Schwanger sein: Bauchbild 9. SSW + Schwangerschaftskleidung

Ich präsentiere voller Scham: Meine aktuell allerliebste „Umstandskleidung“:

umstandskleidung

Gestern habe ich der Postfrau so die Tür aufgemacht, weil das inzwischen so normal für mich ist. Jahaaa, wegen dem Dauergefröstel renne ich hier fast ausschließlich in Fleece-Decke eingehüllt und mit Schal betucht rum. P. gefällt’s: „Oh Mama, was hast du da? Ein Kleid? Siiiiick!“

Und weil ich mir inzwischen sicher bin, dass es weder Einbildung noch Blähbauch ist, bekommt ihr heute auch mal ein erstes schwangeres Bauchbild:

bauchbild ssw 9

Das ist also „la Wampe“ unverhüllt (also ohne Decke) an 8+2. Bei P. hat der Bauch etwa in der 15. Woche die erste deutliche Wölbung gezeigt, soweit ich mich erinnere. 5 kg inklusive deutlichem Restspeck sind geblieben. Aber ich merke den Unterschied deutlich, weil… äh… nun ja… ich kann den Bauch nicht mehr einziehen ;) Das P. bescheinigt mir auch: „Mamaaaa, du hast ein dicken Bauch! Da is ein Baby drin! Is aba noch sooo klein (zeigt das mit den Fingern). Muss noch wachsen un dann kommt das raus. Wie bein Maulwurf!“ (Damit meint sie die „Der kleine Maulwurf und die Geburt“-Folge, die sie vor einiger Zeit täglich angucken wollte – siehe hier)

Der Fairness halber zum Vergleich (links Weihnachten, rechts vor etwa 2 Wochen)

vergleich  …. bauch ssw7

Seht ihr auch was? Wenn nicht, ist es ein guter Vergleich zu den folgenden Bauchbildern… Ich werde sicher immer mal welche einstellen, wenn ihr danach verlangt. Bei Frau Elch gibt’s übrigens schon richtig was zu sehen

Die Beele ist jetzt in etwa so groß wie eine kleine Erdbeere oder eine große Murmel oder ein kleiner Button oder eine Untergarnspule (ich Nerd, ich)… Wahrscheinlich ist er/sie/es im Vergleich zum Ultraschall vor einer Woche inzwischen schon etwa doppelt so groß. (Hab ich heute schon „Hach“ gesagt?)

Schwanger sein: So war die 6. Woche

(oder: So groß wie ein Apfelkern.)

Ich bin rechnerisch in der 6. Schwangerschaftswoche. Fachärzte würde sagen: SSW 5+1 bis SSW 5+6. Die Beele (der Embryo) ist 3 Wochen – 22 bis 28 Tage – alt und angeblich in etwa so groß wie ein Apfelkern, am Ende der Woche (also jetzt!) etwa 4-5 mm groß. Er/Sie/Es ist i.d.R. c-förmig gekrümmt, hat eine deutliche Wölbung am Vorderteil (Herz) und ein Schwanzteil.

Das war die erste Woche der ‚echten‘ Embryonalphase, in der sich die Organe entwickeln und die bis zur 12. Woche dauert, danach beginnt die ‚fetale Phase‘, das davor nennt Mensch ‚präembryonale Phase‘. Deshalb ist die Zeit jetzt und in den nächsten Wochen so wichtig. Das Herz bildet sich zum Beispiel in dieser Woche und beginnt, zu schlagen. Wenn Frau etwa um den 25. Tag der Emryonalentwicklung zum Arzt geht – also etwa drei Wochen nach dem wichtigen Sex, kann sie via Ultraschall vielleicht schon das Herz schlagen sehen. (Ich war bei 5+1 und es waren Fruchthöhle, Dottersack und embryonale Anlagen zu sehen, siehe unten.)

Wörter der Woche: Neuralrohr, Dottersack, Fruchthöhle

Mo, 14.01.2013 (5+0)

Ich verpenne alles: Lege Termine falsch, bin durch den Wind. Kann keine 5 Sätze hintereinander geradeaus denken und auch nicht mehr keine ordentlichen Sätze formulieren. Hitzewallungen. Frösteln. Hunger. Übel. DURST! PIPPI! STÄNDIG! AAH! Denke am Abend, nachdem gelesen, etwa 20 Mal „so groß wie ein Apfelkern… so groß wie ein Apfelkern… so groß wie ein…“ Morgen Termin beim FA. Wird die Fruchthöhle noch leer sein oder ist schon ein Punkt zu sehen? Gespannt, ich bin.

Merke: Ich finde es schön, schwanger zu sein und schon eine Ahnung zu haben, was mich erwartet. Also schwanger sein ohne die Angst vorm Unbekannten.

Di, 15.01.2013 (5+1)

Dachte irgendwie, beim Zweiten Mal würde alles eher nebenher laufen und weniger mit Aufgeregtheit und Hibbeln zu tun haben. Aber: Wieder kaum in den Schlaf gefunden letzte Nacht, erst irgendwann gegen 3 Uhr nachts. Wecker klingelt 6:30. Termin beim FA: 07:45. Wartezeit 1-2 Stunden (Minimum). Habe das P. gestern und heute nicht gesehen :( Habe schon jetzt die leise Befürchtung, dass sie zu kurz kommen wird… Renne beim Arzt 10 Mal aufs Klo, äußerlich cool. Gegen 9:30 dann rein da, aus das, rauf da. Und? Schon beim ersten Schwenk die Höhle gesehen. Und es ist sogar schon was drin! Große Freude! K. kommt mir auf der Treppe entgegen. Kurzer Lovestory-Moment, gemeinsames Frühstück, Freude, Flashbacks. Dann geht es also wirklich wieder los.

Mi, 16.01.2013 (5+2)

Bin eigentlich müde ab 17 Uhr, aber so viel zu tun. Nicht vor 1 ins Bett derzeit. Scheißkram, das. Fettige Haare! ICH! Mildes Shampoo, Waschen mit lauwarmen Wasser und Lufttrocknung soll helfen. Hunger! Nach wie vor. Aber so blöde unkonkret: Koche was, mag es dann aber nicht. Lieber Schokolade. Täglich. Magenprobleme vom Ekel-Essen und Genervtheit meinem Umfeld gegenüber… Wie unbefriedigend!

Do, 17.01.2013 (5+3)

Bin empfindlich und liebesbedürftig. Bin gereizt und unterkühlt. Bin müde und erschöpft. Bin nullbockmäßig und ‚asozial‘ drauf. Das P. ist krank. Ergo: Keine Uni heute. Das stinkt, weil: Semesterende, eh schon Stress. Booooh! P. weigert sich neuerdings gegen Mittagsschlaf. Und Ausziehen. Und nicht mit langen Schnüren im Bett spielen. Und Gemüse essen. Erinnere mich daran, dass ich sie NIE zum Mittagsschlaf zwingen wollte. Komme aber nicht mehr umhin. Erkläre, dass ich weiß, dass SIE keine Pause will, ich aber eine brauch. Scheint sie zu verstehen, wenn auch widerwillig. Bin zur Zeit ziemlich ideenlos, was Spielen betrifft. Frage mich, ob jemand, der so oft so ungern so richtig spielt wirklich 2. Kind…

Ertrage Geruch bei Öffnen des Kühlschranks nicht. Erschnüffle Ursache: Frische Ananas gemischt mit Stinkkäse. *Gänsehaut* Verspüre unbändigen Drang, Chaos zu beseitigen. Nestbautrieb? JETZT SCHON?!? Entferne den Weihnachtsbaum aus meinem Zimmer. 21.50. Fühle mich als wäre es nachts um 4. Mein Gesicht glüht. Jeden Tag kommt ein Wehwehchen hinzu. Rechne x 8 Monate á 4 Wochen. Angst!

Fr, 18.01.2013 (5+4)

Viel. Zu früh. Wach. Viel. Zu früh. Unterwegs. Viel. Zu viele. Termine. Viel. Zu wenig. Lust. Viel. Zu spät. Im Bett. Das P. Viel. Zu lange. Warten. Müssen. Bis zum nächsten FA-Termin. Vollkommen fertig nach Zubettbringen der „Erstgeborenen“… Wieder große Fragezeichen im Hirn: Schaffe ich das echt? Mit zwei Kindern? Wie viel stressiger wird das werden? Beele… Ich bin… wir sind sooo gespannt auf dich!

Sa, 19.01.2013 (5+5)

3 Stunden im Schnee gewesen. Habe gelesen, dass Eltern Kleinkinder gar nicht so sehr bespaßen müssen, sondern dass es viel sinnvoller ist, ihnen Erlebnisse zu vermitteln und ein Vorbild zu sein. Wieder eine eigentlich einfache Aussage, die aber „Klick“ gemacht hat. Frage mich nämlich immer mal wieder, was Eltern eigentlich tun sollen, wenn sie keine sonderlich verspielten Typen sind… Mit der Herangehensweise kann ich gut leben, glaub ich. Streit gibt’s auch, weil es nervt, dass ‚Erschöpfung‘ derzeit das fast einzige Thema hier ist… Hört das irgendwann auch wieder auf? Werde ich irgendwann damit mal besser klarkommen und es nicht mehr als so einschränkend empfinden? Wird K irgendwann mal nicht müde sein? Bin so verdammt dünnhäutig…

Ein Buch mit Klappen für P. geholt („Unser Baby„). P. guckt sich nun nichts anderes mehr an. Nach dem Schlafen am Nachmittag wecke ich sie und lege sie mir auf den Bauch (solange das noch geht). Schlaftrunken murmelt das P, auf meinem Bauch liegend und mit geschlossenen Augen: „Nis so doll machen aufen Bauch. Ganz lieb sein! Is ein Beeebi drin in den Bauch!“ Große. Liebe.

So, 20.01.2013 (5+6)

Müüüde! Durstig! Hunger! Tierische Fette hin oder her: ICH BRAUCH KÄSE!! Wenn ich mich vom Bauch auf die Seite drehe, spüre ich ein echt unangenehmes Ziepen in der Leistengegend. Meine B*ustwarzen sind EXTREM empfindlich. Habe schon überlegt, ob ich mir jetzt schon Stilleinlagen in den BH legen sollte. Tipps? Anyone? Lese alte Tagebücher aus der Zeit der Schwangerschaft mit P.: Das Band-Aus. Verarbeiten von fast 10 Jahren Tourleben. Angst vor dem, was kommt. Zuversicht. Freude. Liebe. Das lese ich da. Und jetzt? Viel hat sich verändert, in mir und hier. Einiges ist geblieben. Bin mehr bei mir, jetzt. Fast zu sehr, vielleicht. Gibt nicht allzu viele unbekannte Variablen in diesem neuen Gleichungssystem. Mein größtes Fragezeichen ist: Überfordern wir uns damit nicht? Es ist uns doch schon jetzt dann und wann zu viel. Was ist, wenn es ZU viel wird??

By the way, aber für mich eine wichtige Frage: Wie ist es euch eigentlich lieber? Regelmäßig kurze Updates zu einzelnen Tagen mehrmals pro Woche oder lieber wöchentlich und lang, so wie dieses hier? Mir ist das relativ egal.. Also sagt doch mal:


Meine Hauptquellen für die embryonale Entwicklung sind swissmom.com – Woche für Woche sowie onmeda.de.

Ich dokumentiere: Schwanger werden / schwanger sein

Werte Verrücktinnen und Verrückte,

ich bin ein Objekt. Freiwillig. Seit kurz vor Weihnachten ;-)

Ich werde diese (2.) Schwangerschaft vom Kinderwunsch bis… na mal sehen bis wohin ;) dokumentieren. Ich will versuchen euch zu erzählen, welche Fragen ich mir gestellt und welche Antworten ich gefunden habe, welche Erfahrungen ich zu welchem Zeitpunkt gemacht habe, was ich also bestätigen und nicht bestätigen kann und ich hoffe sehr, damit mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

Ich:

  • Befriedigung meines Mitteilungsbedürfnisses und ein Entgegenkommen der Tatsache, dass meine Gedanken eh die ganze Zeit darum kreisen
  • Erfüllen meines Dokumentationszwangs
  • neue Inhalte für meinen Blog und Befriedigung eurer werten Neugier

Hibbelnde / Menschen mit Kinderwunsch:

  • hoffentlich eine Zeitersparnis für alle, die genauso bekloppt sind wie ich. Also alle Extrem-Hibbeltanten, die sich total heiß machen und nicht locker lassen können. Die Leute, die mindestens 15 Schwangerschaftstests verbraten und 40 Stunden mit Googeln nach Themen wie „Warum wird die Testlinie nicht stärker“ oder „Kissen nach Befruchtungssex“ verbringen. Lest das hier. Ich denke, dass ich etwa 3/4 eurer Fragen beantworten kann, wenn ihr euch in etwa die Gleichen stellt wie ich.

LeserInnen von Babykram und Kinderkacke:

  • vielleicht irgendwie komisch für euch, weil an manchen Stellen so überdetailliert. Diejenigen, die das Thema nicht interessiert, werden eventuell nicht so viel damit anfangen können. Also vielleicht überspringt ihr einfach die Beiträge zu dem Thema… Ich verspreche, es wird auch weiterhin die üblichen Anderen geben!
  • Öhm… Ach ja: Ich bin schwanger ;-)

Bestandsaufnahme

ICH:

  • 24 
  • 1,60 m groß, (zu Beginn:) 65 kg
  • 2. Schwangerschaft, eine Tochter (*10/2010)
  • chronisch: Morbus Crohn
  •  Medikamente: Azathioprin, 150 mg/d
  • Hilfsmittel: Femibion 1, Ovulationstests (One Step)

HEUTE:

  • Januar 2013

Entbindungstermin:

  • Mitte September 2013

Ein Hinweis:

Ja, ich bin mir darüber bewusst, dass es ein bisschen riskant ist, damit so früh so laut rauszurücken… Aber: Ich finde den Gedanken gerade überaus faszinierend, den ganzen Prozess wirklich von Anfang an beobachten zu können. Und ich will euch daran teilhaben lassen. Sollte etwas schiefgehen, dann gehört das auch zu den Erfahrungen, die ich gerade mache und mit denen ich umgehen muss. Dazu ist das hier ja irgendwie auch da.