

Nach dem gemeinsamen Spielen im Indoor-Spielplatz mit unseren befreundeten Kids sind wir immer erst recht spät zu Hause. Das P. hatte vorgestern Nacht eine Magenverstimmung (nachts ein komplett vollgek*tztes Kind aus dem Bett holen, Bett neubeziehen, heulendes Kind + dessen Haare waschen macht so richtig Laune). Also hat sie gestern nicht viel gegessen. Heute war sie wieder in der Kita, ihr ging es gut.

Wir kamen also nach Hause, sie war schon ziemlich nölig, weil sie im Kindergarten nur noch selten mittags schläft. Ich hab mich ans Kochen gemacht, sie durfte Maulwurf gucken. Soweit so gut.

Seit neuestem isst P. gern Fruchtzw*erge. (Davon kann man halten, was man will, wir hatten jetzt gerade auch mal welche da) Abends gibt es die hier eigentlich nicht. Sie hat sich einen aus dem Kühlschrank geholt und wollte den Essen. Ich hab mich auf den Kompromiss eingelassen: Erst Kartoffeln, dann der Fruchtzw*rg.

Großer großer Fehler!

Sie brüllt, sie schreit, sie zetert, sie flippt aus… Verständlich, klar. Aber irgendwann zehrt es trotzdem an den Nerven… Ich wollte hier aber nicht von dem Deal abweichen. „Wenigstens ein Stück Kartoffel kosten, dann kannst du deinen ‚Gark‘ essen.“ – nichts zu machen.

P. schmeißt sich auf den Boden und brüllt, brüllt, brüllt. Dann klettert sie zu mir auf den Schoß. Ich bleibe noch immer ruhig. Sie schnieft und guckt mich tränenüberströmt an: ‚Guuuuaaaaaaaaark!‘ – Ich: ‚Erst ein kleines Stück Kartoffel kosten, nur ein klitzekleines Stück!‘ Sie haut mich. Ich setz sie runter. Sie haut mich wieder.

Ich bin richtig genervt. Ich sage zu ihr, dass sie mich nervt. Und dass es mich nervt, dass sie nicht ein kleines Stück von der verkackten Kartoffel essen will, dann kann sie doch ihren verdammten Quark haben. Dann gibt es jetzt keinen Quark. Pech gehabt. Noch größeres Theater. Ich befinde mich in der Zwickmühle, meine Neeeerven… Der Geist ist willig, aber die Mutter ist schwach.

Immernoch Gebrüll. Ich sage, dass sie doch einfach in ihr Zimmer gehen soll. Oder ob sie nicht doch einfach ein Stück… und dann kriegst du doch deinen ver*ickten sch*iß Quark!“ – ‚RÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!!!!!!!! Neeee-äh-äh-äh-iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!!!!!‘ Und ich? Kann’s nicht mehr hören. Mehrere Sicherungen knallen durch.

Ich stehe auf, nehme die Gabel mit dem Stück Kartoffel, halte ihren Kopf fest und versuche ihr die Gabel in den Mund zu stopfen. P. wehrt sich (natürlich), ich heule fast. Sie sowieso. Sie würgt die Kartoffel raus und…

… kotzt die komplette Küche voll.

Fazit: 

Ich fühle mich schrecklich. Richtigrichtig schrecklich. Das war einer meiner bisher finstersten Mutter-Momente. Ich schäme mich. Ich weiß nicht, wie ich nach so einer Aktion mit meiner 2-jährigen Tochter umgehen soll. Sie war ziemlich verstört. Klar, sowas kennt sie von mir ja nicht…

Ich habe überlegt, ob ich was dazu schreibe, denn ich bin da wirklich nicht stolz drauf. Aber ich hab’s gemacht. Weil auch das dazu gehört. Und weil’s passiert ist. Ich bin keine verdammte Super-Mom…

Und übrigens weiß ich noch immer nicht: Hätte ich sie den Quark dann essen lassen sollen anstatt auf  „wenigstens kosten“ zu bestehen? Hätte ich lieber das Abendessen beenden sollen?

P.S.: Ich hätte hier gern die Regel, dass sie das Essen wenigstens probiert. Dann muss sie es auch nicht essen, wenn sie nicht mag… Ich hab hiermit enorme Probleme, weil sie sich meistens einfach weigert. Mich kotzt das tierisch an. Aber nur zur Klärung: Mein Kind muss prinzipiell nichts essen, was sie nicht will! Und schon gar nicht aufessen. Davon halte ich nichts.