Schwanger sein: So war die 10. Woche

Huch, schon wieder eine Woche rum. Wir haben Sonntag bis Dienstag an der Küste (in Warnemünde) verbracht, das war für uns Eltern zwar weniger erholsam als erhofft, aber immerhin mal ein Tapetenwechsel und keine krampfhaften Beschäftigungsversuche im Kiez. Das ist ja auch was wert. Wir haben mit unserer fast 2,5 Jahre alten P. echt gut zu tun im Moment. Sie hat so wahnsinnig viel Energie und einen echt starken Willen. Meine Geduld ist dabei leider auch in der Woche nicht vorhandener gewesen als in den letzten…

Wir haben uns jetzt noch einmal bewusst gemacht, dass das bei diesem ‚Trotzverhalten‘ von P. immer dann für uns schlimm ist, wenn sie sich offenbar sehr fremdbestimmt fühlt. Also versuchen wir, ihr weniger das Gefühl zu geben. Wir versuchen das, indem wir (wieder mehr) bewusst nur dann klare Ansagen machen/Grenzen setzen/ermahnen, wenn es wirklich – aus unserer Sicht – notwendig ist. Wir wollen einfach versuchen, mehr Kompromisse zwischen dem was sie will, dem was möglich ist und dem, was wir möchten zu finden. Auf andere Sachen wollen wir einfach mehr achten: Zum Beispiel beim Essen nicht 1000 Mal sagen: „Willst du noch dies / iss doch mal das / probier doch mal jenes“, sondern sie danach fragen zu lassen. Das klappte in den letzten beiden Tagen schon sehr gut so. Mal sehen, wie das hier weitergeht. (Das P. ist gerade 28 Monate alt)

Zur Schwangerschaft 10. SSW:

In der 10. Woche hat mich doch echt für ein paar Tage doch noch die Übelkeit gekriegt, obwohl ich damit sonst nie Probleme hatte. Auch in der ersten Schwangerschaft nicht. Nachmittags fing die an und steigerte sich gen Abend. Nach drei Tagen war’s wieder vorbei. Seltsam, das.

Meine Stimmung verblieb auch diese Woche im  mit mittlerweile wohl bekannten „ÄtzÄtz-Lass mich“-Lustlostigkeitsmodus. Das P. war krank und ich kann Kinderbespaßung gerade ganz schlecht, bin schnell überfordert und k.o. – vor allem dann, wenn ich mit P. allein bin. Eigentlich wäre ich gerade schon komplett damit ausgelastet, mich selbst zu organisieren, glaub ich. Und damit meine ich so Dinge wie: Aufstehen, Anziehen, Dinge erledigen, Unikram, Übelkeit wegatmen, genug trinken, Tabletten nehmen, nicht ständig nur pennen und gammeln wollen, … Alles, was dazu kommt, strengt mich an. Bäääh! Gibt’s ein Mittel dagegen? Oder wenigstens gegen die damit zusammenhängenden Selbstvorwürfe? K. versucht mir echt, den Rücken frei zu halten. (Toll von ihm!) Zu meiner Verteidigung: Ich bilde mir ein, dass es Richtung Wochenende etwas besser geworden ist. Vielleicht kommt jetzt mal endlich wieder eine motiviertere Phase. Für heut Abend hab ich mir sogar eine Freundin eingeladen – FREIWILLIG!

Aber in meinen dunklen Momenten habe ich echt Schiss. Ich fühle mich zur Zeit so oft an meiner Belastungsgrenze mit P., dass ich mich ernsthaft frage, warum ich (gerade ich!) noch ein Kind bekomme. Ich fühl mich so unfähig im Moment, was das Muttersein angeht. Ich weiß schon, es ist halt eine anstrengende Phase, durch die wir durch müssen – auch K. findet es gerade anstrengend mit P. – und kombiniert mit der Schwangerschaft haut das wahrscheinlich ganz schön rein. Sie ist echt ziemlich (heraus)fordernd zur Zeit. Aber ich mache mir halt auch ständig Vorwürfe und komme dann ins Grübeln, was es nicht besser macht. Ich setze wirklich sehr darauf, dass ich mit dem „2 Kinder betreuen-Ding“ besser klar komme als damit, ein Kind allein krampfhaft beschäftigen zu müssen, wenn gerade niemand Zeit hat… *seufz*

Mein wach-müde-Rhythmus ist jetzt voll muddimäßig: 07:30 wach werden (mit P.), pünktlich gegen 12:30 mittagsmüde, ab 21 Uhr abends bettreif. Boar. Die Müdigkeit ist mir aber auch noch gut aus der ersten Schwangerschaft in Erinnerung. Aber auch diesbezüglich habe ich das Gefühl, dass es etwas besser wird. Das Ende des 1. Schwangerschaftsdrittels rückt näher und vielleicht stimmen ja die Mythen, dass man ab dem Zeitpunkt etwas besser klar kommt?

Nachdem meine Neurodermitis während und nach der ersten Schwangerschaft viel besser geworden ist und ich damit kaum Probleme hatte, scheint sie nun zurückkehren zu wollen. Ich hab bekomme Entzündungen an den Armbeugen und es juckt alles wieder mehr. Darauf könnte ich echt verzichten. Auch davon hab ich aber gehört, dass manche chronische Krankheiten in der ersten Schwangerschaft besser werden und in der zweiten zurückkommen. Warum das denn? Haare waschen muss ich mir auch häufiger. Kann aber auch mit der Umstellung auf silikonfreie Naturkosmetik-Produkte zusammenhängen.

Bauchmäßig (zur Erinnerung: Ich habe Morbus Crohn) geht es mir ganz gut. Ich habe keinen Schub, komme mit dem Azathioprin, dem Immunsuppressivum, was ich nehmen muss, ganz gut klar. Manchmal mache ich mir Sorgen, dass es doch irgendwas mit der Beele macht. Andererseits hab ich bei P. Cortison nehmen müssen. Kein Wunder, dass sie so ’ne aufgedrehte kleine Tante ist.

Ende der Woche hatte ich drei Tage lang nachmittags extrem heftige Kopfschmerzen. Ich hab morgens an den Tagen jeweils so eine Brausetablette Magnesium genommen. Dann hab ich das weggelassen und auch nicht mehr so eklige Kopfschmerzen. Kann das zusammenhängen?

Heute bin ich bei SSW 10+3, die Beele ist also 8 Woche und 3 Tage alt, von der Befruchtung aus gerechnet.

  • 11. SSW
  • 10 Wochen + 1 – 7 Tage (nach ärztlicher Berechnung)
  • 9. Woche nach der Befruchtung (8 Wochen + 1-7 Tagen)
  • 57. – 63. Tag der fetalen Entwicklung
  • Länge : 34-42 mm
  • Gewicht: ca. 10 g

Vermutlich ist er/sie/es gerade in etwa 3,6 cm groß – so groß wie mein normales Nähfüßchen:

dskhfs

Und so in etwa sieht die Beele jetzt aus:

ssw 113d

fötus 8 wochen alt

Sieht jetzt wirklich zunehmend aus wie ein richtiges kleines Baby, oder? Kaum vorzustellen, dass es erst 3,5 cm groß ist. Es würde so noch gut in eine Walnussschale passen… Ach, und es bewegt sich jetzt schon viel! Eigentlich kann Frau es jetzt noch nicht spüren, manchmal bilde ich mir da aber etwas ganz leicht kitzelndes ein. Wahrscheinlich ist es nur Luft, aber immer dann denke ich an die Beele und freue mich darauf, die ersten richtigen Bewegungen zu spüren.

Der Angelsound gibt mir jedenfalls regelmäßig Feedback, dass es der Beele wahrscheinlich gut geht. Das Herz schlägt etwa 174 Mal pro Minute. Ich finde den Herzschlag leicht links, knapp über dem Schambein, neben den Hüftknochen und muss nicht mehr lange danach suchen.

Die Haut der Beele wird jetzt schon weniger durchsichtig und ein Haarflaum überzieht wohl schon den ganzen Körper. Das Geschlechtsteil dürfte jetzt schon so gut wie ausgebildet sind. Die Beele hat wahrscheinlich keinen Schwanz mehr. Bald fängt das Kleine an, Fruchtwasser zu trinken und zu schmecken. Angeblich bilden sich Geschmacksvorlieben ja bereits im Mutterleib heraus… (Ob P. so ein Süßkram-Junkie ist, weil ich in der Schwangerschaft so viel Schokozeug gegessen habe?)

In der Glotze laufen momentan ständig Schwangerschafts-Geburt-Dokumentationen. Gestern gab es einen Themenabend auf arte mit Dokumentationen zu den Themen Untersuchungen in der Schwangerschaft („Neun Monate zwischen Hoffen und Bangen„), Frühchen („Über Leben – Zu früh auf der Welt„) und Schwanger sein heute („Abenteuer Schwangerschaft„). Letzte Woche lief die Dokumentation „Ich habe abgetrieben“ (ja, auch die habe ich mir angeschaut). Ich suche nach den Sachen gar nicht, sie finden mich irgendwie… Oder sowas läuft prinzipiell ständig im Fernsehen und mir fällt’s sonst nicht so auf. Sobald man schwanger ist, sieht man auf der Straße ja auch plötzlich nur noch schwangere und Babys, ne?

Nächste Woche Dienstag dann wieder ein Termin bei der Gyn. Dann gibt’s sicher auch ein neues Original-Bild der Beele.

Quelle 3D-Ultraschall 11. SSW:
http://www.arminbreinl.at/geburtshilfe.htm

Info-Quellen:

http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/Embryology/Tag60.htm

http://www.alles-ueber-kinder.net/entwicklung_embryo.htm

http://www.swissmom.ch/schwangerschaft/woche-fuer-woche/medschwwfw11/medschwwfw11b.html

Schwanger sein: So war die 9. Woche

Ziemlich beschissen war die 9. Woche, um ehrlich zu sein. Oder eher: durchwachsen. Meine Laune ist schon für mich selbst kaum zu ertragen. Ich bin zickig, gereizt, dünnhäutig, schnell genervt und möchte am liebsten den ganzen Tag in einem abgedunkelten Zimmer rumliegen. „Lasst mich alle in Ruhe! Ich will jetzt nichts müssen“ – so fühle ich mich. Ich finde mich selber total ätzend. Mein Egozentrismus, dass ich mich nicht zusammenreißen kann, meine Selbstzweifel und meine Selbstzerfleischung, … Das alles geht mir EXTREM auf den Keks. Da beißt sich der Vorwurf aber in den Schwanz, haha. K. geht damit aber dankenswerterweise wirklich gut um, das hilft gerade viel.

Mit P. bin ich momentan ziemlich überfordert. Das überträgt sich natürlich auch direkt auf sie. Ich versuche, mich ihr gegenüber wirklich zusammenzureißen und meistens klappt das auch ganz gut. Zwischendurch hab ich lichte Momente, in denen mir coole Sachen einfallen, die ich mit ihr machen kann – gestern Abend zum Beispiel haben wir fast 50 Minuten Reis und rohe Nudeln rumgekippt. Aber sie ist natürlich nicht doof und merkt ganz genau, dass ich mich momentan oft irgendwie fast zwingen muss, „tolle Dinge“ mit ihr zu machen und nicht die ganze Zeit nur rumzusiechen. Gestern sind wir einfach in den Zug gestiegen und 3 Stunden zwischen hier und meiner Uni-Stadt hin und her gefahren, weil mir nichts besseres einfiel. Sie fand es lustig. Das P. kränkelt leider gerade auch noch rum und wacht zur Zeit schon weinend auf. Und sie hat sich ausgerechnet jetzt angewöhnt „Was??“ zu fragen – 7 Mal nach jedem Satz, den ich sage. Das macht mich ganz kirre. Trotzdem: Ich finde meine Gedanken (dabei bleibt es ja!) ihr gegenüber echt gemein. Schließlich ist es nicht sie, die anstrengend ist, sondern ich bin die, die alles anstrengend findet. Ach, doof!

Mir geht es nach wie vor nachmittags schlechter als morgens. Bei mir waren ja schon die Tests nachmittags deutlicher, vielleicht besteht da ein Zusammenhang und meine Hormone werden eher nachmittags ausgeschüttet? Jetzt ist mir auch abends leicht übel, sodass ich abends kaum noch was essen mag und dadurch immerhin 1 meiner 2 drauf gefressenen Kilo wieder verloren habe.

Sonstige Symptome? Süßkram, Fastfood, Kakao, Saft und Obst sind meine stärksten Gelüste. Oh und die Holundermarmelade meiner Schwiegermutter habe ich gerade für mich entdeckt! Ansonsten gibt es vorrangig Dinge, die ich nicht essen will. Abends habe ich ziemliche MD-Probleme, wogegen ich mit Fenchel-Anis-Kümmel-Tee recht gut ankomme. Immer mal wieder Heulanfälle, den schlimmsten bisher gestern. Müde, erschöpft, ausgelaugt, depri. Meine Hausarbeits-Themen liegen bisher unangetastet auf dem Schreibtisch. Warum wollte ich gleich noch einmal schwanger werden?

Toll war: An 8+5 haben wir die Beele bzw. deren/dessen Herzschlag mit dem Angelsound gefunden! Eigentlich noch viel zu früh, aber wir haben lange gesucht, mit viiiiiiel Geduld (ca. 30-40 Minuten) und seeeehr weit unten (Schambein) haben wir ein eindeutiges Bubbern gehört – 168 x in der Minute. Ich wüsste nicht, welche Dinge meines Körpers diese Geschwindigkeit erzeugen sollten, zumal ich es ja noch aus der Schwangerschaft mit P. kenne und weiß wie es sich anhört. Ich hab’s danach noch 2-3 Mal probiert, da hab ich es aber nicht mehr gefunden. War wohl ein Glückstreffer. (btw: Ich weiß, dass die Meinungen darüber auseinander gehen. Aber für Hysterikerinnen wie mich ist es echt ein Segen. Mich beruhigt das enorm und K. hört das Baby auch sehr gern…)

Die 9. Woche ist jetzt vollendet und die 10. Woche fängt mit heute (9+0) an:

  • 10. SSW
  • 9 Wochen + 1 – 7 Tage (nach ärztlicher Berechnung)
  • 8. Woche nach der Befruchtung
  • 49. – 56. Tag der Embryonalentwicklung
  • SSL des Embryos: ca. 25-33 mm

foetus 10 ssw

Die Beele könnte jetzt etwa 2,5 Zentimeter lang sein, 2 Gramm wiegen und er/sie/es bewegt sich wahrscheinlich schon, denn: Das Gehirn beginnt jetzt zu arbeiten! Die Fußsohlen könnten 2 mm lang sein – also eher Fußsöhlchen. Die Geschlechtsmerkmale haben sich herausgebildet, wären im Ultraschall aber noch nicht zu erkennen. Die Augenlieder verkleben sich jetzt und bleiben wohl bis etwa zur 27. Woche geschlossen. Ab jetzt sinkt das Risiko, dass etwas schief geht rapide, weil langsam alle wichtigen Sachen angelegt sind. Faszinierend: „Bis jetzt waren Augen und Ohren etwas sonderbar angeordnet, nämlich die Augen auf der einen Seite und die Ohren in der Nähe des Mundes. Nun bewegen sie sich langsam in ihre zukünftige Position.“

(Entschuldigt, dass es nun doch auf wöchentliche News hinausläuft. Irgendwie ergibt es sich momentan einfach so.)

Quellen:

http://www.swissmom.ch/schwangerschaft/woche-fuer-woche/medschwwfw9/medschwwfw9b.html
http://www.swissmom.ch/schwangerschaft/woche-fuer-woche/medschwwfw10/medschwwfw10b.html
http://www.liliput-lounge.de/schwangerschaft/woche-fur-woche/10woche/