Schwanger sein: 40. Woche (6)

Samstag (39+5):

4:30. Wache auf dem Sofa auf. Bin vorm Fernseher eingeschlafen. Schon wieder. Es zieht, weil niemand die Fenster zu gemacht hat. Ich versuche, K. zu wecken… Klappt mäßig. Irgendwann dann doch. Er tappert ins Bett. Schläft sofort weiter. Mist. Ich war zu lange wach jetzt, kann nicht mehr schlafen. Schleim. Ist das da Blut? Lässt sich nicht bestätigen. Denk nicht daran. Denk nicht daran. Schlaf Schlaf Schlaf! Es ist egal… Morgen gehen wir alle zusammen in die Stadt, besorgen Schuhe für P. Bewegung ist gut. Neiiiin. Es ist egal! Ich verhalte mich einfach ganz normal. Oder so normal wie möglich. 5:30. Versuche es mit einem Hörspiel. Klappt nicht. 6:00. Zähle von 1 bis 100. Laufe im Kopf durch einen Wald. Irgendwann im Morgengrauen schlafe ich dann ein.

„Du musst mit P. aufstehen. Ich war die halbe Nacht wach!“ Sage ich zu K. Er steht auf, ich bleibe liegen. Kann natürlich nicht mehr pennen. Arrrrrgh. Stärkeres Ziehen in Unterleib und Rücken. Fühlt sich an, wie kurz vor der Menstruation. Schleim. Versuche es einfach nicht zu bewerten. Erzähle es dann aber doch. „Das fühlt sich jetzt schon anders an, zumindest mehr in Richtung letzter Montag… Also mehr als in den letzten Tagen.“ – „Wir gehen. Jetzt einfach. In. Die. Stadt. Wir haben ganz viel Spaß zusammen und wollen durch nichts gestört werden.“ sagt K. grinsend. Er hat die Theorie aufgestellt, dass es genau dann losgehen würde, wenn wir uns andere Dinge vornehmen und so wenig darauf setzen wie möglich. Ich versuche, meinem Körper keine Beachtung zu schenken. Schwierig, denn es zieht echt ganz schön heftig… AberAber… Keine. Hoffnungen. Machen. Ommmmmmmm…

Vormittags in die Stadt. Konsum. Eigentlich nicht gut, aber Ablenkung, die brauch ich. Und Bewegung. Und P. braucht neue Schuhe. Komische Dinge gehen zwischen K und mir ab. Ich bin gereizt, weil ich glaube, dass er gereizt ist. Dabei ist er das angeblich nicht. Gibt sich im Laufe des Tages. Okay dann. Denke über lange Strecken tatsächlich nicht an Bauch und Baby. Aber die „BoooooarWooooooar“-Blicke… Naja… In der Baby-Schlafanzüge-Abteilung fragt mich eine Frau, ob’s denn bald soweit ist. „Termin ist in 2 Tagen“ sage ich. Da werden ihre Augen groß. „Na da sind Sie ja noch sehr entspannt, wenn sie noch einkaufen gehen und so…“ Äääähhhh jaaaaaa… Na klar bin ich entspannt. Wir sind 7 Stunden unterwegs. Treffe Freunde aus der Uni zufällig. Schön. Ich laufe, laufe, laufe und merke es gar nicht. Zunächst jedenfalls. Am Ende dann doch. Plattfüße. Auuutsch. Harter Bauch. „ich weiß gar nicht, wie du das so lange durchgehalten hast.“ sagt K. Ich auch nicht. Aber gut. 7 Stunden mal nicht nur Gewartet.

Zuhause. Die Nierenstelle tut wieder weh. Glaube mittlerweile wieder, dass es eher ein Nerv ist. Habe ein leicht schlechtes Gewissen. War das zu viel? Suhle mich auf dem Sofa. Aaaaaah, Körnerkissen… K. schmeißt den Abend mit P. Ich versuche, mich in der Wanne zu entspannen und die Schmerzen nicht überzubewerten. Trinke Chai. Und Eisenkrauttee. BW-Massieren. Ich kann es nicht lassen. Ich kann. Es einfach. Nicht lassen! Die dunklen Wolken ziehen wieder auf. „39+5… Und es passiert nichts…“ Der Bauch wird hart. Sehr hart. Es zieht im Rücken. „Hör auf! Es ist egal. Es bedeutet nichts. Gar nichts…“

Der wenige Schlaf der letzten Nacht schiebt mir die Augenlider eine Etage tiefer. Will heute kein Avena Sativa zum Schlafen nehmen. Habe Die Befürchtung, dass das den Wehen entgegenwirken könnte.

Auch heute wird mein Baby nicht kommen. Auch morgen werde ich mit einem dicken schweren Bauch aufwachen. Ich werde mich für meine Seminare einschreiben. Die Semesterferien sind ja bald vorbei. Schöne Scheiße, echt. Am Montag werde ich zur Gyn gehen und sehr viel Frust runterschlucken. Das CTG wird vermutlich okay aussehen. Vielleicht sind wieder Wehen drauf. Ich werde nach Hause gehen. Der Bauch wird immer wieder hart werden. Die Schmerzen in der linken Flanke werden kommen und gehen. Schleim. Ständiges Pinkeln. Druck nach unten. Ein Gefühl, als würde ich meine Tage bekommen und der ständige Versuch, sich nicht zu fragen, ob dies oder das oder jenes darauf hindeutet, dass s jetzt doch vielleicht losgeht mit der Geburt.

Und dann die Frage: Wie lange soll ich eigentlich warten bis wir einleiten? Wann ist der Zeitpunkt, an dem man mit mehr als den Hausmitteln nachhelfen sollte oder muss? Wie groß soll oder darf T. werden? Und: Was zur Hölle fehlt denn nur, damit es losgeht??

Wah! Nass in der Hose… Moment…

Hm. Nichts. War ja klar. Ich glaub, ich werde echt noch endgültig bekloppt.